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Ferienspaß

Am Sonntag habe ich mir, nach einem ausgiebigen Besuch im Mega-Planschbecken der bezaubernden Nichte, einen Tag wie in den Sommerferien gegönnt und bin auf Landstraßen durch meine Heimat gefahren. Bei flirrender Hitze, die mich mit wirklich berauschenden Farbtönen verwöhnt hat. Tiefgrüne Hopfengärten neben Getreidefeldern, von gelb über gold bis hin zu schon wieder braun, da umgeackert. Durch Wälder, die hügelige Landschaft – die Hallertau ist schon ein bezaubernder Flecken Erde. Ganz besonders an einem Hochsommertag, der sich anfühlt wie in den großen Ferien.

In meiner Kindheit hieß das: sich von morgens bis abends draußen herumtreiben. Bei schönem Wetter ein Traum. Auf den Feldern wurde die Ernte eingeholt, sehr spannend als Kind. Obwohls auch schon echte Mitarbeit war. Unser Papa hatte noch einen eigenen kleinen Mähdrescher. Nicht modern und klimatisiert, wie die großen Exemplare heute. „Klimaanlage“, das war kurze Hose und T-Shirt plus – unvergessen – ein Sonnenschirm, der die ungebremste Hitze abhalten sollte. Da konnte ich stundenlang zuschauen, wie gemäht wurde, wie Getreide in Wägen verteilt wurde. Hinterher durften wir Kinder das Stroh verteilen, ehe es von einer Strohpresse in handliche Pakete verpackt wurde. Als wir etwas größer waren mussten wir die dann auch noch auf den Wagen aufladen. Hab ich damals gehasst, weniger, weils so anstrengend war, vielmehr, weil man sich an scharfen Strohhalmen alles zerschnitten hat und das hinterher wie Hölle gejuckt hat …

Ende August dann das Highlight: die Hopfenernte. Dauert im Schnitt so 2-3 Wochen. Und war für uns als Kinder ein riesiger Spaß. Wir durften Traktorfahren. Irgendein Erwachsener hat erst mal Traktor und Ladewagen bis zum Hopfenfeld gefahren, dann ist einer mit einer großen Schere vorausgelaufen, um die Pflanzen unten abzuschneiden, eines der Kinder darf den Traktor durchlenken, was nicht sehr schwer ist, da die Spur vorgegeben ist, der zweite Erwachsene hinten drauf reißt den Hopfen ab und legt ihn auf den Wagen. Dann fahren alle zurück zum Hof, wo weitere fleißige Helfer warten, den Hopfen in die Pflückmaschine einzuhängen und auszuklauben. Am schönsten waren die Zeiten, als meine Eltern dafür witzige Studenten zur Mithilfe hatten, die sich in den Semesterferien etwas Geld verdient haben. Neben der Bezahlung waren die auch immer ganz glücklich über die Hopfenzupferverpflegung: mindestens zwei mal pro Tag eine Brotzeit, mittags ein sehr reichliches Mahl, oft abends noch ein kühles Bier und eine warme Mahlzeit. Für uns Kinder die schönste Zeit, hinsetzen, etwas mitessen, den Geschichten zuhören, die Großen bewundern und anhimmeln.

Die Sommermonate mit Erntezeit waren für uns als Kinder eher spielerisch, ein einziges großes Abenteuer: Heu mähen und einfahren, da kann man lustige Versteckspiele erfinden oder auf dem Heuboden im frischen Heu herumtoben. Bei der Hopfenzupf findet man immer wieder Marienkäfer, die gerettet werden müssen. Oder man klaubt runtergefallene Hopfenreben auf- am besten als Wettbewerb, „ich hab mehr als du“. Traktorfahren durch den Hopfen ist sehr abenteuerlich, man kann lauthals singen und keiner hört zu. Oder – wie meine Schwester es mal ausprobiert hat – testen, ob man wirklich in der Spur bleiben muss oder ob man auch mal quer durchs Feld fahren kann. Immer noch eine legendäre Geschichte bei Familienfeiern …