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Familiengeschichten: Filmstoff

Gibt ja so Filme, da zweifelt man als Zuschauer, ob der Stoff nicht schlicht zu unrealistisch ist. Und dann passiert das Leben – und alles wird relativ.

Vor einigen Monaten gabs in der Familie zwei Trennungen – zeitgleich. Eine Cousine, ein Cousin, Geschwister, wieder auf dem Singlemarkt. Klar wurde in der Familie etwas spekuliert. Aber, na ja, man kennt sich. Ist ja auch nicht die erste Trennung in unserem Cousinen-Cousin-Netzwerk. Im Gegenteil. Dann hörte ich aus dem Freundeskreis ein paar Gerüchte. Komisch. Absurd. Mittlerweile bestätigt. Der Mann meiner Cousine lebt seit einigen Wochen glücklich mit der Frau meines Cousins. Bleibt irgendwie alles in der Familie? Oder zumindest bleiben die gewohnten Protagonisten. In neuen Rollen.
Und so auf einen Blick scheinen – bis auf meine Tante, die übrigens auch nur auf die von ihr jetzt nur noch Schlampe genannte Schwiegertochter sauer ist, die den braven und sicherlich auch nicht ganz ohne Einverständns involvierten Schwiegersohn verführt hat – kommen alle mit der Situation bestens klar.

Sollte das jetzt jemand verfilmen wollen: das Ende ist halt eher unspektakulär, irgendwie so Happy End à la Hollywood? 🙂

Das mit den Dating-Portalen

Irgendwann mal hab ich mich, wie bestimmt jeder Single, auf Datingportalen angemeldet. Nach einigen höchst amüsanten sowie einigen überaus langweiligen Erlebnissen und der Erkenntnis, wie zeitaufwendig dieses Dating ist, war mir das dann aber zu unentspannt – und ich hab mich abgemeldet. Oder wo das nicht so recht funktionierte eben nicht. In jedem Fall bin ich seit vielen Jahren null aktiv. Seit letzten Sonntag bekam ich von einem dieser Portale Mails – die ich als Spam ungelesen löschte. Gestern dann eine E-Mail von meiner Jugendliebe. Warum ich denn auf seine Einladungen auf dem Datingportal nicht reagiere? Ich zurück: „Was machst du denn auf einem Datingportal?“ Antwort: „Daten, ich bin nämlich wieder Single.“ So erfährt Frau also im Jahr 2015, wenn Ex-Freunde „wieder auf dem Markt“ sind? Und er hat mein jahrelanges Profilbild erkannt … 😊

Das mit dem Wiedersehen nach Jahren

Als mein großes Patenkind geboren wurde, gab es ein „wir“, „wir“ wurden Paten. Als der Große noch kein Jahr alt war haben „wir“ uns getrennt. Vernünftig, weil die zwei, die zum „wir“ gehörten weder zueinander passten, noch dasselbe wollten. Nicht dasselbe fühlten, dachten, geschweige denn erlebten. Das ist schon Jahre her und meist nebensächlich. Dennoch musste ich mich gestern vor dem Wiedersehen wappnen, denn das „er“ des „wir“ hat seine Art. Die mich schon damals oft innerlich zum Kochen brachte. Nicht, was ihr denkt: „er“ hat eine Art, sich zu inszenieren. Möchte da jetzt gar nicht in die Tiefen der Psychologie einsteigen, es reicht schon, dass Eigen- und Fremdsicht oft weit auseinanderklaffen. Schein und Sein sind nicht nur als Wort, sondern auch im Sinn unterschiedlich. Jetzt ist eine Kommunion im Leben vielleicht nur ein Tag von vielen, für mein Patenkind war es ein sehr besonderer Tag. Er möchte im Mittelpunkt des Interesses stehen, hat die Menschen eingeladen, mit denen er feiern möchte. Familie und Freunde. Es ist ihm wichtig, Kommunion zu feiern. Und diesen Raum für „seinen Tag“ wünscht er sich von Herzen, er genießt Tage wie diese. Wenn ein anderer das dann nutzt, sich selbst zu vermarkten (man verzeihe mir das Wort, aber das trifft es einfach am allerbesten), das mag ich nicht. Und kann da – ganz entgegen meines sonstigen Naturells – zickig reagieren. Aber ging gut. Wie auch die Oma der Patenkinder festgestellt hat: „Schön, dass ihr so harmonisch miteinander klar kommt – nicht selbstverständlich!“

Und darauf bin ich jetzt ein winzig kleines bisschen stolz, weil 50 Prozent hab ich dann ja zur Harmonie beigetragen. Also: mindestens …. 🙂