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Sonntagsfreude: Messezeit

Diese Woche ist mir aufgefallen: meine Messezeit hat sich verändert. War klar, aber das, was sich ändert, ist nicht einfach nur der Zeitraum. Es ist auch der zeitliche Aufwand, den ich investieren muss. In meinem früheren beruflichen Leben war Weihnachten, und dann war bis März Messezeit. Für die eine, alles umfassende Messe im Jahr. In meinem neuen beruflichen Leben beginnt die Messezeit im November und endet im Mai – ja, die letzte Woche war vorbereitungsintensiv, denn ich werde die kommenden Tage auf der Messe sein. Aber das war jetzt gerade mal eine Woche, trotzdem bin ich abends – zwar etwas später – nach Hause gekommen. Und es waren für den Umfang „normale“ Arbeitszeiten. Und „normaler“ Aufwand. Manchmal bin ich eben noch dankbarer für meine – für mich immer noch neue – Umwelt.

Die Nichten haben trotzdem Zeitlang und quengeln, schließlich haben sie mich schon ewig nicht mehr gesehen. Also planen „wir“ jetzt schon mal das nächste Mädelswochenende. Mein Argument, dass man mir evtl. ein paar freie Tage zur Erholung nach dem Messewahnsinn gönnen möge? Wurde zwar zähneknirschend gehört, ob akzeptiert? Mal sehen. Bis dahin trainieren die beiden. Schließlich läuft im TV Skispringen. Da sind sie wie der Rest meiner Familie große Fans. Und wie einst meine Geschwister – iiiich war natürlich viiiiel zu erwachsen für so was – haben sie sich im Wohnzimmer eine weitläufige Skisprungschanze gebaut und springen fleißig miiiiiiit 😉

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben: Sonntagsfahrer (20)

Gibt so Zusammenspiele, die sich definitiv nicht befruchten. Wenn Sonntags zusätzlich zur nur zu besonderen Anlässen unterwegs Seienden Autofahrertruppe noch Fußballfans mit wehenden Fahnen auf der eigentlich dreispurigen Autobahn unterwegs sind, dann wird’s für den Rest anstrengend. Gut, einfach wäre, auf der ohnehin kilometerweit freien rechten Spur zu fahren, das ist jetzt aber dummerweise nicht gestattet. Dazu ist der sonntägliche Mittelspurfahrer ja unberechenbar schreckhaft.

Obs nun an den noch das Unentschieden gegen die Bayern feiernden, heimreisenden Düsseldorfern lag, die nach einer bestimmt ausgelassnen Partynacht gestern wie Irrlichter mit Scheuklappen unterwegs waren? Ich kann es nicht sagen. Habe nur im wahrsten Sinn des Wortes ein Stoßgebet zum Himmel gesandt, als ich gestern heil und unfallfrei bei den Nichten angekommen bin – allerdings haben mich mehrere Bremsmanöver und der 360-Grad-Blick echt Nerven gekostet …

Sonntagsfreude: Neuer Fan

Meine Begeisterung für die Landshuter Hochzeit ist also wirklich ansteckend. Nach dem ersten Besuch vor zwei Wochen konnte es die bezaubernde Nichte gestern kaum erwarten – ab dem Vormittag bekam ich Anrufe, ob wir auch etwas früher loskönnten. Weil sie habe schon alles erledigt und wisse gar nicht mehr was sie tun soll … Kamera sei längst aufgeladen, „geht’s bald los?“

Und auch das war für mich neu: sie hat mir gestern so besondere Augenblicke ermöglicht. Für ein Kind machen die Hochzeiter immer noch mehr Ausnahmen. Sie durfte das Pferd der Komödianten streicheln. Und es ergeben sich wundervolle Gespräche. Immer wider durfte sie nach vorne durchschlüpfen und hatte den besten Blick. Und wir hatten ein unsichtbares Band, immer wieder der freudestrahlende Blick zu mir, „schau nur Coco, wie schön“. Die Fahnenwerfer, die Komödianten, die Reisigen (mit einer Breze am „Zahnstocher“), die Trumeter über dem großen Hauptportal der Martinskirche – wir waren mittendrin, statt nur dabei. Unvergesslich und auch für mich so viele erste Male …

Der krönende Abschluss war die erste Reihe beim Einzug der Fürsten zum Abendmahl vor den nächtlichen Spielen … puh, fast schon zu viel für eine Premiere? Aber sie hat gestrahlt, sich wunderbar unterhalten mit so netten Gästen. Und ihr Kranzerl mit so viel Stolz getragen – für die beste Freundin haben wir ein kleines am Lederband als Mitbringsel besorgt. Auch das hat super geklappt.

