Schlagwort-Archive: zeit

Spruch zum Wochenende: Mehr (aus der) Zeit (machen)

Die Tage und Wochen verfliegen gerade – wie nix. Zeit ist so wertvoll, aber gerade die letzten Tage sind so schnell vergangen, das waren doch auch jeweils 24 Stunden? Und jede Woche hatte 7 Tage? Und die Monate auch 4 Wochen …. Und durch die intensiv gelebten Abende und Nächte gefühlt so viel erlebt, so viele Menschen gesehen, so vieles aufgesogen – und längst noch nicht verarbeitet. Es ist Sommer – Zeit, sich einfach nur wohlzufühlen, zu entspannen, zur Ruhe zu kommen, Sonne zu tanken, draußen sitzen, das Wetter und das Leben zu genießen. Süßes Nichtstun. Dolce far niente. Blissful Laziness. Faul sein.

Nur mittendrin gibts so viel vorzubereiten, aufzuarbeiten, zu erledigen, zu tun. Deshalb mein Spruch für dieses Wochenende: ich brauch mehr Zeit. Freizeit. Um zu entspannen UND alles gebacken zu bekommen, was ich eben gebacken bekommen muss.

Ich muss es wohl einfach mal damit versuchen: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ (Seneca)

Fernweh und Sehnsucht nach Zeit

Ich bin gerne zu Hause, lebe schließlich in Bayern, das so übel nicht ist – aber genauso gerne reise ich. Und gerade heute hat mich das Fernweh so was von gepackt – und das riesengroße, schon beinahe unendliche Verlangen nach Zeit. Viel Zeit. Eine Auszeit. Um ganz weit weg zu verreisen. Das muss nicht das Ende der Welt sein, im Gegenteil, ich fänds auch mal wunder-wunderschön, ein paar Monate über diesen Sommer Zeit zu haben und einfach ganz gemütlich durch Deutschland und die nachbarländer zu reisen. Also nicht nur so ein paar wichtige Punkte abklappern, sondern wirklich Zeit haben. Um kreuz und quer zu fahren. Vielleicht mit dem Auto oder noch besser mit einem Wohnmobil.

Was ich mir so vornehmen würde? Um ehrlich zu sein, gar nichts. Ich würde losfahren. Auf kleinen Straßen, da anhalten, wo es mir gefällt. Weiterfahren, wenn ich nichts finde, was mich anspricht. Auch mal rein in die Stadt, aber vor allem unterwegs sein. Das Land sehen. Die Augen offenhalten, die Gedanken frei machen und alles auf mich wirken lassen. Tage Tage sein lassen, nicht auf die Uhrzeit schauen. Was, schon wieder Sonntag? Schon wieder eine Woche um? Egal, ich hab noch den ganzen Sommer Zeit …

Wäre schon ein sehr tolles Gefühl? Und das könnte ich, um ehrlich zu sein, überall auf der Welt ausfüllen. Es gibt keinen Ort, den ich nicht mit eigenen Augen sehen möchte. Kein Land, das ich nicht besuchen würde. Keinen Kontinent, den ich ausschließe. Im Gegenteil, ich finde die Welt hat überall etwas ganz einzigartiges, schönes und ansprechendes zu bieten … manchmal bezaubernd, manchmal macht es einen sehr ehrfürchtig, vor dem eigenen Wohlstand, manches ist abstoßend, aber auch das erweitert den eigenen Horizont.

Auf meiner Wunschliste stehen für dieses Jahr Brasilien und New York – und natürlich würde ich gerne mal wieder meine Patenkinder in der Schweiz besuchen. So viele Ideen im Kopf, aber es hapert am Terminkalender. Fernweh, die Sehnsucht nach viel Zeit und der unsichere Blick auf den Kalender sind eine üble Kombi. Und dann erzählt eine Kollegin auch noch, dass sie ein Sabbatical macht, Ende des Monats nach Kanada geht. … Ich will auch – also was planen. Es mir ganz fest vornehmen. Und dann schon mal wegträumen. Gut, dass die Woche fast rum ist und ich 3 Tage Wochenende hab. Also richtig viel Zeit 🙂

Freunde-Wochenende

Meine lieben Patenkinder,

wenn ihr im späteren Leben mal viel Stress habt und gefühlt alles auf der Strecke bleibt: lasst es nie so weit kommen, dass ihr keine Zeit findet, euch mit guten Freunden zu treffen. Selbst wenn so ein Wochenende vorher etwas zweispältig ist, weil ihr so viel zu erledigen hättet, eure Wohnung aussieht wie …, man auch mal wieder Zeit für sich allein haben möchtet, die Wäsche gewaschen werden muss, usw usw usw. Hoffentlich seht auch ihr es einmal so, dass gemeinsame Zit mit Freunden viel wertvoller ist, als eine sauber geputzte Wohnung oder andere Dinge, die man mal erledigen muss.

Ich hab mich am Wochenende mit zwei ganz lieben Freundinnen getroffen. Im Vorfeld hatte jede von uns viel um die Ohren, musste Pläne ändern, sicher hat die ein oder andere von uns in den letzten beiden Wochen auch mal gedacht: eigentlich hab ich gar keine Zeit für diese Freundinnen-Zeit. Das Schöne ist: sobald wir zusammen sind beweist es uns jedes Mal aufs Neue genau das Gegenteil. Wir plaudern, wir kommen zur Ruhe, wir tauschen uns aus. Wir merken, warum sich unsere Wege gekreuzt haben und parallel laufen, warum es uns so guttut, gemeinsame Zeit zu verbringen.

