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Spruch zum Wochenende: Gegenwart

„Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“ (Buddha)

… irgendwann die Woche ist mir aufgefallen, dass ich an etwas nicht gedacht habe. Ich interpretiere es so, dass ich ein Stück Vergangenheit hinter mir gelassen, damit abgeschlossen habe. Nix mit: Jahrestag der Entscheidung, zu kündigen. Nix mit: Jahrestag des ersten freien Tages meiner Auszeit … und wie dankbar bin ich, dass ich glücklich ganz im Augenblick bin, mit einem Lächeln zurück und nach vorne schaue. Aber genau richtig bin, wo ich gerade bin …

Sonntagsfreude: Morgensonne

Es ist noch früh an diesem Sonntag morgen, und ich genieße es, im Bett zu liegen und mich über die Sonne zu freuen, die so schön durchs offene Fenster strahlt. Ja, ich habe wieder Wochenenden, nach 9 Monaten Auszeit und zwei Monaten im neuen Job auch wieder etwas, das einen neuen Rhythmus mit sich bringt. Etwas, an das ich mich zugegeben wieder gewöhnen musste.

Meine neue Aufgabe ist anders, die Berufserfahrung bringt mich nicht immer weiter. Im ersten Teammeeting haben meine Kollegen mich auf einen Kulturschock hingewiesen, den jeder erlebt habe. Nach knapp zwei Monaten vergleiche ich es immer noch mit der Ankunft auf einem fremden Kontinent oder Planeten. Theoretisch besitze ich die sprachliche Grundausstattung, aber das Verstehen dauert viel Zeit. Thematisch ist das Feld unendlich, ich freue mich täglich über kleinste Mini-Erfolge, vergleichbar, wenn aus Buchstabieren Wörter werden oder das kleine Einmaleins endlich sitzt. Ich bin damit sicher auch noch in Jahren beschäftigt. Was meinem ungeduldigen Naturell natürlich zusätzlich eine herausfordernde Aufgabe stellt.

Mein gutes Gefühl wird bei Verständnisthemen durchaus öfter mal hinterfragt, ansonsten mag ich meine neue Umgebung sehr. Ich habe bislang nur nette Kollegen kennengelernt, klar, dass man sich auch mal reibt, aber in einem konstruktiven Ton, gefällt mir. Ich hab bereits die erste Messewoche hinter mir, ein erstes Vertriebsmeeting miterlebt und auch sonst gewöhne ich mich an die Routinen.

An das frühere Aufstehen werde ich mich hoffentlich auch irgendwann gewöhnen, in meinem bisherigen Arbeitsleben war Arbeitsbeginn immer 9 Uhr, jetzt eine Stunde früher und um pünktlich zu sein, sitze ich um 7 Uhr in der S-Bahn. Über mich und den öffentlichen Nahverkehr wird es bestimmt Episoden zu erzählen geben. Für heute nur so viel: bislang war ich immer pünktlich, die S-Bahn nicht …

Und weil meine Wochentage durch das Lernen und die Aufgaben doch anstrengend sind bin ich Abends zwar pünktlich raus, aber platt. War ja nie so die Nachteule, aber die letzten Wochen kann ich tatsächlich nicht mal viel von Abendprogrammen berichten. Mit einer Freundin hab ich mich sogar um 18 Uhr verabredet, um 20 Uhr waren wir beide auf dem Heimweg … Gewöhnung lautet das Zauberwort, und mit den nahenden hellen und warmen Monaten wird das sicher etwas einfacher werden.

