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Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (2): Der, der alle überholen „will“

Wer viel über die Dörfer und Landstraßen fährt weiß, dass die nächste Ortschaft hinter der Kurve liegt, dass es viele Ausfahrten gibt, dass Überholverbote nicht einfach als Ärgernis gemacht werden. Dem Mercedes-Cabrio-Fahrer heute morgen war das mal ziemlich egal: ich habe selten auf 20 Kilometer mehr Gefährdungen für den Gegenverkehr erlebt, mehr saublöde Ideen zum Überholen beobachtet, war froh, dass einige Fahrzeuge und Sicherheitsabstand zwischen uns lagen. Fakt ist: Es gibt nur eine Spur pro Fahrbahn und es bleiben 20 Kilometer, da hilft dann auch der Kompressor mit seinen röhrenden PS nix. Ganz ehrlich liebe Leute: es ist Montag morgen und ihr habt es eiliger als alle anderen? Dann fahrt früher los. Sagt die, die schließlich 2 Fahrzeuge nach dem Eiligen am Ziel ankam – obwohl kein einziges Mal überholt …

#Sonntagsfreude: Weltmusik

Wie verrückt muss man eigentlich sein, sich am heißesten Sommertag mit 3.500 fremden Menschen in ein stickiges Zelt zu setzen? Und das alles nur, um 3 Musiker zu sehen… Tut es nicht eine CD? Muss ich echt schwitzen und noch dazu denen auf der Bühne beim Schwitzen zuschauen? Und werden die bei den Temperaturen nicht alles tun, um ihr Programm schnell durchzubekommen und dann nix wie heim…? Meine Antwort lautet: es lohnt sich für Werner Schmidbauer und Martin Kälberer, die gestern Claudia Koreck aufs Tollwood eingeladen haben. Man vergisst alles um sich herum und hört diesen 3 Ausnahmemusikern einfach nur zu. Dafür bin ich gerne verrückt und heute etwas schlapp.

Lieber Werner Schmidbauer, einige der neuen Stücke durfte ich schon im Dezember beim unvergesslichen Abend in Evening Mountain genießen. Wie recht du mit deinen Gedanken zu „Wo bleibt die Musik“ hast, selten hat jemand die Beobachtungen zur viel zu staden, dabei trotzdem so hektischen Innenstadt auf den Nenner gebracht. Wie oft hör ich zu, wenn sich wieder jemand über diese penetranten Straßenmusiker beschwert – anstatt zuzuhören und zu applaudieren. „Bei dir“ hat mich auch beim zweiten Live-erleben tief berührt und dein Lied für Mandela verkörpert so wunderbar, was dieser große Mann und Politiker nicht nur dir bedeutet hat.

Lieber Martin Kälberer, gestern durfte ich mich ganz auf dich konzentrieren. Wie bitte schön schaffst du das, gleichzeitig x Instrumente nicht nur zu „bedienen“, sondern sie so wunderbar zur Gesamtharmonie zu verweben? Dabei bist du so unwahrscheinlich aufmerksam für jede Stimmung, jede noch so kleine Nuance fällt dir auf, du reagierst. Irre, wie viele Musikstile in eure Weltmusik einfließen, jeden macht ihr euch zu eigen …

Liebe Claudia Koreck, auch ich bin Fan seit Fliagn. Aber darauf möchte ich dich wirklich nicht reduzieren. Du bist nicht nur eine große Musikern, sondern auf der Bühne ein Powerpaket voll guter Laune. Deine Musik schillert in so vielen Facetten, dazu bringst du dich, dein Leben, deine Gefühle ein. Wer dich live erlebt kann kaum glauben, dass du junger Hupfer zweifache Mama bist und dein Leben grad ganz andere Prioritäten erfordert. Dein neues Lied, geschrieben im Familienurlaub in Griechenland – wie gut, dass du uns noch aufgeklärt hast, dass die erste Strophe in Englisch ist. Und wir nicht wie durch ein Wunder alle plötzlich des Griechischen mächtig sind. Sehr berührt hat mich dein Lied für deine Oma, das jedem, der ein gutes Verhältnis zu seinen verstorbenen Angehörigen hat, aus der Seele spricht. Wie schön, dich auf der Bühne „jammen“ zu sehen, du bist auf bairisch in der Weltmusik dahoam.

An alle drei: danke für die Musik, danke für euer Lachen, danke für eure Zeit. Es war wunderbar, was für ein schöner Schlussgedanke, dass genau das den perfekten Abend ausmacht, dass man gerne noch bleiben würde, dem Erlebten noch nachspüren möchte. So ging’s mir zumindest.

