Schlagwort-Archive: Familie

Familiengeschichten: Bruder, Onkel, Kater

Ich weiß nicht genau, wie wir beim gemeinsamen Abendessen beim Thema Wünsche angekommen sind … in jedem Fall äußerte der Sohn meines Cousins (10) plötzlich seinen: „ich wünsch mir einen Bruder.“ Allgemeine Überraschung, Staunen, irritiertes Schweigen. Die Familienplanung ist laut Rückfrage bei der Frau Mama abgeschlossen … „Einen Bruder oder einen Cousin …“ zählt er weiter auf. „Oder eine Katze, einen Kater.“

Gut, das amüsierte Schmunzeln der Erwachsenen ist jetzt schon irgendwie nachvollziehbar – oder?

Recht irritiert lauschten beide Kids später meinen Ausführungen, dass ich als Cousine ihres Papas auch einen Onkel R. habe. Eigentlich schon recht schlüssig, denn unser Onkel R. ist schließlich der Vater ihres Onkel R., ihr Opa, Bruder meines Vaters. Ungläubige Blicke der beiden, dann der rettende Gedanke: „Früher hattet ihr ihn, jetzt haben wir ihn …“ Zum Glück haben wir alle beide, jeder eben so, wie er mit dem einen oder anderen verwandt ist 😉 

Und ich musste auf der Heimfahrt sehr grinsen, denn genauso geht es mir, wenn meine Eltern mir familiäre Verhältnisse wie das in Bayern noch sehr verbreitete Geschwisterer-Kinds-Kinder erklären: das Kind des Kindes eines gemeinsamen Vorahnen. So ist die bezaubernde Nichte wahrscheinlich als Tochter meiner Schwester bestimmt Geschwister-Kinds-Kind mit Sohn und Tochter meines Cousins. Geschwister, unser Vater und Onkel. Deren Kinder (meine Schwester und Cousin) und dann die Kids. Oder sind das dann Großcousins? Oder Vetter und Base? … ich werde es nie so ganz kapieren 😉

Das mit dem Senf


Weil ich etwas mehr Bärlauch hatte und auch mal gern was Neues ausprobiere hab ich in diesem Jahr erstmals Bärlauchsenf gemacht. Grob hab ich mich dabei an dieses Rezept gehalten, bei den Mengen aber nach Geschmack variiert:

  • 100 g Senfkörner mit je etwa 
  • 100 g Wasser und Essig in einem Topf aufkochen lassen, dann nach und nach mit 
  • zwei Handvoll Bärlauch (einfacher geht es, wenn man den Bärlauch vorher mit etwas Öl bereits als Paste verarbeitet hat), 
  • etwa 2 TL Kräutersalz und 
  • 100 g Honig gut pürieren. 

Abschmecken, in kleine Gläser umfüllen, den Rand oben mit einem Schuss Öl abschließen bzw. haltbar machen und im Kühlschrank aufbewahren.

Klappt laut Auskunft meines Vaters mit fast jedem Kraut, er könnte allerdings natürlich auf jegliche grüne Zutat verzichten. Und ein bisschen Familiengeschichte: das ist indirekt ein Rezept meiner Oma, die bis in die 80er Jahre selber Senfpflanzen gezogen und deren Körner geerntet hat, um ganzjährig frischen Senf zu produzieren. Was man nicht alles erfährt, wenn man Fragen stellt.