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Paula und die Pusteblume: Vorlese-Geschichten aus der Nachbarschaft

Heute Nachmittag schaut Paula den Nachbarmädels beim Spielen zu. Die Große rennt mit ihrem Fotoapparat durch den Garten. Immer wieder muss die kleine eine Blume in die Hand nehmen und pusten. Das schein den beiden großen Spaß zu machen, sie lachen und streiten gar nicht, wie sonst oft. Irgendwann meint die Große: „…und jetzt darfst du dir was wünschen – also erst was wünschen und dann pusten. Dann geht der Wunsch in Erfüllung!“

„Echt?“ Die kleine Schwester ist ganz begeistert und ruft laut: „Iiiich wünsch mir, dass die Ausgangsbeschränkungen vorbei sind und ich wieder alle treffen darf, Familie und Freunde …“ und sie pustet und pustet, bis alle kleinen Flugschirme in alle Richtungen davonfliegen.

Oh, das ist ein schöner Wunsch. Das will Paula auch. Sie hüpft durch ihren Garten und bei jeder Pusteblume pustet sie und pustet und pustet … schließlich legt sie sich erschöpft in die Nachmittagssonne und schläft ein bisschen. Als sie aufwacht hört sie, wie Herrchen und Frauchen sich unterhalten. Karin erklärt Andi: „Also, man darf die Familie wieder besuchen, und Freunde darf man auch treffen. Und ein paar Klassen dürfen wieder in die Schule gehen …“

So schnell können Wünsche in Erfüllung gehen. Hach. Paula saust lächelnd und mit fliegenden Ohren zum Gartenzaun. Auch dort führen zwei einen Freudentanz auf. Auch wenn sie selbst nicht in die Kita darf, die sie sehr vermisst, die kleine Schwester freut sich mit der Großen über ein bisschen Normalität.

Nachgedacht

Ich bin tatsächlich nicht so der durchschnittliche Konsummensch. Shoppen macht mir wenig Spaß. Ich kaufe, was ich brauche. Klar gibt es mal einen Fehlkauf und ich besitze sowieso zu viel. Aber ich hab in den letzten Jahren tatsächlich geschafft, mein Kaufverhalten stark zu reduzieren. Ohne dabei jemals gefühlt zu haben, mich damit zu beschränken. Vieles, was andere selbstverständlich kaufen, fehlt mir schlicht nicht.

Und dann gibt’s die Dinge, die ich unbedingt haben möchte. Auch wenn das gegen alle Vernunft ist. Und wenn ich lang genug darüber nachgedacht hab, dann freu ich mich. Weil ich weiß, dass das kein kurzes Haben wollen ist, sondern ein echtes Bedürfnis. Heute hab ich eingekauft – und mir einen Wunsch erfüllt. Damit wär ich dann mal wieder wunschlos glücklich 😜

Wenn ich mir was wünschen dürfte

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wär der Wunsch nicht klein.
Ich wollt von allem nur das Beste, und das wär groß, wär frei, wär rein.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wär das Frieden für die Welt.
Ich wollt den für die Menschen alle, und das wär fair, wär wahr, wär einend.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wärs das Ende all der Kriege.
Ich wollt, dass Streit und Konflikte weichen – und das wär klärend, wär reinigend, wär gut.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wär die Umwelt fest im Blick.
Ich wollt mehr Bewusstsein für das, was nach uns kommt, und das wär sauber, wär plastikfrei, wär nachhaltig.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wärs das kleine große Glück.
Ich wollt Gesundheit und Zufriedenheit, und das wär wertvoll, wär bedeutend, wär im Augenblick.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wär das Leben immer intensiv.
Ich wollt den Jahren Wert verleihen, und das wär kraftvoll, wär bereichernd, wär lebenswert.

Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wär es, dass Bewusstsein für die Dinge nicht der Gleichgültigkeit weicht.
Ich wollt, dass Menschen achtsam bleiben oder werden, und das wär wichtig, wär nötig, wär so wünschenswert.

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Ein Beitrag zum #BKS11-Schreibprojekt.

Gestern Abend hatten sich 4 gute Freunde verabredet, die eine brachte Unklarheit im Privaten mit, der andere ein berufliches Problem, der dritte kam zu spät und ging zu früh. Für mich wars komisch und für den Fünften, der ungeplant dazu kam, nicht nett. Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wärs heut, dass das einmalig bleibt und wir es beim nächsten Mal wieder einfach fein haben miteinander …