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Musikalische Mittagspause

Es regnet. Und kalt ist es mir auch. Da geh ich mit einem Ohrwurm in die Mittagspause, der an meinen gestrigen Heimweg erinnert: im sonnigen Abendhimmel, Sonnenstrahlen, warme Temperaturen, dazu John Legend „All of me“ im Radio. Perfekt gemacht hat diese Stunde der Duft, der in der Luft hing: Eine Mischung aus Feld, Wald und Wiesen, Rosen, Vorgartenblumen, Sträucher, Sonnenblumen, Gräser, Rasen. Schnuppern am Sommer – herrlich.

#Sonntags-Memo

Manchmal gibts diese kleinen Momente, in denen ich mir etwas wie ein “ gerade nicht Glückspilz“ vorkomme:
Freitag Abend habe ich auf der Nachhausefahrt einen Unfall gemeldet: Ein älterer Radfahrer ist wahrscheinlich angefahren worden. Ich wurde deshalb fast 2 Stunden festgehalten. Obwohl ich nichts gesehen hab. Aber irgendwie war ich den Herren der Freunde und Helfer verdächtig? Mittlerweile bin ich wohl gründlich gecheckt worden – und wurde sogar freundlich darüber informiert, dass kein weiterer Aktionsbedarf für mich besteht …
Samstag kam die bezaubernde Nicht zu Besuch, nachmittags waren wir in einer Regenpause spazieren. Haben mal eine richtig große Runde gedreht. Und sind mitten in einer Grünen Wiese fern von allem von einem Hund gestellt worden. Der uns wütend bellend in immer kleineren Kreisen umkreiste. Ich bin Hundefreundin und habe viel Verständnis. Aber: Das war zu viel, sogar für mich. Die Nichte hatte trotz des minutenlangen Schlotterns später Mitleid, schließlich musste der Hund den ganzen Heimweg an der Leine zurücklegen … Manchmal ist Kinderlogik einfach entwaffnend?
Mich hat es trotzdem sehr doof getroffen, bin durch meinen Sturz vom Boot noch sehr unbeweglich, sie 15 Minuten verängstigt und steif wie ein Brett auf dem Arm zu haben hat mir richtig wehgetan – und dummerweise hab ich mich für ein paar Minuten einfach verdammt handlungsunfähig gefühlt. Schlicht kein positives Gefühl …
Heute vormittag waren wir mit der ganzen Family im Wald. War ein echt schöner Ausflug. Anschließend sind wir mit dem Auto im Schlamm steckengeblieben. So richtig. Alle raus, schieben, es dauert. Irgendwann haben wir es geschafft, waren alle schön eingesaut. Mann, ich hab grad eine echte Strähne?
Nette Anekdote am Rande: nach unserem Hundeabenteuer gestern hatten die Nichte und ich ja noch einen strammen Fußmarsch nach Hause zurückzulegen. Und den haben wir für eine Nichten-Tanten-Unterhaltung genutzt. Ich so: „Uns passieren auch immer Sachen, aber das ist ja in deinem Alter normal, da ist ja noch jeder Tag ein Abenteuer …“. Sie schaut mich grinsend an „… sowas passiert mir immer nur mit dir“. Hm, ja, das Gefühl hatte ich auch schon 😉

Auch wenn ich mich in der Situation nicht so toll gefühlt habe, möchte ich mit diesem Eintrag zu den wöchentlichen Sonntagsfreuden beigetragen, nachzulesen hier – bin froh, dass alles gut ausgegangen ist. Und habe meine Heimfahrt an diesem traumhaften Frühlingsabend mit allen Sinnen genossen. Gute Nacht!

Abendhimmel-Phänomen

Ich arbeite jetzt seit knapp 2 Monaten am schönen Ammersee – und beobachte hier ein Phänomen, das ich, geboren, aufgewachsen und lebend im Voralpenland, sonst noch nirgendwo so intensiv wahrgenommen geschwiege denn überhaupt bemerkt habe. Vielleicht hat jemand eine Erklärung für mich? Fast täglich zur Dämmerung gibt es für einen kurzen, mittlerweile sehr kostbaren Moment einen Lichtspot auf das Ostufer. Kloster Andechs leuchtet dann regelrecht mythisch auf, erscheint wie ein gleißend weißer Punkt. Das bewaldete Ufer strahlt in vielen Facetten von Rot-, Rosa-, Brauntönen. Aus dem Norden schiebt sich eine Wolkenwand, meist ganz in Grau in Richtung Berge vor. Dazwischen ist bis zur Spitze des – heute mal fast überdeutlich sichtbaren Alpenkamms -fast jede Farbschattierung zu sehen. Das ist kein leuchtend roter Abendhimmel, es ist aber auch kein winziges Farblicht, sondern es bewegt sich irgendwo dazwischen. Blau, Weiß, Rosa, hellblau, Rot, Lila, Pink, Gelb, Grau, Grün. Dabei leuchtet der See in ganz irren Farbschattierungen zwischen Schwarz und Blau und Grün.

