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Tanten-Nichten-Missverständnisse

Eins muss ich zum gestrigen Tag nachtragen – weil es so irritierend war, dabei so selbstverständlich …

Nichte 2.0 wollte als kleiner Schisser erst mal gar nicht so nah ran, an die großen kleinen Kühe. Irgendwann wurde der Arbeitseifer dann aber riesengroß – und mit etwas Umweg gschaftelte sie Heu aufklaubend herum. Da dachte ich als umsichtige Tante natürlich, dass ich hilfreich eingreifen müsse, damit das Futter auch zu den Kälbern gelangen kann. Und hab sie kurzerhand auf die Raufe hochgehoben, damit sie die Tiere auf Sicherheitsabstand füttern kann.

Hui, da wurde aber jemand „nanana“ murmelnd zappelig –

Sie dachte wohl wirklich, sie solle verfüttert werden? Tschuldigung, ja, ich musste schon lachen, als ich das Missverständnis kapiert hab 😉😊

Und noch was möchte ich festhalten: anders als ihre große Schwester hat Nichte 2.0 schon jetzt eine super Beziehung zu ihrem Opa. Schließlich hat er ihr eine Schaukel gebaut, also kann sie mit ihm auch ganz allein schaukeln gehen, jawoll. Und das, obwohl sie es mit Männern eigentlich gar nicht so dicke hat ❤️

Das mit der EM

Eine kleine Randnotiz an diesem spielfreien Donnerstag zum Thema EM mit Kindern: Endlich laufen die Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu einer Uhrzeit, zu der auch (meine Paten)kinder wachbleiben und schauen dürfen, ohne dass Schule bzw. Kindergarten (eigentlich ja die Laune der Mini-Fans) darunter leidet. Auch Patentanten schaffen es durch einen Termin in der Stadt ausnahmsweise und „endlich mal wieder, wir sehen dich viel zu selten!“, dabeizusein. Kurzer, aber wichtiger Exkurs: gemeinsame Fußballabende sind seit der WM2006 im eigenen Land mit Winzling Monsieur geschätzte Tradition. Insofern werde ich schon beim Eintreffen mit Spannung, Spaß und statt Schokolade Alben voll bunten Bildchen begrüßt. „Schau mal, mir fehlt nur noch der und der …“. Was für eine Freude, fast jedes Unternehmen hat irgendein Sammelheft auf den Markt gebracht, hab ich schon als Kind geliebt. Und wie wir anno dazumal kennen sowohl Mademoiselle als auch Monsieur samt den besuchenden Zwillingsfreunden jeden, also wirklich jeden Spieler. Nach einer kurzen Raubtierfütterung mit Wiener Würstl, Semmeln und gesunden Brotaufstrichen gehen alle in Position, natürlich muss noch das Outfit angepasst werden, Fahnen, Käppis, Shirts … Anpfiff. Die Zwillingsjungs machen es sich auf ihrem Papa bequem, das große Patenkind kuschelt sich an mich. Bis zum Tor gehts grade so, dann treiben ihn die vorhandenen Reste an den Tisch, immer wieder eine Semmel nach der anderen wird vertilgt. Das macht Bauchschmerzen. Egal ?!? Das Interesse für das Geschehen auf dem grünen Platz schwindet trotzdem von Minute zu Minute. Langweilig … Irgendwann bleiben die Erwachsenen zurück, die 4 eifrigsten Fans haben sich in ein Kinderzimmer zurückgezogen, spielen, tauschen noch mal Bilder aus, …

Die Papas amüsieren sich über weibliche Kommentare zum Spiel, das nach 90 Minuten dann auch vorbei ist. Die Zwillingsjungs sind müde, wollen heim. Und, wie ist es ausgegangen? „1:1“ kräht der ältere der zwei, „Nein, 1:0“ antwortet die Zwillingsmama. „Egal, hauptsache die Deutschen haben gewonnen“, urteilt fachkundig Monsieur 🙂

#Sonntagsfreude: Bis zum nächsten Mal

Was ein Sonntag nachmittag: erst spielen Nichte, Oma und Tante nach dem Mittagessen „Rehe“. Irgendwann bestimmt die Nichte, wie das abzulaufen hat, das „Reh“ frisst nichtsahnend auf der Lichtung, es wird von den „Jägern“ vom Hochstand aus „mit dem Schießgewehr angeschossen“. Blödes Spiel, findet die Mama: „Wir tun Tieren nicht weh oder erschießen sie, auch nicht im Spiel. Das ist kein Spaß.“ Oke. Dann machen Nichte und Tante einen Leiterwagenausflug, zu den Hirschen. Unterwegs beobachten wir einen Jäger auf dem Weg zu seinem Hochstand, der Nichte wird’s ganz anders: „Schießt der jetzt auf uns?“ Nach dem doofen Spiel vorher versteh ich, dass es ihr mulmig zumute ist. Und kann ihr die Ängste nehmen. Puh, zum Glück waren wenigstens die Hirsche brav da und haben auch das durch den Zaun gereichte zarte Gras mit großem Genuss verspeist. Und zum Abschluss des sehr intensiven Frühlingstages ein spitzbübisches Grinsen vom Autositz aus: „Tschüss, bis zum nächsten Mal, du kannst mir ja gleich von der Kreuzung aus noch mal winken …“ – das war die kleine Revanche dafür dass ich nachmittag meinte, sie könnte die paar (ca. 500) Meter bis zur Kreuzung wenigstens selber laufen, ehe sie den Rest der Strecke im Leiterwagerl bequem gezogen wird. Wär schließlich in weniger als einer Minute zu schaffen. Ja, doofer Spruch. Aber: das schaff ich, wenn das Beamen endlich Wirklichkeit wird 😉

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Mit dem Hausboot durch Friesland

Zurück von Tagen auf See hab ich Landratte erst mal mit Schwindel zu kämpfen. Die erste Nacht fühlt sich alles nur nach Schwanken an. In meinem Fall hindern mich auch noch ein paar andere Wehwechen am Schlafen, davon aber später.

