Archiv der Kategorie: einfach so

Familiengeschichten: Grillen

Grillen ist in unserer Familie so eine Sache: Wir „Kinder“ lieben es, meine Eltern mögen gern Gegrilltes essen, aber der Aufwand, bis der Grill angeheizt ist und bis das dann alles fertig ist … aber trotzdem: hin und wieder grillen wir. Und wenn, dann aber richtig. Denkt zumindest meine Mutter.

Anstatt also an die Leichtigkeit des Grillens zu denken, beginnt sie, in Massen zu planen. Rechnet pro Mitesser Portionen, die schlicht nicht zu bewältigen sind, auch für gute Esser. Dass viel übrig bleibt und dass das an der Vorbereitung von zu viel liegt, das mag sie dann aber immer nicht so recht akzeptieren bzw. argumentiert dann immer sehr unsachlich, dass das bei anderen ja auch so sei …

Kürzlich habe ich mich durchgesetzt und es gab keinen zusätzlichen Kartoffelsalat als Sättigungsbeilage. Meine Brüder und mein Vater haben wie so oft dann das viel zu viel an Fleisch aufgegessen, damit es eben nicht übrig bleibt. Allerdings unter lautem Protest. Ihr egal, „hab ich ja gleich gesagt, dass es nicht reichen wird, hätt ich doch bloß den Kartoffelsalat gemacht.“

PS: mein Schwager, angeheiratet, grillt ja Sommer wie Winter. Am liebsten täglich. Mit einem Gasgrill, für Profis, versteht sich. Und das muss dann sogar meine Mama neidlos anerkennen, dass er, wohl weil so oft, die Portionen recht gut schätzt – weniger Masse, dafür Klasse, oft Fisch und Käse.

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Nichten-Tanten-Logik

Bei der großen Gartenverschönerungsaktion rund ums neue Haus haben wir Großen für den Geschmack der bezaubernden Nichte viel zu viel vom liebgewordenen Wildwuchs entfernt, vor allem von ihrem Geheimgang … als wir uns kürzlich auf den Weg zum Mirabellenbaum machten, meinte ich zu ihr, dass wir da noch einiges rausschneiden sollten, denn wenn sie in Zukunft Besuch von Freunden bekommt und die hinter ihr durch den Garten rennen, wäre ja schon toll, wenn denen nicht die Zweige und Äste um die Ohren klatschen. Oder?

„Quatsch Coco, die sind ja nicht so groß wie du …“ – Thema erledigt. Njjjjja, nicht ganz. Weil sie ja vorausgeht und die Zweige wegschiebt, damit schnalzen die auf die kleineren Menschen wahrscheinlich eher noch mehr drauf. Oder so.

Meine wahrhaft schlaue Antwort lautete aber „Du weißt doch noch gar nicht, wie groß deine zukünftigen Freunde sind.“ Ja, Logik können wir zwei.

Die doppelt runde 8

Die meisten von uns verknüpfen mit der Feier von runden Geburtstagen, wenn eine 0 im neuen Lebensalter enthalten ist, also 10 – 20 – 30 – 40 – 50 … und so weiter. Beim Nachdenken über das kommende Jahr der beiden Patenmädels ist mir aufgefallen, dass die erste 8 ja quasi 2 mal die 0 hat, also ist das doch eigentlich ein sehr, um nicht zu sagen doppelt feiernswerter Geburtstag?
Finde nicht nur ich, auch Mademoiselle hat ihren doppelt Runden gestern gebührend zelebriert. Schon bei den Vorbereitungen, es gab eine ausgiebige Dusche mit Pflege- und Verwöhneinheiten, damit Haut und Haare am Ehrentag strahlen konnten. Auch die neuerdings liebgewordene Tagescreme hat sie reichlich benutzt, um ihre Haut weich und jung zu erhalten.
Wie immer waren die Festivitäten im kleinen erweiterten Familienkreis genau richtig, die Geschenke wurden huldvollst in Empfang genommen. Und als die Erwachsenen dann zu viel gequatscht haben zog sich das Geburtstagskind du jour mit ihrem großen Bruder auf einen Film mit Drachen zurück …
Danach war die Müdigkeit groß, wobei, nicht groß genug, um bei einem Kontrollstreicheln der Stirn des großen Bruders zu bemerken, dass er mal wieder seine Teenager-Waschlotion verwenden solle und etwas Creme danach könne auch nicht schaden. Gut, der war ein paar Tage im Zeltlager und kam vergleichsweise ungeduscht und ungepflegt zurück, sieht aber mittlerweile wieder wie ein ganz normaler Pubertier aus 😉

Ein Wermutstropfen bleibt freilich: zum ersten Mal konnte der kranke Opa, der ja den Geburtstag mit seiner Enkeltochter teilt, nicht mit dabei sein. Der Tumor wächst, die Krankheit schreitet voran. Die niederschmetternde Prognose von wenigen verbleibenden Wochen vor 2 Jahren hat er um ebendiese überlebt, aber nichts ist für die Ewigkeit …

Ankommen und Einleben

Umziehen ist einerseits immer blöd – andererseits immer neu und aufregend. Für die beiden Nichten und Eltern war’s vor allem viel. Streckenweise zu viel. Das gebuchte Umzugsunternehmen hatte zu wenig Volumen und Zeit kalkuliert, was es zum einen deutlich teurer gemacht hat, zum anderen musste die Familie mehrfach ausrücken, helfen und eben doch mitschleppen, was ja gerade nicht passieren sollte, wenn man es in externe Hände gibt.

Dann ist Umziehen bei extrem heißen Temperaturen echt noch anstrengender. Und weil das neue Haus auch noch sehr vollgestellt ist hat grad irgendwie keiner Spaß. Die Eltern versuchen, das Chaos zu lichten, die große Nichte ist weder bezaubernd noch vom neuen Zuhause verzaubert, die kleine Nichte ist zu allem Übel auch noch mit hohem Fieber krank …

Zum Glück ist es dann aber doch wie immer: sobald ein paar der gewohnten Möbel stehen, die Kisten so verteilt sind, dass man sich dazwischen bewegen UND endlich auch mal wieder lümmeln kann, entspannt sich die Lage. Als ich gestern Abend – nach dem ersten Tanten-Nichten-Allein-Ausflug, eigentlich auf einen Döner, wegen Sommerferien würde es die neue Lieblingspizzeria – gefahren bin, hatte ich ein gutes Gefühl.

Jetzt muss nur noch Nichte 2.0 gesund werden, dann wird sich auch die bezaubernde Nichte gut ins neue Zuhause einleben. Zum Glück sind Ferien, große Sommerferien, und rundrum gibt’s so viel Neues zu entdecken. Ankommen und Einleben ist angesagt.