Und jetzt genieße ich das Sonntagmorgen-Sonnenschein-Gefühl, alles, was erledigt werden muss an diesem Wochenende, hab ich gestern ohne Druck geschafft. Schön, so ein ganzer Sonntag ohne jegliche Verpflichtung 😊

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Spruch zum Wochenende: Pause

„Gib dir selbst die Erlaubnis, innezuhalten. Es liegt Heilung und Schönheit in der Pause.“ (Michelle Marros)

Es ist nicht ganz ein Jahr Auszeit geworden, aber ich habe mir die letzten Monate ein Geschenk gemacht, Zeit. Für mich. Um mich aufzutanken. Gut, ganz ruhig war’s nicht, und langweilig ist es mir auch nicht geworden. Aber ich bin wieder bei mir gelandet, habe mich nach zu viel Stress wieder gefunden. Meine Balance ist da, ich habe den Bodenkontakt. Und habe mir beruflich etwas Neues gesucht, was mich mehr erdet. Ich wechsle nicht die Aufgabe, aber die Umgebung. Mit der ausdrücklichen Erlaubnis, in Zukunft weniger Druck zu spüren … ich bin neugierig und freu mich drauf.

Mir gönne ich für die ersten Wochen die volle Konzentration auf die neuen Aufgaben, deshalb geht der Blog in Pause. Und ich melde mich dann wieder gesammelt, sobald ich angekommen bin und es was zu berichten gibt. Euch wünsch ich eine gute Zeit, mit öfter mal einem Moment des Innehaltens, einer Pause, ob notwendig oder nicht, tut immer gut 😊

Danke 2018 – du warst ein besonderes Jahr für mich

Der Blick zurück auf dieses Ausnahme-Jahr ist besonders, anders, berührt mich unwahrscheinlich. 2018 habe ich auf mich aufgepasst, mir Zeit genommen, für mich und meine Gesundheit. Ich habe mir eben durchgelesen, was ich in den letzten Jahren geschrieben habe und bin doch ein kleines bisschen erleichtert, denn achtsam bin ich auch bisher gewesen. Mein Jahr des Innehaltens hat den Fokus zwar auf mich gelenkt, aber doch eigentlich nur wieder alles zurechtgerückt, die Balance wieder hergestellt …

Wie in den Vorjahren halte ich mich für meinen Jahresrückblick an ein paar Fragen als Gedankenstütze:

Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
Da muss ich nicht lange überlegen: es waren zwei Gespräche in einer Woche im Januar. Das erste war mit meiner Kundin, die kritisch hinterfragte, ob meine Chefin denn überhaupt wertschätze, was ich leiste. Das zweite war ein Zufallsgespräch mit einem Arbeitsrechtler, der kritisch hinterfragte, was mich an einer Kündigung hindere …

Was waren meine Themen 2018?
An erster Stelle stand Zeit, dazu gehören die berufliche Auszeit, die Erholung und die Freizeit. Und dann durfte ich sehr viel Familie und Freundschaft genießen – und mich der Fotografie und der Orientierung widmen.

Was war mein schönstes Erlebnis im letzten Jahr?
Ich habe so viel liebevolle Unterstützung für meine Entscheidung von vielen Seiten bekommen, oft ganz unerwartet. Das hat mich jedes Mal so von Herzen gefreut.

Was waren meine Highlights?
Das werde ich hoffentlich Jahr für Jahr wiederholen dürfen: Immer wieder jeder einzelne Moment mit meinen liebsten Menschen. Meine Freundschaften und meine Familie lassen jeden Augenblick mit ihnen zu einem Highlight werden.

Was habe ich in diesem Jahr erreicht?
Momente voll absoluter Zufriedenheit. Ich wertschätze es so sehr, dass ich mir das Geschenk dieser Auszeit gemacht habe, es ist mir so viel mehr wert, als alles, was ich mir für Geld hätte kaufen können.

Habe ich mich weiterentwickelt? Wenn ja – in die richtige Richtung?
Das kann man ja immer nur im Rückblick beurteilen, aber ich meine doch, dass ich in diesem Jahr einen ganz wesentlichen Entwicklungsschritt gemacht habe, der schlicht vieles gerade rückt, was aus dem Gleichgewicht geraten war …

Welches ungewöhnliche Kompliment hat mich in diesem Jahr besonders berührt?
Es war wirklich interessant, dass ich ab April sehr viele Komplimente für mein frisches Aussehen bekommen habe – da wurde mir erst bewusst, wie sehr mich das zuviel an Arbeit in den letzten Jahren wohl auch äußerlich belastet hat.

