Schlagwort-Archive: weltstadt mit herz

Abschweifende Sommergedanken

Jedes Jahr wieder fasziniert mich, wie sich die Stadt mit den ersten „richtig“ heißen Tagen verwandelt. Nicht, dass München zu irgendeiner Jahreszeit menschenleer wäre, beileibe nicht. Aber kaum steigen die Temperaturen über die 25 Grad verwandelt sich die Weltstadt mit Herz in eine Metropole im Herzen Italiens. Monaco de Baviere halt.

Anscheinend halten viele Bayern einen lang andauernden Winterschlaf und kommen nur an den echten Hochsommertagen aus ihren Höhlen? Die Stadt wuselt. Gestern haben noch alle übers Schwitzen geschimpft, heute wird über den viiiiel zu kühlen Tag gemeckert. „Und dann regnet’s noch nicht mal …“

Ja, lieber Wettergott, den gern grantelnden Bayern kann man es schwer recht machen? Wobei: der „typische“ zeitgenössische Münchner kommt ja anderswo her, zuagroast quasi 😂😂😂

Übrigens verbringe ich meinen Feierabend heute zu Hause, zum ersten Mal seitdem es „so“ Sommer ist. Alle Fenster und Türen lassen weit offen die frische Luft rein, schön ist das.

Betroffenheit

Betroffenheit hat viele Gesichter. Innerhalb kürzester Zeit war (und ist) gestern jeder Münchner, ob Einwohner oder Besucher, von einer außergewöhnlichen und vor allem unkalkulierbar bedrohlichen Situation betroffen. Ob am oder in der Nähe des OEZ, ob Kilometer entfernt. Wir Mädels waren „eigentlich“ auf dem Tollwood-Festival verabredet, eine hat kurzfristig abgesagt, ich wäre zu meiner mir möglichen Zeit nicht mal mehr in die Nähe des Festival-Geländes gekommen. Zum Glück. Schon auf der Autobahn begegneten mir unzählige Polizei-Fahrzeuge mit Blaulicht. Im Radio unklare Nachrichten. Ich entschloss mich, ohne Umwege direkt weiter aufs Land zu fahren, habe irgendwann unzählige Social Media Infomationen über diverseste Anschläge überall und und und ausgeblendet, mich auf die Nachrichten der Münchner Polizei konzentriert. Um gedanklich nicht über zu reagieren. Denn die Angst fuhr mit. Wenig Menschen waren unterwegs, ich bin ab Freising kilometerweit keinem anderen Fahrzeug begegnet, das ist sehr ungewöhnlich für einen Freitag Abend …. alle saßen wohl bang vor den Fernsehgeräten? Ich komme zu Hause an, sehe ebenfalls die Bilder im Fernsehen. Dann meldet sich mein kleiner Bruder. Sein ICE blieb in Petershausen stehen, der Münchner Hauptbahnhof ist gesperrt, da auch der öffentliche Nahverkehr eingestellt ist: Er kommt nicht mehr weiter. So hat sich die große Schwester noch mal auf den Weg über Land gemacht. Dort stehen unzählige Reisende, versteinerte Mienen, alle versinken in ihren Handydisplays. Er erzählt, wie schnell sich im Zug Panik bereitmachte. Jeder habe jedes Gerücht, das über WhatsApp-Gruppen etc.  verbreitet wurde, direkt an alle geteilt … Betroffenheit hat viele Gesichter. Meine Gedanken und guten Wünsche gehen heute an alle Opfer und ihre Angehörigen, auf dass die Verletzten schnell genesen mögen. Aber ich denke auch an alle anderen, die Angst hatten und haben … Ein Dankeschön an alle Einsatzkräfte für die schnelle und umfassende Aktion und ein besonderes Kompliment für eine souveräne und zielgerichtete Pressearbeit an die Pressestelle der Münchner Polizei! 

Auf in einen normalen Tag, auch wenn uns allen der gestrige Abend sicher in den Knochen steckt …

Musik am Mittwoch: Italienische Momente

Als mir die Mama des Großen mit glänzenden Augen erzählte, wie sie Montag Nachmittag zu zweit das „richtig gute“ Übertrittszeugnis aufs Gymnasium gefeiert haben, mit einem „echt“ Münchner Spaghetti-Eis, da hatte ich spontan den perfekten Soundtrack zu diesem Bild eines italienischen Moments in der nördlichsten Stadt Italiens im Ohr. Oder? Bei den Klängen sieht man die beiden doch schier einträchtig je eine Riesenportion der weiß-roten Köstlichkeit genießen, auf dem Sonnenplatzerl vor irgendeiner Eisdiele der Stadt, im Münchner Südosten. Natürlich ist es die beste, wie so viele, die diesen Titel für sich in Anspruch nehmen. Und natürlich trägt die Mama eine große Sonnenbrille und die Männer pfeifen der „bella bionda“ hinterher …Solche Momente sollte man niemals vergessen. Per me, per sempre.

Selbstironie

Was bin ich doch manchmal abgeklärt, welterfahren, mondän… hahaha. Seit kurzem führt mich mein morgendlicher Arbeitsweg raus aus der großen Weltstadt mit Herz an den schönen Ammersee. Tag für Tag fahre ich an den Dörfern entlang und erfreue mich am Ausblick auf die Bergwelt hinein in die Ammerseeregion. Im einen Dorf steht rechts von der Straße ein großes Schild „Humus zu verkaufen“. Und ich grinse seit Tagen jedes Mal über meine eigene Gedankenwelt: klar, dass mit Humus NICHT Hummus, also die leckere Kichererbsenmus mit Sesampaste gemeint ist, sondern Erde. Die man zum Beispiel braucht, um etwas einzupflanzen. Ist mir aber erst mit etwas Nachdenken aufgefallen, und weil ich zumindest eine Minute lang ernsthaft sinniert habe, dass der Bedarf nach Hum(m)us auf dem Dorf groß zu sein scheint, wenn da so ein großes Hinweisschild steht … 😉