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Der 3. Geburtstag

Ein ganz kleines bisschen wär schon schön, wenn alles “ normal“ wäre. Dann würde Nichte 2.0 ihren 3. Geburtstag nämlich „noch mehr“ feiern … aber „passt schon“.  Und auf der anderen Seite wird ja sowieso schon seit Wochen immer wieder voller Begeisterung „Happy birthday to you“ gesungen (das kann sie so toll, das muss also mal festgehalten werden!). Das große Geschenk in Form eines Baumhausparadieses mit Schaukeln und Rutsche ist ja bei Oma und Opa aufgebaut worden, da muss sie sich also noch bis zum nächsten Besuch gedulden. Aber das eigene Hochbeet wurde am Wochenende im Garten perfekt platziert und wartet jetzt mit ordentlich Erde befüllt auf das Bepflanzen. Schnittlauch soll reinkommen und Blumen – mehr? „Lieber nicht“.

Der Jubeltag selbst hatte einen perfekten Start: mit der vergötterten großen Schwester auf der Treppe sitzen, leckere Kirschen vom Gemüsemann schnabulieren und die Kerne in großem Bogen in den Garten spucken. Hach. Danach die drei Kerzen auf dem Geburtstagszug auspusten – hä, nur 3? Wie alt wirst du denn? Neun 😉 – und sich was wünschen. Kuchen futtern. Und dann kommt schon die Oma zum Feiern – das wird sooo schön.

Happy birthday to you, alles Gute zum Geburtstag – happy birthday to you ❤

 

Spruch zum Wochenende: Geborgenheit

Weil dieses Wochenende das letzte im Jahr 2019 ist, und darüber hinaus die Weihnachtstage abschließt, hab ich ein besonders schönes Zitat gefunden:

„In der Geborgenheit der Familie Weihnachten zu feiern, ist in der heutigen Zeit das wohl schönste aller Geschenke.“ (Roswitha Bloch)

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, trifft das nicht nur auf Weihnachten, sondern auf jeden einzelnen Tag zu: sich geborgen fühlen ist ein Geschenk, so wertvoll, dass man es mit viel Geld nicht bezahlen kann.

Weihnachtszeit

Eingeläutet habe ich die Weihnachtszeit mit einem Besuch bei den Nichten – dummerweise hat die Kleine entzündete Mandeln. Und röchelt, hustet und schnieft. Die Große auch, ohne Mandeln. Seit Wochen. Unser für Sonntag liebevollst geplanter Besuch auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt mit der ganzen Familie musste deshalb ausfallen – und wurde am Montag in kleiner Besetzung „und kurz“ erledigt. Statt Schnee haben wir uns über einen Regenbogen gefreut, statt viel zu quatschen haben wir versucht, mit den Händen zu sprechen. Die kurze bockige Phase war später schnell vergessen – und auf dem Heimweg waren wir so übermütig, dass wir dummerweise das Geschenk für die beste Freundin liegen lassen haben – und noch mal umdrehen mussten … zum Glück war die kleine Nichte gar nicht böse, sondern hat sich einfach gefreut, dass wir wieder da waren.

Auf dem Heimweg hab ich einen Abstecher nach Abensberg gemacht. Dort hatte kurz vor meinem Eintreffen die Turmweihnacht für dieses Jahr geschlossen – und ich hab die menschenleeren Lichter fotografiert. Und mich über die wunderschön beleuchtete Stadtmauer gefreut … und eine schwimmende Krippe auf der Abens entdeckt. Hach ❤️

Der Heilige Abend sollte eigentlich tiefenentspannt und vollkommen stressfrei laufen, dann fiel die Heizung aus. Das, was kaputt ist, muss der Hersteller-Kundendienst reparieren, aber mein Bruder hat dem Handwerker unseres Vertrauens genau zugeschaut und hat das seit gestern zeitweise im Griff. Bedeutet: wir haben immer wieder Heizung und Warmwasser. Und duschen in Etappen. Am Abend war es dank des Kachelofens kuschlig warm – definitiv: Glück gehabt. Und hoffentlich kommt morgen oder spätestens Montag jemand, der das repariert …