Tun mir die Menschen in meinem Leben gut?
Was mir aufgefallen ist: durch die Auszeit sind alte Bekannte wieder näher an mich herangerückt. Ansonsten war es im Hinblick auf Familie und Freunde ein ganz normales Jahr, mit genau dem richtigen Maß an Nähe und Distanz, sodass wir uns gegenseitig gut tun können.

Habe ich mir meine Träume bewahrt oder sie aus dem Blick verloren?
Genau richtig, würde ich sagen. Ich hab geträumt, war aber immer flexibel, alles an die Realität anzupassen.

Wann habe ich mich so richtig lebendig gefühlt?
Ganz extrem war das Gefühl, als ich zum letzten Mal aus der alten Arbeitsstelle auf dem Heimweg war – und gefühlt zum ersten Mal seit ewigen Zeiten einfach nur befreit durchatmen konnte … Wobei ich mich insgesamt ab dem Augenblick, in dem ich innerlich gekündigt habe, wieder viel mehr mein Leben in mir gespürt habe, mich die letzten Monate schon morgens beim Aufwachen so wundervoll lebendig wahrgenommen habe – täglich.

Wofür bin ich besonders dankbar?
Da zitiere ich mich aus den Vorjahren: Für die paar Menschen in meinem Leben, auf die ich mich verlassen kann, die mich nehmen, wie ich bin, helfen, wenn sie dürfen oder müssen, ohne Forderungen zu stellen. Die da sind, auch wenn sie nicht immer da sind.

Was kam im Jahr 2018 dazwischen?
Es kam nichts dazwischen, ich habe ein paar Menschen gehen lassen müssen, ein paar, weil sie gestorben sind, andere, weil sich unsere Wege trennen. Durch die berufliche Veränderung werde ich liebe Kontakte aus der bisherigen Branche nicht mehr pflegen können. Eine Veränderung zieht immer weitere nach sich und es bleibt spannend, wie sich die Dinge weiterentwickeln werden. Der Prozess ist längst nicht abgeschlossen, und ich bin neugierig, was bleiben darf.

Über was habe ich mich geärgert?
Ganz ehrlich: dass meine Gesundheit unter einer Vorgesetzten leiden musste. Dazu könnte ich viel schreiben, mag ich aber nicht. Ich hab mich auskuriert, und Punkt.

Was hat mich wütend gemacht – und welche Konsequenzen habe ich daraus gezogen?
Irgendwann in dieser Bewerbungsszenerie kam mal der Moment, in dem ich die Personalerin vor mir, zwar sehr ruhig, aber doch provokant gefragt habe, warum sie die Stellenausschreibung so ganz anders formuliert habe, als das, was sie mir eben als gesuchtes Profil (dem ich natürlich nicht entsprach) definierte. In einem anderen Gespräch hätte möglicherweise allen viel Zeit gespart werden können, hätten die Damen und Herren, 5 an der Zahl, sich vorab meinen Lebenslauf durchgelesen. Auf den habe ich, möglicherweise tun das alle Bewerber … (?), wirklich immer Zeit verwendet, um ihn selbst auf das gesuchte Profil hin zu prüfen. Wenn das für mich nicht gepasst hat habe ich mich gar nicht erst beworben … Dummerweise kann ich keine Empfehlung für Konsequenzen abgeben, die Fehlerquellen waren auch bei vorherigen netten Telefonaten hoch. Mein Rat an die ein oder andere Personalabteilung lautet schlicht: überlegt euch vorab, was ihr sucht und schreibt das in die Stellenangebote. Ich vermute, das könnte am meisten helfen. Also Berufseinsteiger statt Berufserfahrung zum Beispiel. Oder durchschnittliches statt überdurchschnittliches Gehalt 😉

Das Beste, was ich für jemand anders gemacht habe?
Meine Auszeit kam sehr gelegen, um der Schwesternfamilie bei Renovierungs- und Umzugsprojekten zu helfen. Das war so weder geplant noch gewollt, hat sich so ergeben und hat für alle Seiten doch recht gut gepasst.

