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Kommunionsausflüge – der erste Streich

Liebe Mademoiselle,

Vielleicht erinnern wir uns später nicht mehr so ganz genau an jedes Detail unseres gemeinsamen Tages? Macht aber gar nix, wir haben uns eine Menge Bilder mit zurückgebracht, die wir anschauen können und die eine Geschichte von einem traumhaft schönen Sommertag erzählen. Gut, dass wir NICHT wie eigentlich geplant, mit dem Fahrrad unterwegs waren. Das wäre zwar bestimmt auch schön gewesen, aber angesichts deiner Erkältung hätten wir uns sicher nicht mehr Stunden durch den Wildpark treiben lassen?

Die erste Greifvogelshow haben wir auch so nur noch halb mitbekommen. Wie schön, dass wir die Wartezeit bis zur zweiten am Nachmittag so wunderbar überbrücken konnten. Wir haben echt soooo viel gesehen, gut, viele Tiere haben ihr Nachmittagsschläfchen gehalten, aber netterweise draußen, so haben wir Wölfe, Luchse und den Fuchs gesehen. Und den Waschbären.

Und die unzähligen Greifvögel. Und das Wisent-Kälbchen. Und die Schafe, Rehe, Hirsche, Biber, Rentiere … die Bären haben erst in der Wiese getollt, um sich anschließend im See zu erfrischen.
Das war auch das Einzige, was etwas zu kurz kam? Unsere Pausen im Schatten haben gut getan. Hätten bei der Hitze gerne noch mehr sein dürfen. Und man stelle sich vor, wir hätten bei der Hitze ja auch wieder heimradeln müssen … wo wir so schon fix und alle waren und laut meiner Schrittzähler-App gut über den 10.000 pro Tag lagen 😉

Ich hab den Tag als ein großes Geschenk erlebt, geschenkte Zeit, Millionen kleine Erinnerungsmomente. Bin gespannt auf deine Notizen, die wir beide dann gemeinsam mit den ausgewählten Bildern in ein Fotobuch umsetzen wollen – deine Idee, über die ich mich sehr gefreut habe. Dann also bis bald, damit wir schon bald in einem Erinnerungsalbum Blättern können.

Liebe Grüße von deiner Patin, die unsere gemeinsame Zeit sehr genossen hat 😍

Dagegen I Dafür

Ziemlich gelungen fand ich Sonntag die Rede des Herrn Papa für seine Kommunionkind-Tochter Mademoiselle. Er hatte einen Ausdruck dabei, darauf zu sehen eine Uli Stein Karikatur mit großem Schriftzug „Dagegen“. Den hatte er ihr vor ein paar Wochen symbolisch an die Zimmertür gepinnt … ob sie wisse, warum. „Naja, weil ich halt öfter mal dagegen bin …“

Stimmt, was ja auch gut sei, wenn man als junger Mensch schon eine eigene Meinung habe. Und die auch dann vertrete, wenn es allen anderen schwer falle, das zu akzeptieren. Wünschenswert wäre, so der Papa, wenn aus dem konstanten „dagegen“ öfter mal ein „dafür“ werde. So wie neulich, als seine Tochter sich partout geweigert habe, vom reichlichen, köstlichen Spargel zu kosten, um dann das letzte Stück zu probieren – und mehr zu wollen. Tja …

Für dieses neue „dafür“ hat er ihr auch einen Uli Stein Cartoon mitgebracht, der nun als Partner von „dagegen“ aufgehängt wird. Wir blicken alle neugierig in die Zukunft und freuen uns auf die kommenden Veränderungen.

Ansonsten haben wir den Regentag drinnen verbracht, in einem angenehm kurzen Gottesdienst und anschließend beim ausgiebigen Verwöhntwerden in der Gaststätte des Vertrauens. Auch wenn das Kommunionkind das Menü nicht ausgewählt hatte waren wir kulinarisch schwer begeistert. Satte, zufriedene Gäste, einen Berg Geschenke, gemütliche Stunden – genau so soll eine Feier sein. Ohne dafür oder dagegen 😊

Sonntagsfreude: Regen

Auch wenn es uns nie in den Kram passt: es ist gut, dass es regnet. Es ist längst nicht überall schon genug Regen vom Himmel gefallen, um die Trockenheit der letzten Wochen zu kompensieren. Ja, auch meine Vorstellung war, die Mai-Kommunionen in schon fast sommerlichen Outfits und am liebsten im strahlenden Sonnenschein zu besuchen. Aber bekanntermaßen gibts kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Und dass man sich nicht übers Wetter ärgern sollte, weil es eh nix ändert, ist bekannt …

Ich hülle mich gleich in viele wärmende Schichten und starte in den Tag. Und freu mich, auf Mademoiselle und ihre Gäste. Und unterwegs über das viele frische Grün mit bunt. Auf Dürre hab zumindest ich keine Lust!

