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Sonntagsfreude: Zufriedenheit

Gestern hab ich einen Bekannten getroffen, der zeitgleich mit uns sein Haus renoviert hat. Er würde aus heutigem Blickwinkel vieles anders machen. Seine Frage, ob das nicht bei jedem Bauherren, also auch bei uns, so sei, habe ich rhetorisch offen stehen lassen. Denn: ich kann nur für mich sprechen. Und ich würde alles wieder genau so machen.

Witzig, denn genau das denke ich mir so oft: beim von außen aufs Haus schauen, beim drinnen durch die Räume gehen. Ich bin so zufrieden, wie wir es geschafft haben, aus alt neu, aber eben nicht ganz anders zu machen … Und das nicht nur wegen unserem hoffentlich lebenslang unverbautem Ausblick. Punkt.

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Geburtstagsplanung

Wie jedes Jahr studiert meine Mutter dieser Tage ihre Kochbücher, denn zum Geburtstag lädt sie eine Runde Freundinnen ein. Reihum treffen sie sich anlässlich ihrer Jubeltage. Jede sagt jedes Mal, dass sie jetzt langsam mal weniger vorbereiten sollen, jede fährt dann zum Anlass so viel auf, dass sich die Tischbeine biegen … aber jede macht so weiter, wie bisher, weil: die anderen machen das ja auch so. Logisch, diese Logik.

Mein Vater hatte die letzten Monate auf die Frage, wie er denn seinen halbrunden Geburtstag feiern wolle, immer mir „Gar nicht!“ geantwortet. Gestern gabs die Planänderung. Er will auch nicht, wie meine Mutter das gerne hätte, in einem Restaurant feiern – sondern Zuhause. Gut. Dann gibt’s Ende Juli mal wieder ein Familienfest. Und wenn – wie vom Geburtstagskind gewünscht – alle mit anpacken, dann hält sich der Einsatz für den Einzelnen ja in überschaubarem Ausmaß.

Mal sehen, wie das jüngste Familienmitglied Nichte 2.0 ins Geschehen eingreifen wird. Beim 70. hat ihre große Schwester schon tatkräftigst angepackt 😊

Langsam …

Langsam und noch eher selten denke ich: das wär jetzt eigentlich was zum Aufschreiben.

Zum Beispiel, wenn Nichte 2.0 zeitgleich mit der Tante mit Grippe kränkelt, mich aber am liebsten schon beim Aufwachen frühmorgens anrufen wollen würde. Übrigens nicht, um mit mir zu quatschen. Trotzdem verlangt sie höchst energisch das Telefon, mit dem sie dann – wie sie es den Großen abschaut – geschäftig auf und ab läuft. Oder es zum Spielen beiseite legt …

Nachdem alle die Grippewelle hinter sich haben, hat’s jetzt meine Schwester, die ja „nie krank“ ist, und meinen Bruder, der ja Fasching hat und nicht ausfallen „kann“, erwischt. Und das sind genau die beiden, die immer über alle anderen sagen, sie sollen sich mit dem bisschen Erkältung nicht so anstellen ….

Auch der philosophische Ansatz der bezaubernden Nichte ist es wert, für später aufgeschrieben zu werden. Dass mich ihre kleine Schwester Gigi statt Coco nennt kommentierte sie mit: „Sollten wir noch ein Geschwister bekommen, nennt dich das bestimmt Kaka …“ Tja.

Das mit dem Schnee fanden übereinstimmend alle toll, die ersten Schneeglöckchen wurden aber ebenfalls begeistert begrüßt. Für die Nichten ist es der erste Frühling im eigenen Garten, der tatsächlich ein Frühlingsblüher-Meer zu werden verspricht, hach. Und der Opa baut ihnen eine tolle Schaukel.

Mit den Zeugnissen der beiden Drittklässler-Patenmädels sind alle Anteilnehmenden und Beteiligten seeeehr zufrieden, am schönsten finden beide, dass ihre Lehrerin sie in einigen Fällen besser einschätzt, als sie sich selbst.

Monsieur hat erstmalig auch 3en im Zeugnis, das ist neu, er nimmt es aber sehr gelassen. Ich finds gut.

Meine Mutter kommt mit der neuen Hüfte super klar, natürlich hat sie bereits Fenster geputzt, „war aber nicht so, wie sonst …“. Die Krücken hat sie schon auf Kur häufig weggelassen, für „weitere“ Strecken setzt sie aber doch die geschenkten Walkingstöcke ein. Insgesamt alles viiiieeeel besser, als die letzten Monate vor der OP. Ach ja, auch Autofahren mit Kupplung hat sie im Hof schon geübt, lässt sich aber sicherheitshalber doch noch chauffieren.

Dummerweise hat mein Papa tatsächlich nicht nur das ein oder andere Zipperlein, sondern ein paar echte Baustellen. Bandscheibe, ein Nerv in der Hand und auffällige Zuckerwerte. Und er hat sich jetzt doch endlich durchgerungen, sich ein Hörgerät zu holen, denn mittlerweile vermiest ihm das schlechte Gehör oft genug die Laune … die restlichen Beschwerden? Wir werden sehen, die letzten Tage war ja Frühling und er konnte raus, zum Arbeiten. Da tat überhaupt nix mehr weh. …

Familiengeschichten: Die Versorgungsfrage

Kürzlich meinte mein Vater beim Frühstück zu seiner Frau, dass es ihm schon recht wäre, wenn seine Ehefrau ihn überlebt. Nicht, dass jetzt jemand falsche Schlüsse zieht. Er macht sich einfach Gedanken, wie er die kommenden Jahre ernährungstechnisch versorgt werden möchte – und da ist ihm die Kochkunst meiner Mutter (die sich bedingungslos seinen Vorlieben anpasst) schlicht lieber als die meine, die sich doch mehr an den Aspekten einer gesunden Ausgewogenheit orientieren möchte …