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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine mittlerweile 4 "Patenkinder". Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

Spruch zum Wochenende: Butterbrot

Es gibt also einen Tag des Butterbrotes? Dann widme ich diesem Anlass doch mal einen Spruch zum Wochenende. Das Butterbrot, regional auch Stulle, Schnitte, Butterschmier, Bütterken, Bemme, Kniffte oder Donge genannt, gabs bei mir früher nie als Pausenbrot. Seit ein paar Jahren aber lieb ich es heiß und innig. Und der Spruch „Butterbrot macht Wangen rot“ trifft auf mich ja mal so was von:

„Ein alter Spruch aus alten Zeiten, als Butter tat das Brot begleiten für den, der lebte ohne Not – die andern aßen trocken Brot – Mir strich schon meine gute Mutter stets auf das Brot die gute Butter!
Mit Butterbrot gedieh ich prächtig, aß zum Frühstück es andächtig, zur Jause und zum Abendessen war ich auf’s Butterbrot versessen – und heute noch als alter Mann, ist Butterbrot alltäglich dran!
Man muss es ehren, muss es schätzen, es ist am Platz auf allen Plätzen – passt in den Rucksack wie zu den Akten, passt zu den Jungen wie zu den Betagten, passt zum Kaffee, zum Tee und zur Schokolade, zum Wein, zum Bier und zur Limonade!
Der eine schmiert es gerne dick, der andre übt daran Kritik – sparsam ist er schon geboren, verschmiert vom Brot kaum nur die Poren – es kommt wie überall zupass beim Schmieren auch das Mittelmaß!
Im Krieg war freilich Butter knapp, man gab gegen Marken sie nur ab, Kanonen wollte man statt Butter und Menschen als Kanonenfutter … Die Zeit ist, Gott sei Dank vorüber, heut bleiben Butterberge über!
Schuld ist unter andrem dran der momentane Schlankheitswahn – was dick macht man mit Macht vermeidet, sich mit Ersatzfetten beschneidet, die ganz sicher schlechter schmecken und kaum geeignet, abzuspecken!
Ich halt mich an das Butterbrot als zeitlos wertvoll´ Angebot – ich halt es fest und lass es nicht entgleiten. Denn gern fällt’s auf die Butterseiten – Nach unten zieht das Brot die Butter, zum Kerne uns’rer Erdenmutter!
Fünfzig zu fünfzig wär‘ die Chance, doch hält das Brot fast nie Balance – es dreht sich um im Lauf des Falles, doch ist die Eigenschaft schon alles, was an Missgeschick uns droht, durch das gute Butterbrot!
Ich würd‘ es keineswegs bekritteln, wenn unter allen Lebensmitteln man’s Butterbrot zum Sieger wählte und zu den besten Dinge zählte, die das Millenium erfunden. Es soll uns auch im Neuen munden!“ (Dr. Alfred Fröhlich)

Spruch zum Wochenende: Bleib

„Bleib“ ist ein wunderbares Wort im Vokabular eines Freundes. (Louisa May Alcott)

Den Spruch finde ich zauberhaft, deshalb darf er mich dieses Mal ins Wochenende begleiten. Ein bisschen, weil ich vermute, dass ich die nächsten Tage zum letzten Mal für diese Saison grüne Hopfengärten zu sehen bekomme. Und mir schon wünschen würde, dass die Hopfazupf, die Hopfengärten, das grüne Gold der Hallertau, der Geruch und vor allem die Stimmung noch a bisserl bleiben könnte …

Ich wünsch euch ein schönes und erholsames Wochenende

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (31)

Ich blinke, also fahr ich …? Ist eine der Beobachtungen, die ich in den letzten Wochen mache. Der Fahrstil ist gerade extrem aggressiv. Als ob viele meiner Wegbegleiter gar nicht da sein wollten, wo sie eben gerade sind. Und anstatt sich dem anzupassen, was um sie herum eben „los ist“ machen sie dann einen auf:

  • Blinken
  • Augen zu. und einen anderen Verkehrsteilnehmer nötigen und einbiegen
  • weiterfahren als ob nix gewesen wäre
  • Augen auf (vielleicht muss das in der Reihenfolge auch einen Punkt nach oben? Oder vielleicht machen die die Augen auch gar  nicht zu und auf …????)

Ja, auch ich gehöre zur Mehrheit, die für diese Ignoranten bremst. Fällt mir aber von Tag zu Tag schwerer. Vorgestern abend hat eine Mutter mich zum Bremsen gebracht. Und um das klarzustellen: ic h wusste nicht, dass sie Mama ist. Kann ich ja gar nicht. Als mich ihre Tochter aber sehr erschreckt aus dem Kindersitz auf der Rückbank angestarrt hat, da war es mir schlagartig klar. Ihr??? Egal. Da hatte ich ja zum Glück schon gebremst – und sie einfädeln lassen. 

Trotzdem kommt mal wieder die Frage in mir auf: was, wenn nicht? Dann hätte ich mich schuldig gefühlt. Obwohl ich mich korrekt verhalten hätte. Die Mutter, die ihr Kind in Gefahr gebracht hat? Hat ja schließlich geblinkt – …. aaaaah!