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Wiedersehen mit Nachklang

Ich habe eine Freundin aus Gründen viel zu lang nicht gesehen – jetzt hat sie ihre Dinge geregelt, lebt allein und hat die gedanklich lange verarbeitete Trennung vollzogen. Wie ich gehört sie zu den Menschen, die nicht tut, um dann zu verarbeiten, sondern verarbeitet – und dann vollzieht.

Und wie herrlich waren unsere Stunden. Wie erhofft haben wir zwei einen Strandkorb besetzt. So hat man im voll besetzten Biergarten von uns beiden nur viel glückseliges Lachen und unsere Stimmen mitbekommen. Gesehen haben die anderen Besucher tatsächlich nur unsere Beine, die unten raus ragten. Gut, bis auf eine kleine Besucherin in ihrem hübschen Sommerkleid. Sie hat immer wieder neugierig ihr Köpfchen geneigt, um nach uns zwei Versteckten auszuschauen …

Am schönsten war, dass wie wie immer so herrlich miteinander lachen konnten. Meine alte Sängerfreundin hat auch so ein glockenhelles, fast schon an eine Melodie erinnerndes Lachen. Und gemeinsam lachen tut einfach nur gut. War das schön. Das Lachen. Unsere Themen. Und dieses Gefühl, dass die paar Jahre, die wir uns nicht gesehen haben, gar nichts geändert haben … als ob wir uns grad erst beim letzten Musikprojekt gesehen hätten.

Da sind wir uns nur dummerweise beide so was von einig: gerne hätten wir das wieder, mit den Menschen von damals. Den Jetztzustand werden wir uns auch weiterhin sparen. Nicht wegen der Musik, die fehlt uns beiden. Aber die Menschen, die jetzt beim Ensemble dabei sind, die lachen nicht „wie wir“. Und Punkt.

Wie Kinder mit dem Sterben umgehen

Erwachsene sind manchmal irritiert, wie Kinder auf den Verlust eines geliebten Menschen reagieren … Dazu habe ich diesen aufschlussreichen Artikel gefunden. Ganz wichtig für Erwachsene: wir sollten nicht bewerten oder dem Kind das Gefühl geben, dass es einen Fehler macht. Kein „du darfst nicht lachen, du musst traurig sein.“ Das Kind verarbeitet, aber auf seine Weise, dazu gehört Spielen, Lachen, Alltag leben. Und wir sind älter, haben unsere Erfahrungen gesammelt, reagieren auch nicht jeder gleich. Übrigens: jeder von uns älteren muss mit der offenen Frage rechnen „Und wann stirbst du?“, das beschäftigt das Kind. Uns übrigens auch, wenn wir mal ganz ehrlich mit uns selbst sind …