Danach haben wir Bilder geschaut und ich bin sehr glücklich und dankbar, die geschenkte Kamera macht ihr so viel Freude. Klar, das Tantenherz ist auch ganz schön stolz auf die wirklich gelungenen Fotos der kleinen Künstlerin.

Heute darf ich einen zweiten Fan begleiten, die liebe M. ist bereits in Landshut unterwegs, während ich mit meinem Papa Geburtstag feiere. Ich stoße zum Zug zu ihr und wir beide werden den 4. Umzug und den letzten Tag der LaHo mit allen kleinen Besonderheiten des Ausklangs genießen. Ich freu mich drauf, hach.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Umzugsstimmung: Jeder Zuschauer ein Ehrengast

Jede LaHo ist einmalig, wegen der Mitwirkenden, aber auch wegen der Zuschauer und der Stimmung. 2017 erleben Gäste und Besucher ein – zumindest für mich so noch nicht erlebtes – Fan-Phänomen: das Hallooo ertönt „organisiert“ aus Fanblocks.

Gibt es wohl bereits seit 20 Jahren, 2017 habe ich es aber sehr präsent, da ich der „Südkurve – Hallooo“ auf Facebook folge: eine Gruppe von Fans hat sich den Stammplatz am Treppenaufgang am alten Postplatz gesichert. Und die sitzen hier seit dem sehr frühen Morgen – obwohl alle sehr müde waren gab es ein lautes und sehr fröhliches „Hallooo“ für Passanten. Sobald der Umzug vorbeikommt gibt es für jede Gruppe Applaus und Anfeuerung. Toll!

Auch in der Altstadt, genau vor dem heutigen Sparkassengebäude, hat sich eine Gruppe von Fans niedergelassen. Ausgerüstet mit zwei Bierfässern und guter Laune bringen ein paar aus der Gruppe in der halben Stunde vor Umzugsbeginn die Gäste auf den Tribünen in Stimmung. Während des Zugs haben sie spezielle Rufe für die Mitwirkenden parat, so werden die Fahnen- und manchmal leicht überforderte Standartenträger zum „Igel“ aufgfordert, die Fahnenwerfer sollen mit „Drüber“ ihre Fahnen über die Wimpelketten werfen – was mit donnerndem Applaus belohnt wird. Kein Wunder, dass jede Gruppe hier gerne Station macht und dafür auch mit einem Nachfüllen der Becher belohnt wird …

Der besondere Platz ist übrigens auch in der Historie mit guter Aussicht belegt: 1475 bot das Oberndorfer Haus als Herberge der Braut, die mit ihren Damen hier nächtigte, von den Fenstern aus den besten Blick auf die Ritterspiele, die damals in der Altstadt stattfanden. Sicherlich ähnlich stimmungsvoll.

Nicht zu vergessen: Schon vor dem Dreifaltigkeitsplatz sitzen Anhänger an der Inneren Münchner Straße stundenlang am Hang, um den Mitwirkenden bereits vor dem Einzug in die Altstadt um Punkt 14 Uhr (Glockenschlag von der Martinskirche) zuzujubeln.

Der 3. Sonntagsumzug war so herrlich fröhlich – es hat großen Spaß gemacht und ich freue mich sehr auf den Ausklang am Wochenende. Ich werde noch einmal mit Muse und der Kamera herumziehen, mich vor allem treiben lassen. Und die kleinen Momente einfangen, wie hier die mit Blumen geschmückten Speere der Stadtknechte – die sich gerade am Ländtor beim Mittagsmahl für den Umzug stärken.