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#Glückspilzmomente (5): Gemeinsam lachen

Bei einem Seminar treffen willkürlich Menschen aufeinander. Alle eint das Thema des Seminars, ansonsten verbindet sie aber erst mal nichts. Wenn das Zusammentreffen ein Stück abseits der modernen Welt auf einer urigen Tiroler Hütte erfolgt, vereint auf einen Schlag sehr viel. Man verabschiedet sich auf Zeit vom Komfort der Privatsphäre, teilt Schlafplätze in einem Matratzenlager und Plumpsklo, der warme Platz um den Holzofen wird zum Ort des gemeinsamen Aufenthalts. Und wenn einer aus der Reihe tanzt, sich nicht integrieren möchte, sein eigenes Ding machen, dann bleibt ihm nur, rauszugehen. Sich warm einzupacken und zu laufen. Oder draußen zu sitzen. 

Was hatten wir die letzten Tage für großes Glück, dass in der gar nicht mal kleinen Gruppe keiner war, der sich abgesondert hat. Am Anfang war einer, der Zeit brauchte, alle anderen waren sofort „auf einer Wellenlänge“. Was haben wir die gemeinsame Zeit genossen, sind von der Almwirtin mit viel zu viel gutem Essen und manch Hochprozentigem verwöhnt worden. Was haben wir neue Geschmacksrichtungen bei den Almkräutern, vor allem aber deren positive Wirkung auf den Körper kennenlernen dürfen. Und vor allem: was haben wir gemeinsam gelacht. So ausgelassen, das war wunderbar. 

Ein Stück weit hat dazu mit Sicherheit dieses Gefühl fernab unseres ach so kultivierten Alltags beigetragen. Da gabs kein Badezimmer, keine Heizung, kein Entertainment außer dem himmlischen Ausblick, keinen Empfang und vor allem kein WLAN … und keiner hats vermisst. In dieser Umgebung muss man miteinander reden, statt sich Nachrichten zu schreiben. Es gibt kein Ausweichen, wenn alle mitmachen, dann geht’s auch schnell an sehr intime Themen. Und der eine gibt mehr, der andere weniger von sich preis – der eine erzählt nachdenklich, der andere amüsiert. Jeder, wie er mag und ist.

Ich hab viele Gedanken mitgenommen, viele Impulse, die jetzt einer nach dem anderen für mich zu Ende gedacht werden dürfen. Viel Bewusstheit für das, was vor meinen Augen wächst, was mir und meinem Körper guttut. Und einmal mehr die Erkenntnis, wie wenig ich brauche – und wie viel ich doch angesammelt habe. Zeit, sich von überflüssigem Ballast zu trennen.

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Ein Beitrag zu den Glückspilzmomenten im September 2016. Danke an die Initiatorinnen Petra, Maire und Mel für den schönen Impuls, Glückspilzmomente in dieser so treffenden Rubrik festhalten zu dürfen.

Sonntagsfreude: Vollmond in Tirol

Zumindest erahnt haben wir ihn, den Herrn Vollmond. Und schön war unser Ausflug auf die Alm, erholsam. So eine kurze Auszeit an einem Ort, wo alles noch ganz urtümlich ist. Komfort gibt’s kaum, aber eigentlich ist dann doch wieder alles da, was man zum gemütlich leben braucht. Ein Plumpsklo an der frischen Luft, Wasser vom Brunnen, das sich per Seilwinde bis zum Haus ziehen lässt, ein Bettenlager mit richtigen Betten samt Matratze und sogar Federbetten und das Beste: ein alter Holzofen in der gemütlichen Kuchel, der macht an den schon klammen Abenden ordentlich warm … 

Und wenn man dann noch ein Kräuterseminar geschenkt bekommt, von einer Frau, die sich ihr Wissen nicht angelesen hat, sondern es als alte Familientradition von Kind auf gelernt hat, dann freu ich mich viel zu sehr, als dass ich mich wegen den Wolken vor dem Mond ärgern würde … So ein Vollmondfeuer voll von Dankbarkeit, guten Wünschen mit fröhlichen Menschen sollte ich übrigens öfter machen, hat sehr gut getan.

