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Musik & Du.020 – Mittelfinger hoch!

Da spricht Maribel mit dem aktuellen Thema für Musik & Du was an. Manchmal muss Musik nämlich genau das ausdrücken: Mittelfinger hoch! Musik zum Sauersein, zum Wutrausschreien oder Rachepläneschmieden. Musik ist für jedes Gefühl und jede Stimmung gut, wenn ich aber mal wieder am liebsten die ganze Welt anschreien würde, jedem den Stinkefinger zeigen und auch ansonsten irgendwas brauche, um einfach mitzugrölen, dann am liebsten in meiner Muttersprache, mit Männern, die Klartext singen – und ein paar mal laut und wohltuend Arschloch brüllen. Mir geht’s danach in der Regel besser 😉

Spruch zum Wochenende: Höflichkeit

Seit Tagen fällt es mir äußerst schwer, im Straßenverkehr ruhig und gelassen, vor allem aber auch höflich gegenüber all jenen zu bleiben, die es mir und allen anderen Verkehrsteilnehmern erschweren, daran teilzunehmen. Da habe ich mich eben auf dem täglichen Arbeitsweg mit einem wirklich bösen Blick ertappt, der natürlich vom „Gegenüber“ wütend erwidert wurde … DAS ist nicht die Lösung. Insofern hab ich mir einen Spruch für meinen Weg ins Wochenende gewählt, der mich besser als negative Gefühle begleiten soll: „Höflichkeit ist wie ein Luftkissen – es mag wohl nichts drin sein, aber sie mildert die Stöße des Lebens bedeutend.“ (Verfasser unbekannt) Und bald ist Wochenende, ich freu mich drauf.

Mensch ärgere dich nicht

Leichter gesagt, als getan: nachdem ich seit einigen Wochen wieder das Gefühl habe, dass ich in meiner Wohnung nicht immer Warmwasser und vollen Wasserdruck habe, heute morgen in einem – nach einigen Minuten dann erfreulicherweise zumindest – lauwarmen Rinnsal geduscht habe UND mein Geschirrspüler kein heißes Wasser produziert, mein Geschirr ergo schmutzig bleibt … war die Zeit reif, meinen Vermieter anzusprechen. Kurzer Exkurs: ich hatte in den letzten Jahren immer wieder Probleme mit Wasser. Das gipfelte in morgendlichen Duschen, bei denen das Wasser innerhalb einer hundertstel Sekunde von warm auf eiskalt, brühend heiß, dann wieder kalt schaltete. Nicht sehr angenehm? Hat mir im November auch eine bös expoldierte Ader im Auge beschert. Also kontaktiere ich vormittags meinen Vermieter, schildere meine Probleme und biete an, ihn bei der Lösung des Problems konstruktiv zu unterstützen, wo ich kann. Seine Reaktion: „Liegt nicht nur an den Wasserhähnen, die vielleicht verkalkt sind?“ … Ja, nein, sehr gerne werde meinen Abend damit verbringen, das gründlich zu überprüfen. Mensch ärgere dich nicht …

Wann hab ich das eigentlich zum letzten Mal gespielt? Sollte ich vielleicht heute abend dann nach dem Check machen. Da kann man sich so herrlich aufregen, lachen, über sich selbst, über andere. Welcher Typ seid ihr? Gewinner oder Verlierer? Locker oder relaxed? Ich bin Spieler, will zwar gewinnen, wenn ich keine Chance sehe habe ich aber schon längst mit der aktuellen Runde abgeschlossen. Und bin gedanklich weiter, in der nächsten Chance. Als Kind kann ich mich erinnern, dass meine Schwester durchaus mal das Brett vor lauter Wut leergefegt hat, wenn jemand anderes gewonnen hat. Mensch ärgere dich nicht hat übrigens Geburtstag, eigentlich ein guter Anlass, das mal wieder aus dem Schrank zu holen, oder?

Ach ja: Rinnsal sei Dank hab ich heute einen total verkorksten Bad Hair Day – Mensch ärgere dich nicht?

Der einheimische Bock-Käfer

Es gibt Tage, da freut man sich als Kind so richtig drauf, manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu viel? So ein Tag war gestern für meinen kleinen Großen: ich war nämlich als Besuch angekündigt. Die ganze Familie besucht nach Weihnachten das alte Zuhause, die Tage sind randvoll mit Besuchen bei Oma und Opa, bei lieben Freunden und dann kommen auch noch ein paar Erwachsene zu Besuch, das ist SOOOO toll. Und dann das: der angekündigte Besuch kümmert sich nicht nur um die eigentliche Hauptperson, den siebenjährigen Dreh- und Angelpunkt seines Daseins, sondern beschäftigt sich auch noch mit der kleinen Schwester. Und mit den nervenden Eltern. …

Ohne Worte, teilen ist nicht einfach. Und dann kommt es schnell dazu, dass aus all der überwältigenden Vorfreude überschäumende Wut wird, dass der ganze Tag ein einziges Auf und Ab der Gefühle wird, man in einer Sekunde lacht, sich freut, ganz verschmust ist, in der nächsten verärgert, traurig, wütend, heult, vor lauter Grimm die ganze Welt anschreien könnte. Und vor allem mit dem Fuß aufstampfen muss – was den nächsten Ärger mit den Eltern in einer Wohnung mit hellhörigem Parkett und direkt darunter wohnenden Mitbewohnern schon wieder heraufbeschwört.

Und trotz diesem Gefühlschaos habe ich die Stunden mit meinen beiden Patenkindern und deren Eltern gestern so sehr genossen, etwas Ironie und sich selbst nicht ganz so wichtig nehmen hilft in den Momenten des erbosten Zorns zum Glück weiter. Belohnung sind die sonnigen Momente an der Isar, die man mit einem Lächeln ganz tief aufsaugen kann, die Ausblicke auf glückliche Münchner, die genau wie wir das Wetter und das Zusammensein in der frischen Luft genossen haben, die gelöste Stimmung. Dazwischen kleine liebevolle Umarmungen, Kuscheln und auch mal ein paar Heimlichkeiten, die mir ins Ohr geflüstert werden.

Ich hoffe, dass der Große sich an seine bockigen Attacken (daher die Überschrift, denn von seiner Mama wurde der kleine Zornbickl, wie man ihn in Bayern nennen würde, bei seiner Entdeckung im Isarwald in den „einheimischen Bock-Käfer“ umbenannt, um ihn nicht mit dem sonst so süßen Blondschopf zu verwechseln :-)) nicht lang erinnert und statt dessen die wunderbaren Momente an der Isar im Kopf behält. Den Fluss, die Stromschnellen, die Brücken, den Friedensengel, die Konstruktionen und alles, was wir sonst noch so gesehen und bewundert haben. Und ich freu mich auch aufs Wiedersehen – ganz bestimmt irgendwann im neuen Jahr!