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Alles ganz schön schön.

 

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Zum Anschauen.

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Beim Fotografieren lässt es sich leider von meinem Bürofenster aus nicht wirklich einfangen. Ich probiers fast täglich, aber bislang trifft das Resultat nie die Realität, die ich mit meinen leuchtenden Augen bewundere. Schade eigentlich.

Bin wie gesagt über jeden Erklärungsansatz dankbar, denn so richtig finde ich dazu nichts im wörldweiwebb?

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Auf dem Land

Ich bin kein Stadtmensch und werd es auch niemals werden. Dass ich auf dem Land aufgewachsen bin schätze ich von Jahr zu Jahr mehr. Je länger ich in der Stadt lebe wird mir klar, dass ich froh bin, am Wochenende rausfahren zu können. Aufs Land. Wo man mit einem Schritt in der Natur ist. Hinter dem Haus beginnt die Wiese, auf einem Feldweg geht es los, kilometerweit durch Äcker, Wälder, Wiesen, Felder. Ohne Spaziergängermassen. Ruhig, auch wenn die Bauern mit großem Gefährt und Werkzeug arbeiten. Nicht hektisch, nicht überfüllt. Sondern weit, irgendwie kann man einen Tag wunderbar füllen, ganz ohne einen Zeitplan haben zu müssen.

Als ich Kind war brauchten wir keinen Spielplatz. Das Abenteuer hat immer gelockt. Eine meiner liebsten Erinnerungen war der Bau eines Baumhauses im kleinen Wäldchen an der Kapelle. Wir Kleinen, damals wahrscheinlich erst 5 oder 6 Jahre alt, haben eine Plattform auf einem Baum entdeckt, Strickleiter gabs auch. Und schon waren wir fleißig im Wald unterwegs, um Baumaterial zu suchen. Um den Rohbau in ein tolles Lager für uns auszugestalten. Klar, die Großen kamen uns dazwischen. Nach einigem hin und her kam es zu einem Kompromiss, einem gemeinsamen Plan. Jetzt waren alle mit Feuereifer dabei! Es wurde später und später, einer der Großen nutzte schließlich die Situation und erzählte uns eine fiese Schauergeschichte: vom alten Mann, der bei Dämmerung die „kleineren“ Kinder, die noch allein im Wald unterwegs sind, einsperrt … huh, ab da haben wir die Beine in die Hand genommen und sind nach Hause geflitzt… Um einen Anschiss zu kassieren und am nächsten Tag wieder in den Wald zu stibitzen.

Was ich als Kind gar nicht einordnen oder ermessen konnte schätze ich in der Zwischenzeit als wertvolle Energiequelle: meine Wochenenden auf dem Land geben mir Ruhe und Kraft, halten mich in Balance. Heute ist Donnerstag und trotz der kurzen Woche, das Landleben ruft nach mir. Ich genieße die Natur, nicht nur, wenn das Wetter toll ist. Ich mag mein Heimatdorf, die Menschen, die Hauser, die Landschaft, … Tatsächlich bin ich glücklicher auf dem Land und stelle mir seit ein paar Monaten die Frage, ob man in der Stadt leben muss? Auf Dauer will ich das nicht und vielleicht ist es Zeit, über Pendeln nachzudenken?

Und deshalb heute auch eine Empfehlung, für alle, die so ticken, wie ich: denn ich lese ich so gerne bei Frau Landgeflüster mit, die von ihrem Landsitz aus bloggt, zum Arbeiten in die grosse Stadt fährt und die Nachmittage und Abende glücklich in ihrem Garten und Wohnsitz auf dem Land verbringt. Und auf mich so wunderbar ausgeglichen wirkt 🙂