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Nachtrag zum 8. Geburtstag in Stichpunkten


Hier noch mal ein paar mehr Worte über das Geburtstagswochenende, frei nach dem Thema: gut geplant ist niemals besser als perfekte Improvisation.

  • Gute Vorbereitung ist das A und O für ein Kinderfest. Da ich wie eigentlich jedes Jahr die Eventorganisatorin ohne offiziellen Auftrag oder gar Bezahlung war, muss ich mich dieses Jahr besonders loben: wenn man einzig die Gastgeberin in Person der bezaubernden Nichte kennt, die zwar 7 Gäste eingeladen hat, aber keinerlei Infos zu Interessen oder Vorlieben hat, das ist echt wie Glücksspiel … aber gut, ich liebe ja Herausforderungen.
  • Dummerweise hatte ich zwar meine Liste, mit allem, was ich mitbringen sollte, im Kopf, aber diese vielen Anrufe „wann kommst du endlich, ich kann nicht mehr warten“ haben dann doch dazu geführt, dass einiges zu Hause liegen blieb. Halb so schlimm, weil eh wenig mehr war …
  • Aus dem eigentlich geplanten Besuch eines besonders schönen Nürnberger Christkindlesmarkt wurde nix, fand aber nur die Tante schade …
  • Die bezaubernde Nichte war nämlich am Vortag ihres Geburtstages aus ganzem Herzeleid traurig, was für alle nicht schön war. Und dummerweise besonders schwierig, wenn alle vorbereiten und arbeitsintensiv beschäftigt sind, um es für sie und ihre Gäste eben schön zu machen.
  • Unser Mädelsabend hat dann aber doch ganz viel wettgemacht, hoffe ich.
  • Die Nacht war kurz, denn frühmorgens konnte die aufgeregte 8jährige den Tag dann kaum erwarten. Und weil ja der Geburtstag mit dem 1. Advent zusammenfiel gab es erst „Happy Birthday“, dann passend zum Wechselwetter „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien …“, schließlich „Wir sagen euch an, den lieben Advent“ – und das Geburtstagskind du jour entzündete die erste Kerze des am Vorabend noch gebastelten Kranzes. Strahlende Kinderaugen, so schön!
  • Dummerweise hatten wir gar nicht mal so lang Frühstückszeit, weil die Kommunionkinder beim Festgottesdienst Aufgaben übernehmen durften – eine durfte die erste Kerze am großen Kranz entzünden, einer eine Kerze, einer ein Brot, eine ein Netz und die bezaubernde Nichte einen Korb mit Spendentütchen zum Altar bringen … aus besonderem Anlass predigte ein Gast – für uns leider etwas zu lang. Wir kamen knapp nach Hause, wo noch Hausaufgaben und Partyvorbereitungen warteten.
  • Dummerweise hatte es sich in der Zwischenzeit satt und schwer eingeregnet – zwar war die große Aktion, Plätzchen verzieren, für drin gedacht, ansonsten sollte es aber eigentlich Spiele im Garten geben. Daran war nicht zu denken, wir haben improvisiert. Ging auch.
  • Süß war, dass die bezaubernde Nichte ein Flaschendrehen gemacht hat, ausgepackt hat sie immer das Geschenk des Mädchens, auf das die Flasche zeigte. Kam toll an – nur der Herr Papa war etwas irritiert und hofft, die aktuelle Version des Spiels noch mehrere Jahre erleben zu dürfen 😉
  • Die Motivation zum Verzieren schrumpfte bei einigen, bei manchen wuchs der Spaß mit den Aufgaben. Die Jüngste war definitiv mit Feuereifer dabei, weil sie macht alles, was die Größeren machen, am liebsten.
  • Zwischendurch gabs aus Erwachsenensicht immer wieder Langeweile, aber das schien kein Problem zu sein. Wir hatten eine Vorlesegeschichte, Montagsmaler und viele Spielsachen. Um Lagerkoller zu vermeiden, stapfte die Gastgeberin als Special Event mit kleinen Gruppen durch den Regen zu den Hasen.
  • Und dann war zum Glück die Pizza fertig – da haben wir Erwachsenen auch wieder gestaunt. Manche 9jährige essen nach Hunger, andere figurbewusst …?!?
  • Eine wurde pünktlich abgeholt, die anderen nach und nach. So kam es oben im ausgebauten Dachgeschoss noch zu einem späten Spielgelage. Mit blödem Ende: in einem Geschenk war ein Fläschchen mit Glitzer, das haben die letzten zwei auf dem Boden ausgeschüttet und erst mal heimlich mit einem Lappen verrieben … in der Not wurde ich heimlich dazu gerufen, aber auch ich konnte das Verwischen nur beenden und mein Glück mit dem Staubsauger versuchen … sagen wir es mal so: die von meiner Schwester Prinzessinnenturm genannten Räumlichkeiten glitzern und funkeln. Und der Glitzer wurde bereits auf das ganze Haus verteilt …
  • Gestern früh haben wir die spätnachts von meiner Schwester – ich habe schon mal erwähnt, dass sie die beste Mutter der Welt ist – gebackenen, verzierten und bruchsicher verpackten Cakepops, sogar heil und trocken in die Schule bekommen. Die Nichte hat gestrahlt – die Tante war pitschepatschenass und musste zurück zu Hause erst mal trockengelegt werden und sich viel Tee machen 😂😂😂

