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Sonntagsfreude: Schneesonntag

P1210314Auch dieses Jahr freu ich mich, dass ich einen Sonntag im heimischen Schnee verbringen darf. Das gibt’s nicht mehr soooo oft. Umso schöner war es heute, durch den zwar schon wieder tauenden, aber frisch gefallenen Schnee und die Hallertauer Hügel zu stapfen. P1210337Tut so gut. Die erste Stunde gabs sogar Wolkenlücken und etwas Sonnenschein, aber auch danach hat die frische Luft und vor allem die Bewegung einfach nur gut getan.

P1210332Nicht so schön war eben der Abschluss, ich hab ein angefahrenes Reh im Straßengraben gefunden. Vom Unfallverursacher weit und breit keine Spur. Die Frau vom Jäger hatte einen sehr treffenden Ausdruck für den Flüchtigen …

„Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken… die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine Sonntagsfreude sind.“ Leider hat Rita das schöne Projekt Sonntagsfreude eingestellt, ich teile meine persönliche weiter mit euch, denn mir geht es um den ursprünglich von Maria ins Leben gerufenen Gedanken – sich liebevoll an die vergangene Woche erinnern, nicht immer gleich zur Tagesordnung übergehen, sondern die kleinen Glücksmomente einfangen, um sich auch später daran zu erinnern.“

Das mit dem Beobachten

Vor ein paar Wochen hab ich einen Tag im Garten auf dem elterlichen Bauernhof damit verbracht, auf dem Laptop Bilder zu sichten und zu sortieren. Mehrfach fuhr ein schwarzer Van vorbei, komplett verspiegelt, niemand zu erkennen. Immer langsam die Dorfstraße rauf und runter – ich dachte mir erst: die suchen was. Beim gefühlt 7. Mal wurde ich aufmerksam, bin aufgestanden, um aufs Nummernschild zu achten. Danach kam das Auto nicht wieder …

Letztes Wochenende dann aber doch, allerdings spät nachts. Ja, die haben etwas gesucht und vor allem beobachtet, wo Menschen sind, wer, wo, wieviele. Wo im Dorf was zu holen ist, wo sich gut einsteigen lässt, wo Türen – wie auf dem Dorf üblich – niemals verschlossen werden, wo Fenster aufstehen. Wo man durch Garagen ins Haus kommt. Wo vielleicht niemand zu Hause ist? …

Womit sie nicht gerechnet haben ist der leichte Schlaf der Dorfbewohner. So war es zwar einfach, durch die offenstehende Terrassentür bei Bekannten in die Wohnung zu gelangen, der Bewohner hatte allerdings die Polizei bereits per Handy gerufen, ist übrigens der Schwiegersohn in spe eines Kommissars … und im nächsten Hof war tatsächlich nur die Oma allein zu Haus, alle Jungen sind gerade im Urlaub oder waren unterwegs. Die hat nicht lang gefackelt und sehr laut und deutlich gekreischt, dass außer einer alten kranken Frau nix zu holen sei und sie verschwinden sollen. Offensichtlich war das äußerst wirksam. Der Einbrecher hat in der Eile sogar seine Turnschuhe stehen lassen. Und wir alle sind sehr froh, dass das Herz der schwerkranken Dame vor Schreck nicht ausgesetzt hat …

Bei uns sieht man ja, dass renoviert worden ist, ich vermute, den Dieben ist klar, dass auf dem Hof nix außer Schulden zu holen ist? Gut so. Rundherum in den Dörfern und Ortschaften häufen sich ähnliche Fälle, und leider haben die Banden dort auch öfter einiges mitgehen lassen. Und Menschen nicht nur materiellen Schaden zugefügt, sondern sie dabei sogar verletzt. Ich bin zwar immer der Meinung, dass ich keine gute Beute abgeben würde, aber würde mir jemand mein Laptop oder Speichermedien mit meinen wertvollen Bilderinnerungen wegnehmen … Und wenn meinen Eltern was passieren würde, das wäre sowieso nicht zu verzeihen. Und Punkt.

Auf meinem Weg

… es ist Sommer. Die Sonne scheint von morgens bis abends über den üppigen Feldern, alles grünt, unterschiedliche Nuancen, von saftig bis trocken. Alles schimmert, weich, gelbe Sprenkel. Darüber der Himmel. Sommer, Gefühle, Durchatmen, Freiheit.

… vor dem buddhistischen Tempel an der großen Straße eine Begegnung, eine Prozession. Ganz vorne wandelt der Mönch, schillernd orange. Ihm folgen in weiß gekleidete Menschen. Einer nach dem anderen. Sie folgen seinem Weg, dem Friedensweg. Über ihnen schweben die landenden Flugzeuge, aus aller Welt.

… am Horizont zeichnen sich deutlich die Berge ab, die ganze nördliche Alpenkette strahlt in den Himmel hinein. Vorne die Kulisse der Weltstadt mit Herz, der Olympiaturm, die Frauenkirche, … Oder ein See. Oder eine Bilderbuchlandschaft. Ein schöner Ort. Eine schöne Stimmung.

Der Weg ist das Ziel. Es fühlt sich gut und richtig an, auf der Welt und achtsam zu sein, wertschätzend mit dem Leben umzugehen.

Episoden aus (m)einem Autofahrerleben (11)

Alle, die viel im Auto unterwegs sind, kennen die jetzt von mir erzählte, weil heute morgen erlebte Geschichte. Ich fahre auf der Autobahn, erlaubt sind 120 km/h, ich bin auf der linken Spur, das Fahrzeug vor mir überholt, wie ich auch, die Kolonne von Lastwägen auf der rechten Spur. Auf der Gegenfahrbahn war ein Unfall, ein Fahrzeug liegt verkehrt rum auf der Spur neben uns. Es hat sich ein langer Stau gebildet. Der Autofahrer vor mir erschrickt wohl … und bremst ohne jeglichen ersichtlichen Grund scharf ab. Auf unter 60 km/h. Vor ihm ist weit und breit kein anderes Fahrzeug. Die Kolonne rechts überholt uns, aber der Autofahrer vor mir fährt stur und viel zu langsam weiter, schließlich will er in Ruhe die links im Stau stehenden beobachten …

Ja, ich habe irgendwann rechts überholt. Steh ich auch dazu. Und ganz ehrlich, das ist ein absolutes No-Go, ich habe das Kennzeichen und habe zumindest kurzfristig darüber nachgedacht, ihn zu melden. Autofahrer wie dieser sind es, die Folge-Unfälle auf der Gegenspur verursachen. Böse Zungen würden sie auch als Gaffer bezeichnet. Und mir fehlen einmal mehr die Worte, wie sehr ich mir wünschen würde, in diesem Moment eine Funktionalität zu haben, um dieses Verhalten im Straßenverkehr so laut kommentieren zu können, dass er sich damit konfrontiert und auch bloßgestellt sieht.

Jemandem einen Spiegel vorhalten, auch im Straßenverkehr, würde sicherlich nicht schaden?