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Familiengeschichten: Grillen

Grillen ist in unserer Familie so eine Sache: Wir „Kinder“ lieben es, meine Eltern mögen gern Gegrilltes essen, aber der Aufwand, bis der Grill angeheizt ist und bis das dann alles fertig ist … aber trotzdem: hin und wieder grillen wir. Und wenn, dann aber richtig. Denkt zumindest meine Mutter.

Anstatt also an die Leichtigkeit des Grillens zu denken, beginnt sie, in Massen zu planen. Rechnet pro Mitesser Portionen, die schlicht nicht zu bewältigen sind, auch für gute Esser. Dass viel übrig bleibt und dass das an der Vorbereitung von zu viel liegt, das mag sie dann aber immer nicht so recht akzeptieren bzw. argumentiert dann immer sehr unsachlich, dass das bei anderen ja auch so sei …

Kürzlich habe ich mich durchgesetzt und es gab keinen zusätzlichen Kartoffelsalat als Sättigungsbeilage. Meine Brüder und mein Vater haben wie so oft dann das viel zu viel an Fleisch aufgegessen, damit es eben nicht übrig bleibt. Allerdings unter lautem Protest. Ihr egal, „hab ich ja gleich gesagt, dass es nicht reichen wird, hätt ich doch bloß den Kartoffelsalat gemacht.“

PS: mein Schwager, angeheiratet, grillt ja Sommer wie Winter. Am liebsten täglich. Mit einem Gasgrill, für Profis, versteht sich. Und das muss dann sogar meine Mama neidlos anerkennen, dass er, wohl weil so oft, die Portionen recht gut schätzt – weniger Masse, dafür Klasse, oft Fisch und Käse.

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Sonntagsmelancholie

In den letzten Tagen habe ich mich gewundert, da war ein Eintrag auf Facebook, eine Art Abschiedsbrief – den ich falsch interpretiert und dann auch schnell wieder vergessen habe. Heute Nacht hab ich langsam begonnen, zu begreifen – heute morgen dann der offizielle Hinweis der Familie und eine Einladung zu einer Beerdigung. Mein dänischer Freund, Jahrgang 1973, den ich seit 15 Jahren kenne und seitdem jedes Jahr auf der Wiesn treffe, ist tot. An den Folgen einer Gehirnblutung gestorben. Die letzten Bilder zeigen fröhliche Urlaubsbilder mit Freunden aus Island. Offensichtlich hat das Schicksal am Tag nach der Rückkehr zugeschlagen – mehr als eine Woche hat er im Krankenhaus um sein Leben gekämpft. Und verloren.

Er wird fehlen, auch mir, die ich ihn nur einmal im Jahr für ein Wochenende getroffen habe. Er war uns allen Freund, vielen ein sehr inspirierender Chef und Kollege, Vorbild, Sportler, Partner, Bruder, Sohn – und vor allem Vater. Stiefvater seiner Tochter, Vater seines Sohns, beiden ein so liebevoller und trotz der Lebensumstände so kontinuierlicher Lebensbegleiter. Viel zu früh.

Ich trag das Bild von uns beiden im Herzen, fröhlich lachend, zufrieden, über deine erste Lederhosen, eine echte, nicht so ein Touriteil, wie du es im Vorjahr anhattest. Dazu hattest du von mir einen sehr ironischen Kommentar bekommen – deshalb war dir wohl das Lob so wichtig? Da war so viel Hygge, da war so viel Leben in dir. Gut, dass du es jeden Tag intensiv gelebt hast. Einmal mehr hinterlässt du uns ein Zeichen, im Jetzt und Heute zu leben, statt auf irgendwann zu warten …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Ankommen und Einleben

Umziehen ist einerseits immer blöd – andererseits immer neu und aufregend. Für die beiden Nichten und Eltern war’s vor allem viel. Streckenweise zu viel. Das gebuchte Umzugsunternehmen hatte zu wenig Volumen und Zeit kalkuliert, was es zum einen deutlich teurer gemacht hat, zum anderen musste die Familie mehrfach ausrücken, helfen und eben doch mitschleppen, was ja gerade nicht passieren sollte, wenn man es in externe Hände gibt.

Dann ist Umziehen bei extrem heißen Temperaturen echt noch anstrengender. Und weil das neue Haus auch noch sehr vollgestellt ist hat grad irgendwie keiner Spaß. Die Eltern versuchen, das Chaos zu lichten, die große Nichte ist weder bezaubernd noch vom neuen Zuhause verzaubert, die kleine Nichte ist zu allem Übel auch noch mit hohem Fieber krank …

Zum Glück ist es dann aber doch wie immer: sobald ein paar der gewohnten Möbel stehen, die Kisten so verteilt sind, dass man sich dazwischen bewegen UND endlich auch mal wieder lümmeln kann, entspannt sich die Lage. Als ich gestern Abend – nach dem ersten Tanten-Nichten-Allein-Ausflug, eigentlich auf einen Döner, wegen Sommerferien würde es die neue Lieblingspizzeria – gefahren bin, hatte ich ein gutes Gefühl.

Jetzt muss nur noch Nichte 2.0 gesund werden, dann wird sich auch die bezaubernde Nichte gut ins neue Zuhause einleben. Zum Glück sind Ferien, große Sommerferien, und rundrum gibt’s so viel Neues zu entdecken. Ankommen und Einleben ist angesagt.

Langeweile? Ha!

Nicht, dass irgendjemand denken würde, ich würde jemals schaffen, mich in meiner Auszeit mal einfach nur von Herzen zu langweilen …

Dafür sorgt einerseits meine Familie, schließlich wollen arbeitslose Schwestern-Tanten-Schwägerinnen doch sinnvoll beschäftigt werden? Also hab ich mittlerweile gerne und mit großer Begeisterung meinen zweiten großen Baustelleneinsatz hinter mir, der Muskelkater hält schön vor 🙂 Und ganz ehrlich: wenns mir keinen Spaß machen würde, würd ich es nicht anbieten …

Statt Erholung hab ich mich heute aber einem leidigen Thema gewidmet. Denn nach Monaten hab ich immer noch kein Arbeitszeugnis. Ist wohl von einem ehemaligen Mitarbeiter, der ohnehin schon Überstunden für mehrere Monate angesammelt hat, nicht zu viel verlangt, sich sein Zeugnis selbst zu schreiben. Nachdem er bzw. sie ja sonst nix zu tun hat. Oder vielleicht doch eher, weil man als Chef gar nicht so ganz arg genau weiß, was der alles so gemacht, geleistet, geschafft hat? Sorry, aber manchmal muss so ein bisschen lästern schon sein – und einmal mehr freu ich mich auf den Tag, wenn das wirklich abgeschlossen hinter mir liegt. Ganz ehrlich. Und Punkt.