Von Kindern lernen: Selbstverständnis


Wenn ich so mit meinen Patenkindern zusammen bin, merke ich: in manchen Situationen fehlt mir ein Quentchen kindliche Selbstverständlichkeit. Natürlich können 4-jährige ihre Schuhe längst selbst anziehen. Wenn die Patentante da ist, kann die das doch für mich erledigen. Irgendwas liegt nicht in greifbarer Nähe, wofür gibts meine Patentante, die soll mir das holen. Oder für mich tragen, obwohl ich es sonst lieber selber trage … Das und einiges mehr wird ganz ohne Bitte und/oder Danke delegiert. Nicht um mich zu beschäftigen, sondern weil die kleinen Damen jetzt grade keine Zeit dafür haben, sie haben Wichtigeres zu tun.

Beim Spielen heißt es „Ich werde gewinnen“ – und das ohne Rücksicht oder schlechtes Gewissen. Weil sie sich nur Gedanken um sich machen, und nicht darüber, dass damit die Mitspieler verlieren müssen … Mein Gedankengang dazu: warum delegiere ich nicht öfter mal eine Aufgabe? Gerade im Job sollte ich mir hin und wieder bewusst machen: ich hab Wichtigeres zu tun, wer könnte diese Aufgabe für mich übernehmen 😉

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8 Kommentare zu “Von Kindern lernen: Selbstverständnis”

  1. Ich finde, das ‚Schuhe zumachen‘ steht oft auch für ein Einfordern von Liebe.
    Viel Erfolg beim Delegieren. 😉

  2. Gestern nachmittag pflanzte sich ein kleines, vielleicht vierjähriges Mädchen vor mich auf, die Hände fest in die Hüften gestemmt, ein wenig breitbeinig, strotzend vor Selbstbewusstsein und sprach ein wenig gestreng: „Ich bin die Frau vom König Ludwig I., und das ganze Schloss gehört mir!“ Nie im Leben hätte ich es gewagt, ihr zu widersprechen! 😉

  3. Deine Patenkinder erinnern mich ziemlich gut an meine Kleine. Die ist nämlich auch so. Aber immerhin steht das mit dem Delegieren bei uns ein wenig in Waage. Ich trage ihr ja gern mal was hinterher, aber sie hilft mir auch liebend gern beim Tischdecken und wenn ich dann mal meine Stimme leicht erhebe, weiß sie auch, dass die grandiose Königin sich nun mal rasch aus ihrem Kopf entfernen muss, um dem liebenswerten Mädchen Platz zu machen….

    1. … ja, da sind sich wohl die meisten Kinder ganz ähnlich, in ihren verschiedensten Ausprägungen? Kann aber schon mehr als nachvollziehen, dass sie hin und wieder Prinzessin sein wollen, da handeln doch die meisten Geschichten von? 😉 Ich empfinde das übrigens auch nicht im geringsten als nicht-liebesnwürdig, wenn sie mich instrumentalisieren, dafür gehen sie mit der Situation viel zu selbstverstöndlich um. Sie delegieren einfach, weil sie schließlich gerade wichtigeres zu tun haben. Das ist auch die Antwort, wenn ich nachfrage. Alles einfach total selbstverständlich in ihrer Kinderwelt. Und Punkt. 🙂

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