Archiv der Kategorie: Short Stories

Projekt ABC – #G wie Gredhaus

Zum Buchstaben G ist mir spontan die Gred eingefallen, sehr typisch für die Bauweise meiner Heimatregion. Die Häuser wurden früher von einer Gred umrandet, laut Wikipedia diente die Gred als sauberer oder leicht zu kehrender Bereich zwischen dem Haus und der schmutzigen Straße bzw. dem Hofraum. Der Begriff und die Bauweise waren früher im bayerischen und österreichischen Sprachraum üblich, kommt vom lateinischen Wort gradus (Stufe) bzw. vom mittelhochdeutschen Wort „grêde“.

Auf meinem Bild ist ein erdgeschossiger Mittertennbau mit Satteldach und Gred zu sehen, erbaut in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war er in meinen Kindheitstagen bereits sehr heruntergekommen. Trotzdem war er bis in die 90er Jahre bewohnt, dann stand das Anwesen einige Jahre leer, ehe ein Liebhaber dem alten Bauernhof unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes sein heute wieder wunderschön restauriertes Aussehen geschenkt hat. In den warmen Monaten finden im schönen Hof oft Feste statt. Schön da.

Danke für den schönen Schreibimpuls an den Wortmann.

Momentaufnahmen #7

Im Schreibprojekt „Momentaufnahmen“ stellt Aequitas et Veritas die 7. Frage: Wie sieht dein Verhältnis zu Geld aus?

Je älter ich werde, desto weniger beeindruckt mich Geld. Ich habe früh gelernt, dass wir als Familie wenig, aber genug hatten, um davon zu leben. Habe mich nicht arm gefühlt, aber immer gewusst, dass wir uns manches nicht leisten konnten. Deshalb hatte ich schon immer Jobs, Zeitung austragen, später war ich die Ferienpostbotin. In den ersten Berufsjahren habe ich wenig verdient, aber auch das hat ausgereicht, um unabhängig zu sein.

Heute sehe ich realistisch, dass man sich nicht alles leisten muss. Dass zu viel Konsum alles andere als glücklich macht. Und genau das, nämlich Glück, Gesundheit, Zufriedenheit … alles nicht mit Geld zu bezahlen. Viel Geld ist nicht gleichzusetzen mit einem zufriedenen Leben, ebenso wenig bedeutet wenig Geld automatisch ein unerfülltes Dasein.

Darüber hab ich auch vor Jahren schon mal sinniert. Ja, ich habe genug. Ich sorge für ein mögliches später vor. Aber viel mehr brauch ich schlicht auch dann nicht. Was mir zunehmend wichtiger wird ist: kann ich etwas entbehren, jetzt etwas abgeben für die, die wenig oder sogar nichts gaben. Und wo ist es für etwas Gutes investiert. Ich würde ungern dazu beitragen, dass sich Menschen auf Kosten jener bereichern, denen man eigentlich etwas Gutes tun möchte … da habe ich erste Möglichkeiten gefunden, die aber noch ausbaufähig sind.

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Projekt ABC #F wie Frühling

Um mich herum macht sich gefühlt die Ungeduld breit. Das Warten auf den Frühling wirkt in diesem Frühjahr 2021 anders, gewaltiger. Jeder – mich eingeschlossen – sehnt sich nach Draußenzeit, Frischluft, dem „Ausschlagen der Bäume“. Es gibt das schöne Lied „Veronika, der Lenz ist da …“. Da war also auch früher schon viel Hoffnung in dieser Jahreszeit des sich entwickelnden Jahreskreislaufs. Ich persönlich freu mich auf die Explosion der Natur, alles wie immer, aber vielleicht spüren wir alle ein kleines bisschen mehr die wohltuende Wirkung des Neubeginns …

Danke für den schönen Schreibimpuls an den Wortmann.

Momentaufnahmen #6

Im Schreibprojekt „Momentaufnahmen“ stellt Aequitas et Veritas die 6. Frage: Handelst du häufiger aus Pflichtgefühl oder aus Überzeugung?

Ich habe darüber vor fast 10 Jahren – wow, ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich mein Blogprojekt so lange aktiv betreibe … krass – im Kontext mit meiner Oma, was ich von ihr gelernt habe, wie ich es aber für mich anders umsetze, mal sehr ausführlich reflektiert.

Von meiner heutigen Position aus möchte ich noch eines hinzufügen: ich habe 2018 geschafft, aus Überzeugung gegen jegliches Pflichtgefühl zu handeln. Mich und meine Gesundheit ganz in den Mittelpunkt gestellt, bin aus dem Stress ausgestiegen, habe es tatsächlich fast ein Jahr durchgezogen. Das war entgegen allem, was ich vorher für mich definiert hätte. Da war definitiv immer wieder der Gedanke an das Pflichtgefühl, aber eine ganz starke Überzeugung in mir hat mich angetrieben.

Davon profitiere ich seitdem häufig, denn meine Erkenntnis im Nachhinein war: So vieles, was wir heute als elementar für uns und unsere Existenz definieren, spielt schon sehr bald überhaupt keine Rolle mehr.

Und ich möchte das auch gerne auf meine Sicht der aktuellen Dinge übertragen: aktuell halten sich viele aus Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein an die geltenden Regeln, durch die langsam keiner mehr durchblickt. Ich tue es aus Überzeugung. Sicher durch meine Lebensgeschichte. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso ist so schlecht mit anderen Überzeugungen klarkomme, weil ich tatsächlich – aus meiner Überzeugung und dem, was ich als gesunden Menschenverstand definiere – nicht fassen kann, dass es Menschen gibt, die all dieses Schwurbeln für bare Münze nehmen, daran mehr glauben, als an die potentiell tödliche Konsequenz eines Virus. Und immer wieder mit der Grippe argumentieren, die ich einmal hatte und wenn es nach mir geht nie wieder …

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