Gestern gabs entspanntes und Unmengen Raclette. Danach hab ich das Blaukraut für das große Familienessen angesetzt, das heute auf dem Holzofen fertig durchziehen durfte. In der Regenpause gabs eine Frischluftrunde. Wieder mit Multi-Regenbögen und irren Wolkenspielen. Zum immer wieder einsetzenden Regen sei zu sagen: endlich wird mein Festival-Umhang mal gut ausgelastet. Und ich hab glatt Sissi verpasst, hat aber „gar nicht weh getan“.

Heute früh gabs sehr entspanntes Tischdecken und Kleingkeiten, ehe die Nichten die Geschenkeberge unter dem Christbaum eroberten. Mittagessen war sehr harmonisch, auch wenn unser jüngstes Familienmitglied Hummeln im Popo hat. Der Versuch, mit der Tante Mittagsschlaf zu halten, ist durch das von ihr mit „Blablabla“ kommentierte Stimmengewirr unter uns kläglichst gescheitert. Die Mama musste einspringen. Das so entstandene Zeitfenster hätte ich sehr gerne mit der bezaubernden Nichte auf einer Fototour durchs Dorf verbracht. Musste ich aber alleine machen, weil der Sturbock dazwischen kam … nicht, dass ich den nicht kennen würde, war schließlich einige Jahre mein steter Begleiter. Dumm nur, dass ich aufgrund der eigenen Erfahrung ganz genau weiß, wie viel ich mich selbst um kostbare Erlebnisse gebracht hab, weil ich lieber stur bockig sein wollte.

Später gabs eine deutlich reduzierte Sightseeing-Runde mit der kleinen Schwester, also auch nur 50 Prozent meiner Aufmerksamkeit … und dann wurde es noch etwas hektisch, ehe alle sich auf den Heimweg gemacht haben. Dort wurden eben die Geschenke noch „verräumt“. Und ich hoffe, jetzt schlafen sich alle mal ordentlich gesund. Punkt.

Soll ich euch verraten, was ich von den beiden Nichten geschenkt bekommen habe? Zeit. Gemeinsame Zeit. Das hab ich kürzlich ganz beiläufig erwähnt, weil die bezaubernde Nichte so viel Stress hatte, weil sie für alle (Geschwister, Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Cousine, Cousin, Freunde, …) Geschenke gebastelt hat. Ich hab zwar auch einen ganz kreativen Eierwärmer bekommen, vor allem aber Gutscheine. Viiiiieeel gemeinsame Zeit. Da tanzt das Tantenherz, und wie.

Ach so: Heute Nacht kam der Halsschmerz, mein Wille versucht, ihn zu bezwingen. Mit allem möglichen. Wir werden sehen, wer gewinnt. Punkt.

Spruch zum Wochenende: Ankommen

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Heute morgen auf dem Weg in die Arbeit gab es so einen perfekten Morgenrot-Sonnenaufgang – die ganze Fahrtzeit lang hab ich diese Millionen Ausblicke einfach nur aufgesogen. Und mich des gefühlt ewig dauernden Moments gefreut. Mich einmal mehr beglückwünscht. Dass ich Augenblicke wie diese bewusst erleben darf. Dass ich sie als Geschenke wahrnehme und begreife. Dass ich nicht schon bekümmert bin, weil es ja gleich wieder vorbei ist …

Dass ich sie im Gegenteil „speichere“, als Energie. Als wohltuend. Als beglückend. Und da fliegt mir der Gedanke zu, über den ich gestern mit der Freundin im fernen Brasilien geratscht habe: wie schön, dass wir angekommen sind im Jetzt. Ohne das Vergangene zu vergessen. Ohne die Zukunft aus den Augen zu lassen.

Ja, das bedeutet: immer wieder daran arbeiten. Nicht immer einfach. Aber erfüllend … dazu passt für mich dieser Spruch:

„Das gute Leben ist ein Prozess, kein Daseinszustand.“ (Carl Rogers)