Archiv der Kategorie: einfach so

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Tatsächlich feiert die bezaubernde Nichte kommendes Wochenende eine vorgezogene Party. Auch wenn das vor ihrem eigentlichen Jubeltag ist. Aber das günstige Eventpersonal (also die Tante, also ich) hat am 2. Adventswochenende ein anderes Engagement. Deshalb finden die Feierlichkeiten einfach vorab statt. Und den Mädels ist der konkrete Anlass eh nicht soooo wichtig, hauptsache Geschenke. Und feiern.

Die Vorfreude steigt 😊

Spruch zum Wochenende: Wie ein Kind

„Es tut dem Menschen gut, wenn ihm ab und zu die Luft wegbleibt, wenn er mit offenem Mund und großen Augen dasteht wie ein Kind.“ (Sprichwort)

Ich durfte gestern einen Film sehen, Bilder, die mich tief drin im Herzen bewegt haben. Und im wahrsten Sinn des Wortes, wie wohltuend war es, Gabi Röhrl im Film auf ihrem Camino zu begleiten. Sie erzählt in Wort und Bild vom Frieden. Dass jeder seinen eigenen Weg geht. Dass die Menschen unterwegs sich selbst begegnen. Und das ist sogar mir beim „nur“ Zuschauen passiert …

Und ich saß mit so vielen anderen im Publikum, hatte manchmal Tränen in den Augen, mir ist sehr oft die Luft weggeblieben – und ich hab mit offenem Mund und großen Augen gestaunt. Wann ich losgehe? Ich bin längst in Bewegung ❤️

 Buen Camino 👣

 

Das mit dem Kater

In meinem Haus wohnt in einer der Erdgeschosswohnungen ein Kater. Jahrelang war er eher zurückhaltend und scheu. Wer mich kennt weiß: das hindert mich nicht, mich mit ihm zu unterhalten. Mit Erfolg.

Seit kurzem erwartet er mich regelrecht. Sobald ich mein Auto in der Straße geparkt habe begleitet er meinen Heimweg. Ein kleiner blitzschneller Aufpasser – der dummerweise auch mal zwischen meine Schritte gerät. Obwohl er eine eigene Katzenklappe hat, wollte er heute unbedingt mit mir durch die Haustür gehen. Doof, denn er kann nicht selbst an seiner Wohnungstür klingeln … musste dann ich für ihn erledigen.

Reinspaziert ist er übrigens huldvollst, wie auf dem roten Teppich ist er an seinem Herrchen vorbei spaziert. Der musste mit mir von Herzen lachen über seinen divenhaften Mitbewohner 🐈

Themenwoche Bildung

Wer hier schon länger mitliest weiß, dass ich Fan der jährlichen Themenwoche der ARD bin. Zum Einen, weil ich bislang alle Themen gut fand, aber auch die Impulse, die verschiedenen Herangehens- und Betrachtungsweisen finde ich hochspannend. Aktuell geht es um Bildung. Und ich musste über diesen Artikel sehr schmunzeln. Ich stimme in vielerlei Hinsicht zu. Was ich von meinen Patenkindern so am Rande mithöre ist, dass sie schlicht zu viel Stoff durchpauken, „wissen“ müssen. In allen Fächern, also auch in den nicht Interessensgebieten. Und da bleibt zwangsläufig die Neugierde auf der Strecke.

Besonders „schön“ kann ich das an der bezaubernden Nichte erkennen. Als Viertklässlerin sieht sie sich lerntechnisch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Ihre Interessen liegen klar in den sprachlichen Bereichen, Phantasie, Kreativität, Menschen, Tiere, Natur. Dummerweise hat sie es überhaupt nicht mit der Mathematik. Der Wille (und einige wenige erwachsene Erwartungshaltungen) meint aber, dass sie schon einen höheren Schulabschluss anstrebt. Also braucht sie auch eine gute Note in Mathe … zum K.

Jetzt ist es ja interessanterweise so, dass für die meisten Menschen in ihrem späteren Leben ausreicht, die Grundrechenarten und ihre Verwendung sicher zu beherrschen. Unser Bildungssystem möchte aber Algebra, Geometrie und Stochastik abfragen. Ich persönlich wundere mich nicht, dass nur ein Bruchteil der Kids da durchsteigt. Auch mir waren Mathe und Physik eher Stolpersteine auf meinem schulischen Weg. Aber ich hatte zwischendurch immer Glück: Lehrer, die es geschafft haben, meine Neugierde zu wecken. Und so mal wieder zu verstehen.

Was für mich tatsächlich gar nicht mal so absurd wäre: ein Schulsystem, das nach einer Grundausbildung im Lesen, Schreiben und Rechnen mehr Fähigkeiten fördert und an die Schwächen anders herangeht. Für mich hätte ich mir damals gewünscht, mich in Mathe und Physik statt in den für mich völlig absurden, da unverständlichen Rechenmodellen und Formeln zu bewegen, mehr lebenstaugliche, praxisnahe Anwendung zu üben. Und insgesamt hätte ich mir weniger „wir müssen den Lehrplan erfüllen“ und mehr „ich vermittle euch dieses Wissen, weil es für euch und für die Allgemeinheit von Interesse ist“ gewünscht.

Noch ein Gedanke im Kontext: auch ein großer Teil von dem, was wir immer so gerne als Allgemeinbildung, als emotional menschliche Grundausbildung betrachten, auf der Strecke. Wenn das dann nicht über das Elternhaus gewährleistet wird … sollte man sich mal drüber nachdenken?