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Spruch zum Wochenende: 3. Advent

„Wenn ich musiziere, ist es wie eine Art Gebet. Ein Dank für diese Gabe.“ (Sting)

Da kann ich mich nur anschließen, Einstudieren und Üben, irgendwann stellt sich Harmonie, der Gleichklang ein. Und mit zunehmender „Perfektion“ kommt der meditative Aspekt. Musik bereichert das Leben, auch im Zuhören. Ich schließe mich Stings Danke aus vollem Herzen an.

Euch allen ein schönes drittes Adventswochenende.

Warten aufs Christkind

Wie auch immer man „es“ nennt, Weihnachtsmann, Christkind, Santa Claus … bei all den Geschichten um den Wunschzettel, den Glauben an eine Engels- oder Weihnachtswerkstatt geht es um den besonderen Zauber der Weihnacht, eine magische Zeit. Teresa Stiens schreibt auf ze.tt, warum es wichtig ist, Kindern die Geschichte vom Weihnachtsmann zu erzählen. Dem kann ich mich nur anschließen: ich glaube, dass das Warten aufs Christkind für Groß und Klein gut und richtig ist.

Immer mehr fällt mir auf, wie sehr wir in der digitalen Welt versinken, wie gewaltig uns Handy & Co. im Griff haben. Kaum mehr einer, der an der Haltestelle steht und einfach wartet, kaum mehr eine halbe Stunde ohne Blick aufs Gerät – das Smartphone verändert die Welt. Umso wichtiger, dass wir mit der Handykamera wenigstens die Magie der Vorweihnachtszeit festhalten. Oder?

Gestern haben die Nichte und ich beim traditionellen Feiertags-Spaziergang zu den Hirschen darüber philosophiert, wie es wohl ausschaut, das Christkind. Barfuß, mit einem weißen Kleid, das glitzert … irgendeine Freundin von ihr hat es wohl tatsächlich schon mal gesehen. Wow, das hat mich beeindruckt. Obwohl ich ja so viel älter bin, das Glück hatte ich nie. Und natürlich hab ich mir jahrelang die Nase am Fenster plattgedrückt, durchs Schlüsselloch geguckt, später im Haus an allen möglichen Verstecken nach den Geschenken gesucht, um das Märchen zu entzaubern …

In diesem Jahr hatte ich ja vor Weihnachten ein paar freie Tage und hatte etwas Zeit zum Lesen, dabei bin ich – leider weiß ich nicht mehr wo – über eine Geschichte gestolpert: eine Mama hat erzählt, dass ihr Vater früher sie und ihre Geschwister „eingepackt“ hat, am frühen Heiligabend, meist sind sie erst zu Fuß durchs Dorf gelaufen und haben neugierig in die Nachbarshäuser geschaut, ob das Christkind dort schon Spuren hinterlassen hat. Später sind sie oft im Auto weiter übers Land gefahren, überall neugierig um sich spähend, ob sie „es“ wohl entdecken.

Und wisst ihr was: das hab ich in den letzten Tagen auch ganz bewusst gemacht. Ich war viel im Auto unterwegs und habe mich aufmerksam umgeschaut. Und da war gerade in der Dämmerung viel zu sehen, vom Zauber der Weihnacht. So viele Lichter … schön ist sie, diese Stimmung allüberall. Und mir hat das Warten aufs Christkind in diesem Jahr ganz besonders viel Freude bereitet. Ich mag diese magische Zeit und bin froh, dass ich mir bis in unser digital regiertes Zeitalter ein klein wenig kindliche Fantasie erhalte, die es mir erlaubt, nicht nur zu glauben, was ich sehe oder googeln kann …

