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Heimatverliebt: Bockerl – fahr zua

Vom Schreibprojekt „Heimatverliebt“ hab ich mir ein paar Gedanken aufgehoben, eine davon war das Holledauer Bockerl, die Zugverbindung der Hallertau – lang her. Gerade läuft eine Ausstellung, zum ersten Mal im Herzen der Holledau, in Au in der Hallertau. Und die Gelegenheit hab ich genutzt, um endlich mal wieder zu fotografieren …


Die wichtigsten Stationen der ehemaligen Bockerl-Strecke von Sandelzhausen bis Wolnzach und von dem Bahnhofsknotenpunkt Enzelhausen über Au bis Nandlstadt auf 50 Meter im Modell. 
Nicht nur uns Hallertauern geht da sHerzerl auf – es steckt ganz vui Heimatliebe PLUS Detailliebe drin.
Bockerl – fahr zua, nur vier Männer sind es, die die Geschichte der alten Zugverbindung am Leben halten.
Neben der puren Leidenschaft für Zugstrecke und Züge wird auch das Landleben in früheren Zeiten lebendig.
Die Sammlung ist mittlerweile sehr umfangreich.
Authentische Fuhrwerke der Zeit sind da zusammengetragen.
Überall entlang der alten Bahnstrecke werden Situationen aus dem Alltag ins Bild gerückt.
Die verschiedenen saisonalen Arbeiten im Hopfengarten.
Und mittendurch fährt das Bockerl .
Ich bin mir recht sicher, dass nicht jeder Besucher jedes Detail entdeckt – ich freu mich zum Beispiel über dieses Klohäusl, entdeckt inmitten einer Bauernhofruine.
Hier wird der Hopfen auf den Hof gefahren.
Die rote Ampel am Bahnübergang.
Erntearbeiten an der Bahnstrecke.
Hier löscht die Feuerwehr einen Scheunenbrand, im Hintergrund Polizei und Rettungshubschrauber.
Hippieleben in der Holledau.
In der Schnaps-Manufaktur.
Bockerl fahr zua.
Hopfabrock.
Romantische Platzerl gibts in der Holledau ganz viele – genau richtig für ein heimliches Stelldichein.
Auch neben dem Hopfen gibts in der Landwirtschaft immer genug zu tun.
Das Bockerl fährt durch den Zug-„Friedhof“ …
Immer was los auf dem Land.
Auch Kult: der Eicher. Könnte mein Papa mit seinem Oldtimer-Bulldog sein …
Bahnhofsstimmung …
Warten auf den Zug.
Beladen von Waggons.

Unbezahlte Werbung: Die Ausstellung in der Auer Hopfenlandhalle läuft noch am 23. & 24.03.2019. jeweils von 13 – 18 Uhr – zum Glück stellen die Modellbauer aber immer wieder in der Region aus, das nächste Mal wohl im Herbst, aktuelle Infos hier klicken, ich kann es nur empfehlen.

Sonntagsfreude: Flexibel

Was war das für eine stürmische Woche – wobei ich das wirklich ausschließlich aufs Wetter beziehen kann. Und auf die Wirkung des Wetters auf die Menschen um mich rum … und mittendrin in dieser Wind-und-Wetter-Kapriole wars dann doch himmlisch. Schöne Abende im Freundeskreis, sogar flexibel ein zweites, weil eigentlich nicht geplantes Zeitfenster mit der besten Freundin.

Und ich war gestern beim Aufbau der neuen Schaukel im Nichtengarten dabei, auch ungeplant. Auf den Wegen bin ich durch Ausblicke reich beschenkt worden:

Wenn man von der Autobahn bei Ingolstadt aus und später auf dem Weg über die Holledauer Hügel einmal den kompletten, noch winterlichen Alpenkamm zu sehen bekommt, dann weiß man, wieso man immer flexibel bleiben sollte …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Heimatverliebt: Krampuszeit

Für mich als Kind, aufgewachsen in der Hallertau, vollkommen normal: der Nikolaus erschien mit einem hässlichen Begleiter. Der Krampus war für uns, auch wenn wir nix angestellt hatten, eine Schreckgestalt – eine hässliche Fratze, vermummt in alte Säcke, stinkend und mit Ketten rasselnd, immer ein Reisigbüschel zum „tratzen“, also Bestrafen der unartigen Kinder, dabei … Dieser Brauch war wohl etwas eingeschlafen, stattdessen wurde der in rot gewandete Heilige in den vergangenen Jahren häufig von süßen, goldenen Engerln begleitet, damit die Kinder nicht so viel Angst haben müssen.

Das Bild darf ich mit freundlicher Genehmigung der Freidenkerin verwenden, Dankeschön.

