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Sonntagsfreude: Sonnenwochenende

Aktuell komme ich in einem neuen Rhythmus an, bedeutet, es etablieren sich neue Routinen. Das ist es ja mit den Veränderungen, auch wenn sich eigentlich nicht viel tut, trotzdem müssen wir daran arbeiten, um es wieder für uns passend zu machen. Die ersten Wochen des Jahres waren vom Umzugschaos und von der „theoretisch Homeoffice, aber praktisch Wechselarbeitsplatz“-Situation geprägt. Seit etwa einer Woche fühle ich mich anders, nicht mehr so gehetzt, nicht mehr so chaotisch. Die Balance kehrt zurück, gut so.

Deshalb hab ich dieses Wochenende sehr viel erlebt, dabei war auch das nicht so sehr beliebte Putzen, die beste Freundin auf einem Spaziergang treffen, viele Gespräche und eine Videokonferenz mit den Nichten, führen, eine mehrstündige Wanderung und ein Buch lesen. Gefühlt unfassbar viel Momente und Freizeit. Und Sonne. Ist das schön.

Und heute Nachmittag hatte ich diesen Gedanken, wie zufrieden es mich macht, wenn das alles so „langweilig“ ist – weil ich es gar nicht langweilig finde 😉

Walkers High

Das sogenannte „Runners High“, zu deutsch Läuferhoch, hab ich tatsächlich noch nie erlebt. Dafür hab ich dieses Hochgefühl ziemlich oft auf meinen zugegeben ausgedehnten Spaziergänge. Wobei es weniger mit der Länge der Strecke als vielmehr mit den einmaligen Eindrücken unterwegs, besonderem Lichteinfall, einem neuen Platz, tierischen Begegnungen und und und zu tun hat. Die letzte Wanderung zum Beispiel – ich hab dem Gassirundenfreund meine neue Strecke durch den Wald gezeigt, unterwegs ging die Sonne auf – im Wald haben wir Fuchs und Hase guten Tag gesagt. Anschließend haben wir was ausprobiert, uns dabei nicht verlaufen, ein besonderes Fleckerl an einem Teich, einen neuen Teich und schließlich einen besonderen Weg entdeckt …

Gehen macht glücklich. Und noch glücklicher bin ich, dass ich so viele tolle Menschen kennen darf, die meine Wege mitgehen.

#Glückspilzmomente (6): Eisigkalter Winter

Warum ich kalte Winter mag? Warum ich es toll finde, wenn es nachts eisig kalt wird? Warum ich es liebe, wenn der Schnee unter den Schuhen knirscht? Warum ich viel Schnee haben will? Und vor allem: warum ich gerne mal wieder so einen Moment erleben möchte?

Weil es seltene, aber sehr kostbare Momente sind. Das Bild stammt übrigens aus dem Januar oder Februar 2006 – aufgenommen mit einem Handy mitten auf dem zugefrorenen Königssee bei eisigen Temperaturen. Richtig, wir sind damals stundenlang bei unter Minus 10 Grad über den zugefrorenen See gelaufen, zu Fuß nach St. Bartolomä, dort gabs einen wärmenden Einkehrschwung. Die Chance hat man wohl nicht oft, etwa alle 10 Jahre. Vielleicht klappts ja 2016?

Warum ich heute drüber schreibe? Weil die letzten beiden Tage so himmlisch kalt waren, weil die Sonne rauskam, weil ich den Winter in all seinen Facetten spüren durfte. Und mir wünsche, dass das noch eine Weile anhält.

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Ein Beitrag zu den Glückspilz-Momenten im Januar 2017. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilz-Momente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.

