Archiv der Kategorie: episoden eines autofahrerlebens

Zwischenepisode Feierabendverkehr

… eigentlich hab ich ja längst genug Stoff für den Start meiner Episoden aus dem öffentlichen Nahverkehr gesammelt. Aktuell bin ich aber aus Gründen aufs Auto umgestiegen. Nur soviel: ich hab da was. Schon eine geraume Zeit. Einen undefinierbaren Schmerz im Schienbeinbereich. Es gibt keinen ärztlichen Befund, aber die Empfehlung, mich und das Bein gründlich zu schonen. Mach ich. Und gondle seit einer Woche mit dem Auto durch München. Meistens ganz ok. Aber gestern, am Tag des Glücks, da standen wir Autofahrer ganz schön dumm rum.

Der Feierabendverkehr war gefühlt einmal rund um München komplett ausgebremst. Und hat ja auch was von Glücksgefühl, wenn man endlich endlich endlich aus dem Tunnel raus ist und dem Sonnenuntergang mit Blick aufs Olympiastadion entgegensteht … ich hab übrigens statt theoretisch 30 Minuten ganze 2 Stunden nach Hause gebraucht.

Vermutlich genauso lang, wie der italienische Flitzer, gefahren von einer jungen Dame. Zum ersten Mal fiel sie mir auf, weil sie im Tunnel eine dritte Spur aufgemacht hat – und dabei beinah einen Motorradfahrer umgeleitet hätte. Später fuhr sie einige Mal recht zackig auf der Abbiegespur am Stau vorbei – um sich kurz vor knapp wieder blinkend einzuordnen. Schließlich hat sie noch zwei Mal die rote Ampel genommen – und jedes Mal hab ich sie kurz später wieder überholt. Ganz ohne Eile 😊

Umso mehr genieße ich heute: fließend heim, Abendessen verspeist, Mittagessen für morgen fertig im Kühlschrank, den Aua-Fuß hochgelagert, … Glückskind-Ich!

Sonntagsgedanken: Das mit dem ich-bezogenen Autofahren

Heute möchte ich ein paar Gedanken zusammenfassen und als Appell hier lassen, als Denkanstoß. Nicht nur für meine Patenkinder, die irgendwann Fahranfänger sein werden und Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln, sondern für jeden ungeduldigen Autofahrer. Beobachtungen und Erfahrungen, die mir aus aktuellem Anlass angemessen erscheinen:

Ja, kann sein, dass das eigene Auto mehr PS hat, schneller beschleunigt. Ja, kann sein, dass man das alles normalerweise gut im Griff hat. Ja, die Landstraße ist einspurig in jede Richtung. Ja, kann sein, dass man es eiliger hat, als alle anderen. Ja, kann sein, dass sich tatsächlich einer an die Straßenverkehrsordnung hält und in der Ortschaft 50 und außerhalb was erlaubt ist fährt. Sind übrigens 100 …

Aber NEIN, das berechtigt nicht, sich selbst und damit andere zu gefährden. Nie, weder bei klarer Sicht und guten Sichtverhältnissen, erst recht nicht, wenn das nicht gegeben ist. Vor zwei Wochen gab es im Landkreis einen Unfall mit tödlichem Ausgang – die Unfallverursacherin ist Vielfahrern auf der Strecke schon zuvor durch gehäufte riskante Überholmanöver aufgefallen … Muss es wirklich ein Menschenleben sein, das ein ich-bezogenes Fahrverhalten ausbremst?

Die letzten Tage war mein Autofahrerleben mehrfach gefährdet, einmal habe ich eine Audifahrerin auf der Landstraße durch meine Anwesenheit schlicht gestört, von Dorf zu Dorf fuhr sie mir knapp hinter meinem Kofferraum auf, ich hab den bösen Blick im Rückspiegel gesehen … Auf dem mittleren Ring war ich einem eiligen SUV-Fahrer im Stop and Go Verkehr im Weg, er hat mich tatsächlich angehupt und sogar den Mittelfinger gezeigt, einfach nur, weil ich – wie die anderen vor und hinter uns – im Weg war? … Und schließlich ein offensichtlich ortsunkundiger Mietwagenfahrer, der mich an der Autobahn-Abfahrt zum Flughafen bei 120 mal kurz ausbremsen musste, zuvor aber unbedingt überholen??? …

Ich hoffe, dass meine Aufmerksamkeit im Straßenverkehr, mein gefühlter 360-Grad-Blick, mich weiterhin beschützt, rechtzeitig bremsen lässt, achtsam auf alle um mich herum bleibt, mich rechtzeitig auf andere reagieren lässt. Aber es sollte jedem immer bewusst bleiben, dass keiner allein unterwegs ist. Und im oben beschriebenen Fall ist ein Menschenleben ausgelöscht worden, das zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort war …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben: Sonntagsfahrer (20)

Gibt so Zusammenspiele, die sich definitiv nicht befruchten. Wenn Sonntags zusätzlich zur nur zu besonderen Anlässen unterwegs Seienden Autofahrertruppe noch Fußballfans mit wehenden Fahnen auf der eigentlich dreispurigen Autobahn unterwegs sind, dann wird’s für den Rest anstrengend. Gut, einfach wäre, auf der ohnehin kilometerweit freien rechten Spur zu fahren, das ist jetzt aber dummerweise nicht gestattet. Dazu ist der sonntägliche Mittelspurfahrer ja unberechenbar schreckhaft.

Obs nun an den noch das Unentschieden gegen die Bayern feiernden, heimreisenden Düsseldorfern lag, die nach einer bestimmt ausgelassnen Partynacht gestern wie Irrlichter mit Scheuklappen unterwegs waren? Ich kann es nicht sagen. Habe nur im wahrsten Sinn des Wortes ein Stoßgebet zum Himmel gesandt, als ich gestern heil und unfallfrei bei den Nichten angekommen bin – allerdings haben mich mehrere Bremsmanöver und der 360-Grad-Blick echt Nerven gekostet …

Episoden aus (m)einem (Autofahrer)leben (19): Schönwetterfahrer

Eigentlich wollte ich gern was ganz anderes schreiben, aber heute Abend muss ich Dampf ablassen: das sonnige Frühlingswetter scheint bei so manchem Verkehrsteilnehmer für ein komplettes Versagen der Verkehrs-Benimm-Regeln zu sorgen? In den vergangenen Tagen habe ich „mit Müh und Not überlebt“, obwohl:

  • mich ein Fahrradfahrer bei für mich grüner Fußgängerampel einfach mal gepflegt umfahren wollte
  • ein Busfahrer mich übersehen hat, der beim Abbiegen nach hinten statt nach vorne geschaut hat
  • mir ein Rennradfahrer lieber reinfahren wollte, statt an seiner Linksabbiegerampel abzuwarten
  • und zuletzt hat mir ein Autofahrer bei einer für mich grünen Ampel die Vorfahrt genommen, eine Fußgängerzeugin hat mir bestätigt, dass er über die rote Ampel gefahren ist ?!?

Das schöne Wetter tut nicht jedem gut? Schade eigentlich.