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Spruch zum Wochenende: True Love

62 Jahre war ein bezaubernder New Yorker mit seiner „True Love“ verheiratet. Gefunden und gesprochen hat ihn Brandon Stanton für sein bewegendes Blog-Projekt Humans of New York. Mich fasziniert die Einfachheit seiner Sicht zur Liebe, zur Entwicklung einer Beziehung, zum Gefühl füreinander.

„My wife used to say: ‘We are one.’ And believe me, she was not the type of person to overstate something. Now that she’s gone, I realize how right she was. So much of our lives were linked. We were very physical and affectionate. But we also shared every ritual of our life. I miss her every time I leave a movie and can’t ask for her opinion. Or every time I go to a restaurant and can’t give her a taste of my chicken. I miss her most at night. We got in bed together at the same time every night.“ (Quelle)

Gehaltsrealität

“Mit 14 sind alle Jungen jämmerliche, von den Mädchen unterdrückte Wichte, das gehört so. Aber als Männer verdienen die Wichte unserer Jugend heute durchschnittlich 23 Prozent mehr als wir – bei gleicher Qualifikation.“ (schreibt die von mir sehr geschätzte ehemalige Brigitte-Kolumnistin, jetzt Brigitte-Woman-Kolumnistin Julia Karnick) Vorher schon mal las ich bei Bild dir deine Meinung die blickfangende Überschrift: „Männer-Gehalt steigt, Frauen-Gehalt sinkt“ – kürzlich urteilte die Zeit, Akademiker würden zu gering bezahlt.

Ja, da ärgert sich die studierte Frau drüber – trotzdem möchte ich die vielen angeschnittenen Themen mal kurz durchdenken: Warum muss eigentlich alles pauschaliert und reduziert werden? Liebe Medienvertreter: gibt es denn ein einheitliches Gehalt? Wie ist denn die Gehaltsrealität, verdienen wirklich alle Männer mehr als gleich qualifizierte Frauen? Was machen die Frauen, die mehr als gleichqualifizierte Männer verdienen, anders, als andere Frauen? Welche Ausbildung braucht man für welchen Aufgabenbereich? Was ist ein Akademikergehalt? Was ist das genormte Einstiegsgehalt für einen Akademiker? … Ich könnte diese Frageliste ins Unendliche weiterführen. Denn: jedes Gehalt ist unterschiedlich. So, wie jeder Mensch, seine Ausbildung und Berufserfahrung unterschiedlich sind. Ich habe gehört, dass Berufsteinsteiger nach dem Studium in der IT-Branche ein Jahresgehalt von 75.000 Euro fordern. Und es bezahlt bekommen. Das verdienen in anderen Branchen Führungskräfte mit Team- und Budgetverantwortung. Wer jetzt fragt, ob ich das fair finde? Nein, ganz sicher nicht. Aber Artikel wie diese helfen nicht, ein System zu ändern, in dem der eine sein Gehalt besser verhandelt, als der andere.  Und sich nach solchen Artikeln lediglich ärgert und denkt „Ich müsste mehr verdienen.“ … Welchen Zweck verfolgen solche Artikel? Dass jede Frau und jeder Akademiker zum Chef geht und mehr Gehalt fordert …?

Meine Sicht der Arbeitswelt: Gehalt ist ein Gender-Thema, vor allem aber ein Gesellschaftsthema. Auch wenn wir von einer Leistungsgesellschaft sprechen, ist unser Gehaltssystem keines, das sich an Leistung orientiert. Insofern: statt zu stänkern, statt eine Frauenquote zu fordern, statt aufzuhetzen ist mein Ideal, Unternehmen zu fördern, die echte und ehrliche Leistung fördern. Die durch alle Hierarchien Transparenz aufbauen, Anerkennung zollen, helfen, unterstützen, weiterentwickeln. Ohne Männlein oder Weiblein zu unterscheiden. Ich kann Berufseinsteigern nur raten, sich ihr Unternehmen im Hinblick auf diese Struktur anzuschauen, sich zu erkundigen, in Gesprächen nachzufragen. Und sich für ein Unternehmen zu entscheiden, in dem sie leisten dürfen, wofür sie bezahlt werden! Und umgekehrt.

