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Oma, Opa und der Wintersport

Ich kann mich durchaus erinnern, dass in meiner Familie schon immer Wintersport im Fernsehen „beobachtet“ wurde. Lag aber wohl eher an der Begeisterung meiner Geschwister. Für „so was“ hatten meine Eltern keine Zeit.

Diesen Winter allerdings sind die beiden zu echten Fans mutiert. Sitzen in trauter Zweisamkeit pünktlich zu den Startzeiten im Wohnzimmer, kommentieren, kommunizieren. Man könnte sogar sagen, dass mein Vater seinen Tagesablauf an Biathlon, Skispringen – und neuerdings Olympia ausrichtet. Auf meine amüsierte Frage hin, woher das plötzliche Interesse und vor allem die Zeit dafür kommt, meinte er achselzuckend: „Schließlich hab ich als Rentner sonst nix zu tun. Und sie (Fingerzeig auf meine Mutter) schaut doch sowieso. Dann setz ich mich halt dazu.“

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Das erste Konzert

Für eine Patentante ist es nicht selbstverständlich, bei den markanten ersten Malen dabeizusein. Umso wertvoller wenn es zeitlich klappt. So bin ich gestern rechtzeitig zum Hausaufgaben machen bei den Münchner Patenkindern eingetroffen, habe erlebt, wie schwer Konzentration fällt, dass der Kopf mit harschen Worten zum Denken motiviert werden muss. Um dann mit dem Bus loszusausen und Mademoiselle rechtzeitig zur Generalprobe für ihr erstes Konzert zu bringen.

Die Wartezeit haben Monsieur, seine Mama und ich genutzt, um durch einen uns unbekannten Straßenzug zwischen Königsplatz und Stachus zu „stromern“. Um festzustellen, dass er gar nicht so fremd ist. Neu entdeckt haben wir das Innere von Sankt Bonifaz – und waren schwer beeindruckt von der Pforte: außen erklärende Worte zu Leben und Wirken des so viele Bistümer gründenden Märtyrers, innen ein geschnitztes Bild, Menschen, die sich verbinden, zusammen halten. Sehr beeindruckend. Danach waren wir auf einen wärmenden Stop im Parkcafe, mit Blick auf die Eisstockbahn im Biergarten, ja, das wäre auch nett gewesen, aber wir hatten ja was anderes vor …

Nämlich mit knapp 250 anderen den Werken der Neulinge bei den Jungen Chöre Münchens zu lauschen. Dass das Erlebnis an und für sich eine Studie wert wäre, muss ich nicht betonen. Manche Eltern so stolz, andere so ehrgeizig, jeder möchte seinen Nachwuchs fotografieren, filmen, die einen stehen dazu auf, die anderen sind davon genervt …. dazwischen die Lehrer, die so etwas so oft machen, trotzdem läuft es chaotisch, eine echte Konzertstimmung mit aufgeregten, müden, wuseligen, mehr oder minder konzentrierten Kindern eben.

Ich hatte, obwohl ganz hinten, Mademoiselle genau im Blick. Sie singt nach der dritten Probe konzentriert, achtet auf die Dirigentin, hat gute Einsätze und sehr viel Freude. Und kommt nach dem Konzert tief beseelt, ja, es macht ihr Spaß. Jetzt müssen alle gemeinsam entscheiden, ob sie weitermachen wird, denn das ist mit viel zeitlichem Aufwand und auch Kosten für die ganze Familie verbunden.

Nicht zu vergessen: Am meisten ist mir gestern ein kleiner Bruder aufgefallen, der mitgekommen war, um im Publikum einem größeren Geschwisterkind zuzuschauen. Na ja, nicht wirklich. Er hat von der ersten bis zur letzten Sekunde musikalisch mitgewirkt, auf seinem Platz dirigiert – und gar nicht mal schlecht. Im Gegenteil. Ja, da sind sie, mittendrin, viele kleine Talente. Und mal Eltern mit all ihren ehrgeizigen Plänen zur Förderung des eigenen Nachwuchs hin oder her: ein Kind, das mit Spaß Musik machen möchte, ist hier richtig.