Für die kommenden Tagen plane ich eine Ode an Mamas, ein Verbeugen vor Eltern ganz allgemein und ein paar Fragen an andere Tanten/Onkel, rund um das Thema: warum bekomme ich an Nichtentagen einfach nichts gebacken …? Fortsetzung folgt.

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Sonntagsfreude: Gekündigt

Ich habe ja schon ein paar Andeutungen gemacht, und ab sofort kann ich darüber schreiben, denn die letzte Woche war meine letzte Arbeitswoche.

Nachdem es in den letzten Monaten immer zu viel, immer mehr Arbeit und Verantwortung, immer weniger Verständnis und Unterstützung wurde, habe ich gekündigt. Irgendwann ist mir die Luft ausgegangen, das Fass ist übergelaufen. Ich habe erst innerlich gekündigt, dann ganz offiziell. Eine große Entscheidung, denn ich habe nichts Neues. Mit dem irrsinnigen Arbeitspensum fehlt aber auch Energie und Zeit, etwas Neues zu finden. Geschweige denn besteht auch nur die geringste Chance, einen neuen Arbeitgeber voll Motivation und frisch zu überzeugen …

Meine Entscheidung hat eine Spur zu lang gedauert, das liegt natürlich an meinem Durchhaltevermögen gepaart mit Sicherheitsdenken. Schließlich kann ich mir, wie die meisten, eine unbezahlte Arbeitslosigkeit nicht leisten. Nur hätten weitere Monate Abwarten und etwas Neues suchen, um abgesichert zu gehen, nichts an der andauernden Überforderung, vor allem an der Erschöpfung geändert …

Jetzt werde ich also ein Fall für den Staat, was mir überhaupt nicht schmeckt. Ich brauche aber eine Auszeit … und komischerweise tut gut, plötzlich zu merken, dass es ok ist. Ich hatte ein unwahrscheinlich gutes Gespräch, eine sehr gute und vor allem mutmachende Beratung von der Agentur für Arbeit. Und tatsächlich geht es mir seit meiner Entscheidung von Tag zu Tag besser. Die ersten Bewerbungen sind verschickt, mein Lebenslauf ist aktuell, ich höre mich um. Es ist wunderbar, wie die Energie langsam zu mir zurückkommt, statt in einen Arbeitgeber zu fließen, der meinen Einsatz nie genug gewertschätzt hat. Und so einfach kann es sein.

