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Sonntagsfreude wird zu „Meine Woche …“

Der Wiedereinstieg ins Blogschreiben ist aus unzähligen Gründen immer wieder und vor allem zeitlich so gut wie unmöglich. Deshalb mache ich es mir jetzt „einfach“ und probiere einen festen Tag und das typische Frage-Antwort-System. Mal sehen, ob es damit leichter fällt? 😉

Wie war meine Woche so?

Geärgert … dass das neue Zuhause der Nichten auch 2 Wochen nach dem Umzug immer noch Baustelle ist und viel zu viele Ausreden umständlich erklärt werden statt Hand anzulegen und den Zustand für alle zu verbessern.
Gefreut … über Nichte 3.0, die mich so oft einfach nur überglücklich anstrahlt.
Gedacht … dass Nichte 2.0 mittlerweile so super deutlich spricht, obwohl das Zungenbändchen es ihr unverändert oft echt schwer macht.
Gefragt … ob ich mich bei der bezaubernden Nichte für irgendwas entschuldigen muss, weil sie schon sehr oft so wirkt, als ob ich ihr schlimmste Dinge antun würde. Also wenn, dann sicher nicht mit Absicht und vor allem, ohne dass es mir bewusst wird?!?
Gefühlt positiv … geliebt
Gefühlt negativ … mehr als urlaubsreif
(Gelitten … fällt mir nix ein)
Genossen … aus ganzem Herzen die wenigen Stunden mit der besten Freundin.
Gewesen … im Freibad.
Getroffen … einen großen Teil meiner Cousinen und Cousins.
Gesucht … wie immer: Schlüssel, Brille, Handy, Geldbeutel. Und von vorne 🙄
Gelacht … dummerweise wenn Nichte 2.0 vor lauter Gschafteln irgendwo dagegen rennt oder stolpert (ich weiß, das ist echt nicht nett, aber da ich vorher wie eine Mantra-Maschine „langsam, und hinschauen, wo du langrennst …“ rufe evtl. dann auch ein bisschen nachvollziehbar, oder?)
Geweint … ein paar Tränen hab ich vergossen, weil ich diese Woche meine Kindergartenfreundin und ihren todkranken Sohn besucht habe. Ich durfte beim Umlagern helfen und hab gefragt, ob ich das darf. Er hat ganz deutlich gezwinkert – das war für mich so emotional, kann ich gar nicht beschreiben. Und ein kleines Zeichen, dass er eben nicht nur körperlich noch da ist ❤️
Gewundert … dass ich in einem sehr formellen Kontext namentlich und fast schon emotional erwähnt worden bin, war sehr unerwartet und hat mich richtig berührt.
Gegessen … alles, was die Nichten mögen
Genasch
Getrunken …
Gehört … dass Prince Charles jetzt König ist. Bin gespannt, wie lange sich der neue Titel falsch anhören wird.
Gelesen … ein bisschen hier und da, vor allem die liebevollen Nachrufe zum Tod der Queen
Gesehen … sehr viel Sonnenaufgangsfarben und Lichtstimmungen
Gespielt/Gebastelt/Gehandwerkt/Geschrieben … Nichte 2.0 und ich haben gemeinsam Briefe an den jetzt nicht mehr Kindergarten und die Freunde gemalt und geschrieben, jetzt bekommen alle ihre Adresse und sollen viel und oft schreiben, damit sie Post in den neuen Briefkasten bekommt
Getan … gar nicht viel, weil die Nichten im neuen Zuhause noch keine Routinen haben. Für mich bin ich aber früh raus aus den Federn und in den Hopfengärten Stimmungen einfangen gewesen. Zum gemeinsamen Frühstück war ich dann immer schon wieder zurück.
Gekauft … einen Homeoffice-Schreibtisch für den Bruder (damit ich meinen schönen runden Esstisch wieder für Wohnzwecke nutzen kann – wieder Friede in der WG).
Geschlafen … trotz Vollmond meistens richtig gut und lang
Geträumt … ich glaub zur Abwechslung mal gar nichts.
Geplant … nicht viel, weil das Leben grad mehr denn je nicht planbar ist. Heute wollte ich zum Tag des offenen Denkmals fahren, daraus wurde ein Überraschungsbesuch bei meinem kleinen Bruder 😉

FAZIT: keine typische Urlaubswoche, aber dafür außerordentlich intensive Nichten-Tanten-Momente. Und je weniger Baustelle, je mehr Ordnung, desto besser für alle Beteiligten.

