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Sorgenvolle Zeiten

Wie oft ich den Spruch „Die Einschläge kommen näher“ in den letzten Jahren in meinem Umfeld gehört habe? Oder dieses „Jetzt trifft es eben auch uns“? Die meiste Zeit unseres Lebens streifen wir die Bedrohung von Krankheit und Tod ab, leben, unbewusst, vor uns hin. Dann wird ein lieber Mensch im Umfeld schwer krank. Und wir sorgen uns. Werden anders, gehen sorgsamer mit uns und unseren Liebsten um. Wollen näher dran sein, verändern unsere Gewohnheiten, um gemeinsam mit Krankheit oder Komplikationen klarzukommen.

So geschieht es in diesen Wochen in der Familie meiner Patenkinder. Der Opa von Mademoiselle und Monsieur ist schon seit langer, genau betrachtet sogar sehr langer Zeit kränkelnd, hat Probleme mit dem Herzen, seit einigen Jahren muss er als Diabetiker aufpassen. Die Patenkinder und auch ich haben ihn als kranken Mann kennengelernt, was man ihm aber nicht anmerkt. Es waren in Summe zwar viele, aber eben eher kleinere Baustellen. Mit denen er, trotz immer wieder und immer wieder neu, gut klarkommt. Sich arrangiert hat. Mit Medikamenten gut eingestellt war. Schon, seit er noch keine 40 Jahre alt war.

Als er im Frühsommer immer etwas antriebslos und matt war hat ihm der Hausarzt zunächst zwar zugehört, aber „irgendwelche“ Erklärungen aus den bekannten Krankheitsbildern gegeben. Jetzt war er bei einigen Spezialsten und hat eine neue Diagnose: auf seiner Niere wurde ein Tumor entdeckt, leider auch Metastasen anderswo. In den kommenden Wochen wird er sich anstrengenden Behandlungen unterziehen. Ich wünsche ihm – und seinen Liebsten  –  nur das Allerbeste.

Das mit der Zeitumstellung …

Schon mal vom Mini-Jetlag durch die Zeitumstellung gehört? Während andere ganz begeistert von der „geschenkten Stunde“ sind bin ich langsam, komme nur schwer in die Gänge, fühle mich trotz ausreichend Schlaf einfach nur müde und erschöpft. Und das mit dem Denken … Dauert. Zu. Lang. Genug gejammert! Ich hoffe, das dauert dieses Mal keine Wochen, bis ich mich in der „Normalzeit“ wieder wohlfühle. Und Punkt.

Sommermärchen 2014

So, der 4. Stern ist da. Das Dreamteam Deutsche Fußballnationalmannschaft hat ihn sich geholt, hat das Sommermärchen, das 2006 mit den Worten „Es war einmal im eigenen Land“ anfing, zu Ende geschrieben. Es ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Nicht wenige aus meiner Generation haben sich gestern ganz bestimmt erinnert, was sie beim Endspiel 1990 erlebt haben. Die Älteren wissen vielleicht noch, wie es war, 1974 oder 1954 Weltmeister geworden zu sein? Und glaubt man diesem Artikel, dann gehören die großen Fußballmomente zur Kette der Erinnerungen, die unser Leben ausmachen! Ein irres Gefühl, heute ist jeder müde, glücklich, hat gefeiert oder auch nicht … Was war da die letzten Wochen eigentlich los? Glaubt man den Medien, dann haben sich Trainer und Berater den Millionen Coaches und Experten im Land gebeugt, was Aufstellung anging. Glaubt man den Medien, dann hat ein Ex-Kapitän dem aktuellen Kapitän Ego-Vorwürfe gemacht. Glaubt man den Medien, dann hat es gemüllert, Manu wurde zum Libero, Mertesacker und Klose wurden jeder auf seine Weise legendär, Schweinsteiger hat geblutet, Super-Mario hat die WM entschieden – und Poldi haben wir legendäre Bilder zu verdanken.