Und spätestens unser Spaziergang durch den verschneiten Park gestern früh auf dem Weg zum Frühstück hat auch einmal mehr bewiesen: eine herrliche Eigenschaft, die wir gemeinsam haben, ist, dass wir mit staunenden Augen durch diese Welt gehen. Es gemeinsam genießen können, uns wie Kinder über Schnee zu freuen. Wir konnten gemeinsam die herrlichen Bilder genießen, die dieser viel zu frühe Schnee im Oktober in diese Welt zaubert. In den gemeinsamen Stunden haben wir tatsächlich viel über das gesprochen, was unser Leben anstrengend oder stressig macht, und konnten es dabei ein Stück weit vergessen. Denn verstanden zu werden ist manchmal wichtiger, als sich mit einem Problem allein herumzuschlagen?

Ihr werdet im Leben unzählig viele Menschen kennenlernen, einige kreuzen euren Weg nur kurz, manche begleiten euch ein Stück, einige wenige sind Freunde für einen Lebensabschnitt oder noch viel schöner: ein Leben lang. Ich bin sehr glücklich und dankbar, sagen zu können, dass es in meinem Leben wertvolle Begleiter gibt, die ich Freunde nennen darf. Für die ich da sein darf, wie sie für mich da sind. Und ich bin ein sehr glücklicher Mensch, denn ich habe eine Menge davon. Am meisten genieße ich, wenn ich es geschafft habe, mit ihnen so viel Zeit zu verbringen, dass wir wieder ganz im hier und jetzt sind, ich weiß, wo sie stehen, was sie machen, planen, denken, fühlen. Aber das eigentlich wertvolle an meinen Freundschaften ist, dass es keine Regeln gibt, wie viel Zeit man miteinander verbracht haben muss oder man sich wieder über ALLES ausgetauscht haben muss – im Gegenteil: mit meinen Freunden kann ich immer wieder im Augenblick ansetzen.

Wir haben keinen Quantitätsanspruch, sondern genießen die Qualität des Zusammenseins. Wie die ganz besondere Qualität dieses Freunde-Wochenendes. Ich wünsch euch so sehr, dass ihr in eurem Leben unzählige solcher Gelegenheiten beim Schopf packt. Ich kann es euch nur empfehlen 🙂

Vergeht die Zeit wirklich schneller, wenn wir älter werden?

Schon ist Montag, dabei war doch gerade noch Freitag abend und die Vorfreude aufs Wochenende riesig groß? Zwei ganze Tage voll Freizeit und gar nicht viel vor, trotzdem 1-2-3 wars auch schon wieder vorbei. Geht euch das auch manchmal so?

Und dann stelle ich mir mal wieder die Frage: war das schon immer so? Oder vergeht das Leben einfach nur schneller, wenn man älter wird? Als Kind waren die Tage doch viiiiieeeel länger? Oder? Also, wenn ich zurückdenke: die Sommerferien haben unendlich und noch einen Tag länger gedauert. Doof eigentlich, denn damals habe ich nichts sehnlicher herbeigesehnt als den ersten Schultag. Endlich alle Freunde wiedersehen, endlich wieder ein geregeltes Leben, gut, die Schulstunden, aber zum Start in den Tag leckeren Kaba (gabs damals wenn ich mich richtig erinnere wirklich jeden Tag), Warten auf den Bus an der Bushaltestelle, die Schulranzen ordentlich hintereinander aufgereiht, sodass die Reihenfolge des Einsteigens auch gerecht nach der Ankunft des Einzelnen geordent abläuft, die Busfahrt, ins Klassenzimmer laufen – der Gong zur ersten Pause. Hach, so ein Schultag hat endlos lange gedauert, mittags wars vorbei, die Fahrt nach Hause, Mittagessen, Hausaufgaben – udn danach endlose Stunden draußen spielen, toben. Der Abend kam nie. Die Tage haben als Kind und zu Schulzeiten definitiv unendlich lange gedauert. Muss so sein!?

Und am schlimmsten war es, auf etwas zu warten: Weihnachten, Geburtstag, Geschenke – da hat die Wartezeit noch mal mindestens dreimal so lange gedauert. Die Tage haben sich endlos hingezogen? Vor allem, wenn es der letzte Tag vor Weihnachten war? Oder der letzte Tag vor dem Geburtstag? Grausam lange …

Ich kann mich auch als Teenager erinnern, dass alles endlos gedauert hat, vor allem, bis man seinen jeweiligen Schwarm ENDLICH wiedergesehen hat. Nur Tage vor Prüfungen, die waren immer viel zu schnell um!

Vielleicht liegt es daran: vielleicht ist es als Erwachsener immer so, dass man von Terminen gejagt wird, die eher unangenehm sind? Nichts, was man herbeisehnt? Nö, kann auch nicht sein – denn den Urlaub, den sehne ich herbei, er ist schnell da, aber noch viel schneller rum. Dates, sind immer viel zu schnell da, anstatt dass man ordentlich Zeit hätte, sich umfassend vorzubereiten, täglich Sport zu machen, um die 5 Kilo wegzubekommen, die Haut zum Strahlen und das Haar zum Glänzen zu bringen …. Nein, die Zeit vergeht einfach schneller, wenn man älter ist – ob man sich auf etwas freut, oder auch nicht.

Da hilft nur, jetzt zu leben? Also im Hier und Jetzt, ganz im Augenblick – denn dann gibts keine Vorfreude und auch keine Enttäuschung? Alles, was man braucht, ist in diesem Moment da – schön, dann geh ich jetzt heim und freue mich drauf, einfach nur keine Verpflichtung zu haben. Oder wollte ich nicht putzen? Ähm, also – mal sehen ….