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Sonntagsfreude: Reduktion

Bis vor einem Jahr hatten wir alles im Überfluss, aber kaum Zeit. Aktuell haben wir Zeit im Überfluss – und müssen lernen, uns und alles, was so selbstverständlich schien, zu reduzieren. Das fällt mal schwerer, mal leichter. Aber viele von uns schaffen, den Fokus anders zu setzen. Ich beispielsweise habe aktuell nur nicht vermeidbare Kontakte. Um Gelegenheiten ergreifen zu können.

Mit Nichte 3.0 ihren ersten Geburtstag feiern. Das ist nämlich „meine“ Familientradition. Den ersten Geburtstag der Nichten fotografisch begleiten. Eine Einjährige darf man noch beim Mampfen fotografieren, da dürfen Bilder vom Klecksen, Kleckern und dem „in kindgerecht zerteile Stücke von der Oma mit Liebe gemachten Apfelkuchen“ existieren, der mit so viel Freude und Genuss im kleinen Mund und drum rum landet.

Strahlende Kinderaugen, stolz wie Bolle Schwestern, Eltern, die das erste Video des jüngsten Familienmitglieds anschauen, worauf die Kindesmutter bemerkt, dass sie das noch nie gesehen hat … und eine Tante, die dankbar ist, dass das reduziert trotzdem alles so gut funktioniert. Punkt.

Frohe, friedvolle Weihnachten

Es geht nicht um Geschenke – das eigentliche Geschenk ist und war es für mich schon immer, zusammenkommen zu können. Zeit zu haben und diese miteinander zu verbringen. Hätte mir jemand gesagt, dass genau dieser Teil der Festtagstradition jemals zur Diskussion stehen würde hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt?

Umso wertvoller ist alles, was abseits vom Konsumieren möglich ist. Jedes gemeinsame Wort, jedes miteinander lachen, jede einzelne unbeschwerte Sekunde. Auch wenn vielleicht das ein oder andere sonst übliche Ritual nicht möglich ist, ich bin sicher, am wichtigsten ist und bleibt die gemeinsame Zeit. Egal in welcher Form.

Ich wünsch euch allen frohe, friedvolle Tage, miteinander, verbunden, „zusammen“, egal in welcher Form die Zusammenkunft, in echt oder virtuell, in Gedanken oder durch eine Stunde am Telefon, drinnen oder draußen, wie auch immer, stattfindet.

Erinnerungen festhalten

Diese Zeit bringt auch ein kleines bisschen mit sich, dass gemeinsame Erlebnisse innerhalb gefühlt ganz ganz ganz kurzer Zeit angesammelt werden müssen? So war zumindest mein Eindruck am Tanten-Nichten-Wochenende. Ganz viel Zeit im Freien – was sich bei dem schönen Wetter aber auch so was von angeboten hat.

Die Kids-Wunschliste war nach den vielen Wochen des Nicht-Sehens ellenlang: Demnach mussten Kürbisse und Kastanien für die herbstliche Deko vorbereitet, alle Tiere auf dem und um den Bauernhof herum besucht, die kleine Kapelle mit der Quelle aufgesucht, mit dem Leiterwagerl gefahren, Blumen für die Oma gepflückt, alle Lieblingsgerichte verzehrt, mit dem Opa Stroh für die Hasen verpackt, der Katze Unmengen an Leckerli und Futter gegeben, Chips beim Mädelsabend mit DVD verspeist und ausgiebigst gefrühstückt werden. Und und und …

Nicht geschafft haben wir tatsächlich den Besuch auf dem Heu- bzw. Strohboden. Aber das war auch gar nicht schlimm. Viel besser war, dass Nichte 2.0 als Premiere mit der Taaaante und ihrer großen Schwester eingeschlafen ist. Hurra. War zwar noch nicht die ganze Nacht ohne die Mama, aber immerhin knappe 3 Stunden. Hurra. Dank Zeitumstellung war das Endlich-Wiedersehen eh schon sehr sehr sehr früh 😉

Die bezaubernde Nichte? Fand die Zeit ganz ok. Nichte 3.0? Ist eh tiefenentspannt und gechillt. Außer wenn eine ihrer Schwestern schrille Töne von sich gibt. Wobei: manchmal erst recht dann, wenn das vertraute Geschrei der beiden Großen ertönt …

Freundschaft

Der vorgezogene Tauftermin fiel auf das Wochenende, das die beste Freundin mit ihrem Mann für endlich mal wieder ein paar Tage in Bayern gebucht hatten. Wenigstens ein paar schöne Stunden am Freitag Abend haben wir uns gestohlen – und üblicherweise sind die Nichten nicht so bereit, Tanten-Nichten-Zeit zu opfern. Meine Argumente haben sie dann aber zu gut verstanden: die beste Freundin und ich kennen uns schon mehr als die Hälfte unseres Lebens. Fast genau so lang müssen wir unsere Freundschaft auf Distanz leben. Das gelingt uns mal mit vielen Kontaktmöglichkeiten, mal weniger. Auch außerhalb von Corona …

In jedem Fall ist unsere Freundinnen-Zeit immer ein Geschenk von zwei Seiten. Das muss gepflegt werden. Und Gelegenheiten sind dazu da, genutzt zu werden. Auch wenn das bedeutet, dass es insgesamt nur wenig gemeinsame Zeit wird. Die muss dann eben effizienter genutzt werden.

Dann kamen am Folgetag die beste Freundin der bezaubernden Nichte mit Familie. Und wieder mal wird klar: auch die zwei haben die Chance, ihre Freundschaft fortzusetzen. Sie finden ihre Wege, die Distanz zu überbrücken. Aber sie haben sich so gern und machen immer da weiter, wo sie aufgehört haben. Und das überträgt sich sogar auf die jeweiligen Zweitgeborenen. So ist der 5jährige mit seiner 3jährigen Freundin händchenhaltend den Hang hoch gelaufen. Zum Abschied gabs ein Bussi – und dann noch eins 😍