Archiv der Kategorie: episoden eines autofahrerlebens

Spruch zum Wochenende: Rote Ampel

Liebe Münchner Autofahrer, eine rote Ampel ist eine rote Ampel – bleibt eine rote Ampel, solange sie nicht grün wird. Eine rote Ampel bedeutet: Stop. Das hebt eine auf grün wechselnde Fußgängerampel nicht auf. Auch nicht, dass die Ampel des Gegenverkehrs grün wird, die gilt nämlich für die dort unterwegs seienden Verkehrsteilnehmer … eine rote Ampel bedeutet: Stop. Für alle Verkehrsteilnehmer: stehenbleiben. solange, bis ich grün zeige. Bringen wir den kleinen Kindern bei.

Entschuldigung, dass ich mich wiederhole. Aber das ist seit Mittwoch mein Mantra. In den letzten nicht mal 48 Stunden haben auf 4 Autofahrten 1+2+4+1 (=8!) Autofahrer eine rote Ampel überfahren … an teilweise gar nicht mal so wenig befahrenen Kreuzungen. An denen andere Autos losgefahren sind, Fußgänger mussten wegen den Rotsündern laufen … ich will nicht Petzen. Aber ich finde, eine kleine Warnung sollte erlaubt sein. Noch mal: das mit der roten Ampel. Gilt. Da gibt’s keine Sonder- oder Ausnahmeregelung …

Jetzt meinte mein Kollege eben, dass es wahrscheinlich so sei, wie COVID-19 zu leugnen. Gibt’s ja gar nicht. Also gibts auch keine rote Ampeln. …?

Mein Spruch zum Wochenende:

Leider erlaubt es das Straßenverkehrsgesetz nicht, das Überfahren einer roten Ampel dadurch auszugleichen, dass man an der nächsten bei Grün stehen bleibt.“ (Verfasser unbekannt)

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (31)

Ich blinke, also fahr ich …? Ist eine der Beobachtungen, die ich in den letzten Wochen mache. Der Fahrstil ist gerade extrem aggressiv. Als ob viele meiner Wegbegleiter gar nicht da sein wollten, wo sie eben gerade sind. Und anstatt sich dem anzupassen, was um sie herum eben „los ist“ machen sie dann einen auf:

  • Blinken
  • Augen zu. und einen anderen Verkehrsteilnehmer nötigen und einbiegen
  • weiterfahren als ob nix gewesen wäre
  • Augen auf (vielleicht muss das in der Reihenfolge auch einen Punkt nach oben? Oder vielleicht machen die die Augen auch gar  nicht zu und auf …????)

Ja, auch ich gehöre zur Mehrheit, die für diese Ignoranten bremst. Fällt mir aber von Tag zu Tag schwerer. Vorgestern abend hat eine Mutter mich zum Bremsen gebracht. Und um das klarzustellen: ic h wusste nicht, dass sie Mama ist. Kann ich ja gar nicht. Als mich ihre Tochter aber sehr erschreckt aus dem Kindersitz auf der Rückbank angestarrt hat, da war es mir schlagartig klar. Ihr??? Egal. Da hatte ich ja zum Glück schon gebremst – und sie einfädeln lassen. 

Trotzdem kommt mal wieder die Frage in mir auf: was, wenn nicht? Dann hätte ich mich schuldig gefühlt. Obwohl ich mich korrekt verhalten hätte. Die Mutter, die ihr Kind in Gefahr gebracht hat? Hat ja schließlich geblinkt – …. aaaaah!

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (30)

Wer hätte gedacht, dass diese Episoden irgendwann die gefühlte neverending story auf diesem Blog werden? …? Aber gut, Spaß beiseite, ich möchte den Tag entsprechend würdigen. Heute ist doch wieder dieser jährlich (oder öfter?) wiederkehrende Tag der Linke-Spur-Fahrer? Zum Glück habe ich mir kürzlich von einem netten Herrn von der Verkehrspolizei bestätigen lassen, dass ich beispielsweise auf dem mittleren Ring durchaus auch rechts ein Fahrzeug überholen darf, wenn es langsamer als die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist. Insofern bin ich – nachdem ich auf den ersten 5 Kilometern schon mehr als 15 Linksspurfahrer gezählt habe und es daraufhin beendet habe, weil ich den „Tag erkannt“ habe 😉 – quasi tiefenentspannt und gechillt in der Arbeit angekommen. Und hoffe, heute Abend ebenso wieder nach Hause zu gelangen …

Nicht versäumen möchte ich aber, noch mal allen, die in den letzten Wochen und Monaten wenig oder nicht am Straßenverkehr teilgenommen haben, egal ob als Autofahrer, Radfahrer, Fußgänger oder auch sonst so, offiziell mitzuteilen: es hat sich nichts geändert. Die vorher geltenden Straßenverkehrsregeln gelten immer noch. Die Straßen, Spuren, Kreuzungen oder Ampeln sind jetzt nicht neu angelegt oder programmiert worden. Kein neu interpretieren möglich. Also nur so. Weil es scheint doch so, als ob das so ein paar vergessen hätten. Die jetzt zum Beispiel als Fußgänger so lange warten, bis Verkehr kommt – um dann auf der Straße weiterzulaufen. Oder durch einen Autotunnel – was ich jetzt so gar nicht verstehe, denn da gibts ja auch nicht wirklich was zu sehen. Oder die Radfahrer, die vielleicht nicht mehr wissen, dass sie selbst im Vergleich mit einem Mini-Auto schlicht „unter die Räder“ kommen können. Oder die Autofahrer, die bei rot losfahren, um bei grün anzuhalten … Oder so.

Das Leben ist ein Boomerang …

Das ist eigentlich eine Episode aus (m)einem Autofahrerleben … aber ich fand den Titel treffender: gestern wollte ich an der Ampel nicht noch länger warten, bis das Wohnmobil auch noch die 3. Grünphase nicht losfährt. Beim Spurwechsel habe ich trotz intensiver Beobachtung des Verkehrs mit Spiegel und Schulterblick einen Motorradfahrer zum Langsamerfahren genötigt – das fand er zurecht nicht lustig und hat mich sehr geschimpft. Es tut mir leid, vermutlich hat meine Geschwindigkeit nicht zu seiner gepasst, meine war zu langsam, seine zu schnell … zum Glück hat er es gebremst. Punkt.

30 Minuten später. Ich fahre auf der Landstraße mit normaler Geschwindigkeit. In der unübersichtlichen Kurve mit aktuell sogar noch mehr Unübersichtlichkeit wegen einem Maisfeld fährt der LKW auf meiner Spur, weil er einen Radfahrer überholen muss. Logisch. Für mich kam dieser Gegenverkehr mehr als unerwartet. Die Kurve gestaltet sich so, dass es neben dem Gegenverkehr eine Böschung hochgeht, der Radfahrer könnte also nicht mal in den Graben ausweichen oder so – neben meiner Spur geht’s eine Böschung steil runter … ich hab es irgendwie gebremst und wir sind ohne Kratzer aneinander vorbeigeschramt. Ich stand dann aber doch erst mal für einen luftleeren Zeitraum zitternd und schnaufend mit Warnblinkanlage (das macht der Herr Peugeot dankenswerterweise bei Vollbremsungen so …) – während der Gegenverkehr ungerührt an mir vorbeigezogen ist …

ach ja, ich hab gebremst. Also erneut nicht derjenige, der die brenzlige Situation verursacht hat. Das nur, damit der Motorradfahrer weiß, dass das Leben ein gerechter Boomerang ist – und sein Schrecken ist durch meinen ja jetzt quasi gesühnt. Punkt.