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Berufstätige Tante, gefühlt Anfang 30 - leider nicht von Beruf Tante. Und deshalb "viel zu wenig" Zeit für meine 3 Patenkinder. Ich denk mir oft: das müsstest du jetzt in einem Brief schreiben, das hätte ich gerne mit euch erlebt. Und es bleibt beim Vorsatz ... Ich habe mir vorgenommen, hier regelmäßig zu schreiben - wenn ich etwas erlebe, das wert ist, notiert und geteilt zu werden! Das ist die Idee - alles weitere ergibt sich.

Familiengeschichten: Martinszug

Gestern Abend hab ich einen Schwung Bilder vom ersten Martinsumzug der Nichten im neuen Zuhause bekommen, war wohl spektakulär. Da sie schon seit Tagen am Singen üben waren, klang da bestimmt auch mal der ein der andere richtige Ton bei „Ich geh mit meiner Laterne, Rabimmel, Rabammel, Rabumm“ oder „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“ mit. Und Nichte 2.0 hatte selber eine Laterne – Teilen??? Phhhhh! Um im Anschluss was zu essen waren viel zu viele Leute da, es wurde zu spät – husch, husch, nach Hause. Und heute sind die zwei immer noch aufgedreht!

Ganz anders die Großeltern, die beim Umzug im heimischen Dorf mitzogen. Ohne Laterne. Und zum Mitsingen ist die Oma auch nicht gekommen, weil sie über die schiefen Töne der Musikanten und die schrägen Stimmen, die aus dem mitgeführten Verstärker direkt neben ihr ertönten, so ehrlich lachen musste. Aber die funkelnden Sterne hatte sie schon im Blick. Ganz anders der Opa, der eh nur mitging, um Würstlsemmeln und Punsch zu genießen. Und anschließend waren die zwei früh im Bett und haben selig geschlummert.

Ja, die Prioritäten wechseln mit den Lebensjahren 😉

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Sonntagsfreude: #ResidenceWalk


Wenn ich an einem grauen Samstag frühmorgens im noch im Nebel versunkenen Herzen von München unterwegs bin, hat das ganz sicher einen besonderen Grund: vor einigen Wochen hatte das Social-Media-Team der Bayerischen Schlösserverwaltung auf Instagram auf einen Fotowalk in der Münchner Residenz hingewiesen.


Und ich Glückspilz durfte gestern bei der Premiere des #ResidenceWalk durchs jahrhundertealte Wittelsbacher Schloss dabeisein.


Tatsächlich strahlt die Farbenpracht im frisch renovierten Königsbau auch ohne Sonnenlicht.


… eigentlich sind Museums- und Schlossbesichtigungen genau das Richtige für die kalte, farblose Jahreszeit. (Man kann ja nie sicher sein, ob die Sonne noch rauskommt …)


Da ich ja gerade vor kurzem im Rahmen der Residenzwoche unterwegs war habe ich mich dieses Mal weniger auf die Räume, sondern eher auf die Details und Spielereien konzentriert und so viele kleine Überraschungen entdeckt.


Wie den bestickten Seidenschuh des Herrn König.


Oder diesen (un)heimlichen Beobachter.


Leider waren wir nicht auf der Baustelle der gelben Treppe, das hatte ich heimlich gehofft, denn davon habe ich so viel gehört. Und wenn man allein die rote Treppe der Königinmutter anschaut ist da doch einiges zu erwarten.

https://youtu.be/ncPTjd605TY

Auf mein Gejammer 😉😊 hin hab ich diesen Filmtipp bekommen, nicht ganz, wie mit eigenen Augen – ein bisserl neidisch bleib ich doch auf den Dackel, der da bestimmt öfter rumlaufen darf ….


Auch beim zweiten Mal bin ich von den Nibelungensälen schlicht überwältigt.


Im Auftrag von König Ludwig I. begann Julius Schnorr von Carolsfeld, die Wände mit einem Freskenzyklus mit Motiven aus dem hochmittelalterlichen Nibelungenlied zu bemalen.


Dabei hat er den fünf Sälen jeweils einen Akt eines klassischen Dramas zugedacht: Prolog, Saal der Hochzeit, Saal des Verrats, Saal der Rache, Saal der Klage bzw. Epilog. Meisterlich, wie farbenfroh die Geschichte von Liebe und Verrat, von Glück und Leid, von Leben und Tod hier im Bild transportiert wird … dazu Marmorböden und -türen. Eins meiner Highlights in der Residenz.


Im Kontrast dazu durften wir anschließend durch den Grottenhof hinüber in den verspielten Rokoko des Cuvilliés-Theater lustwandeln.


Ich staune jedes Mal, schließlich hat hier jemand einen Theaterraum in ein Gesamtkunstwerk gefasst.


Fotografisch habe ich mich dieses Mal auf die Stühle konzentriert, die wirklich sehr besonders sind.


Rot, Gold, Licht, …


Persönlich möchte ich der Bayerischen Schlösserverwaltung ein Danke aus ganzem Herzen für die Einladung sagen, es war eine wunderbare Idee, mit dem Fotowalk eine Gelegenheit zu schaffen, vor den offiziellen Öffnungszeiten in der noch besucherfreien Residenz unterwegs zu sein. Ja, ich mache das auch unabhängig von organisierten Walks, habe mir zu diesem Zweck extra eine Jahreskarte gekauft. Aber das gestern war besonders. Und wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich gerne vorschlagen, gelegentlich ähnliche Möglichkeiten in anderen verwalteten Schlössern zu organisieren, es ist doch zu schade, dass das Fotografieren in so vielen Häusern nicht gestattet ist …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

1000 Fragen an mich #45

img_5226881. Fühlst du dich wohl in deiner Haut?
Ja.

