Archiv der Kategorie: einfach so

Walkers High

Das sogenannte „Runners High“, zu deutsch Läuferhoch, hab ich tatsächlich noch nie erlebt. Dafür hab ich dieses Hochgefühl ziemlich oft auf meinen zugegeben ausgedehnten Spaziergänge. Wobei es weniger mit der Länge der Strecke als vielmehr mit den einmaligen Eindrücken unterwegs, besonderem Lichteinfall, einem neuen Platz, tierischen Begegnungen und und und zu tun hat. Die letzte Wanderung zum Beispiel – ich hab dem Gassirundenfreund meine neue Strecke durch den Wald gezeigt, unterwegs ging die Sonne auf – im Wald haben wir Fuchs und Hase guten Tag gesagt. Anschließend haben wir was ausprobiert, uns dabei nicht verlaufen, ein besonderes Fleckerl an einem Teich, einen neuen Teich und schließlich einen besonderen Weg entdeckt …

Gehen macht glücklich. Und noch glücklicher bin ich, dass ich so viele tolle Menschen kennen darf, die meine Wege mitgehen.

Erkenntnis

Ich habe ja oft gerätselt, warum ich den Arbeitsweg zum Freizeitparadies am Ammersee so gar nicht ins Herz schließen konnte. Alle Versuche, den Weg als Ziel zu nehmen, haben nicht zu vorhaltenden positiven Erlebnissen geführt. Diese Woche meine Erkenntnis: ich bin ein Tageszeitenmensch. Mein natürlicher Rhythmus folgt der Sonne. Die hatte ich jahrelang auf dem Weg von Ost nach West morgens im Rücken, abends auf dem Heimweg ließ ich sie wieder hinter mir … Auch das habe ich mit dem beruflichen Wechsel verändert. Und es entspricht mir viel mehr, macht mich zufrieden. Wenn ich zur Zeit morgens in die aufgehende Sonne fahre komme ich voll positiver Gefühle an, was für ein guter Start in den Arbeitstag. Gut gemacht 🌅

Dem Mond seine Leibspeis statt Sternschnuppen

Für heute früh waren für Bayern Sternschnuppen in Hülle und Fülle angesagt – durch das dichte Wolkenband leider nicht zu sehen. Das Zeitfenster hab ich genutzt, um ein zauberhaftes Kinderbuch durchzublättern. Das möchte ich allen, die Kinder, Patenkinder oder Enkel haben, des Bairischen mächtig sind oder einen Übersetzer finden, gerne ans Herz legen: Dem Mond seine Leibspeis.

Die Geschichte vom vollen Mond, dem seine Leibspeise zu gut schmeckt, so dass er immer wieder kugelrund wird, um dann wieder zu fasten, ist wunderschön. Dazu hat die Tochter des Autoren Bilder geschaffen, die nicht nur Kindern gefallen. Für mich war es ein mehr als gelungener Ersatz für die nicht gesehenen Sternschnuppen 😊

Zwischen den Jahren

Meine Familie ist ja bekannt dafür, dass es bei uns eher nie langweilig wird, deshalb haben mein kleiner Bruder und seine Frau ihren Umzug auf die ruhige Zeit zwischen den Jahren gelegt. Sie ziehen von der Stadt zurück aufs Land. Das eingespielte geschwisterliche Umzugsteam wurde zeitweise durch ein befreundetstes Paar und weiteren Familienzuwachs ausgebaut. Weil, auch wenn die Wohnung nicht riesengroß ist und im Vorfeld viiiel ausgemistet wurde … ihr kennt das Thema 😉

Zur Stadtwohnung im wunderschönen Stadtteil Giesing geht es einige Stockwerke hoch, Altbau, niedrige, knarzende Treppenstufen. Die sind wir in den letzten beiden Tagen unzählige Male mit mehr oder weniger Ballast runter und wieder rauf. Und von vorn. Die halbe Wohnung haben wir gestern bereits zu viert umgezogen, den Rest heute zeitweise zu acht. Witzig war, dass der Cousin, der auch zum schwer mit anpacken eingeplant war, genau in dem Moment in den Hof reinfuhr, als wir gerade alles in der neuen Wohnung (Übergangslösung für die Bauzeit des eigenen Heims) oben hatten …

Gestern war Nieselregen und bäh, heute hatten wir es zwar kalt, aber sogar sonnig. Mit sehr besonderen Lichtspielen. Die Fahrt raus aufs Land war ziemlich toll, begleitet von Turmfalken, Reihern und sogar einem Bussard, der mich, seelenruhig auf einem Ortsschild sitzend, gemustert hat. Und solche Momente entschädigen mich bekanntermaßen für die jetzt schmerzenden Wadl. Meine anscheinend festsitzende Halsentzündung hab ich dazu ganz gut im Griff, Thymian und Salbei gurgeln, inhalieren und dazu Unmassen von Tee – jetzt wieder eine Mütze voll Schlaf.

Und morgen? Morgen hab ich frei. Frei. Bin sehr neugierig, ob mir morgen langweilig wird …?