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Lesenswert: Mit fremden Federn

Liebe Katja Schnitzler,
da werde ich gestern doch tatsächlich von einer Kollegin gefragt, ob ich heimlich unter einem Pseudonym Kolumnen für die Süddeutsche schreibe. Warum? Weil Sie in Ihrer aktuellen Ausgabe von „Was ich am Job hasse“  Kollegenschwein G. auf den Punkt getroffen haben. Also nicht mich, sondern „unseren“ G. Im ersten Moment waren wir alle beim Lesen sehr amüsiert, dann doch zunehmend unsicher, ob Sie hier Kameras installiert haben? Ob Sie unsere Küchen- und Schreibtischgespräche mithören? Ob wir Ihnen, ohne dass wir es wissen, diese Infos zugespielt haben? … Nach dem dritten Mal Lesen glaube ich einfach, dass Exemplare der Gattung Pfau mit einer Unmenge fremder Federn doch häufiger in Firmen unterwegs sind, als wir uns das alle vorstellen können. Und unfassbar, wie Sie das ungläubige Staunen beschrieben haben, angesichts der Tatsache, wie es der Chef sieht – und wie die Wahrheit sich darstellt …

Vielen Dank dafür!!!

Liebe Mitleser,

den oben verlinkten Artikel möchte ich euch sehr ans Herz legen, so treffend skizziert, so herrlich getroffen, so genau beobachtet: Aus dem echten Arbeitsleben: wie manche arbeiten, und manche eben nicht.

Ganz klar, dass ich sofort richtig gestellt habe, dass dieser brilliante Text nicht von mir stammt – obwohl ich ihn gerne geschrieben hätte. Aber mit dem „mit fremden Federn schmücken“, da hab ichs nicht so …

Von Kindern lernen: Selbstverständnis

Wenn ich so mit meinen Patenkindern zusammen bin, merke ich: in manchen Situationen fehlt mir ein Quentchen kindliche Selbstverständlichkeit. Natürlich können 4-jährige ihre Schuhe längst selbst anziehen. Wenn die Patentante da ist, kann die das doch für mich erledigen. Irgendwas liegt nicht in greifbarer Nähe, wofür gibts meine Patentante, die soll mir das holen. Oder für mich tragen, obwohl ich es sonst lieber selber trage … Das und einiges mehr wird ganz ohne Bitte und/oder Danke delegiert. Nicht um mich zu beschäftigen, sondern weil die kleinen Damen jetzt grade keine Zeit dafür haben, sie haben Wichtigeres zu tun.

Beim Spielen heißt es „Ich werde gewinnen“ – und das ohne Rücksicht oder schlechtes Gewissen. Weil sie sich nur Gedanken um sich machen, und nicht darüber, dass damit die Mitspieler verlieren müssen … Mein Gedankengang dazu: warum delegiere ich nicht öfter mal eine Aufgabe? Gerade im Job sollte ich mir hin und wieder bewusst machen: ich hab Wichtigeres zu tun, wer könnte diese Aufgabe für mich übernehmen 😉