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Rollentausch

Montag war ich zu Besuch bei den beiden Münchner Patenkindern. Die dann irgendwann ins Bett mussten – am nächsten Tag geht es früh raus, es ist Schule. Beim Gute-Nacht-Wünschen im Treppenhaus frage ich, ob sie sich auf den nächsten Tag und die Schule freuen. Niiiijjja.

Ich sage Mademoiselle, dass ich gerne mit ihr tauschen würde und noch mal in die erste Klasse gehen würde. So aus meinem heutigen Standpunkt. Sie würde auch gern tauschen, wobei „Nö, ich würd nicht in deine Arbeit gehen, weil: wenn man erwachsen ist, dann kann man ja tun und lassen, was man will. Also werd ich mal gar nicht arbeiten gehen, hihihi!“ …
 

Vorstellungsrunde

Kürzlich ist im Keller meiner Eltern ein neuer Mitbewohner eingezogen, vermutlich, denn so genau lässt sich das jetzt nicht sagen. Am Telefon haben Oma und Enkeltochter lang und breit diskutiert, warum der seltsame Geselle oft so rumsitzt, sich aber manchmal nicht blicken lässt, und hin und wieder scheinbar vor Freude ganz hoch hüpft. Und natürlich, wo genau der jetzt „wohnt“. Endlich konnte sich die bezaubernde Nichte am Wochenende dann persönlich ein Bild von ihm machen. Alle mussten mit in den Keller, Oma, Mama, Tante … Unten hat er uns einmal abblitzen lassen, aber als wir den zweiten Besuch antraten, gewährte er uns gnädigst eine Audienz. Er saß auf einer Art Podest. Meine Nichte weiß, was sich gehört und hat ihm artig alle Menschen vorgestellt. „Guten Tag, das ist die Nichte, das ist die Tante, das ist die Oma, das ist die Mama …“. Der Kerl ist etwas unhöflich, statt zu antworten hat er sich mit einem Satz davongemacht. Dabei hätte er doch zum Auftakt einfach nur sagen müssen: „Guten Tag, ich bin der Frosch – und wohne jetzt auch hier …“IMG_0927.JPG

Nicht so ganz sicher sind wir uns alle, wieso er im Keller eingezogen ist. Ist jetzt nicht so, dass da unten vorher schon mal Frösche gewohnt hätten? Aber da wir kürzlich das gemauerte Podest freigeräumt haben, war die Nichte sich ganz sicher: „Der denkt bestimmt, wir haben ihm da extra ein Haus hingebaut – oder ein Schloss …“

 

Das mit der Phantasie

Meine liebsten Erlebnisse mit Kindern sind die, wenn wir gemeinsam ein Gedankengerüst bauen, wenn wir in der Phantasie etwas erschaffen. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Bilder im Kopf, aber wir „erleben“ miteinander ein Abenteuer. Manchmal ist das total abstrakt, wenn die bezaubernde Nichte und ich uns auf einen Teppich legen, die Beine in die Luft strecken und losstrampeln. Denn wir machen eine imaginäre Radltour, fahren über alle Kontinente, besuchen Freunde auf der ganzen Welt. Wo wir schon überall waren, in dieser unserer kleinen Phantasie. Wunderbar. Manchmal ist es aber auch sehr konkret. Wir toben im Regen durch den Garten, klauben Schnecken vom Salat, haben schleimige Hände. Ekelig – laut bezaubernder Nichte. Ich finds auch nicht toll. Und kurzerhand wird eine Regenrinne in ein Outdoor-Waschbecken umbenannt. Mit dem Regenstrahl kann man prima die Hände sauber bekommen. Unser „Waschbecken“ verschwindet bei schönem Wetter, mag auch manchem nicht sehr abenteuerlich erscheinen, ist es aber in Kinderaugen total. Und ich freu mich, weil es so herrlich einfach, dabei so was von kreativ ist.

Perfekt zum Hämdewaschen
Perfekt zum Hämdewaschen