Schlagwort-Archive: Vater

Spruch zum Wochenende: Kindheit

Kürzlich habe ich eine Dokumentation über Romy Schneider gesehen. Als sie mit ihrer unsterblichen Rolle der Sisi ein Kinderstar wurde hat ihr Vater Wolf Albach-Retty ihr in einem Brief geschrieben: „Steck Deine Kindheit in die Tasche und renne davon, denn das ist alles, was du hast!“

Da hat er ihr in der entscheidenden Phase ihres Lebens einen Rat mit auf den Weg gegeben, den sie in dem Alter wohl nicht verstehen konnte … Ob ehrgeizige Eltern, die ihre Kinder gern ins Rampenlicht bringen möchten, auch mal an die Schattenseiten einer Karriere denken? An den Verlust von Kindheit, Unbeschwertheit, Unbekümmertheit? An das, was es wirklich bedeutet, prominent zu sein, nichts tun zu können, ohne dass es öffentlich wird? Immer von Paparazzi gejagt, von einer lüsternen Gesellschaft eingeordnet, verurteilt, beurteilt zu werden …? Mal ein Gedanke fürs Wochenende, über den ich zumindest immer mal wieder grüble …

Spruch zum Wochenende: Einmalig

„Niemand hat Deine Fingerabdrücke und niemand hat Deine Stimme. Niemand hat Deine Geschichte und niemand sagt „Ich liebe Dich“wie Du. Niemand glaubt an Gott, wie Du und niemand denkt ans Sterben so wie Du. Niemand träumt wie Du und niemand verwirklicht Träume wie Du. Niemand sieht die Welt mit Deinen Augen. Bleib bei uns wie Du bist, wir brauchen Dich, denn wenn Du fehlst, entsteht ein Loch. Wir brauchen Dich. Wir lieben Dich, so wie Du bist, weil Du einmalig bist.“
(Ulrich Schaffer)

Niemand ist wie du
Niemand ist wie du

Ein kleiner Geburtstagsgruß an meinen Papa, der dieser Tage und sehr ausgiebig seinen runden Geburtstag feiert. Nie hätte er erwartet, „so“ alt zu werden. Zeit meines Lebens habe ich von ihm gehört „das erleb ich sowieso nicht mehr …“. Wir haben ihm ein Album mit den Bildern aus seinem bisherigen Leben gebastelt, was erst gar nicht so einfach war, denn in dieser Generation sind die Bilder noch nicht digital und in großer Anzahl vorhanden. Gerade für die Kindheit gibt es leider so wenige Erinnerungen, die als Foto festgehalten wurden. Aber es ist ein sehr schönes Buch geworden, das er in diesen Tagen mit seinen vielen Gästen immer und immer wieder durchblättert. Ich glaube, dass er sehr an diesem seinem einmaligen Leben hängt und wünsch mir, dass wir alle noch eine sehr große Zahl an Jahren mit ihm vor uns haben. Und jetzt wird weitergefeiert, denn mit einem hat er recht: man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Eine Kerze entzünden

2013 hört auch auf den letzten Metern nicht auf, (m)ein Jahr der Abschiede zu werden. Ein sehr lieber Mensch, zwar neu in meinem Leben, aber er hat in der kurzen Zeit bereits eine Spur in mir, in meinen Gedanken und meiner Gangrichtung hinterlassen, ist am Samstag unerwartet, aber friedlich für immer eingeschlafen. Da Weihnachten ja auch eine Zeit ist, in der man sich gerne den alten Traditionen widmet, entzünde ich heute virtuell eine Kerze für ihn. Und hoffe, dass er an seinem neuen Ort Ruhe und Geborgenheit findet. Seiner Familie schicke ich viel Kraft für die kommenden Tage und Wochen.

Kinder entzünden im Salzburger Dom eine Kerze für ein verstorbenes Familienmitglied
Kinder entzünden im Salzburger Dom eine Kerze

Kardinal ermutigt Frauen – zu was eigentlich?

Zum viele Kinder bekommen. Zum zu Hause bleiben. Zum nicht arbeiten. Hört sich vielleicht für den ein oder anderen ganz attraktiv an? Für mich ist es sehr weltfremd … Kein Wunder, dass gerade so viele eine Meinung dazu haben. Viele, die das Thema weit mehr betrifft, als einen Kardinal und Erzbischof. Vermutlich ohne Familie. Oder wenn, dann gut abgesichert durch die katholische Kirche. Kein Wunder, dass sich Familien, in denen beide verdienen müssen, um die Existenz abzusichern,  dazu äußern. Oder Politikerinnen. Oder Alleinerziehende. Oder Männer. Habe eben kein Medium gefunden, das nicht dazu veröffentlicht hat …

Meine Gedanken kreisen in dem Kontext ganz einfach und simpel darum: ist es an einem Vertreter der Kirche, die sich selten wirklich nächstenliebend erweist (ich wähle bewusst die Gegenwartsform, denn wenn ich über die Vergangenheit nachdenke, finde ich es noch absurder?), Frauen und Familien zu raten, die Verantwortung für 3 bis 4 Kinder zu übernehmen? Ein Kind in die Welt zu setzen bedeutet weit mehr, als das bisschen Haushalt zu schmeißen, das Kind zu gebären und zu erziehen. Der hohe Wert von Familie in der heutigen Zeit ist schlicht anders, als der Kardinal ihn wohl versteht. Es ist nicht mit einer einmaligen Entscheidung getan. Heute laufen Kinder nicht einfach mit. Ein Kind in die Welt zu setzen, bedeutet, es auf die umgebende Welt vorzubereiten. Und zwar nur in Ausnahmefällen mit Hilfe einer funktionierenden Großfamilie, eines Mehrgenerationenmodells. Insofern ist Organisation gefragt. Das kann klappen, dazu müssen Mutter und Vater sich aber sehr und konstant, also über Jahre hinweg (!) immer einig sein.

Bei einer Zeitspanne von 3 bis 4 Kindern von einem Mann zu verlangen, dass er die finanzielle Last allein übernimmt? In meinem Bekanntenkreis kenne ich keine Frau, die das Zu-Hause-Mama-und-Haushälterin-Sein als Luxus empfindet? Im Gegenteil, sie brauchen Ich-Zeit, kleine Auszeiten von der hohen Verantwortung. Und eben das Gefühl, auch mal etwas anderes sein. als nur 24 Stunden am Tag Mutter und Haushaltsorganisationstalent. Das ist ein Full-Time-Job. Es gibt genug Paare, die beide arbeiten, also zwei Full-Time-Jobs, den in der Arbeit, und den als Mama und Papa. Als Familie, als Patchwork-Familie – oder aus welchen Gründen auch immer alleinerziehend. Mit Hilfe, ohne Hilfe. Davor habe ich Respekt und ich wünsche jeder Frau, dass sie selbst entscheiden kann, ob, von wem und wie sie Kinder bekommt, mit wem und wie sie sie großzieht und dass sie, wenn sich Dinge ändern, gute Ratgeber hat, die sie auf ihrem Weg unterstützen. Anstatt weltfremde Ratschläge annehmen zu müssen, von einem Mann, der das Weltgeschehen sicher und geschützt in den Armen der Kirche verbringt.

Ist das nicht alles ein Stück weit naiv?