Das mit den Kirschen

1. Bei dem starken Unwetter vor einer Woche hatten wir Glück im Unglück: es ist „nur“ der Kirschbaum umgefallen. Glück, weil er nicht entwurzelt wurde, sondern etwa auf halber Höhe abgebrochen wurde – und deshalb kein Gebäude beschädigt wurde. Auch die anderen Bäume haben Äste verloren, aber trotz der Orkanstärke ist nicht mehr passiert …

2. Der Kirschbaum beim Nachbarn ist heil geblieben, und weil die Nichten Kirschen soooo sehr lieben und der Nachbar nicht alles den Staren überlassen möchte dürfen wir jetzt einfach so in Nachbars Garten spazieren, die reifen süßen Früchtchen direkt vom Baum vernaschen und anschließend Kirschkerne in alle Richtungen spucken …

3. Wenn die bezaubernde große Nichte dabei eine richtig schicke weiße Hose trägt ist das so sein-optimal – weil trotz Pubertierphase kniet oder hockt sie dann doch noch ganz Kind gern mal im Gras. Und das hinterlässt unterm Kirschbaum nicht nur grüne Flecken …

4. So lernt man dann aber auch mit 11, dass es clever ist, IMMER Gallseife zur Hand zu haben. Oder holt sich, wenn’s keine gibt, Rat bei der Oma. Und schmiert dann ordentlich Spüli und Backpulver (weil auch kein Soda zu Hause) auf den Fleck, gefolgt von direkter Sonnenbestrahlung bei gefühlt 40 Grad im Schatten für die später wieder strahlend weiße Hose …

5. Weil ja doch immer Kirschen übrig sind und auch Joghurt und Sahne offen war hatte die Tante die Mega Idee, ein Kirscheis zu zaubern. Nichte 2.0 und 3.0 hätten das am liebsten direkt ohne Gefrierfach vernascht …

6. Die Wartezeit bis zum wenigstens Halbgefrorenen haben wir Mädels uns dann im Planschbecken am ehemaligen Schattenplatz verbracht – denn so ein umgefallener Kirschbaum hinterlässt nicht nur durch den Ernteausfall eine Lücke, auch viele Sonnenschirme können die Schattenkrone eines mehr als 50 Jahre alten Baumes nicht ersetzen …

7. Aber ein paar Kirschen und Kirscheis bringen angenehm Frische in heiße Tage – und wenn das Wasser im Planschbecken kühl ist genießen meine verfrorenen Nichten das Eis selbst bei mehr als 30 Grad in Handtücher eingekuschelt …

Der Vollständigkeit halber

Nach zwei Jahren, in denen die Nichten mal mehr, mal weniger motiviert, mal mit mehr, mal mit weniger Verständnis, was sie alles nicht dürfen, durch diese Pandemie gekommen sind, war dann die Jüngste diejenige, die sich in der Kita infiziert und den Rest der Familie angesteckt hat. Der sogenannte milde Verlauf mit Fieber, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und einfach matt und müde und krank. Und so weiter … Jetzt fühlen sich langsam alle wieder fitter, was bedeutet: die Große soll trotz noch in Quarantäne lernen, die Mittlere ist traurig, weil sie in den Kindergarten möchte und nicht darf – und die Jüngste hat auch langsam Lagerkoller. Und was soll ich sagen – wir machen seit der Diagnose ganz viele Aufmunterungs-Videocall-Sessions. Langsam schwindet aber das Interesse? Also ganz häufig bekomm ich noch ein strahlendes „Hallo?!“ oder zwei, drei „Hallloooo, Cocooooo?!“ – dann werde ich beiseite gelegt. 😉

