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Erbstück


Ich bin kürzlich über ein Thema gestolpert, ein Blog sucht nach einem Lieblingsstück, einem Erbstück, aus der eigenen Familie …
Hab ich, wenn auch ein ganz schön „Großes“, es ist mein bzw. unser Elternhaus. Denn genau das war ja die Intention, die hinter unserem großen Renovierungsprojekt steckte: den Eltern, meiner Tante, uns 4 Geschwistern und allen schon existierenden und noch kommenden Nachfahren das erhalten, was wir als Kinder einfach so hatten.

Es ist ein Haus mit Geschichte, wenn auch noch gar nicht so alter zu uns gehörender Geschichte. Mein Urgroßvater kaufte den vorherigen Besitzern das Anwesen ab. Das Ehepaar, das den Hof bis in die späten 1920er Jahre bewohnte, beschloss damals, anderswo neu zu beginnen. Übrigens gar nicht so weit entfernt, sie zogen lediglich etwa 20 Kilometer ins Ampertal. Für meinen Urgroßvater war es die Gelegenheit, mit seiner Familie fast ans elterliche Anwesen angrenzend, nur durch das Schulhaus getrennt, eine eigene Existenz, einen eigenen Hof aufzubauen.

Das alte wunderschöne Holledauer Haus mit Reetdach war allerdings zu klein, so kams, dass der gelernte Zimmermann 1927 (laut Tafel auf dem Dach in nur 3 Monaten) das neue Haus baute.
Ziemlich zeitgleich entstanden im Dorf weitere baugleiche Häuser, daher vermuten wir, dass die Dorfgemeinschaft zusammengeholfen hat.


Jeder beim anderen mitgearbeitet hat, ein Trupp, mindestens 2 Häuser, denn der Doppelgänger existiert bis heute unverändert.

Stabile Häuser, größer als die vorherige Bauweise, mit mehr Wohnfläche für Mensch und Tier, entstanden. Durchdachte Konstruktionen, das Fundament ein gemauerter und teils betonierter Keller, darüber eine Erd-Kies-Aushebung mit Holz- und Steinfußböden.


Eine solide, im Erdgeschoss sehr dicke, in den oberen Geschossen normale Außenmauer, das Hausinnere mit Holzkonstruktion, Zwischenböden, die Zimmerdecken mit Bast, damit sie verputzt werden konnten.

Über allem thront ein stolzer Dachstuhl – für die Ewigkeit gebaut, wie unser Experte meinte. Dessen Meinung hatten wir eingeholt, ehe eine Entscheidung für oder gegen eine Renovierung fallen konnte.

Ein neuer Dachstuhl hätte unsere Kosten mal eben verdoppelt … der Dachboden war Teil des bäuerlichen Lebens, er war als freie Lagerfläche fest eingeplant, so hatten wir früher an der Ostseite einen alten Lastenkran, mit dem schwere Säcke voll Hopfen oder Getreide nach oben gezogen wurden, um dort getrocknet oder einfach nur aufbewahrt zu werden. Bei der Renovierung hatten wir mehr als eine Wagenladung an alten Überresten aus den Zwischenböden zu entfernen … der Renovierung „zum Opfer“ gefallen ist leider eine alte Konstruktion: um schwere Säcke vom Kran zur Hopfendarre zu befördern hatten unsere Vorfahren Schienen mit Anhängern in die Decke des Zwischenbodens gemacht, so hievte man den Sack einmal hoch, festgemacht konnte man ihn bequem schieben. Wollte ich eigentlich erhalten, um schöne Lichterketten dranzumachen. Hätte ich lauter sagen müssen – haben die männlichen Familienmitglieder entsorgt.

Das Haus hat viele kleine Besonderheiten, die wir erhalten haben, der Keller ist teils gemauert, das Kellergewölbe ist schon betoniert.

Wir haben eine für bayerische Baiernhäuser typische Flez, einen großen Flur, im Erdgeschoss mit alten Sollnhofer Platten.