Das Beste, was ich für mich selbst gemacht habe?
Dass ich mir diese Monate Auszeit geschenkt habe und es nie als Verzicht betrachtet habe.

Aus welchem Erlebnis des letzten Jahres kann ich am meisten lernen?
Ich hatte auch in der Renovierungs- und Umzugsphase der schwesterlichen Familie ganz oft das Erlebnis, dass mich die körperliche Arbeit zwar körperlich erschöpft, aber innerlich satt und zufrieden macht. Genau das erdende Gefühl, das mir in den letzten Jahren im Job verlorengegangen ist.

Habe ich genug von dem gemacht, was mich wirklich glücklich macht?
Es geht immer eins mehr, aber rückblickend hab ich so viele glückliche Momente im Gedächtnis, das war mehr als genug …

Habe ich den Menschen, die mir wichtig sind, dies oft genug gezeigt?
Ich hoffe, das habe ich.

Welches Ereignis hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben?
Ein Freund hat mich ins Gespräch gebracht, deshalb darf ich meine Freizeit wieder etwas mehr mit Kultur bzw. Musik verbringen. Das wird kein neuer Fulltime-Job, aber eine Zusatzaufgabe, die mich gefühlt Ende 2018 wieder mehr zu meinen Wurzeln bringt …

Wer oder was hat mich herzlich zum Lachen gebracht?
Da war so viel Lachen, ich möchte keine einzelnen Situationen aufzählen, weil kein Tag ohne Lachen war.

Wann und wodurch habe ich mich besonders geliebt gefühlt?
Es gab leider auch nicht so schöne Augenblicke in unserem Nichten-Tanten-Verhältnis, Irritationen, Kräftemessen, Bocken. Aber wenn mich die bezaubernde Nichte an den Mädelswochenenden als ganz schön coole Tante bezeichnet, mich Coco-Loco neckt oder sich kuschelnd an mich schmiegt, dann fühl ich mich jedes Mal besonders geliebt. Und weiß, dass das alles andere überstrahlt.

Was hat sich zum Positiven gewendet?
Auch wenn der Umzug längst noch nicht verdaut ist und die Familie meiner Schwester zwar im neuen Zuhause angekommen, aber längst noch nicht heimisch geworden ist: die ersten Schritte sind überstanden. Und ich konnte die letzten Monate durch meine Flexibilität ein kleines bisschen zur Normalität beitragen. Eine sehr positive Wendung, wie ich finde.

Was ist mir besonders wichtig geworden, das es vor einem Jahr noch nicht war?
Mit den vergangenen Monaten hab ich mir selbst bewiesen, dass ich mit viel weniger klarkomme. Sowohl finanziell, aber auch im Hinblick auf berufliche Titel, Aufgaben, Herausforderungen, … ich habe die Monate genutzt, um meine berufliche Zukunft klar zu definieren, meine Ziele zu hinterfragen und die Herausforderung entsprechend der Aufgaben zu planen. Hat etwas gedauert, denn ich kann viel und mache vieles gerne, ein paar Abstriche sind notwendig. Jetzt bin ich neugierig, und dabei innerlich ungewohnt ruhig. Denn die Rahmenbedingungen passen, wir werden sehen, wie es sich entwickelt.

Wem ich schon lange Danke sagen wollte?
Auch 2018 möchte ich mich bei allen Mitlesern bedanken: den stillen ebenso wie den aktiven, den neuen wie den treuen, den virtuellen wie den bekannten. Ein herzliches Dankeschön aus ganzem Herzen fürs Mitlesen, für den Gedankenaustausch und für die vielen Impulse.

Wie geht es mit dem Blog weiter?
In den vergangenen Monaten habe ich fast täglich geschrieben, hatte die Zeit – für die Zukunft weiß ich nicht, ob immer Zeit sein wird, ich muss in einen neuen Rhythmus finden. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt, aber keine Frage: es geht weiter. Denn zum Glück liefern die Patenkinder und meine Mitmenschen immer wieder Themen, die festgehalten werden „müssen“.