3 Tage in Krakau

Wer wie ich mittelalterliche Städte liebt, der wird Krakau mögen. Die Altstadt ist nicht ohne Grund UNESCO-Kulturerbe. Die Polen sind zu Recht stolz auf die schönen alten Bauten, den großen Marktplatz, die vielen Museen! Kirchen, die Burg Wawel. In der Altstadt und im angrenzenden jüdischen Viertel Kaszimierz kann man problemlos alles zu Fuß erlaufen, nett ist eine Kutschfahrt in den auf Hochglanz polierten weißen Kutschen, die am Marktplatz abfahrbereit stehen. Der Sinn eines elektrobetriebenen Fahrzeugs namens Melek, das durch die Stadt chauffiert, die Fahrer spielen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten Ansagen vom Band ein, hat sich mir nicht erschlossen – mag sein, dass es sich an all jene richtet, die nicht gern zu Fuß unterwegs sind?

Um Burg Wawel wirklich gesehen zu haben braucht man mehrere Tage, wir durften ein paar Einblicke werfen, fotografieren ist im Inneren verboten. Schade, dass wir den Ausblick durch dicke Wolken nicht erlebt haben, oft sieht man weit, bis in die Berge. Wir haben überall Führungen bekommen, davon möchte ich abraten. Leider sind die Guides nicht deutschsprachig, das Englisch war mit wenigen Ausnahmen schwer verständlich, sehr schnell, sehr hart, gespickt mit Ausdrücken, die nicht zwingend aussagen, um was es geht.

Das Schindler-Museum haben wir deshalb zweimal besucht, beim ersten Mal hatte ich das Gefühl, viel zu schnell durchgeschleust worden zu sein. Kein Verweilen möglich, kein sich in die Emotion fallen lassen. Und ihr könnt euch vorstellen, dass es viele Gefühle sind, die in den nachgestellten Szenen des Krakauer Ghetto hochkommen …

Wunderschön war unser Ausflug in die Salzmine Wieliszk. Nur muss man wissen, dass man erst mal etwa 400 Treppenstufen in etwa hundert Meter Tiefe hinabsteigt, um frühestens 3 Stunden später wieder das Tageslicht zu erblicken. Nix für Menschen mit Platzangst. Die Geschichte des Salz ist beeindruckend, die unzähligen Schächte sind ein Labyrinth, hier darf niemand auf eigene Faist unterwegs sein. Ich habe die Kunst unter Tage bewundert, die vielgerühmte Kinga-Kapelle ist wirklich ein Meisterwerk, ich habe Salzwasser mit mehr als 30 Prozent Salzanteil gekostet und Salz von der Wand gekratzt. Der kurze Angstmoment beim Hochfahren in einem engen Aufzug der Arbeiter wurde zum Glück durch eine Schulklasse, die im zweiten Aufzug juchzte und kicherte vollkommen ausgeschaltet, Danke dafür.

Ich kann Krakau in der Vorweihnachtszeit aus vollem Herzen empfehlen, der Weihnachtsmarkt ist natürlich kommerziell, aber zuckersüß. Immerhin an einem Stand habe ich vegetarische Angebore entdeckt, sonst war das Essensangebot durchaus fleischlastig, wobei der sogenannte Räucherkäse ganze Stände füllt …

Fortsetzung folgt, falls mir noch was einfällt, denn die Eindrücke waren so vielfältig ☺️

Wien in der Vorweihnachtszeit

Durch meine berufliche Veränderung war ich tatsächlich lang nicht mehr in Wien. Jetzt wieder – und wieder in der Vorweihnachtszeit. Auch wenn ich persönlich am 12.11. noch keinen Weihnachtsmarkt bräuchte, das Wetter hat gepasst. Und tatsächlich waren wir dabei, als vor dem Wiener Rathaus die ersten Kratzer ins Eis der Schlittschuhfläche gezogen wurden. 

Und später wurden die Lichter an den Bäumen entzündet, es gab einen ersten Glühwein und geröstete Kastanien. Schon schön, so. Nur im Graben, da fehlte noch das iTüpfelchen, die großen Lampion-Lichterketten, aber sonst hat inklusive zapfig kalten Temperaturen und Schneegriesel einfach alles so vorweihnachtlich angemutet …