Mehr Sonntagsfreude sammelt Rita. Bei ihr geht’s diese Woche ums Ernten, schön, dieses Erleben mit ihr zu teilen.

Weihnachtspost

Weihnachtspost eines Freundes, die ich gerne teilen möchte, weil mich seine Worte berührt haben:

Liebe Freunde, Glück ist nicht bezahlbar, Gesundheit nicht käuflich und wahre Liebe oft schwer zu finden. Ein bewegtes Jahr ist fast vorbei und ich hoffe für uns alle, dass wir von allen 3en – Glück, Gesundheit & Liebe – genug und reichlich abbekommen haben. Für die Gesundheit sind wir ja meist selbst zuständig aber Glück und Liebe kann man ebenso schenken – solltet ihr das 2015 nicht immer geschafft haben, macht es zum festen Vorsatz für 2016. Gebt mit vollen Händen und umarmt die Welt mit aller Inbrunst – seid sicher, sie wird euch zurück umarmen. Das Leben in seiner puren Anlage ist gut, nur sind die dazugehörenden Ressourcen oft falsch verteilt – unsere Aufgabe ist, mit den Grundlagen zu arbeiten, zu gestalten. Und lasst uns auch nicht auf unsere liebe Erde vergessen – ohne sie und all ihre Ressourcen wären wir nicht da, wo wir jetzt sind … Genug der Predigt, die besten Wünschen für ein friedvolles, gesegnetes, freudiges Weihnachtsfest mit euren Familien und Freunden…“

Schöne Weihnachten – auf dass jeder die Zeit so verbringen darf, wie er es sich wünscht.

Sonntagsfreude: Ruhige Wiesn-Zeit

Mag schon so sein, also dass 2015 die entspannteste Wiesn seit Jahren ist. Weniger los soll sein – ja, das empfinde auch ich so. Kein Gedränge, gefühlt weniger Menschen, kaum Zelte wegen Überfüllung geschlossen. Allerdings bin auch ich weniger unterwegs, bin abends erst spät da, ohne den Willen, zum Feiern ins Zelt zu gehen. Dafür hatte ich Tischreservierungen, am Eröffnungstag im geliebten Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn mit der Kapelle Josef Menzl,  

  

am Italienersamstag Mittagswiesn,  

 Sonntag Abend im Winzerer Fähndl.  

 Mit Dänen gefeiert, von Italienern als eine von ihnen „missinterpretiert“ worden, über Japaner und Chinesen und deren Bier-Fassungsvermögen gegrinst, mit Musikern geflirtet, ein Selfie mit Andreas Bourani gemacht, Mandeln von überall genascht …. Ich mag die Wiesn – und gehe den „harten“ Trinkern ganz einfach aus dem Weg.  

 Unter der Woche war ich abends mit einigen Mädels schön mollig eingepackt draußen bummeln, die 

  Stände rund um die Bavaria bewundern,  Krinoline und Riesenrad fahren,

 eine Kleinigkeit essen, im Teufelsrad lachen – und Bilder machen. Vor allem vom Mond, den ich auf der Spitze vom Skyfall erwischt hab. 

  Und heute hoff ich, dass ich trotz Baustelle noch etwas Tageslicht mitbekomme, für Bilder vom Wiesnausklang. Drückt mir die Daumen, denn etwas bunte Farben tun in dem ganzen Staub und Dreck einer Renovierung einfach Herz und Seele gut.

Schönen Wiesn-Endspurt – und einen tollen Altweibersommer-Sonntag!
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Mein Beitrag zur Blogparade „Ozapft is“ von muenchen.de – aus der Rubrik Sonntagsfreude.