Ja, natürlich wäre mir lieber, ich hätte bereits etwas Neues, ein Datum, bis zu dem ich planen kann. Und danach geht es sicher weiter. Aber ich vertraue darauf, dass etwas kommen wird. Eine Aufgabe, die mich fordert, mir aber gleichzeitig genug Raum für das Leben lässt. In einem Team, das mit mir zusammen arbeitet, statt mich arbeiten zu lassen. Ein Job, der mir Spaß macht und mein Leben bezahlt.

Meine Freundin hat Sonntag etwas in Worte gefasst: „Die letzten Monate warst du im Überlebenskampf, jetzt brauchst du Zeit zu heilen, und danach darfst du wieder die Freude am Leben spüren.“ Wie recht sie hat, die Lebensfreude kommt Tag für Tag zu mir zurück ❤️ und irgendwie passt das Titelbild: ich nehme eine Menge Herzen mit …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Schnuppern bei den Jungen Chören München

Mademoiselle hat vorgesungen und darf jetzt 4 Wochen Chorluft schnuppern gehen. 1-2 mal die Woche geht es in die Innenstadt zum Proben, wenn ich richtig verstanden habe ist da auch Einzel-Stimmbildung dabei. Die unterscheiden in 3 Gruppen, C ist die Vorbereitung und Heranführung, in B werden die Kleinen zu Chorsängern, A ist dann die Gruppe, in der sie wirklich nicht nur üben, sondern auch Auftritte meistern, sogar Konzertreisen gibt’s da. Bin gespannt ob die kleine Sängerin direkt in B starten darf, sie übt seit dem Vorsingen „ununterbrochen. Keine Frage, dass sie bereit ist für jegliche solistische Rolle, sollten Schauspiel oder Tanz notwendig sein, wird sie auch diese Herausforderung mit Bravour meistern. Am Telefon hat sie mir so begeistert und voll stolz vom neuen Hobby berichtet …

Ach ja, schön, wenn ein Patenkind anruft, weil es mich „so lang nicht gesehen haben und schon etwas vermisst“. Da plant die Patentante noch viel lieber ein baldiges Wiedersehen ❤️ am 22.12. ist das diesjährige Adventskonzert des Chores. Ich vermute, sie wird noch nicht rauszuhören sein, aber den Termin hab ich mir eingetragen, vielleicht schaff ich ja, dabei zu sein.

Von Kindern lernen: Die Zeit vergessen

Vom Spruch „Kinder kennen keine Zeit“ gibt es zwei Sichtweisen. Die eine ist ganz schön schön, denn beim Spielen versinken die Kleinen vollkommen in ihrer Welt, vergessen  alles um sich herum. Es ist einfach schön, sie konzentrieren sich vollkommen auf das, was sie tun. Und sind dabei glücklich. Schaffen auch Erwachsene, wenn sie etwas tun, das Spaß macht. Also zumindest bei mir klappt das gut, zum Beispiel, wenn ich Musik mache. Oder höre. Da kann ich mich vollkommen drauf konzentrieren. Aber es überfordert mich auch nicht, weil ich eben „nur“ das mache. Nicht nebenher noch 5 andere Sachen, wie wir es in unserer Multitasking-Welt so oft machen. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann einen Tag, an dem ich von morgens bis abends die Zeit vergessen darf. Weil ich etwas tue, das ich liebe, auf das ich mich voll und ganz konzentrieren darf. Sind selten, solche Tage? An denen man einfach die Zeit vergisst …

Dann gibts noch diese andere Komponente, wenn Kinder vergessen, wie spät es ist. Zum Beispiel, wenn sie an einem Sonntag morgens um 4.26 Uhr aufwachen und sich so freuen, dass die Tante zu Besuch ist, dass sie statt sich umzudrehen und weiterzuschlafen die Zeit nutzen wollen. Oder abends spät partout nicht einschlafen wollen, um nichts zu verpassen. Oder 5 Minuten mit „1,2,3,4,5,“ runterzählen. Oder eben Zeitfenster einfach  nicht einschätzen können. Irgendwie ist das auch alles gar nicht schlimm, vor allem nicht wichtig. Zeit ist doch nur relativ … Oder? 🙂