Archiv der Kategorie: auch einen gedanken wert

Dieses Kommentieren zum Thema Pressefreiheit …

Was mir richtig bitter aufstößt ist das Lamentieren zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit – schon allein, dass jeder jetzt ein Experte für Recherche ist und seine Meinung dazu in die Welt hinaus“bläst“ ist schon ein recht eindeutiger Hinweis, wie frei jeder von uns das tun darf? Und dann wird das unwahrscheinlich gerne mit affirmierenden Worten wie „Trau dich, zu hinterfragen“. Oder „Das solltest du auch mal tun“. Oder „Hör auf, alles zu glauben“. Oder „Sei mutig, teile diesen Beitrag“. Oder „Ich möchte euch empfehlen, das hier zu schauen/lesen. Ich habe selbst recherchiert: das ist die Wahrheit, nicht das, was uns die Medien weismachen wollen“.

So passiert dann, dass nicht-wissenschaftliche Behauptungen, wichtigtuerische Erkenntnisse ohne jegliche Methode und falsche Fakten durch die Welt gepostet werden … Die Taktik ist recht einfach: der Glaube, etwas besser zu können, als die Experten. Jetzt ist das mit dem Recherchieren, dem Fakten prüfen, dem bis zur Quelle vordringen und auch diese zu verifizieren eine Disziplin, die üblicherweise einige Zeit in Anspruch nimmt. Die man mit vielen Höhen und Tiefen erlernt. Die sich nie mit Hören-Sagen zufrieden geben sollte. Die immer noch eine kritische Nachfrage aushalten sollte …

Das beschäftigt nicht nur mich, auch andere haben sich den Frust von der Leber geschrieben und Fakten zusammengetragen, die ich wert finde, geteilt zu werden …

So schreibt Nils Wrage:

„… Ich kann Vieles schlucken und unkommentiert lassen. Generell lasse ich hier das meiste unkommentiert. Aber eins nicht, und das ist etwas, worauf ich auch bei hiesigen »Freunden« stoße. Und zwar das Gemutmaße darüber, dass uns die etablierten Medien belügen. Dass sie uns verarschen. Dass sie uns verblöden zugunsten einer wie auch immer gearteten geheimen Elite. Kennt Ihr den Begriff »Pressefreiheit«? Habt Ihr Euch damit mal beschäftigt? Eine wirklich existente Pressefreiheit ist so ziemlich der aussagekräftigste Gradmesser über die generelle Freiheitlichkeit einer Gesellschaft. Und ja, in einer wirklichen Pressefreiheit hat auch jene Presse, die gezielt lügt und Desinformation verbreitet, eine echt große Freiheit. So funktioniert das Spiel. Gehört dazu. Aber der Vorwurf, dass die großen deutschen Medien Euch belügen und unter dem Einfluss bestimmter Entscheidungsträger stünden, lässt mir die Galle hochkommen. Das kalte Kotzen kommt mir da. …“

Vollständig hier nachzulesen:

Und das schreibt Florian Stäuble:

„Liebe Selbstrecherchierer, Querdenker, eigene-Meinung-Bilder und Mainstreammedien-Ablehner. Ich muss euch jetzt mal was erklären:Seit Monaten werde ich mit Aussagen konfrontiert, die inhaltlich alle in dieselbe Richtung laufen:„Da ich den Mainstreammedien (damit sind vermutlich alle klassischen Nachrichtenerzeuger und -aufbereiter gemeint, in denen der Beruf des Journalisten ausgeübt wird) kritisch gegenüberstehe, bin ich dazu übergegangen, selbst zu recherchieren. Das solltest du auch mal tun. Dann wird dir schnell ein Licht aufgehen und du wirst erkennen, wie sehr wir alle verarscht werden und wie intensiv uns die klassischen Medien die eigentlichen Wahrheiten vorenthalten“.So weit, so gut.Aber EINS solltet ihr euch schon mal bewusst machen, ihr Youtuber: Ihr recherchiert nicht selbstständig und objektiv im Internet. Das könnt ihr gar nicht. Das kann keiner. …“

Vollständig hier nachzulesen:

Alle, die es trotzdem besser wissen: ich hoffe, ich hab euch wenigstens die Möglichkeit gegeben, drüber nachzudenken.

