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Auf nach Berlin

Und jährlich grüßt das Murmeltier: ich werde wohl nie verstehen, warum die Tage und Wochen vor einer Messe verfliegen, unzählige Überstunden und sogar Nachtschichten anstehen. Ist und bleibt stressig, seit mehr als 10 Jahren immer wieder verfliegen Januar und Februar, als wärs maximal ein Monat. Stress pur, manchmal weniger, meist mehr. Und dabei dreht sich doch dieser Tage in Berlin alles rund um Freizeit, Erholung, Entspannen, Ausspannen, Ferien, Urlaub – Reisen. Aber wie auch manchmal beim Urlaub: Vorbereiten ist dann doch manchmal anstrengend? Egal, die nächsten 3 Tage bin ich in Berlin. Allerdings nicht zum Sightseeing, von der Stadt werde ich wieder mal den wunderschönen Flughafen Tegel sehen – hatte ich mich nicht letztes Jahr in aller Ruhe und mit der angebrachten Würde verabschiedet? Auch egal. Dann die Fahrt in die Stadt zum Hotel – je nachdem, wie das Wetter und der Taxifahrer so sind kann das durchaus nette Ausblicke verschaffen. Vom Hotel zur Messe – da sind es immer eher die Eindrücke aus der U-Bahn, die so anders sind, als wir das aus unserem kleinstädtischen München gewöhnt sind.

Und dann gehts tief rein in die Messehallen, weite Wege, schlechte Luft, Menschenmassen. Und trotzdem: tief im Inneren freu ich mich. Ok, noch nicht jetzt gerade, aber wenn ich dann da bin, auf den altbekannten Wegen durch die Messehallen laufe, unterwegs sieht man die bekannten Gesichter, die ganze Messewelt ein Dorf. Spätestens wenn man die trifft, die man wirklich nur einmal im Jahr sieht, entweder weil sich so selten Berührungspunkte ergeben – oder weil es sonst ja ausreicht, sich eine Mail zu schicken, zu telefonieren … Langsam (ich hab noch einiges vorzubereiten, hab aber eben eine mentale Pause und ein Durchatmen gebraucht, dazu ist Blog-Schreiben einfach perfekt) beginne ich, mich zu freuen!

Morgen – sehr früh – gehts dann los. Und ich hoffe, dass es wie immer ist: kurzweilig, mit vielen netten Begegnungen. Und: Inspirationen. Denn das schöne an der bunten weiten Welt der Touristik ist genau das, was im Alltag manchmal auf der Strecke bleibt. Diese Lust, etwas Neues zu sehen, weit weg zu reisen oder endlich mal etwas kennenzulernen, was ganz in der Nähe ist, aber dadurch vielleicht bislang nicht so auf dem Radar. Am meisten freue ich mich darauf, am Freitag zwischen nur noch 2-3 Terminen durch die Hallen zu gehen und wirklich an den Ständen Bilder aufzunehmen, mit Menschen zu sprechen – udn dabei vielleicht die ein oder andere Idee mit nach Hause zu nehmen. ITB 2013, morgen komm ich, übermorgen hab ich noch einen übervollen Terminplan, aber am Freitag, da werd ich dich so richtig genießen!

Flugzeug am Start

Heute ist mir auf der Autobahn ein startendes Flugzeug „entgegengekommen“. War ein perfekter Moment. Das Flugzeug genau in meiner Sichtschneise, meine Geschwindigkeit war genau auf den Start abgepasst, das hatte so was weiches, fluffiges, als ob neben mir der Kameramann sitzt, der die Szene auf einen Film bannt. So ein startendes Flugzeug steht ja als Bild symbolisch fuer so vieles, fuer Sehnsucht nach der Ferne, Freiheit, Entdeckungen, aber auch fuer Mobilität, Flexibilität, Jobs überall, Einsätze an wechselnden Arbeitsstätten.

Und in meinem Kopf machte sich mal wieder pro und contra moderne Mobilität breit: in meinem Umfeld diskutiert Muenchen über die Notwendigkeit der dritten Startbahn. Das Strassennetz genügt unseren Ansprüchen noch lange nicht, ebensowenig Service und Qualität der Bahn. Wir wollen die ganze Welt sehen, reisen, Urlaub machen – und dabei umweltbewusst und energieschonend sein, fuer zukünftige Generationen mitdenken, …

Ist noch nicht mal 200 Jahre her, da war Mobilität eine Herausforderung. Reisen bedeutete umstaendlich und lange unterwegs zu sein. Und man konnte außer zu Fuss nicht überall hinkommen, da haben wir heute doch ein sehr anderes Anspruchsdenken? Ein Freund von mir war gestern 40 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt unterwegs, S-Bahn, ganz schön lange? Ja, aber auch eine nette Strecke, wenn man sich die Zeit nimmt, den Ausblick zu genießen 😉

Und um noch mal auf mein startendes Flugzeug zurueckzukommen: ich finds immer toll, dem Flieger nachzuschauen und mir zu ueberlegen, wo er wohl landen wird, was es dort zu sehen gibt, was man unternehmen könnte, … Mein kleines Fernweh, mein kleines Kopfkino!