Ich selbst war quasi auch – schon ein paar Tage früher – in Quarantäne. Oder besser Selbstisolierung. Ein bisschen sonderbar war das alles, denn obwohl ich meinem Arbeitskollegen im Büro gegenübersaß und damit klar Direktkontakt war hat er mich wohl nie angegeben. Gut, ich hab mich täglich doppelt getestet, hatte keine Kontakte und bin trotzdem konsequent auf Abstand geblieben. Leider musste ich bemerken, dass in meinem Umfeld, auch im beruflichen, dafür teilweise kein Verständnis war …

Und: Das muss ich gerade verdauen, deshalb kann es sein, dass es hier eine Zeit lang ruhig wird/bleibt.

Dankbar für das Gute in 2021

Ich bin ein bisschen spät dran – „normalerweise“ macht man diese Art von Rückblicken ja im alten Jahr. Aber ganz ehrlich: auch dafür bin ich dankbar, dass uns 2020 und 2021 gelehrt haben, dass vieles, das wir für „normal“ gehalten haben es eben nicht ist. Sondern privilegiert …

Ich habe ja mit diesem Blog die schöne Tradition der Jahresrückblicke übernommen und halte mit bekannten Fragen „meine“ wesentlichen Impulse für Dankbarkeit im abgelaufenen Jahr fest:

Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
Ich bin zurück aufs Land gezogen und nicht mehr nur am Wochenende ein Landkind. Und wisst ihr was: vor allem in den Sommermonaten habe ich mir zu diesem Entschluss täglich gratuliert. Das hat mir in diesen rundherum unruhigen Zeiten viel Ruhe gegeben und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Welche Menschen habe ich kennengelernt, die mein Leben neu bereichern?
Ich würde sagen ich habe einige Menschen in meinem Umfeld neu kennengelernt – das hat zu mehr Nähe aber auch zu mehr Abstand geführt. Am wichtigsten ist, dass ich mich selbst wichtiger nehme, immer öfter nein sage, wenn andere etwas von mir erwarten. Und das bereichert mein Leben. Sehr.

Habe ich mich weiterentwickelt? Wenn ja – in die richtige Richtung?
Da möchte ich mich aus dem Vorjahr wiederholen: Ich bleibe auf meinem Weg, „bin mittendrin in der Entwicklung und es ist definitiv die richtige Richtung für mich. Wie sagen wir immer so schön: es bleibt spannend. Und irgendwann darf es auch gerne mal so richtig langweilig werden, für einen Tag. Oder so.“

Was habe ich in diesem Jahr erreicht?
Ich bin zufrieden mit der Reduktion und schaffe es immer öfter, auf die Unzufriedenheit in der Umgebung nicht zu reagieren.

Was waren meine Highlights?
Da es in diesem Jahr selten und kostbar geworden ist fällt mir besonders auf, dass ich mich bei dieser Frage trotzdem Jahr für Jahr zitiere: Immer wieder jeder einzelne Moment mit meinen liebsten Menschen. Meine Freunde und meine Familie lassen jeden Augenblick mit ihnen zu einem Highlight werden.

Tun mir die Menschen in meinem Leben gut?
Mit der Pandemie hat sich etwas verändert, folglich bin ich dabei, die Menschen in meinem Leben neu zu positionieren. Das ist in Bewegung, denn am wichtigsten ist, dass meine Energie bei mir und für mich bleibt …

Habe ich mir meine Träume bewahrt oder sie aus dem Blick verloren?
Auch 2021 profitiere ich davon, dass ich wenig plane und tatsächlich wenig „brauche“. Insofern liegt mein großes Glück in den sogenannten kleinen Dingen: Gesundheit, ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, Freunde, auf die ich mich blind verlassen kann, und das Rausgehen in die Natur. Der Muskelfaserriss zum Ende des Sommers hat mich tatsächlich ordentlich in Schieflage gebracht, weil mir genau diese Bewegung in der Natur so viel Kraft gibt. Ich arbeite daran, wieder in Balance zu sein.

