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Runterkommen

Ich habe sehr viel Verständnis. Für das Bedürfnis nach Normalität. Nach Kontakt. Mehr als einem Kontakt.

Kein Verständnis habe ich aber, wenn sich einen Haufen Menschen treffen. Überall. Die sich dann auch noch gegenseitig versichern, dass sie „es“ ja nicht haben. Die sich nahe kommen. Lange zusammen sind. Parties feiern. Heimlich, klar, weil die anderen, die sich dran halten, die sind ja potentielle Denunzianten …

Machmal erlaubt sich das Klugscheißer-Ich dann doch verstohlen die Frage, woher sie „es“ denn wissen, dass sie „es“ nicht haben. Und dann kommt tatsächlich das Argument, dass sie ja noch alles schmecken und riechen … Ach ja, stimmt, ist ja nur für die schlimm, die krank werden. Dass ich mich vor allem so verhalte, dass ich niemanden anstecken kann? Selber schuld.

Was mich freuen würde, wenn die Zahlen mal wieder wenigstens so weit runterkommen, dass es mit vor einem Jahr vergleichbar wäre. Denn irgendwie sprechen alle darüber, dass es mal langsam vorbei sein muss. Die aktuellen Zahlen? Liegen aber weit über denen, die uns – übrigens allen – im März 2020 Angst gemacht haben. Punkt.

Sonntagsfreude: Normalität

Wenn man umzieht hat man erst wochenlang Stress, weil man zusammenpackt, dann geht der Stress wochenlang weiter, bis alles ausgepackt und verräumt ist. Anders als eine leere Wohnung wohnlich zu machen erlebe ich gerade die Herausforderung, dass mein ganzes Zeug in eine eigentlich schon sehr wohnliche Umgebung eingepasst werden muss. Das ruckelt. Und manchmal stresst es mich.

Deshalb hab ich mir die letzten beiden Tage etwas „Normalität“ gegönnt. Gestern vormittags einiges ver- und aufgeräumt, gesund gekocht und den Nachmittag mit einem ausgiebigen Spaziergang durch die heimischen Holledauer Hügel verbracht.

Heute früh raus und den Tag mit einem strammen Marsch durch die Isarrauen begonnen. Und den Nachmittag „hänge ich auf der Couch ab“ und schaue eine Krimiserie. Draußen regnet es, drinnen steht noch viel rum. Aber: es stört mich heute nicht. Punkt.

Paula und die Pusteblume: Vorlese-Geschichten aus der Nachbarschaft

Heute Nachmittag schaut Paula den Nachbarmädels beim Spielen zu. Die Große rennt mit ihrem Fotoapparat durch den Garten. Immer wieder muss die kleine eine Blume in die Hand nehmen und pusten. Das schein den beiden großen Spaß zu machen, sie lachen und streiten gar nicht, wie sonst oft. Irgendwann meint die Große: „…und jetzt darfst du dir was wünschen – also erst was wünschen und dann pusten. Dann geht der Wunsch in Erfüllung!“

„Echt?“ Die kleine Schwester ist ganz begeistert und ruft laut: „Iiiich wünsch mir, dass die Ausgangsbeschränkungen vorbei sind und ich wieder alle treffen darf, Familie und Freunde …“ und sie pustet und pustet, bis alle kleinen Flugschirme in alle Richtungen davonfliegen.

Oh, das ist ein schöner Wunsch. Das will Paula auch. Sie hüpft durch ihren Garten und bei jeder Pusteblume pustet sie und pustet und pustet … schließlich legt sie sich erschöpft in die Nachmittagssonne und schläft ein bisschen. Als sie aufwacht hört sie, wie Herrchen und Frauchen sich unterhalten. Karin erklärt Andi: „Also, man darf die Familie wieder besuchen, und Freunde darf man auch treffen. Und ein paar Klassen dürfen wieder in die Schule gehen …“

So schnell können Wünsche in Erfüllung gehen. Hach. Paula saust lächelnd und mit fliegenden Ohren zum Gartenzaun. Auch dort führen zwei einen Freudentanz auf. Auch wenn sie selbst nicht in die Kita darf, die sie sehr vermisst, die kleine Schwester freut sich mit der Großen über ein bisschen Normalität.

Sonntagsfreude: Etwas Normalität

Spät im Jahr, weil es trocken war und die Wiesen nicht so futterreich, wie in anderen Jahren – aber in den vergangenen Tagen sind die Sommerkälber auf der Weide eingezogen. Alles etwas anders als sonst, und dann aber doch auch wieder nicht.


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Ällabätsch? 😜

Ein Beitrag geteilt von meinesichtderwelt (@meinesichtderwelt) am

 

Ein Stück „normales“ Leben und Garant, dass bei mir in den kommenden Monaten kein Lagerkoller aufkommt. Es gibt wenig, was auf mich ähnlich meditativ wirkt, wie den Kälbern auf der Weide zuschauen. Das bringt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen, egal, was sonst so rundrum passiert …