Spruch zum Wochenende: Glück

Die ganze Woche habe ich durch die Themenwoche immer wieder kleine Gedanken mit dem Glück verbracht, mich glücklich gefühlt, über glücklich sein, werden oder gewesen sein sinniert, mir mein persönliches Glück definiert. Und bin zu einem mich glücklich machenden Zustand gelangt. Das find ich schon sehr sehr toll.
Aber nicht nur deshalb möchte ich meinen Spruch zum Wochenende dem Thema Glück widmen. Ich verbinde es auch mit dem Glückwunsch für eine liebe Freundin, die heute Geburtstag feiert. Mit Menschen, die sie glücklich machen. Die in den letzten Jahren immer mehr die wird, die sie eigentlich sein möchte. Die sich in den vergangenen Monaten so unwahrscheinlich weiter entwickelt hat, sich neue Lebensaufgaben gesucht hat, ohne Angst, mit viel Mut. Und der ich für ihren weiteren eigenen Weg so unendlich viel Glück wünsche.

„Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.“ (Erasmus von Rotterdam)
Genau, man muss hin und wieder aus dem Rahmen der Normalität fallen, um mit allen Sinnen zu spüren, was Leben und Glück sind, statt sich anzupassen – finde ich!

Ein schönes Wochenende (und Claudi, schönen Geburtstagstag ♥)

Entwicklungschancen

Hatte gestern ein Seminar, wie so oft in Trainings geht es um Status, Stärken, Entwicklungschancen, Analysen, Auswertungen, praktische Übungen, Besinnung und Neuentdeckungen. Etwa zur Halbzeit, also bevor der lange Nachmittag startet und man, respektive ich, mit Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen hat, brachte die Trainerin einen Spruch, der bei mir einen Denkprozess in Gang gesetzt hat: „Jeder Erwachsene sollte diese Eigenschaften (also z.B. Denker oder Fühler) als Entweder-Oder haben. Natürlich kann man sich noch in die eine oder andere Richtung entwickeln, aber es ist nicht wie in der Kindheit, wo alle Optionen offen sind. Die Anlagen sind geprägt. Man muss sich aktiv und bewusst bewegen, um sich zusätzliche Eigenschaften anzueignen. Man sollte nicht vorhandene Eigenschaften dabei immer unter dem Aspekt betrachten, ob es von anderen als Schwäche ausgenutzt werden kann.“

Als Kind entwickelt man sich täglich, ohne Strategie, ohne Stärken-Schwächen, ohne Swot-Analyse, man wird von vielen Faktoren beeinflusst, aber beeinflusst die Entwicklung der wichtigsten menschlichen Grundanlagen wie Persönlichkeit und Charakter nicht nach Karriere- oder Performance-Zielen. Und trotzdem bewegt sich da richtig was. Wenn ich es so reflektiere, dann klappts bei den meisten Kindern ganz ordentlich? Auch unter Anleitung, die Eltern, Kindergarten, Schule, Lehrer, ältere Freunde, Geschwister …. Bei Erwachsenen – na ja. Kommt immer darauf an? Trainer und Coaches sind auch Wegbegleiter, hochbezahlt. Die über einen gewissen Zeitraum begleiten, führen, leiten, zum eigenen Weg verhelfen. Aber bleibt das Erlernte bestehen? Hab bislang selten Führungskräfte erlebt, die sich nach einem Coaching, nach Trainings und Seminaren wirklich langfristig und mit nachvollziehbaren Ergebnissen positiv weiterentwickeln konnten? Bewusstsein geschaffen ja, aber spürbar verbessert?

Ich bin heute zu fertig, hab nicht so die gedankliche Analysestaerke, deshalb vertage ich das Thema einfach, greife es bei passender Gelegenheit wieder auf – und sag für heute: einen schönen Tag euch allen. Und vielleicht hilft es oft am meisten, nicht nur seinen eigenen engsten Kosmos im Auge zu behalten, sondern offen für die Umgebung zu sein. Loslösen vom Kalender und von den Verpflichtungen – und auch mal kurz darüber nachdenken, was wirklich wichtig ist? Kann man ja zumindest nie oft genug klarmachen, dass jeder Tag im Leben genau einmal stattfindet. Heute wird nicht so mein Tag werden, aber ich mach trotzdem das beste draus – oder?