Schlagwort-Archive: münchen

Sommergefühle

„Sommer ist sooooo schön, aber nicht zu heiß soll es halt sein.“

„Alles staubtrocken, aber regnen solls gefälligst nicht.“

„Diese Temperaturen sind in meiner heißen Stadtwohnung nicht auszuhalten, die anderen Stadtwohnungsbewohner sollen aber gefälligst zu Hause bleiben, wenn ich an den See oder in die Berge möchte.“

„In diesen Tagen muss man einfach Eis essen – auf die Hüften darf das gefälligst nicht gehen.“

„Ein paar Grad weniger sollte es halt haben – muss es denn gleich wieder sooooo abkühlen?“

… schon sehr ambivalent, was der Mensch in diesen zugegeben heißen sommerlichen Tagen von sich gibt? Alles Dialoge, denen ich die letzten Tage lauschen durfte. Ich hab das jeweils in einem Satz zusammengefasst, vielen ist gar nicht bewusst, warum ich so still und leise vor mich hin grinse, ganz entspannt auf das jeweilige Gegenargument wartend, das garantiert kommt. Manchmal im selben Gespräch, manchmal ein paar Stunden zeitversetzt. Ja, der Münchner hat’s nicht leicht in diesem Sommer 😉

Abschweifende Sommergedanken

Jedes Jahr wieder fasziniert mich, wie sich die Stadt mit den ersten „richtig“ heißen Tagen verwandelt. Nicht, dass München zu irgendeiner Jahreszeit menschenleer wäre, beileibe nicht. Aber kaum steigen die Temperaturen über die 25 Grad verwandelt sich die Weltstadt mit Herz in eine Metropole im Herzen Italiens. Monaco de Baviere halt.

Anscheinend halten viele Bayern einen lang andauernden Winterschlaf und kommen nur an den echten Hochsommertagen aus ihren Höhlen? Die Stadt wuselt. Gestern haben noch alle übers Schwitzen geschimpft, heute wird über den viiiiel zu kühlen Tag gemeckert. „Und dann regnet’s noch nicht mal …“

Ja, lieber Wettergott, den gern grantelnden Bayern kann man es schwer recht machen? Wobei: der „typische“ zeitgenössische Münchner kommt ja anderswo her, zuagroast quasi 😂😂😂

Übrigens verbringe ich meinen Feierabend heute zu Hause, zum ersten Mal seitdem es „so“ Sommer ist. Alle Fenster und Türen lassen weit offen die frische Luft rein, schön ist das.

Es muss was Wunderbares sein …

Manchmal katapultieren mich Erlebnisse ohne jegliche Vorwarnung im wahrsten Sinn des Wortes in eine andere Zeit. So geschehen gestern Abend. Im Gärtnerplatztheater. Meine „alte“ Freundin und ich haben eine Operette besucht. Ehrlich gesagt hatte ich ein Sing Along, also ganz was anderes als eine „klassische“ Operette, erwartet. Und war umso begeisterter. Warum? Einmal, weil ich Peter Alexander sowieso immer verehrt habe, ihn in seiner Rolle des Kellners Leopold im Weißen Rössl am Wolfgangssee seit Jahrzehnten als Ohrwurm mit mir trage. Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden … eines der wenigen Musikstücke, das meiner Meinung nach keine Frauenstimme verträgt. Und Punkt.

Dann war es für uns zwei beide ein wirklich besonderer Abend, einmal mehr ist deutlich geworden, wie sehr uns unsere musikalische Vergangenheit begleitet. Wie sehr jedes Singspiel einer ähnlichen Dramaturgie folgt. Wie ähnlich die Rollen aufgebaut sind – und da haben wir doch die ein oder andere Pose erkannt, die auch wir vor vielen Jahren einstudiert haben? Was haben wir diese göttliche Mischung aus Operette, Revue, Hollareidulljö und Klischee genossen, wie viel haben wir gekichert und gelacht. Aber auch hingerissen gelauscht, wie „unser“ Leopold, Daniel Prohaska, doch ganz schön nah an „unser Original“ Peter Alexander rankommt.

Insgesamt war ich hingerissen, von der schauspielerischen Leistung, dem Orchester, dem Dirigenten – sogar eine bairische Blasmusik wurde zur Begrüßung vom Kaiser im Urlaubsdomizil ins Salzkammergut importiert 😊😉 Und wie sehr man mit den Protagonisten mitfiebert, trotz all dem Kitsch, wie sehr man über den szenischen Hintergrund lachen muss, dem Echo lauscht, kurz: toll gemacht. Zu schade, dass ich das nur für mich aufschreibe, denn ich hätte, obwohl wir für unsere Tickets bezahlt haben, zu gern eine Empfehlung abgegeben. Zu dumm, gestern war schon der letzte Termin der Spielzeit.

Spruch zum Wochenende: Löwenstark

„Wenn ich so über mein Leben nachdenke, glaube ich nicht, daß ich ein hohes Alter erreichen werde. Aber ich würde lieber einen Tag wie ein Löwe singen, als hundert Jahre wie ein Schaf.“ (Cecilia Bartoli)

Ich freu mich so darauf, heute Abend dem Löwen in ihr zu lauschen. Hach.