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Erinnerung wachhalten

Heute vor 77 Jahren wurde Ausschwitz befreit – und es liegt mir am Herzen, an diesen Tag und an die Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Die konnten damals aus bekannten Gründen nicht für ihre Freiheit spazieren gehen … Nicht weit von meiner Schule lag „das Stalag“, eines der größten Kriegsgefangenenlager im 2. Weltkrieg. Nach dem Krieg diente es als Internierungslager, später wurden hier Heimatvertriebene angesiedelt. In meiner Schulzeit sind wir oft mit einem flauen Gefühl an den Baracken vorbeigelaufen, um uns im nahen Supermarkt eine Mittagspause zu besorgen. Schon makaber, wenn man die Bilder von den ausgemergelten Sträflingen im Kopf hatte … Vor allem als Jugendliche hatte ich den Eindruck, dass das alles am besten so schnell möglich verfallen sollte.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass sich das geändert hat und in der Stadt ein Projekt gestartet wurde, um ein Informations- und Dokumentationszentrum einzurichten. Es ist wichtig, Erinnerungen wachzuhalten und ehrlich aufzuzeigen, was passiert ist. Auch um Verständnis zu f, wie absurd Vergleiche zu aktuellen Ereignissen sind. Und zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt … 2022 werden in einem Ausstellungszyklus Zeichnungen und Gemälde gezeigt, die Inhaftierte während ihrer Zeit im Stalag angefertigt haben – und die ich mir unbedingt ansehen möchte …

Umstellung

Was unbedingt festgehalten werden muss: ich bin unfassbar stolz auf meinen kleinen Bruder und seine Frau, die in den letzten Wochen Tag und Nacht geschuftet haben, um die bislang konventionell betriebene Milchviehhaltung umzubauen. Jetzt geht es für die Herde in Freiland-Weidehaltung weiter. Da steckt so viel Planung, Organisation und Arbeit drin. Und die zwei haben es geschafft. Ohne viel Hilfe von außen. Das ist ein echter Meilenstein. Puh. Jetzt erst mal durchatmen und wieder zur Ruhe kommen.

Könnte von mir sein …

Manchmal lese ich etwas und fast könnte der Text von mir stammen. Bevor ich es also noch mal schreibe verweise ich auf diesen sehr treffenden Wochenrückblick von Marie von den Benken. „Fettnäpfchen-Festival 2021“ – wenns nicht so traurig wäre … Ich für meinen Teil kann aktuell sagen: ich glaube, dass mich noch kein Wahljahr so verunsichert hat, wie dieses. Ich will nicht nicht wählen, aber …

Übernehmen möchte ich unbedingt den Spendenaufruf, weil ich ja nicht weiß, ob alle bis zum Textende dabei bleiben. Deshalb: https://www.aktion-deutschland-hilft.de Da zumindest muss ich keine Sekunde nachdenken. Punkt.

Geburtstage feiern …

Wenn man so lang auf so viel verzichtet hat. Wenn man dann aber den so lang ersehnten eigenen Geburtstag in greifbarer Nähe hat. Wenn die Vorfreude von Tag zu Tag steigt. Wenn sowieso ein Besuch bei den Großeltern überfällig ist, weil Oma und Onkel ja auch Geburtstag haben … und überhaupt: wenn es einfach Zeit ist. Und dann auch noch die sinkenden Zahlen einfach stimmen. Dann kann man seinen 4. Geburtstag auch mehr als einmal feiern. Vorher. Am Geburtstag. Und danach auch noch.

Und so hat es Nichte 2.0 gehalten, sich über alles soooo sehr gefreut. Vielleicht tatsächlich noch ein ganz kleines bisschen mehr, weil, na ja, weil halt …

Leider konnte die sonst fürs Partyprogramm zuständige Tante nur bei der Familien-Vorfeier dabei sein. Das war aber auch schon ganz ok so. Wobei aktuell immer noch wichtiger ist, dass die Tante und der Onkel mit den Kuhweiden da sind, weil das sogar noch seltener und dadurch kostbarer ist… Insofern kann ich nur Beobachtungen aus 2. Hand weitergeben: 4 auch so um die 4 Jahre alte Mädels haben einen sonnigen Nachmittag im Garten verbracht. Es gab kein Gezicke, sehr viele strahlende Gesichter und ganz viel „oh, ist das schön, dass wir uns sehen!“

Und ganz viel Hoffnung ist da, auf einen gesunden Sommer, auf Kindergarten, auf Spielen mit Freunden im Garten und auf dem Spielplatz – weil es eben schon schön wär. Kann ich so was von gut verstehen …