Archiv der Kategorie: sonst vergess ichs

Wehwehchen

Wenn man etwas zu doll ins Spiel vertieft ist kann auch mal was schiefgehen? Das musste Nichte 2.0 jetzt äußerst schmerzhaft erkennen – sie ist aus der Höhe doof auf ihr rechtes Handgelenk gefallen. Aua. Das war sogar so schlimm geprellt, gestaucht oder wegen was anderem schmerzhaft, dass sie einen Tag nicht in den Kindergarten konnte. Menno!

Und den Arm in einer Schlinge haben musste. Wisst ihr eigentlich, was man da alles nicht selber kann? Nicht selber essen oder sich anziehen zum Beispiel. Und das mag eine, die so gerne schnabuliert, sich noch hier und da ein Stückchen abschneidet, um zu kosten, so richtig gar nicht gerne erdulden. Auch das mit dem selbst mal eben das Outfit oder die Frisur wechseln …. menno!

Haben wir ganz schön oft gehört. Zum Glück war’s nach ein paar Tagen eine coole elastische Bandage im zu den meisten Klamotten passenden „blau“ – und seit heute geht’s wieder ohne stützenden Verband. Puh!

… lass mich!

Noch öfter als das langgezogene „naaaaaa gut“ bekommt ihre Umwelt von Nichte 3.0 wie aus der Pistole geschossen „lass!!!“ „mich!!!!“ zu hören. Gleichermaßen in passenden wie unpassenden Situationen.

So kann es dummerweise passieren, dass die Tante sie dann lassen soll, wenn wir gerade miteinander auf der Toilette sind. Und ich sie eben nicht loslassen kann, weil sie sonst in die Schüssel plumpst … Vielleicht geht sie deshalb mittlerweile wieder lieber aufs Töpfchen? Das kann sie nämlich ganz allein, da hat sie ihre Ruhe und keiner stört.

„Lass mich!“ bekommt man aber auch dann mal auf die Ohren, wenn eine Sekunde zuvor die Welt noch in Ordnung war. Wir miteinander gelacht oder irgendeinen Unsinn gemacht haben.

Deshalb hab ich noch nicht ganz begriffen, wann die Gefahr von akutem Bockigsein und Alleingelassen werdens droht. Weshalb ich recht oft in dieses Fettnäpfchen trete.

Und mittlerweile manchmal – also am ehesten, wenn sich keine der großen Schwestern einmischt – auch ganz gut in die wieder Normalität überleiten kann. Da wär ich aber gerne noch etwas erfolgreicher 😉

Na gut

Ich habe bestimmt schon mal irgendwo erwähnt, dass Nichte 3.0 mich sehr stark an ein Buch meiner Jugend namens „Trotzkopf“ erinnert? Also so in einer Mischung mit dem „Nesthäkchen“? Beides kennen wahrscheinlich nur die Mitleser, die schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel haben, entweder aus den Büchern der Schriftstellerinnen Emmy von Rhoden und Else Ury, oder aus den Verfilmungen, die liefen beispielsweise als ZDF-Weihnachtsserie im Jahr 1983 😉

Warum ich so oft an die beiden Begriffe denken muss, wenn ich mit ihr zusammen bin? Liegt vielleicht an ganz schön vielen Parallelen im Verhalten … so flucht die junge Dame oft ganz schön eloquent für ihre nicht mal 3 Jahre. Ihr Verhalten ist so oft so gar nicht damenhaft, die rausgestreckte Zunge kommt sehr häufig zum Vorschein. Und sie setzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihren Kopf durch. Ganz schön schwer für anwesende Erwachsende, denn auch die beiden großen Schwestern sind in solchen Momenten keine wirkliche Hilfe …

Der kleine Trotzkopf sitzt dann bockig, zum Beispiel auf einer Treppenstufe, während alle anderen fertig angezogen sind und raus wollen. Alles positiv Motivieren, alles Betteln, alles Schimpfen – verhallt wie ungehört. Schafft man es dann doch irgendwann nach langem Zureden, sie zum Mitmachen zu animieren, hört man ein äußerst gnädiges, gaaaaanz langgezogenes „Naaaaa guuuut“ – und muss sich das erleichterte Auflachen verkneifen, denn sonst kann die Stimmung auch direkt mit einem missbilligenden Blick und erneutem Bocken enden. Puh, manchmal gar nicht so einfach, wenn die trotzköpfige Persönlichkeit unseres sonst oft so zuckersüßen Nesthäkchens rausblitzt? … 😉

Schnitzel-Date

Anscheinend stehen 12jährige auf Food, denn auch mit Mademoiselle habe ich zum Geburtstag ein Essens-Date vereinbart. Richtig, der war schon im Hochsommer, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Also nicht falsch verstehen, nicht ich bin die vielbeschäftigte Erwachsene. Sondern: erst waren ja Sommerferien – keine Zeit. Dann war wieder Schule – keine Zeit. Dann waren wieder Ferien und Schule und so weiter … Anfang Januar hats dann aber endlich ein Match in den Kalendern gegeben und wir beide waren in einem richtig netten Wirtshaus auf ein Schnitzel.

Gut, man sollte vielleicht noch mal erwähnen, dass schon allein die Auswahl nicht leicht war. Schließlich standen da mindestens 5 verschiedene Variationen und ganz unterschiedliche Größenangaben, von mega über XXL … Hui. Was dann serviert wurde war dann aber doch eine Spur zu gigantisch? Vor allem, weil Mademoiselle in der Zwischenzeit eines der Desserts, ein köstliches Schokodingensküchlein, erspäht hatte und spätestens vor dem 2. Riesenschnitzel klar war: entweder oder. Beziehungsweise hat dann einfach die Patentante entschieden, das 2. Schnitzel wurde uns in einer kreativen Alu-Trage-Bag mit nach Háuse gegeben. Und der Nachtisch ging im Ganzen rein in den Teenager – der danach schoko-schnitzel-selig war 😉

Sehr witzig, wie sie darauf reagiert hat, dass der Kellner mit mir geflirtet hat – da kamen viele Fragen und Weisheiten, sehr süß!

Und auch festgehalten werden muss noch als Nachtrag, dass uns der Patenonkel in der Vorweihnachtszeit in die Oper ausgeführt hat. Er hat sich mit Mademoiselle am Nachmittag durch die Münchner Christkindlmärkte gefuttert und ihr ein bisschen Stadt gezeigt – ich war die Überraschung, die zum Kulturteil dazukam. Und wir haben es alle 3 sowas von genossen! Uuuund zufällig war das der Geburtstagsabend des schon beinahe erwachsenen Monsieurs, den ich als pragmatischer Heimfahrservice für Mademoiselle auch noch drücken konnte – perfect match 😉