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Kreativ mit Kindern

Dass das Nichten-Tanten-Gespann äußerst chaotisch ist, hat auch sein Gutes, wenn es um Kreativität geht. Von den Paula-Geschichten habe ich ja schon berichtet bzw. sie sind hier reichlich nachzulesen. Ebenfalls in diese Zeit fiel auch das Kinderlieder singen und einzelne Sequenzen umdichten. Wenn es nämlich zum Beispiel einen Onkel gibt, der Jäger ist – dann kann man wunderbar eine persönliche Note einbringen:

„Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, gib sie wieder her –
sonst wird dich der Klaus holen, mit dem Schießgewehr, sonst wird dich der Klaus holen – mit dem Schießgewehr.“

Da singt Nichte 2.0 mit und juchzt ab der ersten Nennung von Onkel Klaus mit so einem glückseligen Lachen … Klar, dass wir da noch ein paar andere Varianten eingebaut haben. Aber eigentlich reicht das schon voll aus.

Dummerweise haben die anderen Verwandten keine ähnlich zu verwertenden Hobbies oder Berufe, sonst hätten wir bestimmt schon viel mehr kreativ umgedichtet 😉

Feierliches Wiedersehen

Das Verständnis war groß, wenn nur das mit der wachsenden Sehnsucht nicht wär … und dann wurde inmitten des totalen Herunterfahrens ja auch noch eine neue Enkeltochter geboren. Ein runder Geburtstag und die Lockerungen waren jetzt auf jeden Fall dann mehr als genug gute Gründe für ein familiäres Wiedersehen. Beim Zusammenkommen bleibt die Runde zwar klein, aber alle Herzensmenschen auf einem Fleck. Und beim Aufeinandertreffen hat man an allen Ecken und Enden so was von gespürt, wie sehr das mit dem Vermissen und das Videotelefonieren jetzt auch mal langsam nervt? Und wie schön sich „in echt“ anfühlt.

Strahlende Kinder- und Großelternaugen sind schon was echt Besonderes. Und kreativ macht es auch, die Nichten haben selbst gebastelte, sogar selbst geschriebene Geschenke und Glückwunschkarten mitgebracht. Und spontan eine Einlage zu Besten gebracht: mit einigen wenigen Utensilien und sich verstellen haben sie jeden einzelnen so gelungen interpretiert, dass alle vor lauter Lachen gar nicht mehr raten konnten, wer da gerade parodiert wurde 😉

Das jetzt jüngste Familienmitglied ist einfach so im Pulk mitgelaufen … also leider ja noch nicht in echt. Aber jeder musste sie mal rumtragen. Und dabei bewundern. Und vergleichen. Und feststellen, wie groß sie schon ist. Und und und. Zum Glück ist Nichte 3.0 von zu Hause schon eine laute Kulisse gewöhnt, denn mit zwei lauten großen Schwestern …

Das Geburtstagskind? Hat alles sehr genossen. Die Familie. Das beim Wirtshaus geholte Essen. Sogar das Wetter. Und die Erholungsphase zwischendrin, denn typischerweise bleibt sie lieber daheim, wenn wir eine Runde Frischluft erlaufen. Auch da also alles beim Alten und „in Balance“.

Achso, ja: mein Geldbeutel mit allen Ausweisen und Karten und so ist dummerweise mit den Nichten nach Hause gefahren … da muss er jetzt mal ein paar Tage bleiben. Obwohl Nicht 2.0 ja gestern beim Abschied schon vorgeschlagen hat, dass ich heute gleich zu Ihnen kommen soll. „Ich muss doch arbeiten.“ „Warum?“ …

Paula und die Libelle: Vorlese-Geschichten aus der Nachbarschaft

Wenn Paula in diesen Tagen am Teich döst, dann hat sie ein paar mal einen blauen Faden durch die Luft schwirren sehen … „Komisch, was ist das? Bröselt da was vom Himmel herunter?“ Langsam aber sicher legt sie sich bewusst auf die Lauer, um zu beobachten, was es ist. Da, schon wieder fliegt der blaue Faden vorbei. Wobei – jetzt, beim genau Betrachten sieht Paula, das das Ding Flügel hat. Und vorne sowas wie Augen? Was ist das?

