Schlagwort-Archive: lecker

Kulinarischer „Ersatz“ für Ferien im Elsass

Geplant war für die letzte Ferienwoche Hausboot schippern im Elsass. Hat aus Gründen nicht geklappt. Dann musste eben kulinarischer Ersatz her. Deshalb haben die Nichten und ich kürzlich einen Flammkuchen elsässische Art, durch uns frei interpretiert, „gezaubert“. So haben wir es gemacht:

Für den Teig haben wir 250 g Mehl mit einem Päckchen Trockenhefe, einer Prise Meersalz, etwa zwei EL Öl und 140 ml Wasser gut verknetet und dann einen Nachmittag lang kühl gestellt. Den haben wir dann jeweils mehrfach als dünnen länglichen Fladen ausgerollt, damit er schön knusprig wird.

Dann haben wir einen Becher (200 g) Crème fraîche mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Muskat vermengt und unsere Fladen schön gleichmäßig damit bestrichen. Dann wurden die Flammkuchen mit Zwiebel und Schinken oder vegetarisch mit Lauchzwiebeln und Champignons belegt. Damit es schneller geht hat der Nichtenpapa unsere Flammkuchen auf den Grill gelegt – wären auch im vorgeheizten Backofen bei 250 Grad Ober-Unterhitze auf der untersten Schiene in 10-15 Minuten fertig geworden.

Und einmal auf den Geschmack gekommen musste dann auch noch eine Quiche (Lorraine) sein: für den Mürbteig 250 g Mehl mit 125 g kalter Butter, einem Ei und einer Prise Salz gut verkneten, wenigstens eine Stunde kühl stellen. Eine Quicheform ausbuttern, Mürbteig entweder ausrollen oder mit den Händen in die Form drücken. Für die Füllung zum Beispiel 3 Eier, einen Becher Schmand, etwas Sahne, Schinken, Käse, Champignons und Gemüse nach Wahl (alles klein geraspelt oder in Streifen geschnitten) vermischen, mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern mischen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Ober-Unterhitze auf der mittleren Schiene in etwa 40 Minuten backen.

… und ganz ehrlich: irgendwann wollen wir das aber alles vor Ort genießen. Nicht nur kulinarisch. Deshalb ist es nur verschoben, auf bald mal 😋

#Frühlings-Glückspilzmomente (7): Jahreszeitlich essen


Ein Grund meiner großen Frühlingsliebe sind diese zwei: ich esse nur regionalen Spargel, also nicht den, der ganzjährig im Supermarkt zu bekommen ist. Früher direkt vom Spargelhof der Eltern einer Freundin, heute meist aus der Abensberger Region, das liegt am nächsten dran an der Heimat, aber auch Schrobenhausen ist nicht gar so weit … und am allerbesten schmeckt Spargel mir übrigens mit frischer Bärlauchbutter. Auf Neudeutsch würde man das wohl als „Perfect Match“ bezeichnen? Ich nenne es jahreszeitlich essen. Es ist mir ein alljährliches Fest, zu meinen „geheimen“ Plätzen zu pilgern, den köstlichen Knoblauchgeruch tief einzuatmen. Und dann vorsichtig und mit Aufmerksamkeit für die Pflanzen zu sammeln. Was wichtig ist: nur die Blätter abpflücken, nie die ganze Pflanze ernten und immer vor der Blüte, sonst wird der Geschmack bitter … vor den giftigen „Doppelgängern“ wird ja oft genug gewarnt!

Spargel mach ich entweder ganz klassisch im Sud, mittlerweile aber am liebsten auf dem Blech: die gut geschälten Stangen nebeneinander auf ein flaches Blech, mit Meersalz und etwas braunem Zucker und ein paar Klecksen Butter, noch ganz wenig Wasser dazu, abgedeckt bei 200 Grad für mindestens 45 Minuten ins Rohr.


