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Paula und die Ausgehbeschränkung: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Diese Paula-Geschichte hatte ich schon im März geschrieben, damals aber nicht veröffentlicht. Heute hab ich sie wiedergefunden. Und irgendwie passt das im Rückblick genauso wie in der Gegenwart wie auch für die kommende Zeit…?

Paula hat ja Herrchen und Frauchen. Mit ihrem Herrchen Andi geht Paula mindestens zwei mal am Tag laaaaang Gassi. Seit ein paar Wochen ist das aber anders. Die Menschen haben eine komische Krankheit, die wird übertragen, wenn viele zusammen sind. Das hat Andi ihr erzählt, denn wenn sie beide allein unterwegs sind, dann redet Andi ganz viel mit Paula. Er erzählt ihr alte Geschichten, berichtet, wenn ihn etwas freut. Und oft redet er auch über Dinge, die ihn ärgern. Das mit der Ausgangsbeschränkung, das ärgert Andi sehr. Umso mehr freut er sich, dass er mit Paula rausgehen darf. Also wenn sie muss. Und beide freuen sich jetzt noch mehr über ihre gemeinsamen Gassirunden.

Vom Zuhören am Zaun weiß Paula, dass die beiden Nachbarsmädels auch ganz unglücklich über die blöde Zeit sind. Seit Wochen müssen sie immer Zuhause sein, Schule und Kita haben geschlossen, und sie dürfen sich nie mit Freunden zum Spielen treffen. Sie dürfen nirgendwohin gehen und Besuch darf auch keiner kommen. Nicht mal die Großeltern. Dabei haben die doch jetzt ein neues Enkelkind … Das ist schon eine sonderbare Zeit, findet Paula.

Für sie ändert sich durch die Ausgangsbeschränkung eigentlich gar nichts. Vormittags und Abends dreht sie mit Andi eine Gassirunde. Gut, sie soll auch nicht zu den Menschenfreunden laufen, das hat Andi ihr erklärt. Weil die sonst vielleicht zu wenig Abstand halten, Andi zu nahe kommen. Aber so viele begegnen ihnen grad gar nicht. Den restlichen Tag verbringt Paula im Garten. Und da lässt es sich gut aushalten. Wenn ihr langweilig wird läuft sie zum Zaun und schaut den Nachbarsmädels zu. Die schaukeln, spielen Pferd, fangen, verstecken …. eigentlich alles wie immer. Nur eben ohne Besuch.

In den ersten beiden Wochen hat sie mitbekommen, dass die zwei immer wieder „stinkewütend“ waren, weil sie so wenig raus dürfen. Aber irgendwann hat sie gehört, wie die Große der Kleinen erklärt hat, dass sie schon großes Glück haben, weil sie immerhin einen großen Garten zum Herumtoben haben. „Stell dir vor, wir hätten nur eine kleine Wohnung, ohne Balkon – das wär schlimm.“

Und von Tag zu Tag gewöhnen sich alle besser an die Situation. Die Nachbarsmädels freuen sich über das schöne Wetter. Jeden Tag verbringen sie Stunden draußen und machen immer wieder neue Entdeckungen. Sie schauen den Blumen beim Blühen zu, entdecken Bienen und Hummeln, tanzen mit den Schmetterlingen, beobachten die Vögel … Paula macht vom Zaun aus mit. Und freut sich, denn das ist genau ihre Art, die Tage zu verbringen. Und das ist schließlich alles andere als langweilig.

Ach ja, seit kurzem unterhalten sich die Menschen mit Sicherheitsabstand über den Gartenzaun. Auch das haben sie bestimmt den Hunden abgeschaut. Das macht Paula nämlich immer mit ihren Hundefreunden beim Gassigehen. „Wuffwuff,“ ruft sie beim Näherkommen. Und je nach Hundefreund kommt ein tiefes „Wuff“ oder viele hohe ‚WuffWuffWuffs“ als Antwort. Damit ist dann schon alles gesagt und sie kann weitergehen ..

Paula und Frau Igel: Vorlesegeschichten aus der Nachbarschaft

Paula macht sich Sorgen, den ganzen Winter über hat sie nichts von ihrer liebenswerten Nachbardame Frau Igel gehört. In den letzten Jahren hatte die sich im unbewohnten Nachbarsgarten unter einem aufgetürmten Haufen alter Äste, Zweige und Tonnen von warmem Laub häuslich niedergelassen. Jetzt wohnen aber schon den zweiten Winter die Nachbarsmädels samt Familie nebenan. Und zumindest in den warmen Monaten tollen die lautstark und ohne Rücksicht durch den Garten. Der große Haufen hinten im Eck ist einer Schaukel gewichen. Wo mag nur die nette Igeldame hingezogen sein?

