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Erinnerungen festhalten

Diese Zeit bringt auch ein kleines bisschen mit sich, dass gemeinsame Erlebnisse innerhalb gefühlt ganz ganz ganz kurzer Zeit angesammelt werden müssen? So war zumindest mein Eindruck am Tanten-Nichten-Wochenende. Ganz viel Zeit im Freien – was sich bei dem schönen Wetter aber auch so was von angeboten hat.

Die Kids-Wunschliste war nach den vielen Wochen des Nicht-Sehens ellenlang: Demnach mussten Kürbisse und Kastanien für die herbstliche Deko vorbereitet, alle Tiere auf dem und um den Bauernhof herum besucht, die kleine Kapelle mit der Quelle aufgesucht, mit dem Leiterwagerl gefahren, Blumen für die Oma gepflückt, alle Lieblingsgerichte verzehrt, mit dem Opa Stroh für die Hasen verpackt, der Katze Unmengen an Leckerli und Futter gegeben, Chips beim Mädelsabend mit DVD verspeist und ausgiebigst gefrühstückt werden. Und und und …

Nicht geschafft haben wir tatsächlich den Besuch auf dem Heu- bzw. Strohboden. Aber das war auch gar nicht schlimm. Viel besser war, dass Nichte 2.0 als Premiere mit der Taaaante und ihrer großen Schwester eingeschlafen ist. Hurra. War zwar noch nicht die ganze Nacht ohne die Mama, aber immerhin knappe 3 Stunden. Hurra. Dank Zeitumstellung war das Endlich-Wiedersehen eh schon sehr sehr sehr früh 😉

Die bezaubernde Nichte? Fand die Zeit ganz ok. Nichte 3.0? Ist eh tiefenentspannt und gechillt. Außer wenn eine ihrer Schwestern schrille Töne von sich gibt. Wobei: manchmal erst recht dann, wenn das vertraute Geschrei der beiden Großen ertönt …

Spruch zum Wochenende: Besitz des Herzens

„Dinge, die man als Kind geliebt hat, bleiben im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter. Das schönste im Leben ist, dass unsere Seelen nicht aufhören an jenen Orten zu verweilen, wo wir einmal glücklich waren.“ (Khalil Gibran)

In München stehen statt dem großen Oktoberfest gerade über die ganze Stadt verteilt Fahrgeschäfte – Sommer in der Stadt. Und auch wenn ich ansonsten am liebsten allen Menschenansammlungen aus dem Weg gehe: mein Herz zieht es in Richtung Riesenrad. Welches? Grad ziemlich egal … mal sehen: mit etwas weniger Temperatur könnte das kommende Woche durchaus eine schöne abendliche Abwechslung sein? Passt gut auf euch auf, es soll heiß werden – ich wünsch uns allen ein cooles Hochsommerwochenende

Schreibprojekt #Kindheitserinnerungen04

Ausgangsbeschränkung, keiner hat das schon mal erlebt. Nicht in unserer Lebenszeit, nicht in unserer freien Gesellschaft. Weltweit, niemand ist von den nicht Auswirkungen betroffen. Was uns Erwachsene dabei beschäftigt ist vielfältig. War anfangs die Risikogruppe der Senioren am meisten und direkt eingeschränkt kristallisiert sich in den letzten Wochen immer mehr heraus, dass der Stillstand für Kinder egal welchen Alters immer anstrengender wird. Die meisten Familien meistern das gut und kommen klar. Nicht überall klappt alles gut und man merkt, wie ungeduldig bereits gefühlt jeder die Normalität herbeisehnt. Mich beschäftigt die Frage: wie werden sich die Kids später an diese Zeit ihrer Kindheit erinnern …? Schwierig, das zu konkretisieren:

Die ersten Monate des Jahres 2020 fallen im Erinnerungsregal auf: Während die Jahre vorher ordentlich in Reih und Glied da stehen nach dem immer gleichen Muster ist da plötzlich ein großes Durcheinander. Was davor „normal“ war – Kita, Kindergarten, Schule, danach Spielplatz und Toben mit Freunden, Hausaufgaben, Sport … ging plötzlich nicht mehr. Stattdessen sind alle zu Hause geblieben, auch die Eltern waren immer da. Anstatt, dass alle dieses intensive Zusammensein hätten genießen können war da ganz viel zu viel. Vor allem viel Sehnen nach dem anderen Alltag, nach dem, was vorher gewohnt war. Viel Vermissen. Viel gefühlte Entfernung.

Kontakt mit Familie und Freunden über Telefon und Nachrichten schreiben ist nicht das gleiche. Video-Konferenzen sind ein paar Mal toll, aber normalerweise spiel ich mit Oma Mensch ärgere dich nicht, löse Kreuzworträtsel mit Opa, spiele mit einem Kumpel Fußball und bekomme Besuch von Freunden … es ist anders, morgens mit Pausenbrot in die Schule zu gehen, wo Lehrer aus Fleisch und Blut Aufgaben erklären oder im Kindergarten nach dem Frühstück mit allen was zu basteln. Ja, man kann zu Hause alles mögliche und ganz viel davon machen, sich nach dem Sehnen, was man vorher mit vielen gemeinsam gemacht hat, muss aber auch drin sein. Und immer nur die Geschwister, immer nur die Eltern. Nicht mal schnell zu den Nachbarn darf man, nicht mehr mit Mama in den Supermarkt, kein Spielplatz mehr, kein Musikunterricht oder Sport.

Auch mit mega-coolem Mundschutz ist alles einfach oft komisch. Und wie weit ist jetzt genau ein Abstand von eineinhalb Metern? Was davon in Erinnerung bleiben wird. Und wie das alles so weitergeht … es bleibt spannend.

Wer mag und wem etwas dazu einfällt, schreibt gerne, entweder in den Kommentaren oder mit einem eigenen Blogpost – und freu mich sehr auf viele unterschiedlichen Blickwinkel auf diese doch sehr besonderen Kindheitserinnerungen. Gerne aus dem Blickwinkel von uns Erwachsenen, denn die Erinnerungsregale befallen die Kids bekanntermaßen selbst am allerbesten.