Archiv der Kategorie: sonst vergess ichs

Gigi – glei!

Nichte 2.0 spricht übrigens fließend Befehlston. Sonst sind’s eher nur einzelne Wörter wie ja oder nein (nein häufiger und vehementer, eh klar). Aber wenn es um Aufgaben geht, die jemand jetzt sofort und auf der Stelle erledigt werden müssen, da wird sie seeeeehr deutlich. Gigi – glei! Übersetzung: meine geliebte Tante, könntest du das bitte jetzt gleich sofort ohne jegliche Verzögerung tun. Also gleich-gleich. Hoffe ich zumindest, und warte auf das abschließende Danke 😂😉

Ferienkind

Die bezaubernde Nichte ist zum ersten Mal allein in den Ferien unterwegs. Also nicht bei Großeltern, Tanten oder Onkeln, sondern mit einem riesengroßen Haufen Mädels aller Altersklassen für eine ganze Woche Reiterferien auf einem Pferdehof. Sie ist die Jüngste, deshalb hatte meine Schwester einen Notfallplan. Der hat sich aber als absolut überflüssig herausgestellt, wie es scheint.

Statt einer langen Verabschiedung war sie flugs in den Mädelshaufen eingetaucht – und weg war sie. Kommunikation klappt seitdem nur sporadisch, klar, ab morgens früh um 7 ist Programm bis in den Abend. Und da die anderen teils doch ein paar Jährchen älter sind geht das auch durchaus bis spät. Für Heimweh ist da schlicht gar keine Zeit.

Weil Nichte 2.0 schon viel Sehnsucht hatte gabs jetzt doch einen Besuch, aber selbst da wurde die geliebte kleine Schwester und die vielleicht doch vermisste Mama nur kurz mit der eigenen Anwesenheit beehrt. Weil man sich ja in den Reiterferien ja um so viel kümmern muss – auch wenn die anderen mal Pause machen und sich ausruhen. Man könnte ja was verpassen …

Ob sie in der Woche mal zum Duschen kommt ist fraglich, mehr als Katzenwäsche war bislang nicht drin. Und ich bin sehr gespannt, wer den Koffer für die Heimreise packt und was dann alles drin ist. Meine Schwester war nur kurz im Zimmer, da lag der Inhalt der Koffer von 4 Bewohnerinnen wild verstreut, saubere bunt gemischt mit bereits getragener Kleidung. Meins? Deins? Das wird noch ein vergnügliches Nachspiel haben.

Ich freu mich auf die persönliche Berichterstattung (dafür war natürlich noch keine Sekunde Zeit) und auf das Jammern, dass man nie mal richtig ausschlafen kann – ja, stimmt: nächste Woche ist die schöne Ferienzeit nämlich schon wieder rum und in der Schule beginnt der Jahresendspurt vor den großen Sommerferien 😊

Familiengeschichten: Eingesperrt

Hab ich schon ein paar mal geschrieben und immer wieder bewahrheitet es sich: lustige Geschichten passieren, wenn ich nicht zu Hause bin. Oder um es mit den Worten meines Bruders auszudrücken: „diese Woche haben sie mal wieder den Vogel abgeschossen …“ In dem Fall sollte er wohl besser von „wir“ sprechen?

Er hatte die Woche Urlaub. Zur Erholung. Weshalb er viel geschlafen hat. In seinem Schlafzimmer. Irgendwann die Woche läutet dann im elterlichen Wohnbereich das Telefon. Dran mein Bruder. „Ich bin eingeschlossen. Jemand muss kommen und mich rausholen.“

Die Eltern waren etwas unschlüssig, denn es gab keine genaueren Koordinaten. Irgendwann beschlossen sie, mit der Suche im oberen Stockwerk zu beginnen (nachdem sie in der Garage nachgeschaut hatten, ob das brüderliche Auto da sei …).

Tatsächlich war die Zimmertür zum brüderlichen Schlafgemach (alias Höhle) auch mit vereinten Kräften nicht zu öffnen, mein Vater musste mehrfach Werkzeug aus der Werkstatt holen, bis die Tür schließlich aufgebrochen wurde. Und der Bruder damit befreit.

Gut, er hätte auch durch sein Fenster aussteigen können, mit einer Leiter, wie wir das früher öfter mal zum Ausbüchsen gemacht haben. Aber so ist die Tür jetzt wenigstens ganz kaputt und nicht nur so halb.

Und ich halt meinen Mund, denn ich hab schon häufiger darauf hingewiesen, dass ich meine, mal gehört zu haben, dass es nicht umsonst Türen schließen und nicht Türen zuknallen heißt. Aber wer bitteschön will denn schon erwachsene Brüder oder gar Väter umerziehen … Und zum Glück wissen sie dann für zukünftige Fälle dann ja schon, welches Werkzeug funktioniert, statt fluchend viele Wege zurückzulegen 🙂

Wetterkapriole

Extremes Wetter führt zu extremen Reaktionen. Während gestern Abend viele von uns, die wir im Münchner Westen und Umland leben, nur ungläubig zuschauen könnten, wie Hagel und Sturm ganz schön viel kaputt gemacht haben, hat etwa 50 Kilometer weiter ein davon nicht Betroffener nix Besseres zu tun, als in den sozialen Medien einen Hate-Shitstorm gegen die in seinem Fall nicht zutreffende Unwetterwarnung loszubrechen …

Kommt egoistisch, um nicht sogar zu schreiben dumm rüber? Engstirnig und wenig weltoffen in jedem Fall.

Zum Glück haben wir hier in Deutschland bei so einem Wetter ein schützendes Dach über dem Kopf. Können uns ärgern, dass Autos vom Hagel zerbeult wurden. Aber ganz ehrlich: auch hier sind Menschen verletzt worden. Gärten und Felder zerstört. Bäume sind umgestürzt, haben Autos und Dächer kaputtgemacht. Inmitten des Wohlstands kann sich der Mensch nicht über das Wetter und seine Kraft stellen, ist ihm chancenlos ausgeliefert.

Ich für meinen Fall möchte mich noch mal bei allen Helfern bedanken, den freiwilligen Feuerwehrlern und THWlern, die bis spät in die Nacht geschuftet haben, um die schlimmsten Behinderungen zu beseitigen. Und hoffe darauf, dass so schnell nichts nachkommt. Punkt.

PS: Meine verbliebenen Balkonpflanzen haben leider alle abgeschlagene Spitzen, ich vermute, ich lasse sie noch etwas stehen, um zu sehen, was passiert?