Wann habe ich mich so richtig lebendig gefühlt?
Frühmorgens unterwegs, wenn außer mir noch keiner das Bett verlässt – kommt immer wieder der faszinierende Moment des Sonnenaufgangs. Wenn die ersten Strahlen beginnen, die Nase zu kitzeln und in wenigen Sekunden wird es von hell strahlend … das ist gewaltig und oft auch magisch. Und so tief lebendig.

Habe ich genug von dem gemacht, was mich wirklich glücklich macht?
… aus übervollem Herzen: ja.

Welches ungewöhnliche Kompliment hat mich in diesem Jahr besonders berührt?
Eine Grafikdesignerin hat meine Bilder als besonders und berührend beschrieben – eine andere hat mir geraten, sie an Bildagenturen zu verkaufen …

Wofür bin ich besonders dankbar?
Mein engstes Umfeld ist gesund durch das Jahr gegangen. Und auch das weitere Umfeld ist im Großen und Ganzen von schlimmen Krankheiten verschont geblieben. Dafür bleibe ich dankbar und demütig.

Was kam im Jahr 2021 dazwischen?
Der „Schuss“ ins Wadl, ein simpler Muskelfaserriss, der mich aber ordentlich durchgerüttelt hat , mental und körperlich. Und ein bisschen hat sich mein Immunsystem dadurch heruntergefahren, so dass mich die letzten Wochen eine bakterielle Infektion ganz schön „gedämpft“ hat. Ich fühle mich seit kurzem kuriert und hoffe, das bleibt so.

Was hat mich geärgert – und welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?
Manches, die Konsequenz ist, dass ich mich um mehr Distanz bemühe. Das ist für einen hochsensiblen Menschen eine Herausforderung, der ich mich aber gezielt stelle.

Das Beste, was ich für jemand anders gemacht habe?
Mit dem Gassigehfreund spazieren gehen.

Das Beste, was ich für mich selbst gemacht habe?
Momente im Bild festgehalten und mich fotografisch weiterentwickelt.

Habe ich den Menschen, die mir wichtig sind, dies oft genug gezeigt?
Ich glaube, das habe ich.

Wer oder was hat mich herzlich zum Lachen gebracht?
Vor allem meine Nichten, meine Familie, meine Freunde, meine Kollegen. Situationskomik, Zufälle …

Wann und wodurch habe ich mich besonders geliebt gefühlt?

Jedes Mal, wenn die Nichten und ich zusammen waren.

Wem ich schon lange Danke sagen wollte?
Euch. Ein herzliches Dankeschön aus ganzem Herzen fürs Mitlesen, für den Gedankenaustausch und für die vielen Impulse.

Wie geht es mit dem Blog weiter?

Mitleser wissen: mein Umfeld liefert ausreichend Geschichten, die einfach aufgeschrieben werden müssen. Bezüglich der Frequenz habe ich mir in den vergangenen Wochen oft Gedanken gemacht, weil ich immer mal wieder ein schlechtes Gewissen habe, wenn es nicht regelmäßig ist. Dabei hab ich nie erwartet, jemals so viel, so häufig und so überhaupt zu bloggen. Deshalb: so, wie es sich ergibt und wie es mir reinpasst 😉

Euch allen wünsche ich einen guten Start für 2022 – ich hoffe, ihr habt mit dem vergangenen Jahr liebe- und friedvoll abgeschlossen und wünsche uns allen, dass es 2022 viel Miteinander und ein gutes Zusammen geben wird.