Bei einem Blick zurück wird schnell klar: das bleibt. Alles andere gerät zum Glück schnell in Vergessenheit. Hinter spektakulären Schlagzeilen und Titelbildern von heute verschwindet morgen ein Spiel oder sogar ein Team. Das scheint so ok zu sein, denn offensichtlich hat es diese spezielle Mannschaft nicht auseinander gebracht. Im Gegenteil. Im Vorfeld des Finales war ich fast schon erschrocken, wie sehr die argentinische Nationalspieler auf Messi reduziert wurden. Und in den vergangenen Wochen habe ich einmal mehr genossen, dass es bei Interviews kein Bashing gegeneinander gab, am Ende haben alle gemeinsam, mit Höhen und Tiefen etwas geschafft, was seit 1990 keine deutsche Nationalelf mehr konnte: eine Weltmeisterschaft gewonnen. Dazu gehört jeder einzelne Nationalspieler, jeder Betreuer, ob auf dem Rasen oder auf der Bank. Die haben sich so gefreut – und auch mal geschimpft. Wie es eben ist, alles ganz normal, einfach menschlich.

Und keine Frage: der 12. Mann stand gestern spätestens in den letzten 7 Minuten der Verlängerung geschlossen hinter der Mannschaftsleistung. Heute sind „wir“ alle Weltmeister und sagen Danke. Mal sehen, ob sich dieses wunderbare Gefühl in die Verlängerung und Vorfreude auf die nächsten Spiele übertragen lässt. In diesem Sinne: Glückwunsch und Dankeschön, ich hab mich einfach nur gefreut, das miterleben zu dürfen! Und wer sich die ganze WM in 4 Minuten anschauen möchte dem empfehle ich dieses Video – ganz schön viel Emotion!

„Tolle“ Tipps – alles selbst getestet, helfen nicht

Liebes Redaktionsteam der Huffingtonpost,

Schöner Artikel, gut geschrieben, schlaue Gedanken. Aber: es funktioniert nicht? Das mag in der Theorie alles helfen, nur hinterher schläft man erst recht nicht. Wenn ich um 4 wach werde und mein Bett verlasse, um den Abwasch zu erledigen, werde ich WACH. Ungewollt, denn ich will schlafen. Wenn ich nicht liegenbleibe, dann kann ich tatsächlich aufstehen und alles mögliche machen. Was mein Problem verschiebt. Ich hab dann irgendwann Energie, tue etwas. Und spätestens ab 10 Uhr vormittags fehlt sie mir. Ich bin müde, unproduktiv. Natürlich versuche ich dennoch einen „normalen“ Rhythmus. Gehe mittags nicht schlafen. Bin aber dauermüde. Artikel wie diesen finde ich nett, bezweifle aber, dass der Schreiber selbst oder die Ratgeber an Schlafstörungen leiden. Die Praxis sieht anders aus. Ist individuell. Im Austausch mit anderen Betroffenen höre ich immer öfter, dass es bei ihnen ähnlich ist. Ihnen fehlt außer Schlaf nichts. Keine gesundheitlichen Themen. Möglicherweise rumort das Unterbewusstsein, aber Probleme? Unruhe? Ja, klar, denn sie schlafen nicht gut.

Es muss irgendwas mit dem Älterwerden zu tun haben, also in meinem Fall zumindest. Denn die ersten 35 Jahre meines Lebens kannte ich keine Schlafprobleme. Im Gegenteil, ich konnte jederzeit überall und egal vor welchem Hintergrund wie Lärm oder viele Menschen um mich herum schlafen. Jetzt ist das anders. Und da meine Oma anscheinend keine Nacht mehr als 4 Stunden geschlafen hat stelle ich mich einfach mal innerlich drauf ein, dass das möglicherweise auch mich trifft. Und mach keine Pläne, den Abwasch auf die nichtschlafende Zeit zu legen. Im Gegenteil. Heute guck ich mir den Sternenhimmel an. Und tagträume bzw. wachträume etwas vor mich hin. Im Alltag bleibt doch meist viel zu wenig Zeit für die Phantasie. Ich akzeptiere es – und freu mich auf die nächste Nacht mit 8 Stunden Schlaf.

Viele Grüße
Ihre Schlaflose Leserin