Archiv der Kategorie: Short Stories

Schreibprojekt #Kindheitserinnerung02

Weiter geht es mit meinem Themenimpuls für den Oktober:
#Kindheitserinnerung02: Hast du Erinnerungen an Ausflüge in deiner Kindheit? Wie war es für dich, unterwegs zu sein?

Ich bin das Älteste von 5 Kindern, in meinen ersten Lebensjahren fuhren wir einen Käfer, später einen Golf. Damals ging das, irgendwie hatten alle Platz. Und als Pubertier war dann ja mein Platz frei, weil peinlich und so, also mit der Familie unterwegs sein.

Dazu hatten wir einen Bauernhof, Landwirtschaft bedeutet, dass man nicht so gut weg kann, weil man die Verantwortung für seine Tiere hat. Ausflüge waren in meiner Kindheit also eine seltene Ausnahme, fanden nicht automatisch am Wochenende und bei schönem Wetter statt, sondern bei Gelegenheit. Zudem konnten wir nicht über Nacht wegbleiben, was den Radius für An- und Abreise klar definierte.

Wobei: einmal haben meine Eltern eine Ausnahme gemacht und wir waren, damals noch Eltern und 2 Kinder, bei meinem Onkel im herbst-winterlichen Schwarzwald. Leider ist meine einzige Erinnerung, dass uns die Fahrt zu lang dauerte, wir am Bodensee wirklich aus dem Auto gehüpft sind, um uns endlich wieder zu bewegen. Und dass die Nacht in den für uns ungewohnten Stockbetten etwas gruselig war.

Die meisten meiner Ausflugserinnerungen führen ins Altmühltal, Kloster Weltenburg, eine Schiffahrt durch den Donaudurchbruch, Tropfsteinhöhlen, Kelheim mit der Befreiungshalle, Burg Prunn, die Rosenburg mit Falken und kleine Wanderungen in der Region. Und unsere München-Fahrten in den Tierpark Hellabrunn, wo wir staunend Tiere aus aller Welt „in echt“ kennenlernten. Das war eigentlich immer schön und sofern möglich harmonisch.

Chaotisch war mal ein Ausflug „ins Blaue“, mein Vater war als Soldat eine Zeitlang in Landsberg am Lech stationiert und wollte uns das zeigen. Leider waren da ganz andere Straßen und wir haben uns verfahren, dann hatten alle Hunger, wir machten also Halt in einem Ausflugslokal. Mein Bruder war zwar klein, hatte aber immer großen Hunger – er wollte partout ein Erwachsenenschnitzel. Als die Riesenportion zum Tisch kam grinsten wir alle hämisch und waren sicher, das schafft er nicht. Tat er natürlich doch – und hatte hinterher Bauchweh.

Auch ein Ausflug nach Neuschwanstein war mit dem vielen Warten und Anstehen und der viel zu kurzen Aufenthaltsdauer im Schloss etwas enttäuschend. Und dazu kamen wir viel zu spät nach Hause, zu Zeiten vor Mobiltelefonen hatten meine Eltern zwar die Oma aus einer Telefonzelle informiert, aber die war mit dem Stall allein überfordert. Wie ein mieser Start doch noch ein toller Ausflug werden kann, durften wir dagegen auf einer Fahrt in den Nürnberger Tierpark erleben. Es gab wegen Kleidungsfragen Streit, wir kamen viel später los, als geplant – und mein Vater meinte schon auf den ersten Kilometern, dass wir besser Zuhause geblieben wären. In Nürnberg haben wir mit etwas Umwegen den Tierpark gefunden. Der war kaum besucht und wir haben einen tollen Tag immer in der ersten Reihe verbracht. Auf der Heimfahrt kamen groß und klein ins Schwärmen.