„Hey, du,“ ruft sie, „wer und vor allem was bist du denn?“ „Ich?“ ruft es zurück. „Mein Name ist Sissi – und ich bin eine Libelle. Genauer gesagt eine blaue Federlibelle. Lieber wär ich allerdings eine Prachtlibelle geworden.“ „Oh, ich hab gar nicht gewusst, dass es Libellen gibt – und noch viel weniger, dass ihr verschieden seid. Worin genau liegt jetzt der Unterschied?“

Sissi, die Libelle, macht es sich auf der Seerose bequem. „Also, ich hab einen blauen Körper, meine Flügel sind aber fast durchsichtig. Andere Libellen haben andere Farben, manche sind am Kopf anders gefärbt oder haben farbige Flügel oder oder oder. Und jede heißt eben anders. Und natürlich wäre es mir lieber, eine Prachtlibelle zu sein.“ Hm, Paula denkt eine Weile darüber nach.

„Ich finde dich sehr schön, du bist so zart und schillernd. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine andere Art schöner oder prächtiger ist als du? Und ich bin ja auch eine ganz besondere Hunderasse – mein Herrchen Andi sagt immer, dass ich besonders süß bin. Manchmal wär ich aber auch viel lieber ein anderer Hund, hätte gern kürzere Haare, damit der Dreck nicht überall an mir hängen bleibt. Oder ich wär manchmal gern größer. Dann mal wieder kleiner. Aber alles in allem find ich mich ganz in Ordnung und mein Leben, das mag ich richtig gern, so wie es hier rundrum in meinem Garten und mit meinen vielen Freunden ist. Da möchte ich um nix in der Welt mit einem anderen Hund tauschen.“

Die Libelle Sissi fliegt ganz sacht zu einem anderen Seerosenblatt – dort legt sie sich hin, schaut Paula nachdenklich an und antwortet: „So hab ich das noch gar nicht betrachtet, dass wahrscheinlich jeder immer mal wieder anders sein möchte. Und du hast recht, ich bin auch ganz zufrieden mit meinem Leben: ich darf von Teich zu Teich durch die schönsten Gärten fliegen und treffe immer wieder auf nette Bekanntschaften wie dich. Weißt du was: ich komm bald wieder vorbei, dann können wir gemeinsam an deinem Teich abhängen und die Sonne genießen. Aber jetzt muss ich weiter.“ Sprachs und flog mit einem „Tschüss bis bald Paula!“ davon.

„Ja, bis bald!“ winkte Paula ihrer neuen Freundin hinterher – und bewunderte, wie der schlanke blaue Faden sich elegant durch die Luft bewegte. „So werd ich wohl nie fliegen können …“ seufzte die Hundedame. Und dann musste sie kopfschüttelnd über sich selbst lachen, denn genau das hatte sie doch gerade ihrer neuen Freundin erklärt. „Aber so ein bisschen träumen muss auch erlaubt sein.“

Sonntagsfreude: Tantenmomente 2.0

Als ich zum zweiten Mal Tante geworden bin hab ich gedacht, dass ich so als Tanten-Nichten-Chaos-Team schon so ziemlich alles erlebt hab – und mich auf viele zweite Male gefreut. Tatsächlich ist es so, dass wir jetzt ein 3er-Team sind. Also meistens, außer wenn eine bockt … aber davon wollte ich jetzt gar nicht berichten. Sondern über alles, was mit Nichte 2.0 so ganz neu und anders und sehr aufregend ist: zum Beispiel hat mir meine zweite Nichte heute früh die Zähne geputzt. Und die Haare gekämmt. Zweiteres machen wir schon etwas länger, das Zähneputzen kam heute neu dazu. Zuckersüß.

Gestern waren alle Mädels zu einem Termin unterwegs, weil Nichte 3.0 und ihre Mama sind von der Geburt noch etwas „verrenkt“. Und wenn die zwei einen Wohlfühltermin haben kommen einfach alle mit. Beim Warten hatte 2.0 Durst, außer einer Thermoskanne in der Wickeltasche war nix da … also testet die Tante, Nichte 1.0 weiß auch nicht, ob das Tee sein könnte, schwups, trinkt 2.0 – ja, liebe Mütter, ich weiß. Da saß ich auf der Leitung. Zum Glück war zwar das Gebrüll groß, aber das Wasser war nicht brühend heiß … und sie hat es auch nicht wirklich getrunken. Glück gehabt. Aber schon BLut und Wasser geschwitzt …

Keine Frage, dass auch die bezaubernde Nichte weiterhin für erste Male gut ist: aus Langeweile hat sie Bilder auf meinem Handy geschaut. Und dabei den Notruf angerufen … Das waren zugegeben wie immer aufregende 24 Stunden Tanten-Nichten-Besuch. Aber immerhin haben wir uns endlich wieder gesehen. Und wie 2.0 so schön gesagt hat: „Tante Coco, bleib doch einfach, für immer und ewig.“ ❤