Archiv der Kategorie: familiengeschichten

Gewohnheiten

Meine Mutter ist nach 3 Wochen Kur-Auszeit wieder zu Hause. Endlich. Ja, ja, vieles hat sie durchaus sehr genossen. Also eigentlich fast alles. Das Programm hat gut getan, das schöne Zimmer mit Sonnenbalkon ganz für sich alleine, dass sie sich nur an den Tisch setzen musste und dann gabs leckeres Essen, dass sie keinen Haushalt an der Backe hatte … Aber eines, das hat sie sehr vermisst: ihr Waschbecken im Bad zu Hause. Auf Kur hatte sie nur ein kleines und das hing auch so doof, dass sie sich unmöglich darin die Haare waschen konnte. Da musste sie das doch glatt unter der Dusche tun – und das mag sie so gar nicht. 3 Wochen Gewohnheiten ändern war wirklich mehr als genug. Endlich kann sie sich wieder kopfüber unters Waschbecken hängen und ihre Haare so waschen, wie sie das schon immer macht. Punkt. 🙂

Ein halbes Jahr alt

Was mich gerade unwahrscheinlich verwundert ist, wie wenig Nichte 3.0 nach mehr als 2 Monaten des Nichtsehens fremdelt … kann es sein, dass knapp Halbjährige, wenn sie große Geschwister haben, beobachten, wie die auf ihre Umwelt reagieren und das einfach nachmachen? Tatsächlich durfte die Oma ihr jüngstes Enkelkind ja bis zum Aufwachen beaufsichtigen – und wenn ich da an die zwei großen Schwestern denke, die hätten schon zumindest irritiert oder sogar weinerlich reagiert, wenn da nicht sofort die Mama gewesen wäre. Bei ihr wirkte das ganz gelassen, als ob sie die Oma auch als eines der vertrauten Gesichter einordnen könnte. Das sie aber in den 6 Monaten Lebenszeit durch die äußeren Umstände gar nicht mal so oft gesehen hat …

Tatsächlich ist 3.0 eine noch sehr Ruhige. Sie lächelt viel, beobachtet alles aufmerksam und mit großem Interesse. Gut, sie beginnt, viel zu plappern. Aber das muss man in ihrer nächsten Umgebung ja auch quasi, um wahrgenommen zu werden. Was mir auch auffällt: Sie ist weniger schreckhaft – wenn sie jetzt noch keine Angst vor Spinnen hätte, … 😉

Familiengeschichten: Wunsch vs. Realität

Wenn man an der Wirbelsäule operiert wurde, dann sollte man tatsächlich gar nichts tun, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. So wird allen Familienmitgliedern schlicht von Tag zu Tag klarer, dass meine Mutter aktuell wirklich kein bisschen mehr als nichts tun darf. Auch wenn ihr so langweilig ist, hilft nix.

Da aber gestern Kirchweih war und mein Vater den Wunsch nach regional typischen Kirda-Spezialitäten verspürte, hab ich kurzfristig erwogen, mich an diesem Rezept zu versuchen.

Freitag hab ich dann – eigentlich mehr aus Zufall – erfahren, dass meine zugegeben nicht sehr erprobten Schmalzgebäck-Künste wohl kein großes Vertrauen genießen. Denn mein Vater hatte ohne Rücksprache längst bei einer dafür weithin gelobten Expertin die Produktion in Auftrag gegeben. Puh. Wochenende gerettet. Also für alle Beteiligten. 😉

Routinen

An manche Routinen mag ich mich nicht gewöhnen … Zur Abwechslung war meine Mutter die vergangenen beiden Wochen im Krankenhaus – nachdem sie akut so starke Schmerzen hatte, dass sie im wahrsten Wortsinn nicht mehr gehen konnte, geschweige denn irgendetwas anderes, hat die Hausärztin sie in die Notaufnahme überwiesen … Zugegeben, das war nicht ganz regel-konform. Trotzdem hatten wir ein paar Tage später (warum die Covid-Tests auch in der Klinik nicht schneller ausgewertet werden fand ich etwas befremdlich …) die Diagnose. Wie schon beim Papa letztes Jahr ist der Spinalkanal der Wirbelsäule dicht. Und da hilft nur eine Operation.

Auch die hat zwischenzeitlich schon stattgefunden. Und seit heute ist sie sogar schon wieder zu Hause. Um sich zu erholen, ehe es zum Monatsende auf Kur geht. Jegliche Bewegung ist strikt verboten – also auch nicht mal schnell was kochen, putzen, waschen, bügeln, oder was sie sonst eben den ganzen Tag macht.

Das übernehme so weit möglich ich, denn die männliche Belegschaft ihres Haushalts hat sie ja dazu erzogen, dass die Haushalt nicht können … Und einmal mehr: meine beste Disziplin ist das nun gerade auch nicht. Egal, ich tue, was geht. Beim Rest müssen eben alle ein Auge zudrücken.

Spätestens bald bekomme ich tatkräftigste Unterstützung, denn die Nichten haben Sehnsucht. Wir müssen nur noch überlegen, wie wir die Oma am besten vor so viel Frauen-Power schützen können 😉