Auch aus meinen Schulzeiten erinnere ich mich hauptsächlich an Tagesausflüge, morgens früh mit dem Bus los, vor dem Abendessen spätestens wieder daheim. Da waren die jährlichen Theaterfahrten abwechselnd nach Ingolstadt, Erding und Landshut, später auch nach München. Dazu durften wir mal nach Regensburg und waren am Limes, sind viele, viele Wandertage durch die Isarauen gewandert, später auch mal vom Tegernsee zum Schliersee oder am Inn entlang. Und auf irgendeinem Ausflug ging auch mal einer meiner Mitschüler verloren – das war aufregend. Wir anderen Schüler mussten alle in den Bus, die Türen wurden zur Sicherheit geschlossen und unsere Lehrer sind aufgeregt in alle Richtungen gelaufen. Er wurde gefunden, aber es hat lang gedauert. Das wurde ihm natürlich die komplette Heimfahrt spöttisch vorgeworfen …

In meiner Kindheit mochte ich Ausflüge gern, nur das Fahren, das mochte ich so gar nicht. Im Auto wurde mir gern schlecht, im Bus sowieso. Das war also immer ein Spagat, denn dabei sein wollte ich ja trotzdem, nur das mit dem Weg, das war noch so gar nicht das Ziel. Wie gut, dass sich das im Lauf meines Lebens entwickelt hat und ich heute das unterwegs sein auch so sehr genießen kann.


Vor einiger Zeit hab ich mal bei einer Blogparade zum Thema Kindheitserinnerungen mitgemacht, die allerdings nach 3 Themen nicht mehr stattfand. Ich hab dazu noch so viele Gedanken, dass ich mir gedacht habe: tolle Idee, das würde ich gerne weiter verfolgen. Und deshalb mach ich das jetzt, und erinnere uns alle an unsere Kindheit. Wer mag und wem etwas dazu einfällt, schreibt etwas dazu, entweder in den Kommentaren oder mit einem eigenen Blogpost – und freu mich sehr auf viele Geschichten unserer bestimmt manchmal sehr ähnlichen und dann wieder ganz unterschiedlichen Kindheitserinnerungen. Und auf den Austausch dazu. Mal sehen, wer dabei ist?

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1000 Fragen an mich #41

801. Wie sieht deine Traumküche aus?
Groß und gemütlich, mit einem Holzofen – beim Stil kann ich mich für viel begeistern, „Typ Landhaus“ trifft es wohl am besten. Ob Holz, weiß oder farbenfroh, ist eigentlich egal.

802. Was ist deine früheste Erinnerung?
Ich bin nicht sicher, evtl. diese oder diese.

803. Bei welchen Gelegenheiten steht dir dein Ego im Weg?
Ich kann mein Ego recht gut zurücknehmen, manchmal vielleicht sogar zu gut. Das ärgert mich dann hinterher und steht mir im Weg …

804. Hast du eine gute Menschenkenntnis?
Ich meine schon. Hab mich aber auch schon ordentlich in Menschen getäuscht.

805. Wie wird die Welt in 100 Jahren aussehen?
Ich hoffe sehr, so ähnlich wie heute.

806. In welcher Beziehung sind Kinder angenehmer als Erwachsene?
Gute Frage, sie sind sich und ihren Gefühlen gegenüber viel ehrlicher, orientieren sich nur an den eigenen Bedürfnissen, sind egoistischer. Eben authentisch. Ob das immer angenehm ist? Njein…

807. Würdest du an einem Talentwettbewerb teilnehmen?
Würd ich durchaus machen. Allerdings nur im „kleinen überschaubaren Rahmen“.

808. Gibt es Tage, an denen du überhaupt nicht sprichst?
Wohl kaum, aber ich kann schon gut schweigen.

809. Was sagen die Falten in deinem Gesicht?
Sie lacht gerne und ist viel an der frischen Luft.

810. Was bedeutet Ausschlafen für dich?
Aufwachen, merken, dass es viel zu früh ist, umdrehen – und Stunden später aufwachen.

811. Wie hätte dein Liebesleben auch aussehen können?
????????? …….

812. Hast du mal eine Kerze für jemanden angezündet?
Ja, das mache ich regelmäßig. Auch mit den Nichten.

813. Wie viel mal pro Woche isst du deinen Lieblingssnack?
Auch nach reiflich überlegen: ich habe keinen Lieblingssnack. Banane und Nüsse gehen immer, hab ich aber sehr selten zu Hause.