Für die Bärlauchbutter ein Packerl Butter mit einer guten Handvoll Bärlauch pürieren, nach Geschmack mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Ich gebe keine Zitrone dazu, weil das für mich nicht mit dem Bärlauch harmoniert. Schmeckt auch perfekt zu Kartoffeln. Pesto mach ich übrigens auch nach Bauchgefühl. Etwa 3 Handvoll Bärlauch mit Nüssen (passt alles von Wallnuss, Pinienkernen, Macadamia, Paranut, Erdnüsse, Cashews …) gut bedecken und zerkleinern. Dann solange mit Öl (am besten Rapsöl, das ist geschmacksneutral und hält gut) pürieren, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Ich gebe Käse bei Bedarf frisch zu, also beispielsweise Parmesan zu Nudeln. Dieses Jahr habe ich ein Bärlauchöl angesetzt (eine Handvoll Bärlauch gut getrocknet klein hacken und mit Sonnenblumenöl in eine Literflasche abfüllen, Bärlauch nach etwa einer Woche abseihen) und Bärlauchsalz (kleingehackten Bärlauch, sehr gut getrocknet, mit Salz gut vermischen) gemacht. Hm. So bleibt der Geschmack doch über die Saison hinaus erhalten.

******************

Ein Beitrag zu den Glückspilz-Momenten im April 2017. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilz-Momente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.

Sonntagsfreude: Winterliches Tiramisu

Ich bin nicht so die Süße, aber irgendwann mal bekam ich bei einer Einladung ein winterlich-weihnachtliches Tiramisu als Dessert, das ich kürzlich erfolgreich selber als Mitbring-Nachtisch umgesetzt habe. Da es sogar von den beiden anwesenden Kindern gelobt wurde und wirklich einfach ist habe ich es für wert befunden, hier geteilt zu werden. 

Zuerst selber Apfelkompott machen: 5-6 große Äpfe schälen und in Stücke schneiden. In einem Topf mit wenig Flüssigkeit und allen möglichen weihnachtlichen Gewürzen (1 Zimtstange, 4 Gewürznelken, eine Prise gemahlener oder etwas frisch geraspelten Ingwer, etwas Kardamon und Lebkuchengewürz, eine gemahlene Kugel Piment) weichkochen, vom Herd ziehen – Gewürzstangen und feste Teile rausfischen. Wer die Äpfel weniger stückig mag sollte pürieren. Jetzt 2 EL Honig, ein Pck Vanillezucker und 200g kleingehacktes Marzipan gut mit dem Kompott verrühren, sodass es schön sämig wird – auskühlen lassen.

Eine Form entweder mit Biskuitstangen, selbstgebackenem Biskuit oder mit Spekulatiuskeksen auslegen. Alles getestet und für gut befunden. Jetzt 250 g Mascarpone, 250 g Speisequark 20 % Fett und 100 g geschlagene Schlagsahne zu einer Masse verrühren, 40 g Zucker, 1 Pck Bourbon Vanillezucker und wer mag noch eine Prise Zimt zugeben. Dann abwechselnd gesamt je 2 Lagen Apfelkompott und Mascaponecreme über den Boden verstreichen, darauf achten, dass alles gut bedeckt ist.

Über Nacht in die Kühlung und durchziehen lassen, das fertige winterliche Tiramisu nach Geschmack mit Kakao oder Zimt bestäuben, lecker. Das übriggebliebene Kompott kann man entweder behalten oder ein Glas als zusätzliches Gastgeschenk einpacken. 

Mehr Sonntagsfreude lest ihr bei Rita – die sich über die Wärme an kalten Tagen freut. Ich würde mich heute am meisten freuen, wenn meine Schablonen, die ich mir kürzlich zu Dekozwecken, unter anderem für einen süßen Gruß auf dem Tiramisu-Gastgeschenk, besorgt hatte, wieder auftauchen. Sind nämlich spurlos verschwunden … und dann muss ich mich bei nächster Gelegenheit auf die Suche nach einem ähnlich fruchtig-winterlichen Orangen-Tiramisu machen, wie es im südlichen Italien gern um diese Jahreszeit serviert wird, denn das hat sich die Freundin aus Südamerika bei unserem kostbaren Mädelsabend bestellt und war begeistert. Das sollte zu wiederholen sein?