Im ersten Stock haben wir das große Korbfenster erhalten, die Altane aber vergrößert, sodass wir einen schönen Sitzplatz dazugewonnen haben.


Ebenfalls konnten wir beim Umbau die existierende Zimmerstruktur erhalten, die frühere Kammer im Erdgeschoss war schon Badezimmer, das haben wir jetzt größer und seniorengerecht gestaltet.

Wir haben die offene Struktur eines großen Einfamilienhauses erhalten, allerdings ist das Schlafzimmer meiner Eltern jetzt unten, so dass sie eine eigene Wohnfläche haben.

Der obere Bereich ist wie eine große WG, und so kann jedes von uns erwachsenen Kindern alles nutzen, wenngleich meist nur mein fest im Haus wohnender Bruder den vollen Luxus von 172 Quadratmeter Wohnfläche hat (und ihn, mal abseits der mindestens 4 offenen Zahnpastatuben, die er im Bad verteilt hat, mal mehr, mal weniger nutzt).

Er kümmert sich um alles, und so insgesamt ist diese familiäre Konstruktion so etwas wie unsere moderne, an die jeweiligen Konstellationen angepasste, Interpretation des traditionellen Mehrgenerationenmodells.

Es ist ein Erbstück, das unseren familiären Zusammenhalt repräsentiert, beim Umbau hat jeder angepackt. Es war ein großes Projekt – und gerade jetzt, bei den Hochzeitsvorbereitungen für den kleinen Bruder wird das noch mal so deutlich, wie stolz jeder von uns darauf ist, dass wir es so gemacht haben.
(Und wie sehr wir gewohnt sind, so viel Platz für alles mögliche zu haben: die letzten Wochen hingen überall getrocknete Blumen, wir haben für die Deko unterschiedlich große Flaschen gesammelt, Dosen, gerade lagern fast 30 frisch gebundene Buchskränze im Keller …)

Braut und Bräutigam werden die Nacht vor der großen Hochzeitsfeier bei uns verbringen und die Braut wird in einer ruhigen Ecke gestylt … wobei: die bezaubernde Nichte hat beschlossen, dass sie da auch dabei sein will. Vielleicht wird’s also gar nicht so leise😉/ Cordula sucht weitere Lieblingsstücke, bestimmt könnt ihr dazu auch eine Geschichte erzählen

Die unendliche Baustellengeschichte

 Ich vermute, das Gefühl kennt jeder Bauherr: es zieht sich. Jedes Wochenende putze ich, und jede Woche kommt neuer Dreck dazu. Meine Schwester hat vorgestern zum xten Mal die Frage gestellt, wie oft ich schon bereut habe, keinen Neubau hingestellt zu haben? Das tatsächlich noch kein einziges Mal. Aber mit dem Wissen von heute hätten wir wohl einmal ausgeräumt, alles an Putz runtergeschlagen, Dreck raus und dann losgelegt. Haben wir jetzt quasi in mehreren Schritten auch gemacht, nur eben immer wieder Dreck nachproduziert … Egal, irgendwann ist es vorbei. Wir kleben ab, wir schleifen, wir streichen vor. Wir schrauben fest, wir schäumen aus, wir schneiden ab. Immer wieder, immer neu, immer anders!

Das mit den Handwerkern kann keiner verstehen, der dieses Handwerk nicht beruflich verfolgt. Sagen auch die anderen Handwerker. Also ich habe beispielsweise aufgegeben, zu versuchen, mit unserem Elektriker zu sprechen. Weil der redet nicht mit mir. Einfach nicht. Ohne Grund. Zumindest wär mir keiner bekannt. Und macht sowieso alles so, wie er meint. Einen Bewegungsmelder im zukünftigen Arbeitszimmer? Nein? Doch. Wir haben einen riesigen Sicherungskasten im EG, im OG? Brauchen wir keinen. Doch! Da er auch mit meiner Mutter nicht spricht vermute ich mal, er redet nicht mit Frauen. So prinzipiell, oder so? Aber er hört auch nicht auf die männlichen Familienmitglieder …

