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Spruch zum Wochenende: Dazulernen

P1020225„Persönlich bin ich immer bereit zu lernen, obwohl ich nicht immer belehrt werden möchte.“ (Winston Churchill)

Den heutigen Spruch zum Wochenende widme ich einem alten Bekannten: dem BMW-Fahrer, der mich kürzlich auf meinem Arbeitsweg geärgert erzogen hat. Heute morgen hat er mir erneut die Vorfahrt genommen. Auf der Landstraße, aber mein Tempo war gemäßigt. Dieses Mal etwas früher auf der Strecke, genau gesagt einen Supermarkt früher.  Anschließend ist er zügig vorangefahren – und ihm wurde einige Kilometer später ebenso an einer Supermarktausfahrt die Vorfahrt genommen. Von einem einheimischen älteren Autofahrer. Statt zu schimpfen fuhren die beiden gemählich hintereinander her. Zum nächsten Supermarkt. Meine Interpretation: die beiden älteren Herren werden regelmäßig zum Einkauf geschickt. Damit die Herzensdamen sie ein paar Stunden aus dem Haus haben. Eigentlich ist das nicht so ihr Ding, aber Autofahren, das tun die beiden gerne. Wahrscheinlich haben sie nebeneinander geparkt, etwas geratscht und den Einkauf gemeinsam bewältigt? In jedem Fall werden sie sich weder Vorwürfe machen noch ihre Erziehungsmaßnahmen im Straßenverkehr besprechen. Denn in dem Fall ist das ja überflüssig: wenn zwei etwas immer schon so gemacht haben, dann hats damit ganz gewiss seine Richtigkeit. Oder?

Spruch zum Wochenende: Schönwetterfahrer

„Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.“ (John Ruskin)

Mag eine subjektive Beobachtung sein, aber bei schönem Wetter vergessen manche Verkehrsteilnehmer, dass sie nicht allein auf der Straße unterwegs sind. Vergessen, den Blick auf beide vorfahrtsberechtigte Spuren zu richten. Nehmen die Vorfahrt. Ohne zu bemerken, dass sie andere gefährden. Fahren langsamer, um den schönen Ausblick zu genießen. Bleiben einfach stehen, ohne ein Signal zu setzen … Ganz ehrlich: ich fahre bei so herrlichem Frühlingswetter auch gerne durch die Welt. Und freu mich an herrlichen Aussichten auf den sonnigen See, die im Hintergrund hoch aufragenden glitzernden Berge. Das möchte ich auch gerne noch ganz lange tun, deshalb, liebe Schönwetterfahrer: ihr seid nicht alleine unterwegs. Achtet auf die anderen Verkehrsteilnehmer, dann werdet ihr auch nicht so viel angehupt. Und euer Karma profitiert bestimmt auch im positiven Sinne 🙂

 

Spruch zum Wochenende: Recht haben

Mein Leben wäre nur halb so aufregend, gäbe es den Straßenverkehr nicht. Heute morgen fahre ich auf der vorfahrtsberechtigten zweispurigen Ausfallstraße – als mir ein entgegenkommender VW Passat unerwartet und knapp die Vorfahrt nimmt. Er hatte geblinkt … Ich konnte bremsen und ihm ausweichen, der LKW rechts neben mir hats nicht ganz geschafft und das Fahrzeug leicht touchiert. Ich habe mit angehalten. Und bin von dem älteren Fahrzeuglenker mit belehrt worden. Er sei vollkommen im Recht, schließlich hätte er geblinkt. Das Blinkzeichen sei nämlich, um uns Unwissenden das mal klarzumachen, ein Signal. Das wir anderen Verkehrsteilnehmer beachten müssen. Und ihm seine Vorfahrt gewähren. Gerade im morgendlichen Berufsverkehr, der ohnehin eine Behinderung für jeden „normalen Autofahrer“ sei. Er habe lang genug, eigentlich viel zu lange, gewartet und dann von seinem Recht, seiner Vorfahrt, Gebrauch gemacht.

Weder der LKW-Fahrer noch ich konnten angesichts seiner rigiden und stetig lauter werdenden Argumentation zu ihm durchdringen. Er war im Recht, wir im Unrecht. Ich nehme an, dass er jetzt auch die Polizei belehren wird – denn er war so felsenfest von seiner Sicht der Verkehrswelt überzeugt, dass wohl auch eine Straßenverkehrsordnung von allen anderen einfach nur falsch gedeutet wird?

Ich widme ihm meinen Spruch zum Wochenende: „Recht zu haben ist nur halb so schön, wenn kein anderer Unrecht hat.“ (Orson Welles)

Erzieher im Straßenverkehr

Ich begegne Ihnen immer wieder, den Erziehern im Straßenverkehr. Meist sind es ältere Herren, häufig fahren sie Automodelle aus deutscher Herstellung, bevorzugt aus bayerischen Landen, manchmal auch aus der Landeshauptstadt Baden-Württembergs. Auffällig ist, dass sie durch einen in ihren Augen begangenen Fahrfehler auf andere Autofahrer aufmerksam werden und sich anschicken, diesen durch eine regelrecht aggressive, manchmal äußerst fahrlässige Fahrweise zu einem besseren Fahrverhalten zu erziehen. So geschehen heute morgen: ich hatte einen älteren Herrn vor mir, der mir mit erhobenem Zeigefinger durch den Rückspiegel etwas zugefuchtelt hat. Und geschimpft, gezetert, gewettert … Kennengelernt haben wir uns, weil er an einer Supermarktsausfahrt einfach in den fließenden Vorfahrtsverkehr eingefädelt ist. Ohne sich um andere Autofahrer auf der vorfahrtsberechtigten Straße zu kümmern, zum Beispiel um mich, die angesichts seiner flotten Fahrweise doch sehr abbremsen musste. Ich bin noch nicht dahinter gekommen, worauf er mich im späteren Verlauf unseres Kontakts aufmerksam machen wollte. Diese Aktion war es offensichtlich nicht, denn da hat er mich weder direkt neben sich noch im Rückspiegel wahrgenommen … Wahrscheinlich bin ich ihm beim Verlassen der Ortschaft zu dicht aufgefahren, ist auch wirklich unverschämt von mir, da Gas zu geben. Ich bin ihm auch nicht wirklich aufgefahren, habe lediglich Gas gegeben und musste diese Aktion dann abbrechen – weil er noch nicht bemerkt hatte, dass die Ortschaft vorüber ist und stur mit knapp unter 50 Stundenkilometer weitergefahren ist. Danach hat er mit seinem erhobenen Zeigefinfer einige wirklich gefährliche Fahrmanöver vor mit vollzogen, mehrfach auf der falschen Fahrbahn … ich fühlte mich bedroht und habe einen enormen Sicherheitsabstand eingehalten. Was ihn nicht davon abgehalten hat, bei freier Straße auf einer Verbindung, auf der man auch mal die 100 erlaubten Stundenkilometer fahren könnte, teilweise auf den Stand herunterzubremsen. Nicht nur auf unserer Fahrbahn. Auch die Fahrer auf der anderen Straßenseite fühlten sich mitunter stark verunsichert, sind weit ausgewichen und haben auch mal mit Lichthupe oder Hupe auf sein Verhalten reagiert. Und trotz gründlichem Nachdenken: ich hab immer noch nicht verstanden, was er mir mit seinem deutenden Zeigefinger beibringen wollte. Ich hoffe doch nicht, dass er will, dass ich seine Fahrweise nachmache?