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Auf dem Land

Ich bin kein Stadtmensch und werd es auch niemals werden. Dass ich auf dem Land aufgewachsen bin schätze ich von Jahr zu Jahr mehr. Je länger ich in der Stadt lebe wird mir klar, dass ich froh bin, am Wochenende rausfahren zu können. Aufs Land. Wo man mit einem Schritt in der Natur ist. Hinter dem Haus beginnt die Wiese, auf einem Feldweg geht es los, kilometerweit durch Äcker, Wälder, Wiesen, Felder. Ohne Spaziergängermassen. Ruhig, auch wenn die Bauern mit großem Gefährt und Werkzeug arbeiten. Nicht hektisch, nicht überfüllt. Sondern weit, irgendwie kann man einen Tag wunderbar füllen, ganz ohne einen Zeitplan haben zu müssen.

Als ich Kind war brauchten wir keinen Spielplatz. Das Abenteuer hat immer gelockt. Eine meiner liebsten Erinnerungen war der Bau eines Baumhauses im kleinen Wäldchen an der Kapelle. Wir Kleinen, damals wahrscheinlich erst 5 oder 6 Jahre alt, haben eine Plattform auf einem Baum entdeckt, Strickleiter gabs auch. Und schon waren wir fleißig im Wald unterwegs, um Baumaterial zu suchen. Um den Rohbau in ein tolles Lager für uns auszugestalten. Klar, die Großen kamen uns dazwischen. Nach einigem hin und her kam es zu einem Kompromiss, einem gemeinsamen Plan. Jetzt waren alle mit Feuereifer dabei! Es wurde später und später, einer der Großen nutzte schließlich die Situation und erzählte uns eine fiese Schauergeschichte: vom alten Mann, der bei Dämmerung die „kleineren“ Kinder, die noch allein im Wald unterwegs sind, einsperrt … huh, ab da haben wir die Beine in die Hand genommen und sind nach Hause geflitzt… Um einen Anschiss zu kassieren und am nächsten Tag wieder in den Wald zu stibitzen.

Was ich als Kind gar nicht einordnen oder ermessen konnte schätze ich in der Zwischenzeit als wertvolle Energiequelle: meine Wochenenden auf dem Land geben mir Ruhe und Kraft, halten mich in Balance. Heute ist Donnerstag und trotz der kurzen Woche, das Landleben ruft nach mir. Ich genieße die Natur, nicht nur, wenn das Wetter toll ist. Ich mag mein Heimatdorf, die Menschen, die Hauser, die Landschaft, … Tatsächlich bin ich glücklicher auf dem Land und stelle mir seit ein paar Monaten die Frage, ob man in der Stadt leben muss? Auf Dauer will ich das nicht und vielleicht ist es Zeit, über Pendeln nachzudenken?

Und deshalb heute auch eine Empfehlung, für alle, die so ticken, wie ich: denn ich lese ich so gerne bei Frau Landgeflüster mit, die von ihrem Landsitz aus bloggt, zum Arbeiten in die grosse Stadt fährt und die Nachmittage und Abende glücklich in ihrem Garten und Wohnsitz auf dem Land verbringt. Und auf mich so wunderbar ausgeglichen wirkt 🙂

Sonntag morgens im Wald

Eben hab ich meine morgendliche Runde durch den heimischen Wald gedreht. Warum hab ich da eigentlich nie eine Kamera (wahlweise in echt oder iPhone) dabei? Ganz konkret: ich habe unterwegs ein Kleinstfußballfeld entdeckt. Zwei Toräste, dazwischen eine Spielfeldlinie aus dünnem Ast, drum rum Moos und Gras, fast wie äußerst bequeme Tribünen. Hm, und jetzt meine Frage an alle Patenkinder, Kinder und Kinderseelen: spielen die Mäuse im Wald heimlich Fußball, vielleicht sogar Liga, Meisterschaften und Champions-League? Und im Finale trifft FC Feldmäuse auf BV Waldmaus? Schönen Sonntag – und ab sofort To-Do-Liste fuer mich: immer irgendeine Kamera einstecken.

Zeit im Wald oder Wiesn-Wahnsinn?

In meinem Alter eigentlich gar keine Frage: als Bewohner der Stadt München geht man auf die Wiesn! Von Anfang an, so oft möglich, das ist als Oktoberfest-Fan keine Verpflichtung, sondern viel Spaß! Finde ich auch – aber in diesem Jahr werde ich die Wochenenden konsequent schwänzen! Zum Auftakt bei schlechtem Wetter mit Tausenden vorm Zelteingang quetschen? Bei Regen? Keine Lust! Beim schönsten Herbstwetter im stickigen Zelt, trinken, essen, schreien (sonst hört das Gegenüber nix…)? Nein danke!

Dieses Jahr mach ich’s wie die „alten Münchner“: wenige Male auf die Wiesn, gut geplant mit Reservierung oder spontan abends bei schönem Wetter draußen. Den Rest spar ich mir und meine kostbaren Wochenenden geh ich in den Wald, so wie heute: die Tante samt Patenkind, Eltern, Großeltern. Schwammerl suchen 🙂 Gut, wir haben vor allem Fliegenpilze gefunden, ist aber gut, um zu sagen „die nicht“! Und das Wetter war traumhaft. Und mit Kind im Wald ist toll, das ist echt eine andere Welt. Die Kleine sieht so viel, was wir Erwachsene übersehen. Und sie traut sich so viel zu, ist abenteuerlustig, entdeckt, stöbert…. Macht sooo viel Spaß!
Die Alternative würde heißen mit Großfamilie auf die Wiesn. Würde ihr bestimmt auch Spaß machen, es gibt viel zu sehen, alles bunt, laut, in Bewegung. Bei schönem Wetter gibt’s fuer Kids viel zu entdecken, Karussel, Spielzeug, Süßkram… Nur: braucht eine Zweijährige das? Und kann sie sich später dran erinnern? Wahrscheinlich nicht. Und für uns Erwachsene war der Ausflug in den Wald super erholsam – insofern: hat allen Spaß gemacht. Und nicht nur, als die Oma über einen Baumstumpf gestolpert ist!
Auf die Wiesn komm ich früh genug – und hoffentlich geht’s nächstes Wochenende wieder auf Pilzsuche in den Wald!