Alles andere läuft, mal besser und schneller, mal weniger. Der Beton ist immer noch nicht trocken, die Woche kommt eine Art Prüfer, denn langsam kommen Zweifel auf, ob es nicht am Material liegt … Immerhin sind die Fliesen schon da. Nur ob dann der Fliesenleger wieder Zeit hat, wenns passen würde? Und der Putz trocknet auch schlecht – war zwischendurch richtig feucht alles. Jetzt heizen wir durch – und hoffen das Beste. Denn wir wollen vorankommen. Und, na ja, meine Eltern scharren in der Übergangswohnung mit den Hufen, sie wollen wieder in ihr Haus, ihre gewohnte Umgebung. Die nicht mehr so sein wird, wie sie alles kennen, weil ja alles neu sein wird. Ist ihnen egal, sie wollen trotzdem, lieber gestern als heute …

Und es gibt diese kreativen Momente, in denen Lösungen gefunden werden, die dann doch Zeit sparen: beim Verlegen der Heizungsrohre haben die Jungs große Löcher in die Mauern geschlagen. Die wir alle wieder zuflicken mussten. Ging überall – nur in der Küche mit der Einbau-Eckbank, da kam keiner ins Eck. Bis zum Wochenende, da haben meine Nichte und ich das Problem in Augenschein genommen. Auch wenn sie, rein von der Körpergröße her besser geeignet gewesen wäre, in den winzigen Spalt zu schlüpfen, sie war dann meine Beleuchterin. Und die Tante musste, bewaffnet mit einer Grillzange, Steine schichten, verputzen und zuspachteln. Problem gelöst, Loch auf Nimmerwiedersehen verschwunden 🙂 auf dem Bild übrigens der dritte Abfluss der Dusche, der auch verkehrt war, mittlerweile ist der Passende im Estrich eingegossen worden. Tja, man bzw. Frau lernt nie aus!

Das mit dem Loch

Dieses Wochenende war ich zwar nur einen Tag produktiv, dafür hab ich an dem Tag aber auch einiges geschafft: ein Zimmer hat den ersten Anstrich bekommen, ein Raum ist fertig gestrichen und grundgereinigt, also bereit zum Einräumen. Ja, und da schiebt man dann ein bisschen, nach links, nach rechts. Um mittendrin ein Loch vorzufinden, ein gebohrtes, im Holzboden auf dem Gang vor dem Bad. Das Loch selber wär nicht das Schlimmste, aber drumherum steht so einiges hervor, vor allem ein riesengroßer Splitter, der – so in einen nackten Fuß getreten – bestimmt einiges Unheil anrichten kann. Nun ist das ja so, von den Handwerkern kanns ja keiner gewesen sein, weil die hätten doch bestimmt Bescheid gegeben, damit sich keiner verletzt? Oder zumindest die Stelle „sauber“ gemacht? Oder? Ja, wer das wohl war? Ich tippe mal ganz verwegen auf unseren Renovierungskobold …
Ach so: ich hab die Splitter natürlich entfernt, ist also wieder sicher im Haus. Also, auch für die Menschen ohne Sicherheitsschuhe. Klar!

Sonntagsfreude: Wärme

  Auch wenns heute angenehm warm ist freu ich mich diese Woche am meisten, dass die Heizung mitsamt notwendigem Speicher und pipapo aufgebaut ist. Schaut alles etwas anders aus, als laut Angebot, aber egal. Hauptsache, das Ding funktioniert dann, wenns kalt wird. Und am schönsten fand ich, dass die Aufbauer alles streng nach Anleitung gemacht haben, also wirklich Schritt für Schritt, oder soll ich besser sagen: Seite für Seite?

  Selbst live miterlebt: der „Mantel“ für den Warmwasser-Boiler passt nur, wenn man ihn richtig anlegt, da mussten die Heinzungsinstallateure noch mal alles komplett raustragen, umdrehen, seitdem sitzt das Ding.

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.