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Sonntagsfreude: Hygge

Inspiriert von meinem dänischen Freund Mads, der mir mal seine Lebenseinstellung so beschrieben hat, mach ich es mir die Tage hyggelig, gemütlich, genieße das renovierte Zuhause, terminfrei, stressfrei – eine bewusste Auszeit, um  wahrzunehmen, wie schön wir es uns gemacht haben. Klein und fein – und irgendwie sogar mein. Nebenher schau ich die Bilderflut aus der Renovierungsphase, die irgendwann mal ein Bau-Bilderbuch werden soll. Aber nicht sofort und jetzt. Denn heute ist Hygge.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita.

Mittlerweile [*.txt]

Am Anfang war eine Ahnung – dass sich „etwas“ tun muss. Damit unsere Eltern seniorengerecht alt werden können. Es folgten Gespräche, Ideen, Pläne.

Dann kam die Arbeit. Für die ganze Familie. Nicht wenig, aber auch nicht zu viel.

Damit begann die Veränderung. Das Zuhause wurde zur Baustelle. 

Aus Tagen wurden Wochen – wurden Monate – wurden Jahre.

Zwischendurch war schon mal Weihnachten, damals noch alles ganz neu, ungewohnt, vieles unfertig.

Dann kam das zweite Baustellenjahr. Routiniert. Trotzdem immer überraschend. Und niemals langweilig. Nein, ganz bestimmt nicht …

Mittlerweile ist immer noch nicht alles fertig-fertig. Aber es ist wieder Zuhause. 

Fühlt sich gut und richtig an.

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Das zwölfte Wort von Dominiks txt-Projekt lautet „mittlerweile„. 


Für mich ein willkommener Zeitpunkt, das neue alte Zuhause zu definieren:  

Zuhause ist, wo die Liebe wohnt, wo Erinnerungen geboren werden, wo Freunde immer willkommen sind und jederzeit ein Lächeln auf dich wartet …

In unserem Zuhause 

  • wird gelebt
  • geben wir zweite Chancen
  • sagen wir Bitte und Danke 
  • haben wir Spaß
  • werden Fehler gemacht und verziehen
  • ist es mal laut und mal leise
  • geben wir unser Bestes
  • wird getanzt und gelacht
  • ist es bunt und lustig
  • wird geliebt
  • sind wir eine Familie

(Quelle: homesticker.de)

Das mit dem Kraftplatz

An Tagen wie diesen fühl ich mich wie Aschenputtel. Schmutzig, staubig, und das hört irgendwie nicht auf. Seufz. Zwei Hauswände sind fast „putzfrei“, natürlich gibt es ein paar Stellen, die einfach runter fallen, die anderen halten dafür wie mit Zement festgeklebt. Äh, ja, sind sie ja auch. Gut, dass wir uns ein Gerät ausleihen konnten, das zwar nur Männer bedienen können, aber als Frau darf ich ja dafür den Dreck wegputzen. So sieht es die praxisorientierte Aufgabenverteilung vor. Auch wenn das wieder eine der Arbeiten ist, die keiner braucht: mir wird mehr und mehr klar, wie viel Energie dieses Renovierungsprojekt freisetzt. Ob das nur so ist, weil es das Elternhaus ist? Das ich ohnehin schon seit vielen Jahren als meinen persönlichen Kraftplatz entdeckt habe. Nicht nur das Haus, sondern auch die Lage, mitten im Dorf. Mit einem freien Blick über das kleine Tal im Osten. Schnell draußen, aus dem Ort, einfach über die Wiese laufen und ich bin unterwegs. Dann führen Feldwege kilometerweit an Äckern vorbei, in ein großes Waldgebiet. Wenn ich mag, schaffe ich es, stundenlang zu laufen und keiner Menschenseele zu begegnen. Für mich ist es genau diese Freiheit, die mir so ein überwältigendes Heimatgefühl gibt. Obwohl ich hier schon so viel gelaufen bin und gefühlt jeden Stein kenne, immer wieder darf ich aufs Neue die kleinen Wunder der Natur entdecken. Schön ist es, mein Wochenend-Zuhause.

Meine (mittlerweile frischgeduschte) Antwort auf Michaelas Frage nach Kraftorten.

Das mit dem Respekt für ältere Menschen

Letzte Woche habe ich eine Situation beobachtet, und mich sehr über einen jungen Mann gewundert, der sich lautstark an einem älteren Herrn gestört hat … Wie der ein oder andere mitbekommen hat renoviere ich mein Elternhaus, vor allem, um meinen Eltern eine seniorengerechte und hoffentlich unbeschwerte, lange eigenverantwortliche Zukunft in ihrem Heim zu sichern. Eine Ebene, damit sie keine Treppen mehr steigen müssen, eine Heizung mit einfacher Bedienung „einfach aufdrehen“ (bislang wurde mit zwei Holzöfen geheizt, für die täglich große Massen Holznachschub aus einem Lager geholt werden mussten), statt einem kleinen Bad mit nicht genutzter Badewanne und einer Dusche mit hohem Einstieg ein größeres Bad mit seniorengerechter Dusche. Ich tue das, weil ich heute aus übervollem Herzen respektiere, was meine Eltern für uns Kinder getan haben, nicht nur, als wir klein waren. Sie haben uns, obwohl sie dabei oft sich selbst zurücknehmen mussten, immer unterstützt. Ich bin ihnen dafür sehr dankbar und hoffe sehr, dass sie gesund ein hohes Alter erreichen dürfen.  Aber mir ist sehr bewusst, dass Altern auch weniger schöne Seiten zeigen bzw. Einschränkungen mit sich bringen kann, die Pflege einfordern. Im www bin ich an verschiedenen Stellen über einen Text in unterschiedlichen Varianten gestolpert. Die sich im Sinn aber ähneln:

„Vater und Sohn genießen ein Abendessen in einem Restaurant. Der Vater ist in die Jahre gekommen. Während er isst fällt immer wieder etwas von seiner Gabel. Nach dem Essen begleitet der Sohn seinen Vater zum Waschraum, wischt ihm liebevoll Essensreste aus dem faltigen Gesicht, wäscht die Flecken aus der Kleidung, kämmt ihm das graue Haar und richtet zum Schluss seine verrutschte Brille. Als der Sohn die Rechnung zahlt herrscht im gesamten Restaurant Schweigen. Da steht ein älterer Herr unter den Gästen auf und fragt: „Meinen Sie nicht, dass Sie etwas hier gelassen haben?“ Der Sohn antwortet: „Nein, das habe ich nicht.“ „Doch, Sie haben hier jedem Sohn eine Lektion hinterlassen – und jedem Vater Hoffnung!“ (Verfasser unbekannt)