Archiv der Kategorie: einfach so

#BleibzuHause

Seufz. Jetzt macht mir auch noch mein Telefonanbieter permanent ein schlechtes Gewissen … wenn das so einfach wäre.

Um ehrlich zu sein: ich hab meine sozialen Kontakte schon früh reduziert. Schon früher, als andere/viele/die meisten aktiv geworden sind. Liegt daran, dass mir die Folgen einer viralen Infektion nicht unbekannt sind. Dass ich weiß, dass es bei mir nicht ausbrechen muss, ich aber trotzdem andere anstecken kann. Meine Schwester ist an einem Virus gestorben. Seitdem kenne ich diesen kleinen Faktor der unsichtbaren Infektionsgefahr. Zu gut.

Früh war auch klar, dass mein Arbeitgeber uns nicht ins Homeoffice schickt. Wir haben bislang keine Infektion in der Firma, die Räume sind großzügig, ich arbeite im Einzelbüro. Und fahre mit dem Auto alleine, hin und zurück. Dennoch ist es sehr surreal.

Dazu kommt, dass klar war, dass ich die Familie meiner Schwester unterstützen werde, wenn Nichte 3.0 kommt. Die Großeltern sollen/dürfen nicht. Bruder 1 hat sich aus dem Fasching (da gabs noch kein social distancing) eine hartnäckige Erkältung behalten, Bruder 2 hatte eine positiv getestete Kollegin in der Firma und musste 2 Wochen in Quarantäne. Die Schwägerin meines Schwagers hatte als Lehrerin ein krankes Kind auf dem Schoß, seine Schwester selber 2 schulpflichtige Kinder, die nicht mehr zur Schule gehen dürfen … kurz: es blieb ich übrig.

Mir geht es gut, auch wenn um mich herum alles doch sehr sonderbar ist.

Dass ich mich dann aber von einer Kollegin anfeinden lassen musste, dass ich durch meine Hilfsaktion für meine Schwester die Firma/die Kollegen gefährde …? Ihre Worte waren ziemlich krass, haben mich bis in meine Grundwerte erschüttert. Und ich merke auch jetzt beim Schreiben, wie sehr ich dadurch geschüttelt worden bin. Im Unterschied zu vielen anderen, die trotz Ansagen noch schnell in Risikogebieten unterwegs waren, um Spaß zu haben, im Unterschied zu vielen, die sich jetzt „noch schnell“ in Massen was gönnen wollten, weil es ja bald damit vorbei ist, bin ich zu keiner Zeit ein Risiko eingegangen, habe mich im Gegenteil isoliert. Aus Rücksicht.

Mein Fazit: das Ego ist grenzenlos. Meines vielleicht mal wieder zu klein? Ich weiß grad nur nicht, an was ich da arbeiten soll … Ich bleibe, wann immer möglich zu Hause. Und den Rest der Zeit hab ich ein schlechtes Gewissen. So bin ich.

Zutat

Beim Freundeabend kommt zu später Stunde noch Dessert an den Tisch. Köstliches Panna Cotta, extra schnapslastiges Tiramisu und eine undefinierbare Kugel.

Während drei die Konsistenz als irgendwas zwischen Quark, Eis und Frischkäse zu definieren versuchen, findet der vierte etwas, das auch dazu zu gehören scheint. „Schaut aus wie Knoblauch?“ „Im Desert?“ „Vielleicht Baiser?“

Schwups, im ganzen rein in den Mund und ordentlich drauf gebissen. „Knoblauch …“ wir anderen haben es gerochen, ehe er es aussprach.

Und einmal mehr: Knoblauch schenkt ein langes, aber auch einsames Leben 😉

Kommunalwahlkampf

Auch in meiner Heimatgemeinde, dem Wochenendwohnsitz, wird neu gewählt. Und manchmal muss ich doch etwas grinsen. So hat die lokale Zeitung ganz vergessen, zu erwähnen, dass sich bei einem Weißwurstfrühstück die Kandidaten samt Bürgermeisterkandidat einer politischen Gruppierung vorstellen werden. Gut, immerhin die anderen W-Fragen wann, wo und was es zu essen gibt, wurden veröffentlicht. Etwas Schwund ist immer?

Der Bürgermeisterkandidat ebender Gruppierung hat mich kürzlich beim Einkaufen abgefangen und mir vom verschärften Gegeneinander auf Facebook berichtet. Da mache er sich doch langsam Sorgen. Die würden das gar nicht mal so schlecht machen …

Ich gebe bei Fragen meine Standardantwort: es kommt auf die Inhalte an. Durchsetzen sollte sich die Gruppierung, die im Wahlprogramm die besten Themen für die Kommunalpolitik anbietet. Und diese dann nicht nur als Wahlkampfversprechen gibt, sondern sie auch umsetzt …

Hab am Wochenende immerhin geschafft, meine Briefwahlunterlagen anzufordern, year!