814. Freust du dich für andere immer aufrichtig?
Ich meine ja, allerdings fällt es mir nicht leicht, zu übersehen, wenn bei einer Auszeichnung etwas nicht fair zugeht …

815. Hat schon einmal jemand gesagt, dass du grossartig bist?
Ja, das hab ich netterweise schon von anderen Menschen gehört.

816. Wofür stehst du jeden Tag wieder auf?
Ich freu mich jeden Tag aufs Erleben.

817. Würdest du gern in einem anderen Land leben?
Nein.

818. Wie verhältst du dich, wenn du nervös bist?
Ich atme, muss häufig schlucken, tripple, rutsche im Sitzen hin und her, zapple … so in etwa.

819. Weichst du auf deinem Arbeitsweg manchmal von der üblichen Route ab?
Ja, das mach ich durchaus.

820. Welche Garantien hast du in deinem Leben?
Keine. Das ist meine Philosophie, es gibt keine Garantien im Leben. Ich selbst bin für mich verantwortlich, habe es in der Hand, Dinge zu ändern, den Ausgang und weiteren Verlauf kann ich aber nicht vorgeben.


Johanna alias pinkepank stellt 1000 Fragen aus der Zeitschrift Flow, sie und viele viele andere Blogger antworten. Spannend, dieser Weg der Selbstfindung, anhand gängiger Fragen etwas Selbstreflektion. Dazu sicher viele Infos für meine Patenkinder zum Nachlesen. Deshalb wird das – statt immer wieder mal sogenannten Blogstöckchen – (m)ein Schreibprojekt für 2018, mal kurz, mal ausführlich. Ganz so, wie es sich ergibt.

Phantomschmerz [*.txt]

Da. Aua. Schon wieder. Natürlich unerwartet. Dabei hab ich nichts anderes gemacht, als 1000 Mal vorher auch. 1000 Mal war nix. Aber jetzt schmerzt es. Genau die gleiche Bewegung gemacht. Nie war was. Jetzt: Hölle. Es. Tut. Weh. Und es hört auch nicht sofort wieder auf.

Ich gehe. Spazieren. Schlendernd. Plötzlich dieses Stechen. Ich muss das Handgelenk mit der anderen Hand festhalten, hochhalten, stabilisieren. Das nervt.

Ich lese. Ein Buch. Sitze auf einem Stuhl und alles ist schön. Plötzlich dieses Stechen. Ich muss das Buch weglegen. Das ist alles andere als entspannend.

Ich schreibe. Am PC. Die Gedanken fließen. Plötzlich dieses Stechen. Ich muss aufhören, abwarten, bis der Schmerz abklingt. Das ist frustrierend.

Ich fahre. Auto. So wie immer. Hände am Lenkrad. Plötzlich dieses Stechen. Ich muss die Hand schütteln, den Arm entlasten. Das ist gefährlich.

Ich schlafe. So wie immer. Nur heute ist das 1000. Mal? Plötzlich dieses Stechen. Vor Schmerz wache ich auf. An Einschlafen ist nicht mehr zu denken. Das macht müde.

Dabei ist da nichts. Sagen mir alle Ärzte. Untersuchungen. Unzählige Aufnahmen. Röntgen. MRT. CT. Was weiß ich. Da ist nichts. Kein Hinweis, keine Ursache. Nur mein mittlerweile chronischer Schmerz. Ein Phantomschmerz? Aua. Dieses Nichts tut weh.


Schreiben – lesen – konTXTualisieren: das 10. Wort im kreativen Schreibprojekt Projekt.txt für 2018 lautet: Phantomschmerz.

1000 Fragen an mich #40

781. Welche Figur aus einem Roman würdest du gern verkörpern?
Ehrlich gesagt: ich leb mein eigenes Leben ganz gern.

782. Bist du ein unternehmungslustiger Typ?
Ja – ich kann aber auch richtig gut gammeln.

783. Kommst du immer zu früh, zu spät oder genau rechtzeitig?
Tendenziell zu spät, bei wichtigen Terminen eher zu früh.

784. Wie sorgst du für Struktur in deinem Kopf?
Wenn sich das Kopfkino zu sehr dreht nehme ich mir eine Auszeit und gehe eine Runde spazieren, atme bewusst ein und aus. Und dann denke ich einen Gedanken nach dem anderen.

