Schlagwort-Archive: Natur

Mittsommer

Seit ich die längsten Tage meiner Heimat seitenverkehrt auf der Südhalbkugel als längste Nacht und kürzeste Tage erlebt habe, ist mir diese Phase bewusster und „lieber“ geworden. Dieses Mittsommergfühl. Dieser Genuss, dass es von sehr früh bis ganz spät hell ist. Dieses Lebensgefühl. Längster Tag, kürzeste Nacht. Auch wenn ich in diesem Jahr weder ein Sonnwendfeuer noch eine schwedische Midsommarparty mit Blumenkränzen besuche, ich feiere die Sonnwende – und wenn dann sogar das Wetter mitmacht …

 

Spruch zum Wochenende: Der Tag gehört dir

„Wenn ein neuer Tag dir zuzwinkert, dann nimm seine Hand und setz dich mit ihm in die Sonne, beeile dich nicht und freu dich von Herzen, sei gut zu dir selbst – und der Tag gehört dir.“ (Jochen Mariss)

… wenn es noch so grau ist oder regnet, geh los, mitten hinein in die nicht vorhandenen Farben. In den Nebelschwaden, im Nieselregen liegen unzählige Facetten. Lass dich Meter für Meter treiben, immer wieder führen deine Schritte um eine Kurve und du darfst dich an einem neuen Blick erfreuen. Und irgendwann beginnt die Sonne zwischen den Wolken heraus zu scheinen. Unerwartet, erwartet, egal. Freu dich, auch über einen einzigen erhellenden Strahl.

Das Leben ist bunt und du darfst dich an jeder einzelnen Farbe, an den winzig kleinen wie den riesengroßen Nuancen erfreuen. Es liegt an dir. Der Tag, jeder einzelne Tag, er gehört dir ❤

Sonntagsfreude: Mein Weg

Ich kann nicht sagen, dass ich seit kurzem mehr gehen würde. Das Bewegen an der frischen Luft hat schon immer zu meinem Leben gehört. Vielleicht noch nicht als Kind, da war der Spaziergang eher ein notwendiges Übel, um ein Ziel zu erreichen. Dann kamen die Hunde und die Notwendigkeit der Gassirunde. Und irgendwann hat sich das umgekehrt: ich wollte gehen und der Hund musste mit. Ob er wollte oder nicht. Ich hab mir rund um meinen Heimatort viele Wege erwandert. Mal sind es kürzere, oft auch längere Strecken. Ich kann mich auch an Zeiten erinnern, in denen es mich weniger hinaus gezogen hat. Aber: es fehlt etwas, wenn ich nicht gehe … es scheint, dieses Laufen durch die Natur gehört fest zu mir.

Es tut mir gut, ich laufe auf meinen eigenen Füßen, so weit sie mich tragen. Ich atme nicht nur die Luft, ich atme auch die Ruhe, die Düfte, die Bilder … gehen spricht in meinem Fall sehr viele Sinne an. Und heute zum Beispiel war das lang bevor andere Menschen ihr Bett verlassen ein traumhafter Sonnenaufgang, Holunder und Gras in der Nase, der Welt beim Aufwachen zusehen – menschenleer, und fast so ruhig, wie in den ersten Tagen der Ausgangsbeschränkung. Das tut so unfassbar gut – und die Bilder wirken in mir nach …

Ab nach draußen – auch bei Kälte und Regen

Andrea sammelt Gedanken, warum es auch bei Kälte und Regen gut tut, draußen zu sein. Und da denke ich zurück an mein Leben mit Hund. Da gab es schlicht keine Option, drin zu bleiben. Der Herr musste raus. Und ich mit. Ja, da gehört manchmal etwas mehr Überwindung dazu, vor allem, wenn es sehr regnet, sehr stürmt. Wenn es grau ist, man ins Schneetreiben muss …

Aber immer – ungelogen – gibt es den Moment, in dem es sich einfach nur gut angefühlt hat. Das Wetter tritt in diesem Augenblick in den Hintergrund, der Körper konzentriert sich auf Atmen und Bewegung, gelangt dadurch ins Gleichgewicht von Körper und Seele. Und das Weiterlaufen befreit. Tut gut. Macht alles leicht. Zufrieden.

Ich denke an meine Gespräche mit dem Herrn Hund. Der musste sich bei solchen Wetterlagen einiges anhören, vor allem im Shietwetter. Wenn ich dann leise und glückselig wurde gabs öfter mal das Hundezwinkern, „Siehst du, und deshalb musst du mit mir raus!“

So in der Art agiert übrigens auch der menschliche Gassifreund …

PS: meine Lieblingserinnerung sind die bitterkalten Wintertage mit Tiefschnee. Was hab ich verflucht, dass der Herr Hund immer die tiefsten Schneeverwehungen durchpflügen wollte – er irgendwo, ich bis zu den Hüften mittendrin. Dann hat er mich rausgezogen, wir sind weiter durchs Winterwunderland gestromert. Und Stunden später kam das Menschenkind mit roten Backen rundherum zufrieden lächelnd nach Hause, mein tierischer Begleiter auch, aber bei dem hat’s keiner gesehen 😉