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In die Tantenschuhe schlüpfen

Eines der Lieblingsspiele der beiden großen Nichten ist „alte Oma“. Dafür schnappen sie sich Jacken, Hüte, Krücken oder Stöcke, schlüpfen am liebsten in Gummistiefel und ahmen nach, wie gaaaaaanz alte Omas (also nicht die ihren) gaaaanz langsam (na ja) eben herumlaufen.

Nichte 3.0 hat da am Wochenende eine neue Variante eingeführt. Sie hat sich einen meiner Wanderschuhe angezogen und einen Wanderstock – und schelmisch grinsend ging es im Gang auf und ab und auf und ab … Mal sehen, ob sie sich auch später noch so fürs Wandern begeistern kann, wie die Tante? 😉

Sonntagsfreude: Routinen

In diesen Zeiten ändert sich ja fast täglich so vieles. Deshalb passen auch die Nichten und ich unser Verhalten ganz einfach der Zeit und den Rahmenbedingungen an. Also manchmal, da gibt’s täglich sogar 2 x eine Videokonferenz. Einfach weil. Spätestens wenn 3.0 strahlend ein Hallo in den Bildschirm ruft und winkt weiß ich, dass es das so was von wert ist. Und auch dann, wenn Nichte 2.0 etwas leidend gar nicht weiß, was sie noch erzählen soll, weil ja seit dem Morgen gar nichts passiert ist, so mit Fieber und Bäh-Gefühl mit dem Coco-Hasen (ja, den gibt’s tatsächlich immer noch) auf der Couch abhängend. Und sogar die bezaubernde Nichte beehrt uns bei diesen gar nicht so inhaltsreichen Events hin und wieder mit einer kurzen Anwesenheit – hach.

Die neuen Routinen helfen, die aufgrund der Entfernung doch manchmal extrem hinderliche Distanz zu überwinden. Oder schon mal energisch auf dem Festnetztelefon von Oma und Opa (die Tante hat so was nicht) anrufen und einen Termin vereinbaren. Also zum Beispiel, wenn die Tante den Sonntagmorgen mit dem Gassigehfreund durch die Nebellandschaft der Holledauer Hügel wandelt, dann „soll sie sich aber sofort bei uns melden, wenn sie wieder da ist. Und dann machen wir eine Videokonferenz!“

Tantengewissensbisse

Ich sollte viel mehr aufschreiben, zum Beispiel, dass mittlerweile Nichte 3.0 schon frühmorgens mit mir Video konferiert. Oder dass ich für Nichte 2.0 schon eeewig die Paula-Geschichten digital einlesen wollte, damit sie die jederzeit anhören kann, wenn sie möchte. (jetzt erst mal ganz aktuell wird Hänsel und Gretel gewünscht, immer eins nach dem anderen). Und dass die bezaubernde Nichte meine Herbstferienpläne durcheinanderwirbelt, weil sie ja auch noch ihre beste Freundin besuchen will …

Gibt grad so viel, was wichtiger ist, als etwas für später aufzuschreiben. Weil es jetzt passiert. Deshalb wird es wohl noch ein bisschen unregelmäßig bleiben mit der Bloggerei – ich vermute, das „passt schon“.

Momentaufnahmen #19

Die 19. Frage von Aequtitas et Veritas lautet: Was möchtest du an die nächste Generation weitergeben? Welche Werte oder Erkenntnisse?

Das ist sehr einfach, denn genau das ist die Frage, die ich hier auf dem Blog „bearbeite“: ich schreibe meinen Patenkindern hier für später „Meine Sicht der Welt“ auf. Da ist ganz viel von mir zu lesen, von meiner Kinderzeit, die mich sehr geprägt hat, meine Familie und auch sonstige Einflüsse werden oft schon sehr genau skizziert. Und ich gehe durchaus selbstkritisch mit meinem Wachsen und Werden in der Welt um, befasse mit sowohl mit den Stationen und dem, wie ich die Dinge heute sehe.

Warum ich das mache? Weil ich nicht weiß, ob ich später noch da sein werde, wenn es die Kinder von heute interessiert. Weil meine Prägung ist, dass wir vor allem das nicht für selbstverständlich nehmen sollten. Wir können nicht als selbstverständlich voraussetzen, dass wir körperlich und geistig für immer präsent sein werden. Heute kann ich noch kommunizieren, was mir wichtig ist, anstatt sie später rätseln zu lassen.

Und eine andere Erkenntnis ist, dass man selbst als Kind Dinge anders wahrnimmt, als das die Erwachsenen tun. Wenn ich heute Erlebnisse aus meiner Kinderzeit schildere, die mich sehr bewegt haben, merke ich, dass meine Eltern das gar nicht mitbekommen, es als nebensächlich eingeschätzt oder sogar vergessen haben. Deshalb gibts auch die vielen kleinen Momentaufnahmen der Nichten-Tanten-Chaostruppe. Denn eventuell kann das später mal „Licht ins Dunkel“ bringen.

Wenn nicht? Ist es eben so. Ich denke nicht, dass ich das beeinflusse, sondern die kleinen Menschen, die dann groß sein werden. Und es vielleicht lesen werden, oder auch nicht. Mal sehen, ob ich es dann noch kommentieren werde (oder eben nicht).