Archiv der Kategorie: einfach so

Der Moment vollkommener Zufriedenheit

Der Blick durchs Fenster, die Überraschung: es ist klirrendkalt, Sternenstrahlen und Morgenrot versprechen Sonnenschein. Dann gehst du durch die Tür und es erwartet dich tiefblauer Himmel. Der Frost hat alles mit bezaubernden Spitzen-Bordüren verziert. Du läufst, mit offenen Augen, füllst deine Lungen mit der frischen, klaren Luft. Und wirst erfüllt von tiefem Frieden. Von Ehrfurcht für diesen besonderen Tag. Von Dankbarkeit für das Geschenk, Zeit zu haben, alles erkennen und aufnehmen zu dürfen. Und da ist er – der Moment vollkommener Zufriedenheit. Schön, dass du ihn erkennen und begreifen darfst.

Nachwuchs

Als meine Schwester schwanger war und ihr Bauch angefangen hat, zu wachsen, hatte Nichte 2.0 eines Tages auch ein Baby im Bauch. In der Zwischenzeit haben wir öfter mal beobachtet, dass sie auch sonst ganz das nachgemacht hat, was ihre Mama mit Nichte 3.0 gemacht hat, also stillen, wickeln und all so was. Aber immer, wenn wir nachgefragt haben, war ihr Baby leider noch nicht da.


Und wisst ihr was? Eben hab ich endlich die Nachricht bekommen: Heute Nacht war es so weit. Das Nichten-Baby kam per Kaiserschnitt, ist 4 Kilo schwer und 56 cm groß. Und heißt – pragmatisch – wie die kleine Schwester, ist einfacher.

Die kleine Mama hatte ihr (Puppen-)Baby auf dem Beweisfoto voll Stolz auf dem Arm … Herzlichen Glückwunsch!

Perspektive

Heute war ich eingeladen – zu einem runden Geburtstag. Die Einladung kam zu einem Zeitpunkt, an dem man schon vorsichtiger mit Planen war. Statt „groß“ einzuladen wurde eine verkleinerte Runde der engsten Menschen in einer WhatsApp-Gruppe zusammengefasst. Und statt dem wahrscheinlich dem Anlass gebührenden eigentlich geplanten großen Happening war es ein minimaler, um nicht zu sagen fast schon kuscheliger Alternativplan: warm einpacken, wir feiern im Garten und es gibt viel warme, wärmende Suppe … Die positiven Rückmeldungen waren enorm, alle fanden die Idee einer Novemberfeier auf Abstand und Draußen grandios. In diesen Zeiten.

Anders als andere, die das jetzt trotzdem – mit weniger Gespür für Abstand und drinnen – machen würden, hat das Geburtstagskind konsequent abgesagt. Sie hält sich an Regeln, bringt nicht deutlich mehr als zwei Haushalte zusammen, auch nicht an der frischen Luft. Einfach, weil. Und das finde ich gut.

Auf die Absage haben übrigens alle sehr positiv reagiert – und mit viel Perspektive. Denn irgendwann ist das ein schöner Grund, vieles Nachzufeiern. Und darauf kann man sich auch mit gutem Gewissen vorfreuen … Liebe Mama der Münchner Patenkinder, lass dich heute in dem Kreis deiner Liebsten schön klein feiern. Mit großer Perspektive – auf weiterhin aufregende und abwechslungsreiche Lebenszeiten. Happy happy Birthday 🙂

Müde

Ich find den Begriff „Corona-müde“ schon SEHR zwei- bzw. vieldeutig. Dummerweise leiden nämlich all diejenigen im Bekanntenkreis, die im Frühjahr an Corona erkrankt sind, tatsächlich an einer ständigen, bleiernen Müdigkeit. Insofern ist die Formulierung für alle anderen, die das für sich in Anspruch nehmen, sich „Normalität“ zurück wünschen, ein bisschen oder besser fast schon auf skurrile Weise absurd …

Ein Gedanke, der mich gerade wirklich beschäftigt: Ja, die Politik versucht, auch diejenigen, die sich eben nicht an die sehr einfachen Regeln halten, irgendwie dazu zu bringen, andere nicht zu gefährden. Aber doch genau deshalb, weil sich, wie gerade geschrieben, einige nicht an die sehr einfachen und – zumindest mir so erscheinenden – Regeln halten: AHA+ L(+A) :

  • Abstand einhalten
  • Hygiene ernst nehmen (also Händewaschen gilt übrigens immer noch als recht probates Mittel – ich mein ja nur)
  • Alltagsmaske tragen
  • jetzt im Herbst/Winter wurde um regelmäßiges Lüften ergänzt
  • die Corona-Warn-App nutzen

Und ich bedanke mich hiermit bei allen, die sich wie ich daran halten.

Dummerweise erlebe ich gerade bei gar nicht mehr so wenigen Menschen in meinem Umfeld regelrecht asoziales Verhalten. Das geht von eigenen oder geteilten Hassreden in den sozialen Netzwerken über „Ich lasse mir nicht verbieten, zu feiern – wann, wie oft und mit wem ich will“ bis zu direkten, persönlich-verletztenden Angriffen auf „euch dumme Schlafschafe“, dass ich von meiner Anspannung diesen Verhaltensweisen gegenüber (und dem hoffentlich unmittelbar folgenden Entfreunden …) müde werde …