Da endlich, eines schönen Frühlingstages hört sie das altvertraute Husten. Hört sich nach einem alten Kettenraucher an. „Da sind sie ja wieder, Frau Igel,“ ruft Paula erfreut rüber. „Wie ist es Ihnen ergangen? Und wo wohnen Sie denn jetzt?“

Die Igeldame kommt langsam und gemächlich zum Zaun gelaufen. „Hallo Paula, schön Sie zu treffen. Ja, ich bin umgezogen. Die Mädels verbreiten mir im Garten zu viel Hektik. Und der Vater hat meinen ganzen schönen Haufen mit so einem komischen Teil zu winzig kleinen Stückchen gehäckselt … Aber wissen Sie was: unter der Terrasse, da liegt so viel rum. Da hab ich mir eine schöne neue Höhle ausgesucht. Eigentlich sehr luxuriös sogar. In einem roten Rohr hab ich es mir gemütlich gemacht. Das hat genau meine Größe.“

Jetzt kommt Frau Igel sogar richtig ins Schwärmen: „Ich hab sogar einen kleinen Vorhof und Möbel aus anderen Utensilien, die beim Bau übrig geblieben sind. Ein gelbes Teil nutze ich als Sofa, ein Stein ist mein Bankerl in der Sonne, und stellen Sie sich vor: ich hab sogar eine Hängematte. Da schaukle ich so gern. Den ganzen Winter über hab ich in meinem neuen Zuhause wirklich himmlisch geruht. Nicht mal die Spinnen und Käfer verlaufen sich bis zu mir. Ha. Für heute verrate ich nicht, wo genau – aber Sie hören mich ja husten.“

Und über die Tage treffen sich die Hunde- und Igeldame wieder wie gewohnt morgens und abends am Zaun für einen ausgiebigen Plausch. Über alles, was so in den Nachbarsgärten vor sich geht, die zwei sind schließlich aufmerksame Beobachterinnen. Wie es sich gehört natürlich, die beiden halten sich an das, was vorgegeben wird – mit ausreichend Sicherheitsabstand.

Unterwegs im Lager: Momentaufnahmen von der Landshuter Hochzeit 2017



An den Wochenenden der Landshuter Hochzeit füllt sich das Lager im Zehrplatz mit mittelalterlichem Leben. Festlicher Schmuck und Blumen zieren jeden und alles. Die Kostümierten sind durch einen Zaun von den Zuschauern getrennt, wird oft abfällig mit "Wie im Zoo" verurteilt, ermöglicht aber vor allem uns Zuschauern einen Blick aufs mittelalterliche Treiben ohne Jeans und Kameras. Hab ja schon mehrfach geschrieben, dass ich es gut finde, wie getrennt wird zwischen mitwirkenden Rollen und Gästen.


Überall wird Feuer entzündet, das normale Volk ebenso wie die Zigeuner beginnen mit den Vorbereitungen fürs festliche Mahl. Doch halt, auch andere Hausarbeiten müssen noch rechtzeitig vor dem großen Fest erledigt werden. Eine Zigeunerin flickt das zerrissene Hemd des Herrn Gemahl – soll doch nicht in Lumpen zu Herzogs Hochzeit gehen. Und dann verrät sie das Geheimns des Zapfens, das ist eine Art Nadelkissen, gotisch. Nur Nadeln und Faden stammen aus der Neuzeit.



Während die Erwachsenen das Essen vorbereiten, Tische decken, einen Schwatz halten genießen die kleinsten das Lager als riesengroßen Spielplatz …





Entdeckt …!
Am Pranger stehen – kann ich …


Hopp, hopp, hopp!

Komm mit, ich zeig dir was!

Ich glaub nicht, dass ich ein Fürst werden will, oder Papa?

Vielleicht werd ich Prinzessin, wenn ich groß bin?

Ich bin dran … nein ich, nein ich.

Lustig ist das

Auf einen Ratsch vorbeigekommen

Essen fassen

Schweinshaxe mit

Feierlich geschmückt

Und, wie dick dürfen die Scheiben vom Rollbraten heute sein?

sein?






Und mit etwas Glück gibt's einen Probierhappen über den Zaun gereicht – köstlich 😋

#Sonntagsfreude

Gestern ist auf dem elterlichen Bauernhof eine neue Bewohnerin eingezogen. Die Hoffnung war, dass sie mit den anderen Rindern auf der Weide klarkommt, sich der kleinen Herde anschließt. Und hier in Frieden alt werden kann. Leider mag sie nicht. Erst wollte sie schon nicht aus dem Anhänger aussteigen, dann mochte sie ihre neuen Mitbewohner auf der wunderbar großzügigen Wiesenfläche nicht, hat die anderen mit ihren Hörnern richtig böse weggestoßen. Irgendwann hat es ihr gereicht, sie hat (echt genau so) die Augen zugemacht – und ist im vollen Galopp durch den Zaun in Nachbars Garten abgehauen… Da stand sie dann und hat ziemlich blöd geschaut. Weil weiter wusste sie auch nicht. Nachdem alle viel gelacht haben, weil ja nichts passiert ist und die Nachbarn gut geschützt auf dem Balkon standen und das Manöver beobachtet hatten, wurde sie heil und mit viel gutem Zureden wieder zu uns bewegt. Jetzt machen wir das Konzept der kleinen Schritte: sie hat einen separaten Platz bekommen, statt die ganze Herde darf sie erst mal eine besonders nette Artgenossin beschnuppern. Vielleicht hilft es? Wär nämlich eigentlich ganz schön, dieses Kuhleben auf der Weide. Rausgehen und gemütlich fressen, sich in die Sonne legen oder im Schatten dösen. Sehr viel mehr ist nicht zu tun, eigentlich total relaxt. Vielleicht hat die Kuhdame ja doch noch ein Einsehen? Und mag bleiben? Ich glaub ganz fest dran. Und mich entspannt das Beobachten von weidenden Tieren ungemein, ich finds herrlich zeitlos.

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.