Meine Perspektive des friesischen Hausboot-Aufenthalts: Es war soooo toll, eintauchen in eine ganz andere Welt. Kein Handyempfang, keine dringenden Mails, kein Checken, was meine Freunde und deren Bekannte grade so auf Facebook oder wo auch immer erleben. Einfach gemütlich auf dem Hausboot durch die Kanäle schippern, den Blick nach Links und rechts, Schafen, Kühen, Pferden und vor allem den unzähligen Wasservögeln zuschauen. Und mal an gar nichts denken. Wie hat mein Schwager so schön gesagt: Hausbootfahren ist eine Wanderung oder Radtour für Faule. Da ist schon was dran. Das Boot fährt sehr träge dahin, es bleibt immer genug Zeit zum Schauen. Und es gibt einfach irre viel zu sehen. Auch wenn ich Friesland jetzt rein optisch nicht zu den reizvollsten Landschaften zählen würde, die ich bislang sehen durfte. Viel flaches Land, viel Weide- und Ackerfläche. Aber hat auch was, man kann sich auf die Besonderheiten konzentrieren. Meine Hoffnung auf große farbenprächtige Tulpenfelder entlang der Kanäle hat sich leider nicht erfüllt, die haben wir auf der Heimfahrt entlang der Autobahn entdeckt – da war die Kamera nicht mehr griffbereit. Egal, hab genug andere Bilder gemacht.
Nichtenperspektive (ok, natürlich aus meinem Blickwinkel): das ist schon meine fünfte Hausbootfahrt, eigentlich schon die sechste, denn als Mama schwanger war, war ich schließlich auch schon dabei. Ich bin kein Baby mehr, sondern schon ganz groß – insofern kann ich alles allein. Was ich möchte. Mit Schwimmweste darf ich draußen rumwuseln, da immer ein Erwachsener hinter mir herläuft ist das aber nicht sehr abenteuerlich, also bin ich am liebsten unter Deck mit allen meinen Spielsachen. Mit der Tante, die will schließlich beschäftigt werden, sonst wird der mit den ganzen anderen Großen doch nur langweilig. Die Großen sind immer ganz aufgeregt, wenn sie draußen „große Brummer“ entdecken, dabei sind das doch nur Lastkähne, schaut einer aus wie der andere und alle haben hinten drauf ein Auto. Das mit den Kühen, Pferden und Schafen überall ist schon ganz nett, zum Glück gibts auch immer wieder Ponies (meine Lieblinge und Lämmchen, aber die sind immer so weit Weg, dass ich die ja doch nicht füttern kann). Der Osterhase hat uns nach etwas Suchen zum Glück auch gefunden, einmal auf dem Boot, dann am Strand und mitten in der Stadt. Wahrscheinlich wär er noch öfter gekommen, aber der muss ja auch noch die ganzen anderen Kinder besuchen. Hab schon bisserl Schokolade und tolle neue Bücher bekommen … Die holländischen Enten mögen kein deutsches Brot, die sind „gschleckig“, denen muss man beim Bäcker immer frisch Toastbrot holen. Das kann ich mit meinem Tretrad machen, am liebsten allein, aber für den Rückweg ist es ganz praktisch, wenn ein Erwachsener mitkommt. Da mag ich nämlich eigentlich immer nicht mehr – und wer schleppt sonst mein tolles Rad zurück zum Schiff?
Elternperspektive: dass der Papa direkt nach dem Start ohne Navigationshilfe auf Schlamm aufgesessen ist war Künstlerpech und überflüssig, aber wir hatten wieder das Vergnügen mit einem netten Techniker. Der dann auch das Bugstrahlruder angemacht hatte, das nach der Winterpause noch nicht wieder im Einsatz war. Und das uns beim An- und Ablegen, vor allem in engeren Kanälen, wertvolle Dienste geleistet hat. Das friesische Wetter macht, was es will, letztes Jahr zu Pfingsten Dauerregen und Nebel. Dieses Jahr zu Ostern mindestens jeden zweiten Tag strahlender Sonnenschein. Das Anlegebier abends draußen zu genießen und noch etwas in die Natur zu schauen ist entspannend. Osterspaziergang am Strand könnte Familientradition werden. Tante oder Nannie dabeizuhaben ist meistens ok, vor allem beim Beladen des Schiffes oder beim An- und Ablegen, außer wenn Mademoiselle just keine Lust auf die Tante hat. Kann auch mal vorkommen 🙂 Seeluft macht hungrig, deshalb wird die bezaubernde Nichte schneller als zu Hause übellaunig. Lässt sich meist mit einem Happen guter einheimischer Küche beheben (Anmerkung der Tante: meine Schwester und ihr Mann lieben beide Fibo, eine einheimische Fastfoodkette, also gute friesische Hausmannskost ;-))

Insgesamt waren es trotz Dauerstress mit einer 3einvierteljährigen, die partout kein Baby mehr sein möchte, alles selbermachen will, dann aber von einer Sekunde auf die andere aus nur ihr bekannten Gründen schmollt, bockt, weint, petzt, sich beschwert oder sonstwie meckert, wunderbar entspannende Tage an Bord. Oder in den Kleinen Städten, die wir unterwegs besucht haben. Ich bin im großen und ganzen wunderbar erholt, braungebrannt – und wenn sich mein Gleichgewicht wieder ans Festland gewöhnt hat rundum geerdet. Und zu den kleinen Wehwechen komm ich dann im Lauf der Tage mal 😉

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