Schön, dass ich in diesem Jahr in der Region viele Hinweise finde, dass es einen Nikolaus mit Krampus gibt. Und nicht nur das, auf zahlreichen Christkindlmärkten gab es einen Krampuslauf. Dazu kommen bislang hauptsächlich Gast-Perchtengruppen aus dem Alpenraum, wo die Tradition noch sehr aktiv gelebt wird. Aus der weiteren Region bin ich auf die Amperperchten oder Frisinga Fratzen gestoßen. Die Perchten sind nicht der Krampus, den ich aus meiner Kindheit kenne, aber irgendwie haben die winterlichen Schreckgestalten bestimmt einen gemeinsamen Ursprung?

In Moosburg hat sich jetzt ganz neu eine Perchtengruppe namens „Moosburger Moordeifen“ gebildet, die an den Adventswochenenden die Innenstadt mit dieser alten Tradition belebt.

Tatsächlich macht das Zuschauen, wie die Gruselgestalten mit lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen, um Passanten zu erschrecken, richtig Spaß. Wegen mir persönlich zuliebe müssen sie ihre Ruten dabei nicht einsetzen, ich finde die Verkleidungen, die an Teufel oder gefährliche Tiergestalten mit Hörnern und Fratzen durchaus furchteinflößend genug.

Ich beobachte, dass Traditionen wie Krampus oder Raunächte, aber auch alte Speisen und Getränke oder Brauchtum die die Waldweihnacht in der Region neue Beachtung findet, und finde das gut. Weitere Gedanken über Weihnachten in der Hallertau hab ich hier, hier und hier schon mal aufgeschrieben. Und über Mythen in der Region hab ich noch einen interessanten TV-Beitrag gefunden, also lieber in die Christmette gehen, statt mit dem Hund zu quatschen …


Jule und Ina laden zum Schreibprojekt „Heimatverliebt“, dieses Mal geht es um Weihnachtszauber. Darüber hatte ich schon mal geschrieben, aber mir fällt erstaunlicherweise zu jedem Impuls doch was Neues ein. Kein Wunder, meine Heimat, die Hallertau, bietet so viel. Mehr aus unterschiedlichsten Regionen findet ihr unter dem Suchbegriff „Heimatverliebt“. Und auch wenn die beiden Initiatorinnen das Schreibprojekt beenden, ich werd wohl Heimatverliebt bleiben und immer mal wieder etwas über die schöne Holledau schreiben … ❤️

#Heimatverliebt: Typisch Hallertau

Über die Frage, was typisch für meine Heimat ist, hab ich länger gegrübelt, will ich schon wieder über Hopfen schreiben? Na ja, aber es ist eben so, dass die Hallertau ja DAS Hopfenland ist. Das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Voll Stolz auf diese Tatsache. Und manche bezeichnen die Holledau sogar als Heimat des Biers, weil es hier sprichwörtlich wächst – mag an der Zeile aus dem Holledauer Lied liegen:

„Und wer no nia an Hopfa g’sehgn, ja, der begreift des nia, was des bloß fir a Arbeit macht bis fertig is des Bier. Da stehst du da, mei liaba Mo, da stehst du da und schaugst, den schönsten Hopfa, s’beste Bier, hat doch de Holledau.“

In Deutschland gibt das Reinheitsgebot vor, dass und wie Bier aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zu brauen ist. Der Hopfen wird dabei gern als die Seele gesehen, er verursacht das Aroma, gibt den typisch herben Geschmack. Und etwas mischt er auch bei der Schaumkrone mit und erhöht auf natürliche Weise die Haltbarkeit. In einem Hektoliter Bier steckt je nach Sorte zwischen 100 und 400 Gramm Hopfen.

Ja, das urspünglich wilde Gewächs ist heute kultiviert – und auf eine gewisse Art und Weise ist der Hopfen Kult. Sein Wachstum wird nicht nur von den Landwirten mit größter Aufmerksamkeit beobachtet, als Pflanze begeistert er im Jahresverlauf so manches Fotografenherz. Dazu lassen sich viele etwas einfallen, die beruhigende Wirkung wurde bereits in Kissen abgefüllt, die besseren Schlaf fördern sollen, über Wochen erfreut er Floristen und Dekorateure als frische Ware, es gibt Schnaps, Pralinen, Sekt … Und immer wieder hat jemand eine neue Idee. Das wird wohl auch – zumindest in der Hallertau – immer so bleiben.


Jule und Ina laden zum Schreibprojekt „Heimatverliebt“, dieses Mal geht es um das, was typisch für die Heimat ist. Ich hätte auch über regional sehr gebräuchliche Ortsnamen schreiben können, viele Dörfer hier enden auf -ing, -bach, -hausen, -kirchen oder -dorf. Aber ist das schon typisch? Und so bin ich bei dem geblieben, was schon einige Male textlich beschrieben wurde, zum Glück aber immer wieder neue Facetten bietet. Mehr aus unterschiedlichsten Regionen findet ihr unter dem Suchbegriff „Heimatverliebt“.