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Zusammenhalt

Wenn sich das geliebte Kind verändert ist es für Eltern schwer. Wie aber ist es, wenn das nicht das geringste mit Alter und Entwicklung zu tun hat, sondern sich eine Erkrankung herausstellt, die in ihren Auswirkungen so unfassbar zerstörend ist. Dass sie das bisherige glückliche Leben des Kindes unter einen schweren Schatten stellt … 

Meine Kindergartenfreundin und ihre Familie haben in den vergangenen Monaten zusehen und spüren müssen, wie sich aus einer Konzentrationsstörung, die hin und wieder im Schulalltag auffällig wurde, ein anderer Mensch entwickelt hat. Nach vielen Untersuchungen und Klinikaufenthalten steht schließlich die Diagnose einer Entzündung im Gehirn fest, ausgelöst durch einen irreparablen Gendefekt. Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung, es gibt keine Medikamente. Zwar ohne Schmerzen, aber er bekommt seine Veränderung mit, ist verzweifelt, fühlt sich dumm, leidet, weil er vieles schlicht nicht mehr kann. 

Die ganze Familie, also nicht nur Eltern und Bruder, sondern auch die Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins wurden getestet, ob sie als potentielle Stammzellenspender in Frage kommen, denn eine Transplantation könnte – vielleicht, das ist wenigstens eine kleine Hoffnung – den Krankeitsverlauf beeinflussen, verlangsamen, helfen. Vielleicht, ein kleines bisschen Hoffnung bringen. Und aus diesem Anlass ein Aufruf: wer noch nicht typisiert ist, kann sich hier ganz einfach als potentieller Spender bei der DKMS registrieren. 

Einmal mehr erlebe ich in nächster Nähe, wie groß die Hoffnung ist und wie sehr das Warten zermürbt … Zum Glück haben sie sich Hilfe gesucht, werden begleitet, nicht nur professionell und tatkräftig, sondern auch menschlich. Und ich schicke einen Wunsch ans Universum: lass sie positiv bleiben und den Zusammenhalt nicht verlieren, miteinander, füreinander, vor allem für Tobi.

Spruch zum Wochenende: Auf ein Neues

„Hoffen heißt, die Möglichkeit des Guten zu erwarten. Die Möglichkeit des Guten ist das Ewige.“ (Sören Kierkegard)

Und weil das so ist, glaube ich daran, dass morgen früh Mitarbeiter des Bauunternehmens erscheinen, die zumindest den Estrich im Heizungsraum gießen. Damit wäre schon mal ein kleiner Schritt geschafft? Und weil wir alle fleissig anpacken werden schaffen wir vielleicht noch etwas mehr?

Weil wenn dann Estrich drin ist müssen wir irgendwie schaffen, den nächsten unvorhergesehenen Punkt irgendwie hinzubekommen: das Bauunternehmen hat uns mitgeteilt, dass sie nicht verputzen werden. Trotz Angebot. Isso. Und Punkt. Großartig, so mitten in der Hochsaison? Da haben alle anderen, die das machen könnten, nur auf uns gewartet. Aber ich hab mir fest vorgenommen, das Gute zu erwarten. Einer wird kommen, der das für uns machen will. Und falls nicht werden wir ganz sicher auch eine Lösung finden.

Baustellengeschichten: Das große Warten

Wir warten – und alle Handwerker bis auf den einen mit – seit 2 Wochen auf Beton. Also eigentlich seit 4-6 Wochen, aber dazwischen gabs immer irgendwas, was noch gemacht werden musste, bevor der Beton kommen konnte. Seit 2 Wochen waren aber alle Böden fertig vorbereitet, Abwasserrohre gelegt. Und der Termin gesetzt: am 23. betonieren wir. Vor exakt 2 Wochen wurde noch mal alles vermessen, bestätigt, dass die notwendigen Tiefen ausgehoben wurden, an die Wände Skizzen und Maße und jede Menge Orientierungspunkte aufgezeichnet. Das wirkte alles sehr gut vorbereitet? Ich bin nicht von Haus aus misstrauisch, aber mein Arbeitsweg wird aktuell genutzt, um Updates zu bekommen und mich mit den Handwerkern auszutauschen. Also hab ich heute morgen noch mal nachgefragt. „Nnnnnnnnnnnnnnnjjjjaaaa, wir versuchen, es diese Woche noch reinzubekommen …“. Wie bitte? Was? Warum? Wäääähhhhh?

Ja, war klar, dass es irgendwann hakt, stockt, dass so ein Bau „mal“ nicht so rund läuft. Aber muss das bitteschön ausgerechnet der Beton sein? Ohne den wirklich nichts weitergeht? Ich übe mich in Geduld – nur glaube ich nicht daran, dass ich irgendwann mal verstehen werde, warum ausgerechnet so ein elementares Ding mit so geringem Stundenaufwand sich jetzt so verzögern muss. Und Punkt.