785. Bist du schon einmal irgendwo gewesen, wo du nur Sand und Wasser um dich herum gesehen hast?
Ja, das war auf einer Wattwanderung von Amrum nach Föhr – da war um uns nur die umspülende Nordsee, das war sehr sehr sehr besonders.

786. Auf welchen Platz setzt du dich in der Achterbahn?
Auf keinen. Punkt.

787. Machst du eine andere Person schnell auf ihre Fehler aufmerksam?
Kommt auf den Fehler an, aber ich bemühe mich zumindest um eine diplomatische Formulierung.

788. Welche Rolle hast du in deiner Freundesgruppe?
Ich habe unterschiedliche Freundeskreise, bin Freundin und Vertraute, Weggefährtin, Begleiterin, für manche fungiere ich als Beraterin, andere sind meine Berater.

789. Was ist das Exotischste, das du jemals gegessen hast?
Das dürften die Blätter sein, die uns der nette brasilianische Herr am Marktstand in Rio als Fleischersatz für Veganer mit auf den Weg gegeben haben. Wir haben sie gebraten und dann zu Reis gegessen, und es hat wirklich ein ganz kleines bisschen wie zähes Fleisch geschmeckt …

790. Liest du Horoskope?
Aus Spaß, ja.

791. Was ist der seltsamste Ort, an dem du jemals aufgewacht bist?
Das war das ehemalige „Bubenzimmer“ auf der Burglalm, einfach der Bereich unter dem Dach seitlich, an dem zwar Betten aufgestellt waren, es war aber nicht dicht. Ich hatte mich damals gewundert, warum sich meine Rückseite trotz warmem Schlafsack etwas kühl anfühlte – morgens war klar, dass ich einseitig eingeschneit worden bin.

792. Würdest du es gut finden, wenn etwas nach dir benannt würde?
Ich vermute, das kommt darauf an, ob mir das, was nach mir benannt wird, am Herzen liegt.

793. Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Fernsehen, das hilft meist zuverlässig, dass ich wieder einschlafen kann.

794. Kannst du auch mit Leuten befreundet sein, die vollkommen anders denken als wir?
Wer ist wir? Aber ja, das kann ich in der Tat, also mit Menschen befreundet sein, die eine ganz andere Denke als ich selber haben. In meinem Umfeld sind einige Beispiele, bei denen andere Freunde nicht nachvollziehen, warum ich mit ihnen befreundet bin. War schon immer so.

795. Wie lange könntest du auf einer einsamen Insel überleben?
Keine Ahnung, wenn genug Verpflegung und Frischwasser vorhanden ist, vermutlich lange.

796. Wie oft googelst du den (die) Namen deiner Jugendliebe(n)?
Selten bis nie.

797. Welches Unterrichtsfach in der Schule war für dich schrecklich?
Physik. Dazu hab ich wirklich nie einen Zugang gefunden, da gab es auch keine Erkenntnis-Momente.

798. Welche Zutaten dürfen in deinem Lieblingskuchen nicht fehlen?
Eier, Mehl, Milch, Vanille, Zimt.

799. Was singst du unter der Dusche?
Ich singe oder summe mit, was im Radio kommt.

800. Fällt es dir leicht, einer Person zu sagen, dass du sie liebst?
Mittelschwer, denk ich mal.


Johanna alias pinkepank stellt 1000 Fragen aus der Zeitschrift Flow, sie und viele viele andere Blogger antworten. Spannend, dieser Weg der Selbstfindung, anhand gängiger Fragen etwas Selbstreflektion. Dazu sicher viele Infos für meine Patenkinder zum Nachlesen. Deshalb wird das – statt immer wieder mal sogenannten Blogstöckchen – (m)ein Schreibprojekt für 2018, mal kurz, mal ausführlich. Ganz so, wie es sich ergibt.