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Ganz große Oper im Kino

Ich war die letzten Jahre ganz ganz selten in der Oper. Obwohl ich sie liebe … aber Zeit investieren, viel Geld ausgeben – und dann doch nur wenig sehen, noch schlimmer hören. Dazu bin ich ja nicht so diejenige, die sich gerne aufbrezelt. Kamen also ein paar Argumente zusammen, lieber andere musikalische Projekte live zu verfolgen. Meine Lieblingsopern „laufen“ dann ja auch öfter mal auf 3Sat …

Und dann hat die viel mehr als Konzertfreundin eine interessante Alternative gefunden: neuerdings gehen wir ins Kino. Und lauschen der ganz großen Oper. Im Livestream. Dabei rücken wir Frau Netrebko und Herrn Kaufmann so nah, dass ich ihnen nicht nur lauschen, sondern sogar ihre Technik bewundern darf. Und das bei Herrn Verdi, der ja schon sehr anspruchsvolle Opusse geschaffen hat. die den Sängern ganz schön was abverlangen … das war ganz großes Kino und ganz große Oper. Und ist in jedem Fall wiederholenswert 🙂

Das mit der Musik, dem Alter – und den Studien

Irgendwann mal hatte ich im Jetzt-Magazin der SZ gelesen, dass Menschen mit zunehmendem Alter auch eher „altbackene“ Musik hören. Also zumindest nicht wie in unserer Jugend nur die krass angesagten Künstler. Stimmt, trifft auf mich zu. Ich höre heute viel, ob in oder nicht, und stehe auch dazu, dass ich Radio höre. Und nicht nur die „hippen“ Sender, sondern immer öfter auch mal die, die ich früher mega-uncool fand.

Kürzlich hat eine wissenschaftliche Studie der Londoner Goldsmith University herausgefunden, dass regelmäßige Live-Musik das Leben verlängert. Den Wissenschaftlern zufolge steigern bereits 20 Minuten auf einem Konzert das persönliche Wohlgefühl um 21 Prozent, dieses Plus an „Sich-sehr-Wohlfühlen“ erhöhe sogar die Lebenserwartung. Ab sofort hab ich also sogar einen wissenschaftlichen Beweis, dass meine musikalische Leidenschaft mein Leben verlängert.

Die Zielvorgabe lautet: alle 14 Tage Livemusik. Und sollte ich das mal nicht schaffen, dann höre ich eben ganz viel meine Lieblings-Musik, das ist ja vor allem beim Autofahren fast das gleiche Glücksgefühl. Das nenn ich mal MEIN Gesundheitsrezept 😜🎶✔️

Das mit Mozart

Als der Chor, in dem ich jetzt seit einem Jahr wieder öfter mitsingen darf, anfragte, ob ich auch dieses Jahr könne und Lust auf Mozart habe, sagte ich mit Freuden zu. Und studierte eifrig meine Duettpassage im „Suub tuum praesidium“ (KV 198 158b) ein – den Tenor. Gar nicht so leicht, wenn man vor Jahren den Sopran sang und immer eher noch die Läufe meiner Duettpartnerin im Ohr hat?

Sicher dagegen war ich mir, dass ich die Missa brevis in welcher Tonart auch immer „drauf habe“. Hab ich, aber die Loretomesse (in B, KV 275) mit der Spatzenmesse (in C-Dur, KV 220) verwechselt hab ich zudem. So kams, dass ich nach der Generalprobe Freitag doch noch unter Druck kam und mir in ein paar Stunden unzählige Passagen eintrichtern musste, denn so sicher war ich dann doch nicht an ganz schön vielen Stellen … so ein bisschen Druck schadet aber nicht und alles war theoretisch gut machbar.

Dass mich das Sommerohr dieses Jahr schon im Mai ereilt war dann aber praktisch hinderlich, war Samstag sogar beim hausärztlichen Notdienst (den zum Glück neuerdings auch in den umliegenden Landkrankenhäusern zu finden ist), um mir die Heilsalbe mit Breitbandantibiotikum verschreiben zu lassen. Ist ja nicht mein erstes Mal Ohrenentzündung, da brauchts keine Experimente. So hab ich immerhin auf dem linken Ohr gehört (beim Singen ist das Hören ja nicht ganz unerheblich), rechts hat während der Aufführung immer wieder geploppt, dafür war’s ganz ok.

Unerwartet für mich war, dass bei den Namen der Verstorbenen, für die im Gottesdienst besonders gebetet wurde, unsere kürzlich verstorbene Chorfreundin an letzter Stelle kam, nach dem Duett flossen die Tränen – Musik setzt Emotionen frei, die man längst „unter Kontrolle“ wähnte …

Der Herr Mozart wär mir sicher mit seinem „Schneizhadern“ zu Hilfe geeilt und hätte mich galant getröstet? Ist ihm auch so durch seine Musik gelungen …