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Tantenfreuden

Tage wie heute sind legendär. Zu einmalig, um nicht in diesem Medium festgehalten zu werden: Aufgrund der räumlichen Distanz ist mir ja nicht möglich, immer am Alltag der Nichten teilzunehmen. Leider Zum Glück gibt’s Telefon, so kam ich zum Feierabend in den Genuss des Klavierübens der bezaubernden Nichte per Fernsprecher. Und weil es so einmalig schön war, haben beide Nichten ein Klavierkonzert daraus gemacht. Ich hab nicht alle Stücke erkannt, bin aber felsenfest überzeugt, dass die zwei riesengroßes Talent haben. Und wenn sie dann noch laut dazu singen – so schön 😉😊😂

Kulinarischer „Ersatz“ für Ferien im Elsass

Geplant war für die letzte Ferienwoche Hausboot schippern im Elsass. Hat aus Gründen nicht geklappt. Dann musste eben kulinarischer Ersatz her. Deshalb haben die Nichten und ich kürzlich einen Flammkuchen elsässische Art, durch uns frei interpretiert, „gezaubert“. So haben wir es gemacht:

Für den Teig haben wir 250 g Mehl mit einem Päckchen Trockenhefe, einer Prise Meersalz, etwa zwei EL Öl und 140 ml Wasser gut verknetet und dann einen Nachmittag lang kühl gestellt. Den haben wir dann jeweils mehrfach als dünnen länglichen Fladen ausgerollt, damit er schön knusprig wird.

Dann haben wir einen Becher (200 g) Crème fraîche mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat vermengt und unsere Fladen schön gleichmäßig damit bestrichen. Dann wurden die Flammkuchen mit Zwiebel und Schinken oder vegetarisch mit Lauchzwiebeln und Champignons belegt. Damit es schneller geht hat der Nichtenpapa unsere Flammkuchen auf den Grill gelegt – wären auch im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad Ober-Unterhitze auf der untersten Schiene in 10-15 Minuten fertig geworden.

Und einmal auf den Geschmack gekommen musste dann auch noch eine Quiche (Lorraine) sein: für den Mürbteig 250 g Mehl mit 125 g kalter Butter, einem Ei und einer Prise Salz gut verkneten, wenigstens eine Stunde kühl stellen. Eine Quicheform ausbuttern, Mürbteig entweder ausrollen oder mit den Händen in die Form drücken. Für die Füllung zum Beispiel 3 Eier, einen Becher Schmand, etwas Sahne, Schinken, Käse, Champignons und Gemüse nach Wahl (alles klein geraspelt oder in Streifen geschnitten) vermischen, mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern mischen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Ober-Unterhitze auf der mittleren Schiene in etwa 40 Minuten backen.

… und ganz ehrlich: irgendwann wollen wir das aber alles vor Ort genießen. Nicht nur kulinarisch. Deshalb ist es nur verschoben, auf bald mal 😋

„Popi“

Neuerdings verteilt Nichte 2.0 die Sitzplätze. Per Ansage. Das läuft sehr willkürlich, keiner sollte sich setzen, ehe sie nicht definiert hat, wohin der „Popi“ der entsprechenden Person zu verweilen hat. Sonst gibts Alarm.

Das läuft dann zum Beispiel so ab: Das jüngste Familienmitglied merkt, dass irgendwas in Planung ist. Sie will also definitiv miiiiit. Vorsichtshalber dirigiert sie sich dann wortstark Richtung Auto der Tante. Dort ist irgendwie klar, dass ein Kindersitz zu wenig drin ist. Egal. „Coco oder Gigi Popi“ (je nachdem, was ihr gerade einfällt) auf den Fahrersitz – Nini „Popi“ in den Kindersitz – „Gu Popi“ sitzt hinten, ohne Kindersitz. Egal. Hauptsache angeschnallt.

Und Guuuuu bleibt eisern sitzen …. weil sie miiiiiiiit will. Und das Tantenherz bricht, wenn sie sich an mich klammert und unbedingt mitfahren will. Dummerweise: mitkommen würde sie. Nur dann braucht sie irgendwann doch die Mami. Also spätestens beim Einschlafen. Oder so. Weil ich würd sie natürlich gerne einpacken und was mit beiden Mädels machen. Aber da ist sie mit ihren zwei Jahren und als Mama-Kind schlicht noch nicht ganz so weit ….

„Guuuu“ ist übrigens ihr selbst gewählter Name. Wahrscheinlich von „du“. Und zuckersüß, dass die Familie jetzt mit Mami, Papi, Nini und Gu schön durchdefiniert ist.

Manchmal frag ich mich

Nach den letzten Malen, an denen ich ganze Tage mit den bezaubernden Nichten verbracht habe, möchte ich mal eine – möglicherweise recht sonderbare – aber mir doch wichtige Frage stellen: all ihr anderen Tanten und Omas, Onkel und Opas da draußen, gehts euch auch so, dass ihr nach einem kompletten Tag mit Kids, Nichten oder Neffen, zumindest kurz nachdenken müsst, ob ihr euch morgens die Zähne geputzt hattet?

Bei uns läuft das so ab, dass wir zwar eigentlich noch gar nicht wach sind, wenn wir im Bad stehen, aber dann trödelt die eine rum, sinniert und philosophiert – stellt Fragen. Die Kleine räumt auf, sucht, steigt überall rauf – da darf man keine Sekunde zu wenig aufpassen. Und gefühlte Stunden später können wir dann endlich in den Tag starten. Das Schulkind ist dann hoffentlich gewaschen und gekämmt, die Zähne sind geputzt. Die Kleine ist angezogen, frisch gewickelt und hat hoffentlich kein Aua ..

An „normalen“ Wochentagen ist das dann so: Sobald die Große wettertauglich angezogen und mit einem Schulranzen, in dem hoffentlich alles ist, was sie braucht, auf dem Schulweg ist, kann es die Kleine kaum erwarten, sie würde am liebsten schon mal vorgehen in die Krippe … Beim Zurückkommen hebe ich alles auf, was die zwei achtlos fallenlassen haben. Und dann kommt der Moment, in dem mir siedendheiß einfällt, dass ich nicht sicher bin, ob ich früh auch mich gewaschen und gekämmt hatte …?

Ich schreibe das auf, weil Eltern das täglich schaffen müssen, also sich selbst und ihre Kinder versorgen. Auch wenn die motzen, trödeln, keine Lust haben. Vor allem, wenn der Nachwuchs jede kleine Unaufmerksamkeit ausnutzt …

PS: selbstverständlich war ich letzte Woche die Einzige, die Nichte 2.0 mit Katzenwäsche ins Krankenhaus begleitet hat. Meine Schwester war sogar frisch geduscht. Tja. 😜