882. Was würdest du tun, wenn du dein gesamtes Geld verlieren würdest?
Nichts anderes, als was ich jetzt mache.

883. Mit welchem Material bastelst du am liebsten?
Mit Bild und Text. Und Holz.

884. Welche TV-Sendung könnte, wenn es nach dir ginge, sofort wiederholt werden?
Keine Ahnung.

885. Hast du gern mehrere Eisen im Feuer?
Hm. Worauf bezieht sich die Frage? Kaufe ich mehrere Sorten Nudeln, um Auswahl zu haben? Ja. Verabrede ich mich mit mehreren Menschen, um bei Absagen trotzdem versorgt zu sein? Nein.

886. Führst du in Gedanken häufig Fantasiegespräche?
Ich spiele Situationen gedanklich durch, ja.

887. Könntest du ein Geheimnis mit ins Grab nehmen?
Ja.

888. Welchen Comedian magst du am liebsten?
Ich hab keinen Favoriten, kann über so vieles herzlich lachen.

889. Welche Blumen verschenkst du gern?
Was grade Saison hat.

890. Was raubt dir den Schlaf?
Mücken. Gedankenkarussel. Aroma-Duft in Hotelzimmern. Stress.

891. Was machst du an einem regnerischen Sonntagnachmittag am liebsten?
Kommt drauf an, diesen Herbst zwecks Datensicherung „Ordnung im Karton“, also ein aufgeräumteres Datenchaos auf den jetzt zahlreich vorhandenen technischen Sicherungsgeräten.

892. Sagst du lieber Guten Morgen oder Gute Nacht?
Weder noch.

893. Liest du gern vor?
Sehr gerne sogar.

894. Wie würdest du das Leben anpacken, wenn du noch einmal von vorn anfangen dürftest?
Nicht anders als bisher.

895. Hast du jemals einen IQ-Test gemacht?
Ja.

896. Beherrscht du Standardtänze?
Ja.

897. Auf welcher Seite des Bettes liegst du am liebsten?
Egal.

898. Welches ist dein peinlichstes Lieblingslied?
Wenn es mein Lieblingslied ist kann es nicht peinlich sein ….

899. Hast du schon einmal ein Weltwunder gesehen?
Ja.

900. Hast du gern recht?
Ja, klar.


Johanna alias pinkepank stellt 1000 Fragen aus der Zeitschrift Flow, sie und viele viele andere Blogger antworten. Spannend, dieser Weg der Selbstfindung, anhand gängiger Fragen etwas Selbstreflektion. Dazu sicher viele Infos für meine Patenkinder zum Nachlesen. Deshalb wird das – statt immer wieder mal sogenannten Blogstöckchen – (m)ein Schreibprojekt für 2018, mal kurz, mal ausführlich. Ganz so, wie es sich ergibt.

Spruch zum Wochenende: Vertrauen

Franz Grillparzer hat vor Zeiten geschrieben:

Jeder Irrtum hat drei Stufen: Auf der ersten wird er ins Leben gerufen, auf der zweiten will man ihn nicht eingestehen, auf der dritten macht nichts ihn ungeschehen.

Eine Freundin erlebt einen Beziehungs-Wiederholungsvertrauensbruch. Im aktuellen Fall fehlt Stufe 1, denn aus den Erfahrungen vor rund einem Jahrzehnt kann ihr Partner das nicht zufällig getan haben. Im Gegenteil: Er hat das Spiel, den Kontakt zu der anderen Frau, wieder aufgenommen, wohlwissend riskiert, sie zu hintergehen und zu verletzen – und damit seine Beziehung und die Familie zu zerstören … Die zweite Stufe läuft gerade – alle wollen einfach nur zurück in die Normalität. Wenn da nicht die 3. Stufe wäre. Denn wie Bitteschön soll man eine Wiederholung ungeschehen machen? Und in jeder Zweierbeziehung ist ein Dritter schlicht einer zu viel …

Grad versuchen 2 zum 2. Mal, etwas ungeschehen zu machen. Was sie verursacht haben. Was viele andere verletzt. Was viel zu viele klare Grenzen überschritten hat. Und beide wollen jetzt nur aus der unangenehmen Situation raus … in die sie nicht nur sich, sondern all ihre Liebsten, gebracht haben. Die sollen jetzt Bitteschön verzeihen. Und wieder normal sein. Und vergessen. Zum wiederholten Mal? Ganz ehrlich: ich mag es, zu vertrauen. Aber im konkreten Fall hab ich berechtigte Zweifel …

– Da muss ich jetzt ein paar große Zeilen Abstand schaffen. Luft rauslassen. –

Denn es darf auch anders sein: Umso schöner, dass ich gestern mit der besten Freundin in ihren Hochzeitstag reinfeiern durfte – umso schöner, dass meine Trauzeuginnenpflichten mir in dem Fall ein Lächeln schenken. Und mich zum Schmunzeln bringen: der Ehemann hat das Ehepaar zum Hochzeitstag als Team zu einem sportlichen Wettbewerb angemeldet. Und überlesen, dass das für seine Frau bedeutet, alle Disziplinen mit den für Männern geltenden Regeln, also extra viel Gewicht und der extra-große Medizinball und so, zu absolvieren. Sie wird ihr Bestes geben, keine Frage – und den Rest erledigt ihr Team- und Lebenspartner. Und danach feiern sie das Leben und die Liebe. Und genießen voll Vertrauen aufeinander und zueinander das kleine große Glück.