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.

Wintergefühle im Mai

Bevor ich mich gedanklich auf die zweite kalte Veranstaltung in diesem Mai am kommenden Wochenende vorbereite denke ich kurz an die erste zurück, die Kommunion der bezaubernden Nichte letzten Sonntag. Und halte fest, dass um die Null Grad einfach zu winterlich ist. Für Mai. Dass das einer 8jährigen, der ihr Outfit im Unterschied zu den anderen ja „eigentlich total egal“ ist, vollkommen schnurz ist, wurde am Vorabend des großen Tages dann doch sehr deutlich. Als Mutter und Tante beratschlagten wie man das frühlingshafte Kleidchen etwas temperaturtauglich unterfüttern könnte … dass die Mama doch eine perfekte Lösung gefunden hat wurde erst mal lautstark in Frage gestellt. Nach einer Nacht drüber schlafen: okeeeee, na gut, von mir aus … aber zum Essen zieh ich das aus.

Der Sonntag startete für alle trotz brrrr-kalt entspannt, nur die Patentante stand viel zu früh müde und frierend auf der Terrasse. Um frische Blumen in den Buchskranz zu binden. Ja, das war eine kurzfristige Idee. Man könnte fast sagen: last minute. Und auch gar nicht so einfach, überhaupt passende Blütenköpfe zu finden (haltbar, nicht zu klein, nicht zu groß, zum Glück hatte die heimische Gärtnerei des Vertrauens noch die Möglichkeit, eine Bestellung für uns abzugeben …)

Auf dem Weg in die Kirche haben Patentante und Patenkind sich darauf geeinigt, dass die Tante im Zweifel die kleine Schwester entertaint, damit die Eltern nichts verpassen. Und das hat wunderbar geklappt. Ebenso wie das vorher Eingeübte im Gottesdienst wie am Schnürchen lief – und die nicht geübte Fürbitte durfte sowieso abgelesen werden. Der Buchskranz blieb auf dem Kopf – und dass die Hostie nicht schmeckt hat hoffentlich auch keinen überrascht.

Anschließend gabs im Restaurant das gewünschte Schäufele fürs Kommunionkind – daheim reichlich Geschenke und Erdbeerkuchen (sogar in Herzform von der Oma). Und wie es so ist: der Tag verfliegt, zum Glück war die große Cousine auch kurz für einen Rückzug ins Kinderzimmer zu bewegen. Und am Abend gabs als krönenden Abschluss eine Gewinnerrunde Mensch ärgere dich nicht mit der Oma –

Mein persönliches Fazit: Nichte 2.0 und ich beginnen, eigene Geschichten zu zweit zu erleben. Die sind teilweise ähnlich, dann auch manchmal ganz anders. Während die große Schwester in der Kirche war sind wir über den Spielplatz getobt, haben eine Katze dabei gestört, ein Vogelnest zu Räubern und haben uns mit zwei bezaubernden Hunden angefreundet. Trotzdem haben wir die große Schwester in der Kirche bewundert, nach zu viel Fan-Rufen für Nini aber draußen gewartet – und „wir“ haben nich geweint, als der Pfarrer nach dem Gottesdienst mit dem Finger ein Kreuz auf unsere Stirn gezeichnet hat. Besonders stolz sind „wir“ über das erste alleine geklappte Mittagsschlafritual von Nichte-Tante – halleluja!

Achso, seitdem werde ich selbstverständlich sehr vermisst, bekomme täglich Nachrichten und Anrufe mit Statusberichten. Und stellt euch vor: heute saß ein Reiher auf dem Dach der Nichten. Habe natürlich ein Bild bekommen – und ja, da bin ich neidisch. Ich freu mich ja über jeden Reiher, und auf meinem Dach saß noch keiner.