Archiv der Kategorie: auch einen gedanken wert

Mutterseelenallein

Vollkommen entspannen kann ich mich nur allein. Ich bin gerne „Einsam“. Dazu hab ich kürzlich diesen Artikel gelesen. Und merke einmal mehr: ich bin nicht allein. Auch wenn mein Alleinsein anders ist.

Aktuell kommt mein allein sein zu kurz. Und ich denke viel darüber nach, wie, wo, wann sich das ändern lässt …

Worte zur Wiesnzeit

Ich hab festgestellt, dass es mich in den letzten Jahren immer weniger aufs Oktoberfest zieht. Und das, obwohl ich dort so viele bezaubernde Motive fürs Fotografenherzerl finden dürfte. Mal sehen, ob ich dieses Jahr eine kleine Runde drehen werde, wie jetzt schon traditionell eher auf der Oidn Wiesn und draußen herum. In die Zelte und vor allem zum Feiern zieht es mich weniger. Und da stolpere ich über diesen immer noch aktuellen Poetry Slam, ja, da find ich mich gedanklich wieder:

„Himmlische“ Überraschung


Ein schöner Plan war das, was ein Freund meines Bruders heute für die Hochzeit seines Bruders plante: 100e von Ballons sollten vor dem frisch vermählten Brautpaar in den Himmel schweben …


Dumm nur, dass die Flasche mit Heliumgas nicht das gewünschte Resultat erzielte.


Glücklicherweise sind die Freunde meines Bruders Männer der Tat – so wurde während des Traugottesdienstes schnell eine neue Flasche organisiert (was das eigentlich geplante Weißwurstfrühstück im Garten ein kleines bisschen unentspannter gemacht hat …) Jackets aus und als „Mann“schaft einen Ballon nach dem anderen befüllen …


Auch wenn schon mal ein Dummy vortesten „musste“, in welche Richtung der Wind ihn wehte …


… da alle mehr oder weniger die Hemdsärmel aufgekrempelt haben ging was vorwärts.


Und das geplante Bild wurde doch greifbar.


Und auch wenn das alles andere als umweltfreundlich ist: es ist himmlisch schön, wenn die Ballons in den Himmel schweben.


Grad heute mit dem spätsommerlichen Sonnenschein war das ein Funkeln und Strahlen –


So sche scho!

Familiengeschichten: Generationen verändern sich

Gerade tritt familiär deutlich zu Tage, dass sich Ansichten verändern.

Hintergrund ist, dass meine Tante, die ältere Schwester meines Vaters, vor vielen Jahrzehnten geheiratet hat. Einen Mann, der bei meinen Großeltern nicht gut ankam. Warum, weshalb, lange her, vielleicht auch längst vergessen. Trotzdem war er kaum als Familienmitglied aktiv. Ich brauche nicht alle meine Finger, um aufzuzählen, wie oft ich ihm in meinen Lebensjahren begegnet bin. Und selbst wenn hab ich nie einen echten Kontakt aufgebaut, ihn nicht gekannt.

Vor etlichen Jahren hat sich meine Tante aus Gründen von diesem Mann getrennt, lebt seitdem allein. In der Verwandtschaft fiel der Unterschied kaum auf. Und man muss auch dazu sagen, dass meine väterliche Familie nicht so gern über „so was“ spricht.

Jetzt ist dieser Mann – ich müsste wohl schreiben mein Onkel, aber es fühlt sich nicht so an – gestorben. Und meine Tante als seine Witwe kümmert sich gemeinsam mit ihren Kindern um eine Verabschiedung. Keine traditionelle Beerdigung. Für mich fühlt es sich komisch an, nicht nachvollziehbar, dass sie in ihre Rolle zurückkehrt, die sich vor vielen Jahren verlassen hat. Das ist aber ihr Thema, nicht meins.

Mein Thema ist, dass meine Eltern ernsthaft von ihren Kindern erwarten, dass wir zu dieser Verabschiedung gehen. Weil sich das so gehört.

Ja, ein Argument der Generation meiner Eltern. Was bin ich dankbar, dass ich einer anderen Generation angehören darf. Die nachspürt, ob da ein Bedürfnis ist, sich von diesem unbekannten Familienmitglied zu verabschieden. Und auf sein Gefühl hört, statt sich einer Situation auszusetzen, die man bestenfalls konventioneller Zwang nennen kann …