Und noch ein letzter Gedanke: liebes Tollwoodteam, danke, dass ihr Schmidbauer und Kälberer bereits zum 6. Mal in Folge eingeladen habt. Bleibt dabei. Und schon seit einigen Konzerterlebnissen möchte ich euch gerne mal ein großes Lob für den perfekten Sound aussprechen. In einem Zelt wohlgemerkt. Mit Außeneinflüssen eines Festivals. Ziemlich gut, da könnte sich manch Konzerthalle eine große Anregung holen. Macht weiter so 😉

Mehr Sonntagsfreude bitte hier nachlesen.

Mehr Stress durch längeren Arbeitsweg …

Seit einigen Monaten hat sich mein Arbeitsweg verändert, ich bin täglich deutlich mehr Zeit unterwegs, bin mehr auf der Straße – das merkt man auch an meinen „Episoden aus dem Leben eines Autofahrers“. Gefühlt fühle ich mich dadurch gestresster – und habe in dem Kontext diesen Artikel gefunden. Auch ich bemerke, dass es vor allem das Ungewisse ist, das stresst: nie kann man sicher sein, wie lange man unterwegs sein wird. Das bedeutet auch, dass ich gefühlt oft unpünktlich bin – was ich nicht gerne bin. Hm. Dann auch der finanzielle Aspekt: Pendeln kostet Geld, Benzin ist teuer. Ja, das alles “ wusste“ ich vorher. „Wie“ es sich für mich anfühlt kann ich aber erst jetzt einschätzen. Mein soziales Leben klappt meistens gut, auch wenn es in den letzten Monaten anstrengender und organisationsintensiver geworden ist, Freunde zu treffen, auch hier ein zusätzlicher Stressfaktor. Umziehen finde ich aber definitiv keine Lösung, gerade im Hinblick auf mein privates Umfeld.
Dann gibt es Tage wie gestern, wo ich die komplette Strecke mit blauem Himmel und einem wunderbaren Panoramablick auf die Alpenkette belohnt werde. Und auf dem Heimweg die erste Halbzeit des WM-Auftakts der Deutschen im Radio miterlebe. Zu jedem Tor der 3 Tore wurde gehupt, einige LKW-Fahrer haben ihre Lichterkette aufleuchten lassen … Da wird der Arbeitsweg zum Ziel, zum Erlebnis. Hat einfach so mit Stress gar nichts mehr zu tun. Zwei Kolleginnen und ich haben zudem eine Fahrgemeinschaft gegründet, das entstresst auch ungemein. Und letzte Woche waren wir zum ersten Mal mit dem Radl unterwegs: ein Stück raus aus der Stadt mit dem öffentlichen Nahverkehr. Dann strampeln immer am See entlang, mit Blick auf Berge, Bäume, Wiesen, Felder und ty<pische Architektur der Region. Sind nur morgens mehr als 25 Kilometer, abends knappe 20. Und leider, das war meinem Knie noch zu viel – seitdem zwickt es wieder arg. Nächster Versuch dann wieder bei nächster Gelegenheit, dem ganz ehrlich: das Fahrradfahren entstresst mich auch. Würd ich wirklich gern wenigstens den Sommer über beibehalten.

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Tal des Lebens

Seit November führt mich mein Arbeitsweg an den Ammersee – unter anderem fahre ich dabei täglich durch Utting. Und wundere mich dort regelmäßig über ein Schild mit Hinweis auf das „Tal des Lebens“. Als Ortsunkundiger fällt mir so was auf. Und ich hab mir so meine Gedanken gemacht: ob sich wohl ein mystischer Ort dahinter verbirgt? Ob der Bach inmitten des Tals in grauer Vorzeit als Lebensquell gesehen wurde? Steckt ein religiöser Gedanke dahinter? Bestimmt eine alte Tradition, schließlich hat die Gemeinde stolz Schilder aufgestellt?
Tatsächlich findet sich im Internet kein“echter“ Hinweis, keine touristische Fußnote, außer einem Artikel, der den neuen Weg entlang des Mühlbachs vorstellt. Und bedauert, dass er etwas wenig repräsentativ ausfällt … Schade eigentlich? Laut meinen ortsansässigen Kolleginnen ist es einen netten kurzen Spaziergang wert, also werde ich in den kommenden Sommerwochen einfach mal rausspringen und das Tal des Lebens auf eigene Faust erkunden 🙂

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