Auszeit im Zauberwald

P1000580 Manchmal geben schon 3 Tage Auszeit das Gefühl eines richtig erholsamen Urlaubs. Das Rezept ist einfach, aber wirksam: man nehme
– 3 Tage Auszeit, ohne Uhrzeiten, ohne Programm
– 3 alte Freundinnen, die bereits zum 5. Mal gemeinsam verreisen und langsam wie alte Ehepaare aufeinander eingespielt sind, ohne sich zu zanken, und die sich immer was zu erzählen haben
– im vorab eine gelungene Hotelauswahl (dieses Mal den Mooshof in Bodenmais, ein familiengeführtes Haus mit einer Gastfreundschaft, die ich so ausgeprägt selten erlebt habe) mit einem wunderbar dezenten, unaufdringlichen Service
– passendes Wetter, in diesem Fall goldene Oktobertage mit Temperaturen um die 20 Grad, Sonne, Sonne, SonneP1000586
– schöne Rahmenbedingungen, also nette Mitreisende, die uns anlächeln und selber so was von rundum glücklich und zufrieden sind, eine Sonnenterrasse, ein warmes, einladendes Hotelambiente, ein abwechslungsreicher Wellnessbereich mit Saunen, Saunen, Saunen, Ruhemöglichkeiten ohne Ende, einem tollen Pavillon mit einem beheizten Verwöhnpool und vor allem ein Außenpool, an dem wir jeden Morgen unseren Frühsport absolviert haben – ausgestattet mit Sonnenliegen, an dem wir Samstag knapp 3 Stunden „abhängen“ konnten, ohne Termindruck, mit ausreichend Lesestoff – allein nach den 3 Stunden war ich rundum tiefenentspannt.
– eine Wanderrunde durch den Bayerischen Wald, der in dieser Jahreszeit zum Zauberwald wird, das Licht sucht sich einen Weg durch das stellenweise noch grüne, von schillerndem Rot über sattes Orange bis Gold ins Gelbe hinein strahlende Laub, schon die Ausblicke auf der Hinfahrt waren ein einziger Indian Summer, der Blick von der Hotelterrasse, unser Zimmerblick, die Ausblicke auf der Wanderung – alles ein einziges Farbenmeer, zauberhaft. Irgendwie hab ich die letzten Tage den Eindruck, der Herbst belohnt uns für den lichtarmen Start ins Jahr?

P1000583Meine Erkenntnisse des Auszeitwochenendes:
– eine morgendliche Schwimmrunde im Pool ist nach einer viel zu kurzen Nacht mit zu wenig Schlaf genau richtig, um wach und tiefenentspannt in den Tag zu kommen – warum hab ich nur zu Hause keinen Pool?
– ein familiengeführtes Hotel spürt man, der Mooshof hat eine sehr angenehme, äußerst einladende Atmosphäre. Schon die Begrüßung ist sehr persönlich. Familie Holzer ist sehr präsent, die Besitzer sind schon beim Check-in anwesend, schauen abends auf eine Runde durch den Speisesaal, unterhalten sich interessiert mit ihren Gästen, geben Tipps und Empfehlungen und machen den Aufenthalt damit besonders. Man fühlt sich, wie bei guten Freunden. Kein Wunder, dass das Haus so viele Stammgäste hat – man kommt gerne wieder.
– die Mädels Haben sich was einfallen lassen: nachdem ihnen mein Geburtstag vor einigen Monaten „durchgerutscht“ war haben sie sich als Wiedergutmachung an das Hotel gewandt. So kam es, dass im Verlauf eines Abendessens gefühlt jeder Mitarbeiter im Service an unserem Tisch vorbeikam, um mir persönlich zu gratulieren. Nach einem dummen Gesicht beim ersten Mal und auch insgesamt einer Gewöhnungsphase (ich bin nicht gerne soooo im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses) habe ich mich in die Rolle eingefunden. Mir ohne Grund gratulieren lassen. Und ich kann immer noch Schmunzeln über diese Art der Wiedergutmachung. Und überlege schon, wie ich mich, ähnlich charmant, revanchieren kann 😉

PS: ich empfehle unser Hotel, ohne daraus irgendeinen Vorteil zu bekommen. Einfach nur, weil es mir so gut gefallen hat.