Kleine Beobachtung

Hat wahrscheinlich jeder schon mal beobachtet – gestern bin ich mittags mit einem Kollegen essen gegangen. „Abwechslung“ zu unserem Covid-Mittagspausenalltag. Ziel war das besondere Ambiente eines Biergartens in der Nähe. Wunderschön, im Hof einer ehemaligen Flugwerft, der Blick ins Grüne bzw. auf ein historisches Backsteingebäude. Wir haben uns über unsere Beobachtungen ausgetauscht. Und die komplette Stunde durchgeredet. Nicht nur über den Job. Schön.

Am Nebentisch ein Paar, sehr gepflegt. Sie kamen aus einer Richtung, setzten sich, nahmen die Speisekarten. Nach der Bestellung Schweigen, ihr Blick nach links, seiner auch, aber in die andere Richtung … Schweigen. Aber kein inniges Schweigen. Zwei Menschen, die sich schlicht eine Stunde lang nichts zu sagen hatten. Sie war aber eher auf Kontakt aus. Hat sich dann intensiv mit unseren Gesprächen und mit dem Vertreiben von Wespen beschäftigt …

Stillstand – irritiert mich so gar nicht

Ich hab einen schon etwas älteren Artikel aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung gelesen, der verblüffend gut zu meinen Beobachtungen in diesen Tagen und Wochen passt. Die Überschrift lautet „Stillstand irritiert uns“ – der Philosoph Ralf Konersmann hat ein Buch bzw. eine Kulturkritik darüber geschrieben, warum so viele selbst in ruhigen Momenten nicht zur Ruhe kommen können. Möchte ich allen ans Herz legen, die so gerne wieder in unsere rast- und ruhelose „Normalität“ zurückkehren wollen. Also anders als ich, die ich mit diesem Stillstand unverändert richtig gut klarkomme …

Einen – etwas langen – Satz aus diesem Interview möchte ich gerne zitieren:

„Wir wollen immer mehr und immer etwas anderes, wir sehnen uns nach Abwechslung, Veränderung, Wachstum und Fortschritt, und das so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr thematisieren, obwohl die traditionellen Glücksvorstellungen eher mit Idyllen, also mit Gelassenheit und Ruhezonen zu tun haben, in denen wir nicht permanent gestört werden.“

Aber die Frage nach dem warum wir das wollen, obwohl wir doch merken, dass uns diese Schnelligkeit, dieses Hinterherhecheln, dieses eben nicht und niemals zur Ruhe kommen, so durch und durch nicht gut tut? Die Frage kann sich nur jeder selbst beantworten …

Begleitthemen

Gibt so Themen, die mich lange begleiten. Die ich eine Zeitlang sogar in die Ecke stellen und fast vergessen kann, weil sie nur noch selten in Erscheinung treten. „So etwas“ hat sich vor jetzt rund 6 Wochen mit Rumms wieder in meinem Alltag zurückgemeldet. Das ist nach 3 Jahren, von denen ich immerhin ein halbes Jahr fast permanent akut Schmerzen hatte, sogar für mich zu viel. Deshalb war ich die letzten Wochen bei Ärzten, bei der Krankenkasse. Und jetzt auf eigene Faust und Kosten bei einer Heilerin. Einer Osteopatin.

Sie kann Schmerzen lindern, für die Ärzte und Gesundheitsvorsorge keine Behandlungsmöglichkeiten gefunden haben und auch jetzt nicht finden. Können. Weil davon ja auf den radiologischen Aufzeichnungen nichts zu sehen ist. Schon vor 3 Jahren hat mich überrascht, wie allein man als Patient mit dem Problem bleibt. Die Lösung waren Bandagen, die aber letztlich nie wirklich Linderung gebracht haben.

Trotzdem ist der Schmerz da, aktuell ist er durch die Erstbehandlung auch so, wie in den ersten Tagen und Wochen nach der Verletzung. Mit begleitenden Kreislaufproblemen. Und Schlafproblemen. Aber ich bin dankbar aus tiefstem Herzen. Ich spüre, wie Bewegung in die fast steife Stelle kommt – auch wenn es sich heute noch nicht wirklich nach Besserung anfühlt: jetzt bloß nicht ungeduldig werden …